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Vorrichtung zum Kochen und Kühlen von Lebensmitteln Es ist eine Vorrichtung
zum Kochen und Kühlen von Lebensmitteln bekannt, bei der in einem durch Isolierwandungen
gebildeten Schrank die Koch-bzw. Kühlkammer in Gestalt eines :Metallbehälters angeordnet
ist, der an der Zugangsseite des Schrankes offen und von den Isolierwandungen des
Schrankes durch einen Luftmantel isoliert ist. Die Kochkammer ist durch eine am
Boden eingebaute Heizvorrichtung und infolge der Anordnung des Luftmantels auch
von den Seiten und von oben durch Luftzirkulation beheizbar. Durch die isolierende
Schranktür ist die Kochkammer und der Schrank verschließbar. Beim Schließen preßt
die Schranktür eine mit ihr verbundene Dichtungseinlage auf den in Form einer Rippe
ausgebildeten Rand der Kammeröffnung. Durch Verschrauben der Schranktür wird der
Luft- und dampfdichte Abschluß des Schrankes und der Kochkammer nach außen vorgenommen.
Über der Kochkammer ist ein Behälter angeordnet, der für Koch- und Kühlzwecke verwendbar
und dessen offene Oberseite durch einen isolierenden Deckel dicht verschließbar
ist. Für Kochzwecke wird dieser Behälter durch den Luftmantel der Kammer indirekt
beheizt, und für Kühlzwecke wird er z. B. mit Trockeneis gefüllt. Diese Vorrichtung
zum Kochen und Kühlen hat infolge der guten Wärmeführung einen geringen Stromverbrauch
und einen guten Wirkungsgrad bei völliger Schonung des zu behandelnden Koch- bzw.
Kühlgutes. Der praktische Gebrauch dieser Kochvorrichtung über längere Zeit hat
indessen ergeben, daß unter der Einwirkung der Hitze und der Kochdämpfe das Dichtungsmaterial
chemische und physikalische Änderungen erfährt. Der Türverschluß
wird
infolgedessen undicht. Die Kochdämpfe und das Kondenswasser treten durch die undichten
Stellen der Schranktür durch und beeinträchtigen die Sauberkeit des Gerätes innen
und außen. Außerdem ist es nicht möglich, die Vorrichtung zum Turmkochen sowie zum
gleichzeitigen Kühlen mehrerer Gerichte zu benutzen.
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Das Neue der Erfindung besteht darin, daß mehrere durch Isolierwandungen
gebildete Koch-bzw. Kühlkammern, in deren Böden Heizkörper angebracht sind und deren
Oberseiten offen sind, zu einem einheitlichen Koch- bzw. Kühlaggregat so übereinander
angeordnet sind, daß die offene Oberseite der einen Kammer unter dem Boden der darüber
befindlichen Kammer zu liegen kommt. Der Luft- und dampfdichte Verschluß des so
aus den Kammern gebildeten Aggregats wird dadurch hergestellt, daß ein isolierender
Deckel unter einer Schraubspindel beim Schrauben derselben die Kammern aufeinanderpreßt.
Der luft- und dampfdichte Verschluß kann aber auch dadurch hergestellt werden, daß
die Randzonen der einzelnen Kammern mit Innen- bzw. Außengewinde versehen sind und
beim Aufbau zu dem gewünschten Aggregat miteinander verschraubt werden. Der Verschlußdeckel
ist dann nach Art eines Tubenverschlusses ausgebildet. Bei dieser Art des Verschlusses
werden bei nicht zylindrischen Kammern an ihren Seitenwänden Aufsätze mit entsprechendern
Gewindeverschluß aufgebracht. Der Verschluß der Kammern zum Aggregat kann weiter
durch Schrauben vorgenommen werden, die an Flansche angreifen, die am oberen Rand
bzw. am Boden befestigt sind. Die Kammern besitzen an den Stirnrändern von Boden
und Oberseite Nuten und Rippen, die ineinander einpassen und so gestaltet sind,
daß beim Anpressen oder Verschrauben der Kammern ein Einschneiden in das Material
der Kammern nicht eintritt. Nuten und Rippen können hierzu die Form von abgerundeten
Kegelsegmenten haben. Es können aber auch entsprechende Rippenringe vorgesehen sein,
die in die Nuten zweier anstoßender Kammern eingelegt werden. Durch die Rundung
von Nut und Rippe wird auch das Abheben der Kammern voneinander erleichtert. Dieser
Aufbau des Aggregates aus den einzelnen Kammern ermöglicht auch in sehr einfacher
Weise, eine Vergrößerung des Kammerraumes vorzunehmen. Hierzu wird eine Kammer umgestülpt
und auf die darunter befindliche aufgesetzt. Diese Möglichkeit, den Kochraum zu
verdoppeln, falls die Kammern von gleicher Größe sind, ist bei keinem der bekannten
Systeme gegeben.
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Danach besteht das Neue und Wesentliche der Erfindung darin, daß zwei
oder mehrere Koch- bzw. Kühlkammern zu einem einheitlichen Aggregat übereinandergesetzt
sind .und daß die Einzelkammern des Aggregats durch Spindel- oder sonstigen Schraubverschluß
Luft- und dampfdicht zusammengepreßt werden.
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Das Kochaggregat nach der Erfindung sowie seine Einzelkammern besitzen
eine Reihe fabrikatorischer, technischer und hauswirtschaftlicher Vorteile. Fabrikatorisch
ist es vorteilhaft, daß die Einzelkammern nur an den Seitenwandungen stark zu isolieren
sind. An Stelle der bei anderen Systemen erforderlichen Verschlußtüren sind die
Kammern nach oben offen, und es ist demzufolge nur ein Verschlußdeckel für das zusammengesetzte
Aggregat erforderlich. Die Heizvorrichtung ist in einem doppelten Boden eingebaut.
Die Herstellung von Nut und Rippe ist einfach und macht die Einlage von Dichtungsmaterial
nicht erforderlich. Ebenso sind der Spindelverschluß oder die Schraub-bzw. Flanschverschlüsse
einfach und billig herzustellen.
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Wärmetechnisch ist es vorteilhaft, daß in jede Kochkammer nur eine
Heizvorrichtung einzubauen ist und zwei oder mehrere solcher Kammern übereinanderliegen,
so daß die Bodenbeheizung jeder Kammer gleichzeitig die Deckenhitze für die unten
ihr liegende Kammer liefert. Die Wärmeverteilung in jeder Kammer wird dadurch vollständig
gleichmäßig. Das Koch-, Back- oder Röstgut erhält auf diese Weise bis in sein Innerstes
eine gleichmäßige Wärmezufuhr, was für das Garen und auch für die Koch- bzw. Backzeit
von großem Vorteil ist. Ist die Heizvorrichtung in mehreren Stufen zu schalten oder
auf mehrere Stufen automatisch umschaltbar, so kann jede einzelne Kochkammer .diejenige
Wärme nach Menge und Zeit erhalten, die für das Kochgut und dessen Behandlung erforderlich
ist. Auf diese Weise erhält die Hausfrau einen weiten Spielraum für die Verwendung
der Wärme, so daß sie den Verbrauch auf ein Mindestmaß bei guter wärmetechnischer
Ausnutzung abstellen kann. Auf diese Weise kann jede einzelne Kammer auf das Garkochen,
Vor- oder Nachgaren eingestellt werden. Auch das Kochen in Abwesenheit der Hausfrau
ist möglich, wenn das Aggregat durch Zeit- und Stufenschalter automatisch gesteuert
wird. Dann kann z. B. nur eine Kammer in vollem Betriebe gehalten werden, während
eine andere ihre Abwärme als Nutzwärme erhält. Es besteht auch die Möglichkeit,
entsprechend kleinere Mengen an Kochgut mit geringerem Wärmeaufwand oder Wärmeraum
fertigzustellen. Die Kammern können ihrer Anzahl nach beliebig gewählt werden, so
daß die Hausfrau jederzeit die Möglichkeit hat, eine neue Kammer dazwischenzuschieben,
wenn etwa die Menge an Kochgut dieses erforderlich macht, und auch hier wieder unter
bester Ausnutzung der Wärmequellen.
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Das Aggregat kann auch als ein Zwei- oder Mehrkammerkühlsystem benutzt
werden, wobei für die Kälteführung und Kälteschaltung die gleichen Gesichtspunkte
gelten. Bei dem Gebrauch zweier solcher Aggregate besteht dann die Möglichkeit,
des eine zum Kochen, Braten, Rösten, Räuchern und das andere zum gleichzeitigen
Kühlen zu benutzen. Auch als Zusatzgerät zu einer bereits vorhandenen vollautomatischen
Kühlanlage können einzelne Kammern oder das Aggregat ausgebildet sein. Das gleiche
gilt auch für den Anschluß an Fernheizung.
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In der Zeichnung ist eine Ausführungsform nach der Erfindung dargestellt.
In diesem Ausführungsbeispiel
ist das Aggregat aus drei Kammern
zusammengesetzt. Der Verschluß ist als Spindelverschluß ausgebildet.
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Das Aggregat besteht aus drei zur Aufnahme des Kochgutes dienenden,
ühereinandergesetzten Kammern i. 2 und 3. jede Kammer hat eine offene Oberseite
und einen Doppelboden 8, in dem eine Heizspirale io eingebaut ist. Diese kann stufenweise
unterteilt sein, so daß die Stufen einzeln oder zusammen eingeschaltet werden können.
Kondenswasser tritt bei dieser Anordnung nach außen nicht in Erscheinung, denn der
an den Wandungen herabrieselnde Niederschlag wird auf dem Boden aufgefangen und
verdampft sofort wieder. Die Kammern bestehen aus gut wärmeleitendem Metall, z.
13. .Aluminium, und sind nach außen an ihren Wänden und am Boden der untersten Kammer
i gut isoliert. Die :Metallböden gestatten eine gleichmäßige Verteilung der von
den Heizspiralen erzeugten Bodenhitze, und die unisolierten Doppelböden der Kammern
2 und 3 bewirken eine gleichmäßige Abstrahlung der Wärme nach oben und unten. Auf
den Verschlußdeckel 4 der obersten Kammer 3 drückt die Schraubspindel 5, die in
einem Bügel i i geführt ist, der mit seinen Enden in die Glieder der Kette 6 eingreift,
die ihrerseits an einer Bodenschiene 9 befestigt ist. Auf diese Weise ist
der Bügel i i entsprechend der Anzahl der Kammern versetzbar. Die Kette 6 könnte
auch durch eine gelochte Schiene ersetzt werden. Durch Anziehen der Schraubspindel
5 werden der Bügel i i gespannt, die Kette 6 angezogen und die Kammern i, 2, 3 gleichzeitig
Luft- und dampfdicht nach außen abgeschlossen, wobei am Bodenrand bzw. am Deckel
4 vorgesehene Rippen 7 in entsprechende Nuten am oberen Stirnrand der jeweils darunterliegenden
Kammer eingreifen.
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Bei Verwendung des Aggregats zum Kühlen von Lebensmitteln o. dgl.
wird in eine der Kammern, z. B. die Kammer 2, das Kühlmittel, wie Wasser-oder Trockeneis,
eingefüllt. Die Kälte teilt sich den dicht abgeschlossenen Kammern i und 3 mit und
bewirkt in diesen eine Abkühlung des Gutes durch Kältestrahlung. Auf diese Weise
kommt das zu kühlende Gut mit feuchter Kühlluft nicht in Berührung. Die Kammerbehälter
können auch aus feuerfestem Glas oder Keramik bestehen. Auf diese sind dann die
Heizwiderstände aufgelegt, eingebrannt oder eingeschmolzen.