DE80408C - - Google Patents

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DE80408C
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    • C—CHEMISTRY; METALLURGY
    • C13—SUGAR INDUSTRY
    • C13B—PRODUCTION OF SUCROSE; APPARATUS SPECIALLY ADAPTED THEREFOR
    • C13B20/00—Purification of sugar juices
    • C13B20/02—Purification of sugar juices using alkaline earth metal compounds

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Biochemistry (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Solid Fuels And Fuel-Associated Substances (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Das jetzt allgemein gebräuchliche Verfahren zur Reinigung von Rübensäften u. dergl. leidet nach Angabe des Patentinhabers an dem Uebelstande, dafs man aus den Säften nur solche Rohzucker und Syrupe erzeugen kann, welche erst nach ausgiebiger Reinigung geniefsbar sind. Dies ist allein auf diejenigen Verbindungen' zurückzuführen, welche durch die Einwirkung des zur Scheidung benutzten Kalkes auf gewisse ursprüngliche (genuine) Bestandtheile der Rübe gebildet werden und welche durch ihren üblen Geschmack den sonst angenehmen Geschmack der gereinigten Rübensäfte verdecken und verändern.
Der Patentinhaber nun sucht diesen Uebelstand des Kalkes dadurch zu umgehen, dafs er ihn nicht mehr als solchen, sondern als neutral reagirendes Humat (humussauren Kalk) verwendet. So wirkt überhaupt kein freier Kalk auf die Säfte ein und der Scheidungsprocefs gelingt mit viel geringeren Mengen Kalk, als bisher für möglich gehalten wurde.
Das Humat des Calciums (Bariums, Strontiums, Magnesiums) stellt man sich dar, indem man alkalilöslichen Humus mit den Oxyden oder Hydroxyden dieser Erdalkalimetalle neutralisirt, was ohne Weiteres erfolgt, wenn man die aufs feinste zerriebenen Humussubstanzen (besonders Braunkohle) bei gewöhnlicher oder erhöhter Temperatur mit Kalkmilch etc. bis zur vollkommenen Neutralisation der Humussubstanzen mischt, oder diese mit den Oxyden oder Hydroxyden gleichzeitig in einer Nafsmühle vermahlt.
Trägt man so erhaltenen Humatbrei in heifse, am besten kochende Rübensäfte ein, so erhält man nach Angabe des Patentinhabers schon mit 0,2 bis 0,3 pCt. Kalk in Form von technisch neutralem Humat eine vollkommene, zur tadellosen Filtration genügende Scheidung. Der geschiedene Saft ist zwar schon zum Eindampfen fertig, kann aber nach Wunsch noch mit schwefliger Säure, sowie nach Trennung vom Humatscblamm mit Kalk behandelt werden , wenn es sich um besonders helle Säfte oder um Zerstörung von Invertzucker handelt.
Die Anwendung der Braunkohle in Combination mit Kalk ist zwar nicht neu, denn schon Maumene und Kleemann haben diese Combination angewendet; indessen geschah dies in der Weise, dafs Braunkohle und Kalk getrennt, also als für sich bestehende Körper den rohen Säften beigemischt wurden und einzeln auf sie wirkten, und zwar wurde die Braunkohle entweder vor oder nach der Einwirkung des Kalkes zugesetzt.
Das vorliegende Verfahren dagegen vermeidet sorgfältig jede Einzeleinwirkung der genannten Stoffe und vereinigt beide vor ihrer Anwendung zu einem neutralen Körper, indem sie in vorher berechnetem Verhältnifs gemischt werden und auf einander einwirken, so dafs sich neutrales Calcium- bezw. Erdalkali-Humat bildet.
Während nach dem Maumene-Kleem an η'sehen Verfahren mit (zuweilen durch Säuregehalt recht gefährlicher) Braunkohle und danach (nach Abscheidung des dadurch gebildeten Schlammes) mit erheblichen Kalkmengen gearbeitet werden mufs, wird im vorliegenden Verfahren durch Anwendung des Kalkes in Form einer unlöslichen, neutralen chemischen Verbindung, in welcher er nur zu Umsetzungen, nicht aber zu Zersetzungen
geeignet ist, die Einwirkung des Kalkes als freier Base auf die Eiweifsstoffe bezw. andere Substanzen vermieden und ein ganz anderer chemischer Effect erzielt.

Claims (1)

  1. Patent-Ansprüche:
    ι . Verfahren zur Reinigung von rohen zuckerhaltigen Pflanzensäften, darin bestehend, dafs den Säften bei erhöhter Temperatur, eventuell bei Siedehitze, fertig gebildetes, neutrales, humussaures Calcium bezw. Barium, Strontium oder Magnesium zugeführt wird.
    Zur Ausführung des in Anspruch ι. gekennzeichneten Verfahrens das nasse Vermählen der Braunkohle mit den alkalischen Erden.
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