-
Gemeinsamer Antrieb für ein aus Haupt- und Hilfsverschluß bestehendes
Verschlußorgan von Wasserbauanlagen, beispielsweise für ein Schleusentor mit eingebautem
Schütz Bekannt sind Stemmtore für Schleusen mit eingebauten Schützen, die als Segment-,
Kulissen-, Planschütze oder ähnliche Schütze ausgebildet werden. Bekannt ist ferner,
diese Schütze über Hebel, Gestänge usw. in der Weise anzutreiben, daß der Angriffspunkt
der Antriebsstange am Tor gleichzeitig Bewegungsorgan für das eingebaute oder mit
dem Tor in direkter Verbindung stehende Schütz ist, so daß diese gemeinsame Antriebsstange
gleichzeitig das Tor und das Schütz bewegt. Diese Anordnung hat jedoch den Nachteil,
daß die Reihenfolge der Bewegungen lediglich abhängig ist von den Tor- und Schützwiderständen.
Wird auch zum Öffnen der Schützen gegen einen Überstau der Schützwiderstand geringer
sein als der Torwiderstand, so daß das Schütz zuerst geöffnet wird, so wird andererseits
beim Schließen des geöffneten Tores meist das Schütz zuerst geschlossen, da es infolge
seines Eigengewichtes meist dieses Bestreben hat und seine Bewegungswiderstände
geringer als die Torwiderstände sind. Der damit verbundene Nachteil ist, daß die
Torfläche während der Bewegung um den Durchlußquerschnitt vergrößert und damit der
Bewegungswiderstand vergrößert wird.
-
Der Hauptnachteil einer derartigen Anordnung ist jedoch, daß eine
Wellenbeaufschlagung des Tores dieses der Antriebsbewegung voreilen lassen
kann.
Diese Bewegung ist möglich in den Grenzen, die durch die Bewegung des Schützantriebsmittels,
an dem die Antriebsstange angreift, entsprechend dem Schützhub gegeben sind. Das
Tor kann also eine pendelnde Bewegung ausführen.
-
In Fällen, in denen eine derartige Bewegung nicht eintreten, also
die Torbewegung in einer unveränderlichen Abhängigkeit von der Torantriebsbewegung
stehen soll, hat man daher getrennte Antriebe für Tor und Schütz gewählt. Die Anordnung
dieser getrennten Antriebe, bei denen auch die Torbewegung sich nicht auf die Schützstellung
auswirken soll, bedingte Maßnahmen, die den Antrieb kompliziert machen und verteuern.
Als solche Maßnahmen kamen nämlich Rückdrehgetriebe, Einschalten von Planetengetrieben
usw., zur Anwendung.
-
Der vorliegende Erfindungsgegenstand vermeidet nun die Nachteile der
beiden bekannten Ausbildungen, und zwar das Pendeln des Tores einerseits und anderseits
die Notwendigkeit, zusätzliche Einrichtungen vorsehen zu müssen. Hingegen weist
diese Anordnung den Vorteil auf, daß bei langsamer Offnungsgeschwindigkeit des Schützes
und schneller öffnungsgeschwindigkeit des Tores das Schütz jederzeit für sich oder
auch gemeinsam mit dem Tor mit der größten Torgeschwindigkeit geschlossen werden
kann.
-
Der Erfindungsgegenstand kann nun seine Anwendung bei Stemmtoren und
auch anderen Toren, wie z. B. Schiebetoren oder auch bei Wehren und Schützen, die
z. B. aus Wehrkörper und Aufsatz bestehen können, finden. Zur näheren Erläuterung
der Erfindung wird nachstehend ein Stemmtor mit eingebautem Segmentschütz beschrieben,
bei dem das Schütz mittels Hubstangen bewegt wird. Bei diesem Ausführungsbeispiel
für den Erfindungsgegenstand ist als Antriebsmittel sowohl für den Hauptverschluß
(das Stemmtor) als auch für den Hilfsverschluß (das Schütz) ein Kurbelantrieb gewählt,
aber auch mit andern Antriebsmitteln kann der. Erfindungsgedanke durch entsprechende
Anordnung der Teile verwirklicht werden.
-
Die Zeichnung zeigt in Abb.I einen Schnitt durch das geschlossene
Tor bei geöffnetem Schütz nach erfolgter Verriegelung, in Abb. I1 die Draufsicht
auf das geschlossene Tor mit geschlossenem Schütz, in Abb.III die Draufsicht auf
das geöffnete Tor mit geöffnetem Schütz.
-
Die grundsätzliche Ausbildung und Arbeitsweise ist nun folgende: In
dem Tor i ist ein Schütz gelagert, dessen Bewegung durch eine senkrechte Antriebsstange
2 erfolgt. Diese Antriebsstange greift beispielsweise an dem als Kurbel 3 ausgebildeten
Ende einer waagerechtem Antriebswelle 4 an, die dem Kurbelausschlag entsprechend
über eine Kegelradübersetzung 5 . von dem Antriebshebel 6 bewegt wird. An diesem
Hebel 6 greift die Antriebsstange 7 an, die somit den Hebel 6 mit dem angetriebenen
Triebstocksegment 8 verbindet. Das Triebstocksegment 8 wird durch ein Ritzel 9 angetrieben.
An dem Tor i liegt der Angriffspunkt io so, daß bei geöffnetem Schütz und noch geschlossenem
Tor die Mitten der Angriffspunkte der Antriebsstangen 7 und i i an dem Antriebshebel
6 bzw. dem Angriffspunkt io am Tor fluchtend übereinanderliegen. Die Torantriebsstange
i i, von der gleichen Länge wie die Schützantriebsstange 7, greift an einer Schwinge
12 an. Diese Schwinge 12 hat eine gemeinsame Drehachse 13 mit dem Triebstocksegment
B. Die Angriffspunkte der Antriebsstangen 7 und i i an dem "1'riebstocksegment 8
bzw. der Schwinge 12 liegen auf dem gleichen Radius um die gemeinsame Drehachse
13. Bei geschlossenem Tor und geschlossenem Schütz liegen die vorstehend genannten
Teile in der in Abb. 1I dargestellten Lage. Dabei ist der Angriffspunkt der Antriebsstange
i i an der Schwinge 12 über die Totlage hinausgefahren, wobei die Schwinge sich
gegen den Anschlag 14 legt, so daß die in der Antriebsstange i i liegende Feder
15 infolge des an der Schwinge ausgeübten Moments um die Drehachse 13 die Schwinge
12 stets an den Anschlag 14 drückt. Zum öffnen des Schützes drückt die Antriebsstange
7 den Antriebshebel 6 so weit herum, bis die Mitte des Angriffspunktes zwischen
6 und 7 über dem Angriffspunkt io der Torantriebsstange i i liegt. Dann liegt auch
der Angriffspunkt von 7 an 8 über dem Angriffspunkt von i i an 12. Ein Mitnehmeranschlag
16 am Triebstocksegment 8 legt sich gegen die Schwinge 12. Im Fundament unter der
Schwinge 12 liegt eine Auflaufschiene 17. Die Schwinge 12 trägt einen Riegel 18,
der senkrecht oder horizontal, je nach Anordnung der Auflaufschiene 17 angeordnet
ist. In entsprechender Anordnung trägt das Triebstocksegment 8 eine Falle i9 zur
Aufnahme des Riegels 18. Wird nun nach Anlage des Anschlages 16 an der Schwinge
12 das Triebstocksegment weitergedreht, so wird die Schwinge mitgenommen, wobei
sie unter Zusammendrückung der Federn 15 in den Antriebsstangen 7 und i i erst in
die Totlage kommt. Auf diesem Weg, auf dem immer noch die Federn 15 das Segment
gegen den Anschlag 16 pressen, wird der Riegel 18 durch die Auflauffläche 17 in
die Falle i9 eingeführt, wobei die Feder 2o zusammengedrückt wird. Ist die Totlage
erreicht, so ist auch die Verriegelung zwischen der Schwinge 12 und dem Triebstocksegment
8 beendet. Der Riegel kann in geeigneter Weise durch einen Schnapphebel in seiner
Lage gehalten werden oder auch durch Weiterführen der Auflaufschiene. Statt der
Auflaufschiene besteht auch die Möglichkeit, eine zwangsläufige Nutenführung anzuordnen.
Tor und Schütz laufen gemeinsam bis in die Endstellung. Auch die Schließbewegung
bis zur Totlage wird in verriegeltem Zustand gemeinsam ausgeführt. Bei Überfahren
der Totlage wird durch die fallende Auflauffläche dem Riegel die Möglichkeit zum
Austreten aus der Falle gegeben. Der Schnapphebel wird durch einen Auslöser gelöst,
die Feder 20 drückt den Riegel 18 aus der Falle i9 heraus, bzw. wird bei zwangsläufiger
Riegelführung der Riegel herausgezogen. Bei Beendigung dieses Vorganges ist die
Schwinge 12 zur Anlage an den Anschlag 14 gekommen. Die
Federn 15
an der Antriebsstange t t legen die Schwinge fest. Die weitere Bewegung des Triebstocksegments
8 hat ein Schwingen des Antriebshebels 6 und damit Schließen des Schützes zur Folge.
Der Anfang dieser Bewegung kann zusätzlich zum Verriegeln der Schwinge 12 im Fundament
mittels des Riegels 18 benutzt werden.