DE800920C - Elastische Abdruckmassen, insbesondere fuer zahnaerztliche Zwecke - Google Patents

Elastische Abdruckmassen, insbesondere fuer zahnaerztliche Zwecke

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DE800920C
DE800920C DEP49668A DEP0049668A DE800920C DE 800920 C DE800920 C DE 800920C DE P49668 A DEP49668 A DE P49668A DE P0049668 A DEP0049668 A DE P0049668A DE 800920 C DE800920 C DE 800920C
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    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
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    • C08L33/04Homopolymers or copolymers of esters
    • C08L33/06Homopolymers or copolymers of esters of esters containing only carbon, hydrogen and oxygen, which oxygen atoms are present only as part of the carboxyl radical
    • C08L33/10Homopolymers or copolymers of methacrylic acid esters
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    • C08LCOMPOSITIONS OF MACROMOLECULAR COMPOUNDS
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Description

  • Elastische Abdruckmassen, insbesondere für zahnärztliche Zwecke Die im Handel erhältlichen Abdruckmassen für zahnärztliche Zwecke bestehen z. B. aus verschiedenen Harzen, Wachsen, Schellack, mineralischen Füllstoffen usw. Sie werden, in Platten geformt, in warmem Wasser erweicht un(l in passende Mundlöffel geknetet. ALit der noch warmen Knetmasse wird ein Abdruch des Gebisses im Alunde genommen; nach dem Herausnehmen wird die Masse vollkommen starr. I)ie so erhaltenen Abdrücke sind ungenau, weil sie sich beim Herausnehmen aus dem Munde, besonders bei untersichgehenden Stellen, verzieheii.
  • Gipsabdrücke, die an sich genau sind, zerbrechen beim Herausnehmen besonders bei untersichgehenden Stellen leicht; die einzelnen Stücke müssen im Mundlöffel wieder zusammengesetzt werden, wobei sich leicht Fehler ergeben.
  • Es sind bereits elastische Abdruckmassen im Gebrauch, welche auch in komplizierteren Fällen, wie bei untersichgehenden Stellen, scharfe Abdriicke ergehen, weil sie infolge ihrer Elastizität beim Herausnehmen nachgeben, über Vorsprünge hinweggleiten und außerhalb des Mundes in die Abdruckform zurückfedern. Hierbei bleibt der Abdruck im Gegensatz zum Gipsabdruck in einem Stück erhalten, so daß also ein mühsames Zusammenkleben einzelner Teile sowie irgendwelche Nacharbeit nicht nötig ist. Diese elastischen Massen sind meist aus Naturstoffen, z. B. Algen, Gelatine, hergestellte hydrokolloide Massen, die den Nachteil haben, daß sie an der Luft durch Verdunstung ihres hohen Wassergehaltes rasch schrumpfen; auch sind die mit Wasser angerührten Massen teilweise so niedrigviskos, daß sie z. B. beim Aufschichten für den Abdruck eines hohen Gaumens leicht wegfließen. Lei gewissen hydrokolloiden Massen ist überdies die Verwendung besonderer Hilfsmittel zur Überführung in den plastischen Zustand z. 13. eiiie besonders konstruierte Spritze, in der sie unter Dampfdruck erhitzt werden erforderlich.
  • Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf neue, nicht hydrokolloide elastische Abdruckmassen, die auf der Grundlage von Polymethacrylsäureestern, insbesondere von Mischpolymerisaten verschiedener Methacrylsäureester und bzw. oder eines Methacrylsäureesters mit einem oder mehreren Acrylsäureestern aufgebaut sind, und zwar entweder nur ullter Mitverwendung von flüchtigen Lösemitteln und gegebenenfalls von geeigneten Weichmachern, oder in Kombination mit Polyvinylchlorid-ÄVeichmacher-Gemischen, denen gegebenenfalls auch geringe Mengen flüchtiger Lösungsmittel beigemischt werden. In beiden Fällen werden zweckmäßig gerisse Mengen mineralischer Füllstoffe zugegeben.
  • I)ie Zusammensetzung der neuen Massen wird so gewählt, daß einerseits sowohl eine hohe Elastizität wie auch eine große Abdruckschärfe der Massen gewährleistet ist und daß andererseits flüchtige Lösungsmittel nur in solcher Auswahl und in solchen Grenzen angewandt werden, daß eine nachträgliche Schrumpfung und eine dadurch bedingte Formänderung praktisch nicht eintritt. Die Konsistenz bzw. Viskosität der neuen Massen wird so eingestellt, daß ein Wegfließen beim Aufschichten oder an deti Rändern des Abdrucks nicht eintritt und <laß sie außerdem am Abdrucklöffel genügend haften.
  • Nach der oben gegebenen Definition der erfindungsgemäß geeigneten Zusammensetzungen ergeben sich zwei Typen von Abdruckmassen hinsichtlich der Technik des Ansteigens und der thermischen Behandlung vor bzw. während des Abdrucks: Bei dem ersten Typ wird zunächst eine pulverförmige Mischung z. B. aus einem Mischpolymerisat aus Methacrylsäuremethylester, Arcrylsäureäthylester und bzw. oder Acrylsäurebutylester und einem Alischpolymerisat aus annähernd gleichen Teilen WIethacrylsäuremethyl- und -butylester sowie einem Füllmittel (Talkum, Kaolin u. dgl.) hergestellt. Vor der Abdrucknahme wird diese Mischung vom Zahnarzt bzw. Zahntechniker in einem hriirser mit einer Flüssigkeit zusammengebracht, die z. 13 aus einem Weichmacher (wie Phthalsäuredil>utylester), Alkohol, Benzoin und Essigester sowie evtl. einer geringell Menge eines Wachses oder Gleitmittels besteht. Pulver und Flüssigkeit werden im Mörser mittels Pistill in wenigen Minuten zu einer zähen, plastischelastischen hasse zusammengeknetet, die gegebenenfalls (aber nicht notwendigernveise) vor dem Einbringen in den Abdrucklöffel noch mit bloßer Hand nachgeknetet werden kann, um etwaige noch verbliebene Inhomogenitäten auszugleichen und die Masse schon auf Körpertemperatur zu bringen. Nun verteilt man die Masse auf einem gewöhnlichen Abdrucklöffel. Unmittelbar darauf - also ohne besondere Erwärmung auf höhere Temperatur - nimmt man dann den Abdruck vor, wobei eine Verweilzeit im Munde von 2 bis 5 Minuten genügt. Eine Abkühlung im Blende durch kaltes Wasser ist in der Regel nicht erforderlich. Nach dem Herausnehmen ist der Abdruck fertig, und man kann entweder sofort den Gegenguß mit Gips vornehmen oder auch, ohne Schrumpfung und Formänderung befürchten zu müssen, mit dem Ausgießen mit Gips bis zum folgenden Tage oder länger warten.
  • Bei dem zweiten Typ, der auf der Kombination von Polymethacrylat bzw. Mischpolymerisaten von Methacrylsäureestern und evtl. Acrylestern mit weichgemachten Polyvinylchlori dmassen besteht, ist die Vorbereitung der Masse und ihre Verarbeitung beim Zahnarzt eine andere. Bei der Vorbereitung geht man so vor, daß z.B. ein Miscllpolymerisat aus Methacrylsäuremethylester mit Acrylsäureestern (z. B. Acrylsäureäthyl- und bzw. oder -butylester) in einem Weichmacher - z. B. Phtalsäuredibutylester - gelöst wird, wobei gegebenenfalls zur Erleichterung des Lösevorganges eine geringe Menge eines flüchtigen Lösungsmittels (z. 13. Alkohol) zugefügt wird. Es ist u. U. vorteilhaft, dieser Lösung auch eine kleine Menge eines synthetischen oder natürlichen Wachses oder eines Gleitmittels, wie Magnesiumstearat, zuzugeben. Äl it der fertigen Lösung vermischt man nun im Mörser oder bei Anfertigung größerer Mengen in einer Knetmaschine Polyvinylchlorid und gegebenenfalls mineralische Füllstoffe, bis eine völlig homogene, dünn- bis zähflüssige, noch klebrige Masse vorliegt, die nun durch Erwärmen auf eine Temperatur von etwa 50 bis 700 oder auch höher ihre Klebrigkeit größtenteils verliert und eine plastisch-elastische Konsistenz erhält. LTm eine gleichmäßige Durchwärmung zu erzielen, wird Masse dabei zweckmäßig entweder maschinell oder - wenn es sich um kleinere Mengen handelt - auch manuell mittels Spatel o. dgl. durchgeknetet. Die so hergestellte Masse wird beispielsweise in Plattenform gebracht und erkalten gelassen. Sie ist nun zum Gebrauch beim Zahnarzt bzw. Zahntechniker fertig. Dieser erwärmt sich vor der Abdrucknahme in Wasser von etwa 50 bis 700, bis sie so weich geworden ist, daß sie sich mit der Hand bequem kneten läßt, verteilt sie dann noch warm auf dem Abdrucklöffel und nimmt sofort den Abdruck vor. Die Verweilzeit im Äfunde beträgt zweckmäßig etwa 3 Minuten, und es empfiehlt sich bei diesem Typ, durch Abspülen mit kaltem Wasser vor dem Herausnehmen für genügende Abkühlung zu sorgen. Dieser zweite Typ, bei dem also der Zahntecllniker bzw. die Helferin nicht selbst zu mischen braucht und nur vor dem Abdruck zu erwärmen hat, hat sich besonders für Teilabdrücke bewährt.
  • Beispiel 1 (Typ I): 20 g eines pulverförmigen Mischpolymerisats aus 45% Methacrylsäuremethylester und 55% Methacrylsäurebutylester werden mit 12 g eines in Alkohol leicht quellenden Mischpolymerisats aus 60% Methacrylsäuremethylester und 40% Acrylsäureester (z. 13. 20°/o Acrylsäureäthylester und 20% Ac rylsäurebutylester) innig vermischt und außerdem noch 7 g Talkum beigemengt. Dieses pulverförmige Gemisch wird vom Zahnarzt in einem Mörser mittels Pistill mit einer Flüssigkeit vermischt, die aus 5 ccm Phthalsäuredibutylester, 6 bis 7 ccm Alkohol, 4 ccm Benzin und 2 bis 3 ccm Essigester besteht, in welcher 100 mg eines synthetischen Wachses aufgelöst wurden. Durch kurzes, kräftiges Verkneten mittels Pistill entsteht eine zähelastische, homogene plastische Masse, die gegebenenfalls zur Verbesserung der 11 Homogenität noch mit bloßes Hand nachgeknetet und auf dem Abdrucklöffel verteilt wird, worauf man sofort den Abdruck im Munde vornimmt, der in spätestens 5 Minuten fertig ist und in der Regel ohne Abkühlung durch kaltes Wasser leicht herausgenommen werden kann.
  • Die Zusammensetzung und Art der Pulvermischung und des Flüssigkeitsgemisches ist erfindungsgemäß keineswegs an die vorstehend angegebenen Mengenverhältnisse gebunden, viehnehr sind weitgehende Variationsmöglichkeiten gegeben, ohne daß das Ergebnis dadurch beeinträchtigt wird. Bezüglich der Pulvermischung ist es sogar möglich, auch mit einem einzigen Mischpolymerisat - z. B. einem in Alkohol quellbaren Mischpolymerisat aus Methacrylsäuremethylester und einem oder zwei Acrylsäureestern - auszukommen, dessen prozentuale Zusammensetzung keineswegs die gleiche zu sein braucht wie im obigen Beispiel angegeben.
  • Dann wird die Flüssigkeitsmischung jedoch etwas anders zusammengesetzt sein müssen wie oben angegeben, sie kann dann beispielsweise nur aus Alkohol oder aus Alkohol und etwas Essigester bestehen, d. h. in diesem Falle erübrigt sich u. U. sowohl der Zusatz von Phtalsäuredibutvlester wie auch vol Benzin. Bei Anwendung von zwei Mischpolymerisaten - wie im obigen Beispiel - soll auch das Verhältnis der beiden durchaus nicht auf das Verhältnis 20 : 12 beschränkt sein, beide können z. B. auch im Verhältnis 1 : 1 angewandt werden, wodurch jedoch wieder eine entsprechende Abänderung der Art und prozentualen Zusammensetzung des Flüssigkeitsgemisches erforderlich wird. Endlich kann man bei Beibehaltung des obigen Beispiels statt Phthalsäuredibutylester auch andere Weichmacher, wie z. B. Bernsteinsäurediäthylester, verwenden.
  • B e i s p i e l 2 (Typ 2): In 25 ccm Phthalsäuredibutylester werden 8 bis 10 g eines Mischpolymerisats aus Methacrylsäuremethylester und einem oder zwei Acrylsäureestern (Acrylsäureäthyl- und bzw. oder Acrylsäurebutylester) zweckmäßig unter Zusatz von 3 bis 4 ccm Alkohol und 100 mg eines synthetischen Wachses sowie 150 mg Magnesiumstearat gelöst. Zu dieser Lösung werden etwa 20 g feinpulveriges Polyvinylchlorid und 10 g Talkum im nlörser oder in einer Schale zugemischt und gründlich verknetet. Dann wird die Masse über heißem Wasserdampf unter nochmaligem Durchkneten erwärmt, bis sie zähplastisch geworden ist und ihre Klebrigkeit nahezu verloren hat. Nun formt man aus ihr zweckmäßig eine Platte oder auch einen zylindrischen Körper, der ttach dem in Erkalten elastisch ist. I)ie Platte bzw. die zylindrisch geformte Masse wird vom Zahnarzt bzw. Techniker durch Eintauchen in Wasser von etwa 70£ wieder plastisch gemacht und dann auf dem Abdrucklöffel in den Mund gebracht, wo sie zweckmäßig nach erfolgtem Abdruck vor dem Herausnelimen durch altes Wasser abgekühlt wird.
  • An Stelle des obenerwähnten Mischpolymerisats kann auch ein anderes Polymethacrylat treten, beispielsweise Polymethacrylsäurebutylester; es ist also nicht unbedingt erforderlich, ein Mischpolymerisat zu verwenden. Auch an die oben angegebenen Mengenverhältnisse ist die Erfindung nicht gebunden, und an Stelle des Phtalsäuredibutylesters können auch andere geeignete Weichmacher, welche die Mundschleimhäute nicht reizen, treten.

Claims (3)

  1. P A T E N T A N S P R Ü C H E : 1. Elastische Abdruckmasse, insbesondere für zahnärztliche Zwecke, bestehend aus Polymethacrylsäureestern, insbesondere aus Mischpolymerisaten verschiedener Methacrylsäureester und bzw. oder eines Methacrylsäureesters mit einem oder mehreren Acrylsäureestern, die vor dem Abdrucknehmen mit geeigneten Lösungs- und Quellungsmitteln verknetet werden.
  2. 2. Elastische Abdruckmasse nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen Zusatz von Polyvinylchlorid-Weichmacher-Gemischen.
  3. 3. Elastische Abdruckmassen nach Anspruch 1 und 2, gekennzeichnet durch einen Zusatz von Füllmitteln. Pigmenten, synthetischen oder natürlichen Wachsen und Gleitmitteln.
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Cited By (4)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1089550B (de) * 1957-03-25 1960-09-22 Rohm & Haas Verfahren zur Herstellung starrer, zaeher, wetterbestaendiger, dimensionsbestaendiger, polymerer plastischer Produkte aus Methacrylsaeure- und Acrylsaeureestern
DE3337986A1 (de) * 1983-10-19 1985-05-09 geb. Schlüter Frauke Freifrau von Nostitz 8000 München Hofacker Masse zur herstellung von plastischen bzw. harten massen fuer dentaltechnische, (dental)medizinische und verwandte zwecke, verfahren zu deren herstellung und verwendung derselben
EP0198930A1 (de) * 1984-01-30 1986-10-29 Dentaco Dentalindustrie- und Marketing GmbH Dentale Applikationsflüssigkeit zur Kontrolle von Zahnkontakten und prothetischen Arbeiten
US4643678A (en) * 1984-01-30 1987-02-17 Prodent Ges. Fuer Zahnmed. Bedarfsartikel Mbh Dental application fluid for the inspection of tooth contacts and prosthetic works

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DE3337986A1 (de) * 1983-10-19 1985-05-09 geb. Schlüter Frauke Freifrau von Nostitz 8000 München Hofacker Masse zur herstellung von plastischen bzw. harten massen fuer dentaltechnische, (dental)medizinische und verwandte zwecke, verfahren zu deren herstellung und verwendung derselben
EP0198930A1 (de) * 1984-01-30 1986-10-29 Dentaco Dentalindustrie- und Marketing GmbH Dentale Applikationsflüssigkeit zur Kontrolle von Zahnkontakten und prothetischen Arbeiten
US4643678A (en) * 1984-01-30 1987-02-17 Prodent Ges. Fuer Zahnmed. Bedarfsartikel Mbh Dental application fluid for the inspection of tooth contacts and prosthetic works

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