DE7909856U1 - Vorrichtung zum abscheiden von leichtstoffen aus abwasser - Google Patents
Vorrichtung zum abscheiden von leichtstoffen aus abwasserInfo
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Description
G 970
Die Neuerung betrifft eine Vorrichtung zum Abscheiden von Leichtstoffen aus Abwasser.
Abwasser, das mit Leichtstoffen, insbesondere mineralischen
Ursprungs, verschmutzt ist, muß vor der Einleitung in ein Gewässer gemäß den geltenden Bestimmungen zu mindestens
99 /° gereinigt werden. Die hierzu verwendeten Vorrichtungen
enthalten üblicherweise eine Beruhigungskammer, die einen etwa in mittlerer Höhe mündenden Zulauf und ein vom Bodenbereich
ausgehendes Tauchrohr zum Abzug des gereinigten Wassers aufweisen. In dieser Beruhigungskammer können die
Leichtstoffe während des Durchlaufs an die Oberfläche steigen
und sich dort als Schwimmschicht sammeln, aus der sie regelmäßig abgezogen werden. Damit, wenn beim Abzug eine Störung
auftritt, keine bereits zurückgehaltenen Leichtstoffe in das Gewässer gelangen können, wird das Tauchrohr mit einem
vorzugsweise durch einen Schwimmer gesteuerten Sperrventil versehen. Dieser Schwimmer ist dabei so tariert, daß er in
Wasser schwimmt, in der Leichtstoffschicht jedoch untertaucht
und dann die Abflußöffnung durch ein entsprechendes Verschlußorgan absperrt.
Solche Leichtstoffabscheider müssen auch vermehrt in sogenannten
Wasserschutzzonen eingebaut werden. In solchen Gebieten fällt dem Abscheider außer der Aufgabe der Abwasserreinigung
noch die Aufgabe zu, bei Unfällen oder dem unkontrollierten Auströmen größerer Mengen schädlicher Flüssigkeiten
zu verhindern, daß diese in den Erdboden oder in das
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Gewässer gelangen. Man geht deshalb dazu über, nun auch normale Straßenabläufe nur über Leichtflüssigkeitsabscheider
an die Kanalisation anzuschließen.
Hierbei ergibt sich jedoch das Problem, in dem Abscheider diese großen Flüssigkeitsmengen zurückhalten zu können.
Dieses Problem läßt sich zwar dadurch lösen, daß man an die Beruhigungskammer einen Speicherbehälter anschließt,
der die aufschwimmende Flüssigkeit laufend aufnimmt. Sein
Speichervolumen stünde also im Notfall zur Aufnahme großer Mengen zur Verfügung. Nachteilig ist jedoch, daß dieses
Volumen im Normalbetrieb hydraulisch unwirksam ist. Dieser Nachteil wird gemäß der vorliegenden Neuerung dadurch beseitigt,
daß der Beruhigungskammer mindestens eine Vorab- I "scheidekammer vorgeordnet und durch eine Überströmöffnung |
mit deren Zulauf direkt verbunden ist, wobei an jede Überströmöffnung ein bis in Bodennähe der Vorabscheidekammer ■
herabreichendes Tauehrohr angeschlossen ist. Es sind also jetzt praktisch zwei Abscheidekammern hintereinander geschaltet,
so daß das Speichervermögen etwa verdoppelt ist. Der zusätzliche Vorteil einer solchen Hintereinanderschaltung
liegt darin, daß bei normalem Abwasserzulauf die Aufenthaltszeit in der Abscheidevorrichtung erheblich verlängert
wird, so daß auch der Abscheidegrad nochmals wesentlich verbessert wird.
Für einen Automatischen Betrieb der Vorrichtung ist es zweckmäßig,
wenn die Beruhigungskaramer und/oder die Vorabscheidekammer eine an der Spiegelfläche wirksame Abzugvorrichtung
für die Leichtstoffe aufweist. Mit diesen ggf. einstellbaren Abzugsvorrichtungen kann man die aufgeschwommenen Leichtstoffe
abziehen und in einen Zwischensammelbehälter oder direkt in einen Transportbehälter leiten.
Die bauliche Ausführung der Beruhigungskammer und der Vorabscheidekammer
läßt sich in weiten Grenzen wählen. Beide
in t · · ·
Kammern können getrennte Behälter sein, die nur durch ein kurzes grades Überströmrohr verbunden sind; bei kleineren
Baugrößen ist es auch möglich, beide Kammern in einem gemeinsamen Behälter vorzusehen, dessen Quertrennwand dann
die Überströmöffnung enthält.
Ein Ausführungsbeispiel der Neuerung ist in den Zeichnungen dargestellt. Es zeigen:
Fig. 1 einen als einheitlichen Baukörper ausgebildeten
Abscheider im Längsschnitt,
Fig. 2 den Abscheider nach Figur 1 in der Draufsicht mit abgenommenem Deckel,
Fig. 3 schematisch eine größere Anlage mit zwei parallelgeschalteten Abscheidereinheiten.
Das vorzugsweise aus Beton hergestellte Fertigbauteil 1 enthält zwei durch eine Trennwand 2 gegeneinander abgetrennte
Kammern j5, 4. Beide Kammern sind durch einen gemeinsamen
Deckel 5 abgedeckt, welcher zwei Kontrollöffnungen 6, 7
enthält, auf die^frostfreiem Einbau Schachtringe 8, 9 aufgesetzt
sind.
An die ZulaufÖffnung Io und die Überströmöffnung 11 sind
nach unten weisende Strömungsleitkörper 12, IJ>
angesetzt, die grundsätzlich gleicher Bauart sein können. Der Mündungsöffnung ist jeweils ein Verteilorgan, z.B. in Form eines
Pralltellers 14 zum Verteilen der horizontal gerichteten Zulaufströmung vorgeordnet. Den Ablauf aus der Vorabscheidekammer
J> und der Be ruh ig ungs kammer 4 bildet je ein Tauchrohr
15, 16. Das Tauchrohr 16 der Beruhigungskammer 4 ist an seinem Mundstück mit einem zur Seite geführten Kasten
versehen, dessen obere ZulaufÖffnung 18 durch ein in einem
Käfig 19 geführtes Schwimmerverschlußventil 2o verschließbar ist.
Die Vorabscheidekammer 3 enthält an ihrer einen Längsseite
eine nach oben offene, rohrförmige Rinne 21, die über ein
Rohrgelenk 22 mit einer Abzugsleitung 2~$ verbunden ist.
Die Höhenlage ihrer Einlaufkante kann mit Hilfe einer Spindel 24 durch die Kontrollöffnung 6 hindurch verstellt
werden.
Im Betrieb werden die mit dem Abwasser durch die Zulauföffnung Io eintretenden Leichtstoffe durch die Geschwindigkeitsverringerung
in den beiden Kammern an die Oberfläche steigen und sich dort als Schwimmschichten 25, 26 sammeln,
wobei die Schwimmschicht 25 in der Vorabscheidekammer dadurch
in etwa gleiche Dicke behält, daß neu hinzukommende Leichtstoffe sogleich wieder über die Abzugsrinne 21 abgeführt
werden. Die Leichtstoffschicht 26 in der Beruhigungskammer hingegen wächst stetig, und wenn sie die zulässige
größte Dicke erreicht hat, dann verschließt das Schwimmerventil 2o die Ablauföffnung. Der dann dadurch ansteigende
Flüssigkeitsspiegel wird über einen geeigneten Fühler gemeldet. Dieses Signal ist das Zeichen dafür, daß das
Speichervermögen der Beruhigungskammer erschöpft ist und die
Leichtstoffe abgezogen werden müssen. Selbstverständlich ist es möglich, auch die Beruhigungskammer mit einer automatischen
Abzugsvorrichtung für die Leichtstoffe zu versehen. Dann ist es aber notwendig, den Speicherbehälter, in den die
Leichtstoffe geleitet werden, mit einer solchen Anzeigevorrichtung
zu versehen.
Im Fall, daß plötzlich eine große Menge schädlicher Leichtflüssigkeit
anfällt, wird sich diese zunächst in der Vorabscheidekammer sammeln und die entsprechende Wassermenge in die
Beruhigungskammer verdrängen. Sobald die Untergrenze der Leichtflussigkeitssehicht die Unterkante des Tauchrohres erreicht
hat, tritt auch Leichtflüssigkeit in die Beruhigungskammer über und füllt diese so lange, bis das Schwimmverschlußventil
die Ablauföffnung verschließt.
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• "T J I —
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• ■ ι Γι ti
• ■ ι Γι ti
In Figur J5 ist schematisch eine Anlage in der Draufsicht
gezeigt, dis für besonders hohen Abwasseranfall ausgelegt
ist. Dort sind zwei der in den Figuren 1 und 2 gezeigten Vorrichtung parallelgeschaltet. Ihnen ist ein gemeinsamer i
Schlammfang 27 vorgeschaltet, der die im Abwasser enthaltenen
Sinkstoffe zurückhält und gleichzeitig als Verteilerbauwerk dient. Ablaufseitig sind die beiden Abscheidevorrichtungen
über einen Revisionsschacht 28 zusammengeführt. Beide Abscheidevorrichtungen 1!, I1' besitzen Leichtstoff-Abzugsvorrichtungen
21', 21'', die an"eine gemeinsame, zu
einem Speicherbehälter führende Abzugsleitung 25' ange- I
schlossen sind. Um etwaige unterschiedliche Beaufschlagungen \
\ der beiden parallelgeschalteten Abscheidevorrichtungen zu !
vermeiden, können Ausgleichsleitungen 29, j5o vorgesehen sein, j
die gleichartige Kammern jeweils quer miteinander verbinden. |
Aarbergen, den 28. März I979
BK/Bef
BK/Bef
Claims (2)
1. Vorrichtung zum Abscheiden von Leichtstoffen aus Abwasser,
mit einer Beruhigungskammer, die mindestens einen etwa im unteren Bereich mündenden Zulauf und mindestens ein
vom Bodenbereich ausgehendes Tauchrohr zum Abzug des gereinigten Wassers aufweist, xvobei dem Tauchrohr ein vorzugsweise
durch einen Schwimmer gesteuertes Sperrventil zugeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Beruhigungskammer
(4) mindestens eine Vorabscheidekarmner (3) vorgeordnet und durch eine Überströmöffnung mit deren
Zulauf (11) direkt verbunden ist, wobei an jede Überströmöffnung ein bis in Bodennähe der Vorabscheidekammer
herabreichendes Tauchrohr (I5) angeschlossen ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch I, dadurch .gekennzeichnet,
daß die Beruhigungskammer (4) und/oder die Vorabscheidekammer
(3) eine an der Spiegelfläche wirksame Abzugvorrichturig (21) für die Leichtstoffe aufweist.
Aarbergen, den 28. März 1979
BK/Bef
BK/Bef
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19797909856 DE7909856U1 (de) | 1979-04-05 | 1979-04-05 | Vorrichtung zum abscheiden von leichtstoffen aus abwasser |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19797909856 DE7909856U1 (de) | 1979-04-05 | 1979-04-05 | Vorrichtung zum abscheiden von leichtstoffen aus abwasser |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE7909856U1 true DE7909856U1 (de) | 1979-08-02 |
Family
ID=6702811
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19797909856 Expired DE7909856U1 (de) | 1979-04-05 | 1979-04-05 | Vorrichtung zum abscheiden von leichtstoffen aus abwasser |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE7909856U1 (de) |
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3521412A1 (de) * | 1985-06-14 | 1986-12-18 | Passavant-Werke AG & Co KG, 6209 Aarbergen | Verfahren und einrichtung zum reinigen von mit abscheidbaren fluessigkeiten verschmutzten abwaessern |
| DE3731031A1 (de) * | 1987-09-16 | 1989-03-30 | Buderus Bau & Abwassertechnik | Abscheider fuer leichtfluessigkeit |
| DE9204626U1 (de) * | 1992-04-03 | 1993-08-19 | Netz, Friedrich, 96103 Hallstadt | Mechanisch/elekt. Oelabscheider |
| DE102013111270A1 (de) * | 2013-10-11 | 2015-04-16 | Wilhelm Meier | Leichtflüssigkeitsabscheider |
-
1979
- 1979-04-05 DE DE19797909856 patent/DE7909856U1/de not_active Expired
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3521412A1 (de) * | 1985-06-14 | 1986-12-18 | Passavant-Werke AG & Co KG, 6209 Aarbergen | Verfahren und einrichtung zum reinigen von mit abscheidbaren fluessigkeiten verschmutzten abwaessern |
| DE3731031A1 (de) * | 1987-09-16 | 1989-03-30 | Buderus Bau & Abwassertechnik | Abscheider fuer leichtfluessigkeit |
| DE9204626U1 (de) * | 1992-04-03 | 1993-08-19 | Netz, Friedrich, 96103 Hallstadt | Mechanisch/elekt. Oelabscheider |
| DE102013111270A1 (de) * | 2013-10-11 | 2015-04-16 | Wilhelm Meier | Leichtflüssigkeitsabscheider |
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