DE802996C - Fuellgerbmittel - Google Patents

Fuellgerbmittel

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DE802996C
DE802996C DEP21794D DEP0021794D DE802996C DE 802996 C DE802996 C DE 802996C DE P21794 D DEP21794 D DE P21794D DE P0021794 D DEP0021794 D DE P0021794D DE 802996 C DE802996 C DE 802996C
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DE
Germany
Prior art keywords
leather
acid
hydrosilicate
magnesium sulfate
tanning agent
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Application number
DEP21794D
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English (en)
Inventor
Norbert Dipl-Ing Unzeitig
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Individual
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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C14SKINS; HIDES; PELTS; LEATHER
    • C14CCHEMICAL TREATMENT OF HIDES, SKINS OR LEATHER, e.g. TANNING, IMPREGNATING, FINISHING; APPARATUS THEREFOR; COMPOSITIONS FOR TANNING
    • C14C3/00Tanning; Compositions for tanning
    • C14C3/02Chemical tanning
    • C14C3/04Mineral tanning

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Treatment And Processing Of Natural Fur Or Leather (AREA)

Description

  • Füllgerbmittel
    Es ist bekannt, dal:i zur \achgerbung beziehungs-
    weise Füllung vegetabil gegerbter Leder neben
    Pulverextrakten oder starken Gerbbrühen auch an-
    organische Salze, wie Magnesiumsulfat, Glauber-
    salz, Alaun in kristallisierter oder calcinierter Form,
    oder Gemische dieser Salze verwendet werden.
    Weiter ist bekannt, <laß Oxalsäure, Weinsäure,
    Citronensäure oder andere Säuren in verschiedener
    Form angewandt als Bleich- oder Aufhellungsmittel
    vegetabil gegerbter Leder dienen, indem diese den
    an der Oberfläche des Leders befindlichen Gerbstoff
    fällen und so eine Aufhellung des Leders bewirken.
    Auch ist bekannt. dali Gemische von organischen
    Säuren, wie Oxalsäure, Weinsäure, Citronensäure
    u. dgl., oder diese Säuren einzeln, mit anorganischen
    Salzen, wie Magnesiumsulfat, Glaubersalz, Alaun
    in verschiedenen Verhältnissen gemischt, für die
    \Tachgerbungvegetabil gegerbterLederVerwendung
    linden. Jedoch zeigen diese Mittel in vielen Fällen
    den -Nachteil, claß sie ungleich vom Leder auf-
    genommen «-erden, was nach der Fertigstellung
    oft ein Ausschlagen der Salze zur Folge hat. Zu
    diesem Zweck wurde als Vorbeugungsmittel gegen
    das Ausschlagen der Salze die Verwendung von
    Zuckerarten, wie Traubenzucker, Milchzucker
    u. dgl., vorgeschlagen. Diese Zuckerarten erfüllen
    nur teilweise den Zweck, da sie infolge ihrer
    Klebrigkeit das Leder oft verschmieren und nach
    Fertigstellung des Leders an diesem unerwünschte
    Spuren zurücklassen. Auch das Bleichen, das in den
    meisten Fällen mit Oxalsäure, Weinsäure, Citronen-
    säure oder anderen Säuren in Verbindung mit oben-
    erwähnten anorganischen Salzen, wie Magnesium-
    sulfat, Glaubersalz, Alaun, bewerkstelligt wird, ist
    in vielen Fällen von einer Fleckenbildung begleitet.
    Diese Fleckenbildung entsteht infolge des ungleichen
    Aufsaugens der Säure beziehungsweise der Salze durch das feuchte Leder und der sich daraus ergebenden ungleichen Säure-Salz-Konzentration im Leder.
  • Es wurde gefunden, daß diese Mängel beseitigt werden, wenn man zu den anorganischen Salzen; wie Magnesiumsulfat, Glaubersalz, Alaun, einzeln oder in Gemischen untereinander, in Verbindung mit Oxalsäure, Weinsäure, Citronensäure, einzeln oder in Gemischen untereinander, künstlich aktiviertes Tonerdehydrosilicat in den Grenzen von io bis 50% zusetzt. Dieses Produkt, erstmalig in der Lederindustrie für diesen Zweck angewandt, zeigt folgende Wirkungsweise: Die künstlich aktivierten Tonerdehydrosilicatpartikel besitzen an ihrer Oberfläche ein ultramikroskopisch poröses Kieselsäuregerüst mit der für die Wirksamkeitserhöhungnötigen großen Oberfläche. Ausgezeichnet durch diese Eigenschaft, fördert das künstlich aktivierte Tonerdehydrosilicat, das in diesem Falle gut vermischt mit den anderen anorganischen Salzen und organischen Säuren mit dem feuchten Leder in Berührung kommt, durch das Walken des Leders im Walkfaß ein leichtes gleichmäßiges Eindringen der Salze und organischen Säuren in das Leder. Dies geschieht in der Form, daß die künstlich aktivierten Tonerdehydrosilicatpartikelchen in die Lederporen eindringen und durch ihre obenerwähnten spezifischen Eigenschaften ein gleichmäßiges, widerstandsloses Hindurchgleiten des durch den Wassergehalt des Leders gelösten Salzes sowie der organischen Säuren oder sonstigen Bestandteile gewährleisten, was hauptsächlich auf die große Oberfläche der künstlich aktivierten Tonerdehydrosilicatpartikelchen zurückzuführen ist. Gleichzeitig wirkt das künstlich aktivierte Tonerdehydrosilicat in Verbindung mit Wasser als anorganischer Emulgator, indem es evtl. Fett- oder Olreste am Leder durch das Walken auf der Oberfläche des feuchten Leders gleichmäßig verteilt und so etwaiger Fleckenbildung entgegenwirkt. Endlich bewerkstelligt das künstlich aktivierte Tonerdehydrosilicat durch seine fettannehmende Eigenschaft beim Abölen und Fetten des Leders ein besonders leichtes Eindringen der Fettungsmittel in das Leder und wirkt in diesem Sinne fettsparend, da die Fettmengen restlos vom Leder aufgenommen werden.
  • Ausführungsbeispiele i . 7o kg Magnesiumsulfat werden mit 15 kg Oxalsäure oder Weinsäure oder Citronensäure gut vermischt und mit 15 kg künstlich aktiviertem Tonerdehydrosilicat innig vermengt. 2. Desgleichen können 6o kg MagnesiutWulfat mit io kg Alaun und io kg Glaubersalz, welches 'durch Natriumchlorid ersetzt werden kann, gut gemischt, unter Zusatz von 7 kg Oxalsäure, 7 kg Weinsäure, 7 kg Citronensäure, mit i9 kg künstlich aktiviertem Tonerdehydrosilicat versetzt 'werden. Dabei muß besonderer Wert darauf gelegt werden, daß ,eine gleichmäßige , vollkommene Mischung sämtlicher Salze untereinander stattfindet. Die anorganischen Salze können kristallisiert oder calciniert Verwendung finden, wobei das Magnesiumsulfat in beliebigem 'Mengenverhältnis jedoch stets im Überschuß verwendet werden muß. Auf im Walkfaß befindliche Leder werden nun 2 bis 70/0 von obenerwähntem Gemenge (entweder i. oder 2.) in vollständig trockenem Zustand gebracht. Der prozentuale Zusatz des Gemenges richtet sich nach der Beschaffenheit des Leders und der gewünschten Bleich- und Füllwirkung. Das Walkfaß läßt man etwa 25 bis 35 Minuten laufen, in welcher Zeit das Gerbmittel das feuchte Leder , vollständig durchdrungen hat. Hierauf walkt man noch das Leder mit 0,5 bis 2% eines guten Öles. Schließlich wird das Leder aus dem Faß genommen und wie üblich zugerichtet.
  • Die Aktivierung des Tonerdehydrosilicats wird in der Weise bewerkstelligt, daß in der Natur gefundenes Tonerdehydrosilicat etwa dreimal mit einem Überschuß von verdünnten Mineralsäuren, wie z. B. Salzsäure, behandelt wird. Hierauf wird dasselbe bis zum Verschwinden der sauren Reaktion ausgewaschen und schließlich getrocknet. Bei dieser Behandlung werden die an den Tonerdehydrosilicatpartikelchen befindlichen säurelöslichen Bestandteile gelöst und ausgewaschen, wobei an denselben an der Oberfläche ein ultramikroskopisch poröses, säureunlösliches Kieselsäuregerüst entsteht, was die künstliche Aktivität des Tonerdehydrosilicats bewirkt.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Füllgerbmittel mit gleichzeitiger Bleichwirkung, enthaltend Magnesiumsulfat als solches oder im Gemisch mit Glaubersalz oder Natriumchlorid und Alaun und Zusätze von bleichend bzw. auf das Leder aufhellend wirkenden organischen Säuren, wie Oxalsäure, Citronensäure, Weinsäure, einzeln oder in beliebigem Mischungsverhältnis untereinander (wobei Magnesiumsulfat stets in Überschuß verwendet wird), gekennzeichnet durch eine Beimischung von künstlich aktiviertem Tonerdehydrosilicat in den Grenzen von io bis 5o%.
DEP21794D 1948-11-16 1948-11-16 Fuellgerbmittel Expired DE802996C (de)

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