DE822842C - Verfahren zur Herstellung von organischen Fluorverbindungen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von organischen Fluorverbindungen

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DE822842C
DE822842C DEP453A DEP0000453A DE822842C DE 822842 C DE822842 C DE 822842C DE P453 A DEP453 A DE P453A DE P0000453 A DEP0000453 A DE P0000453A DE 822842 C DE822842 C DE 822842C
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carbon tetrachloride
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DEP453A
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Robert Le Grice Burnett
Harry Rowland Leech
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Imperial Chemical Industries Ltd
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Imperial Chemical Industries Ltd
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07BGENERAL METHODS OF ORGANIC CHEMISTRY; APPARATUS THEREFOR
    • C07B39/00Halogenation
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C17/00Preparation of halogenated hydrocarbons
    • C07C17/093Preparation of halogenated hydrocarbons by replacement by halogens
    • C07C17/20Preparation of halogenated hydrocarbons by replacement by halogens of halogen atoms by other halogen atoms
    • C07C17/202Preparation of halogenated hydrocarbons by replacement by halogens of halogen atoms by other halogen atoms two or more compounds being involved in the reaction
    • C07C17/204Preparation of halogenated hydrocarbons by replacement by halogens of halogen atoms by other halogen atoms two or more compounds being involved in the reaction the other compound being a halogen

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Description

  • Verfahren zur Herstellung von organischen Fluorverbindungen Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung organischer Fluorverbindungen, wobei insbesondere Chlortrifluorid als Fluorierungsmittel Verwendung findet.
  • Es sind eine Anzahl Verfahren bekannt, durch die organische Fluorverbindungen erhalten werden können, so kann beispielsweise ein Kohlenwasserstoff oder ein Halogenkohlenwasserstoff mit elementarem Fluor oder einem Fluorierungsmittel, beispielsweise Kobalttrifluorid oder Silberdifluorid, umgesetzt werden. Ein Kohlenwasserstoff kann auch zuerst chloriert, dann mit Fluorwasserstoff in Gegenwart von Antimonchlorid oder Antimonfluorchloriden umgesetzt werden, wodurch mindestens ein Teil des Chlors durch Fluor ersetzt wird. Da der Fluorgehalt solcher Fluorierungsmittel, wie Kobalttrifluorid und Silberfluorid, verhältnismäßig gering ist, ist es notwendig, bei der Fluorierung große Mengen dieser Verbindungen anzuwenden. Beim Arbeiten mit organischen Verbindungen niedriger Flüchtigkeit und mit hohem Molekulargewicht ist es nicht leicht, diese Fluorverbindungen zu verflüchtigen, und selbst wenn eine Verflüchtigung stattfindet, geht diese gewöhnlich mit einer Zersetzung Hand in Hand. Es ist daher äußerst schwierig, eine Fluorierung dieser organischen Verbindungen durchzuführen, indem deren Dämpfe über Fluorierungsmittel, beispielsweise Kobalttrifluorid, geleitet werden. Wenn Fluorierungen in flüssiger Phase durchgeführt werden, treten erhebliche Zersetzungsverluste auf und die zur Verwendung gelangenden Kobalt- und Silbersalze sind verhältnismäßig kostspielig und schwer zugänglich. Es ist daher notwendig, die Fluorierungsmittel zu regenerieren, wodurch aber das Verfahren noch umständlicher wird und weitere Verluste an diesen Verbindungen eintreten können. Wenn man andererseits eine Fluorierung von organischen Verbindungen mit geringer Flüchtigkeit unter Verwendung von elementarem Fluor in flüssiger Phase durchführt, sind die Reaktionsgemische so viskos, daß sie nur schwer oder überhaupt nicht mit dem Fluor reagieren. Arbeitet man in einem Lösungsmittel als Verdünnungsmittel, ist es schwierig, ein Lösungsmittel zu finden, welches unter den obwaltenden Reaktionsbedingungen gegenüber Fluor inert ist. Chlortrifluorid wurde an sich schon hergestellt, ist jedoch nicht als Fluorierungsmittel angewandt worden, da es mit organischen Verbindungen und auch einer großen Anzahl anorganischer Verbindungen so heftig reagiert, daß durch die dabei entstehende Wärme das Material entflammt (vgl. Chemical and Metallurgical Engineering, Bd. 52, 1945, Seite 184 bis 186, Chemical and Engineering News, Bd.23, 1945, Seite 1(S84 und 1886).
  • Es wurde nun gefunden, daß eine beträchtliche Zahl fluorhaltiger organischer Verbindungen gefahrlos und sehr zweckmäßig hergestellt werden kann, wenn Chlortrifluorid als Halogenierungsmittel angewandt wird.
  • Gemäß der Erfindung wird also ein Verfahren zur Herstellung von organischen Fluorverbindungen vorgeschlagen, welches darin besteht, daß eine wasserstoffhaltige organische Verbindung mit Chlortrifluorid in Gegenwart eines Lösungsmittels umgesetzt wird, welches im wesentlichen gegenüber den Ausgangsstoffen und den Reaktionsprodukten unter den angewandten Reaktionsbedingungen inert ist.
  • Das gemäß der Erfindung angewandte Chlortrifluorid ist eine Flüssigkeit mit einem Siedepunkt von 11,3°. Es ist bekannt, daß diese Verbindung in der Weise hergestellt werden kann, daß überschüssiges Fluor mit Chlor gemischt, dieses Gemisch durch ein auf 28o° erwärmtes Rohr geleitet und das entstehende Chlortrifluorid in einem bei erhöhter Temperatur gehaltenen Gefäß kondensiert wird. Wenn Feuchtigkeit zugegen ist, oder wenn das Fluor Fluorwassersto$ als Verunreinigung enthält, entsteht Fluortrichlorid mit einem geringen Gehalt an Fluorwasserstoff. Dieser kann dadurch entfernt werden, daß der Chlortrifluoriddampf durch ein, wasserfreies Natrium- oder Kaliumfluorid enthaltendes, Rohr geführt wird. Chlortrifluorid kann unter Feuchtigkeits- und HF-Ausschluß in geschlossenen Glasgefäßen aber auch in trockenen Eisen-, Nickel- oder Kupfergefäßen aufbewahrt werden. Für das erfindungsgemäße Verfahren kann das Chlortrifluorid gewünschtenfalls in Mischung mit einem geeigneten Lösungsmittel, beispielsweise Tetrachlorkohlenstoff, Anwendung finden, und es läßt sich in dieser Form bequem handhaben. Chlortrifluorid und seine Lösung lassen sich also aus leicht zugänglichen Stoffen durch einfache Verfahren herstellen.
  • Für die Zwecke der Erfindung kann eine größere Anzahl von Lösungsmitteln Anwendung finden, welche geeignet sind, Chlortrifluorid und die organische Verbindung zu lösen, ohne dabei wesentlich von den Ausgangs- und den Reaktionsprodukten angegriffen zu werden. Die Wahl eines bestimmten Lösungsmittels hängt auch von den angewandten Reaktionsbedingungen ab. Wenn die Reaktion bei normaler Temperatur durchgeführt wird, arbeitet man zweckmäßig mit einem Lösungsmittel von einem niedrigen Schmelzpunkt, das die gewünschten Eigenschaften besitzt. Typische Vertreter von Lösungsmitteln, die angewandt werden, wenn die Reaktion bei Zimmertemperatur oder darüber durchgeführt wird, sind: Tetrachlorkohlenstoff, Perfliiormetlivlcyclohetan (C; F") und die Endprodukte der durchzuführenden Reaktion.
  • Es wurde nun überraschenderweise befunden, daß gesättigte Lösungen von Chlortrifluorid in Tetrachlorkohlenstoff von Zimmertemperatur bis zum Sieden erwärmt werden können, ohne claß eine wesentliche Reaktion stattfindet. Wenn andererseits mit Tetrachlorkohlenstoff in Gegenwart von anderen Lösungsmitteln gearbeitet wird, beispielsw"@ise mit Perfluormethylcyclohexan, erfolgt die Reaktion zwischen Chlortrifluorid und der organischen Verbindung glatter und läßt sich leichter kontrollieren. Tetrachlorkohlenstoff stellt deshalb ein besonders brauchbares Lösungsmittel für Chlortrifliiorid dar.
  • Es wurde weiterhin gefunden, <laß bei Verwendung einer Lösung von Chlortrifluorid, zweckmäßig in Tetrachlorkohlenstoff, kein Abbau der Reaktionsprodukte stattfindet, so daß keine Ausbeuteminderung oder sogar Verkohlung eintreten kann. Wenn jedoch Fluorierungen in flüssiger Phase durchgeführt werden unter Anwendung von beispielsweise elementarem Fluor, kann eine Kondensation zu hi5hermolekularen Produkten neben direkter Fluorierung stattfinden. Das den Gegenstand der Erfindung bildende Verfahren ist besonders vorteilhaft, weil nur geringfügige oder keine Kondensation stattfindet.
  • Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren kann eine große Zahl organischer Verbindungen fluoriert werden. Zum Beispiel verschiedene Öle, wie gereinigtes Lack-oder Testbenzin und Paraffinöl, grad- und verzweigtkettige aliphatische Kohlenwasserstoffe, wie n-Heptan und Trimethylpentan, aromatische Kohlenwasserstoffe, wie Naphthalin und Decahydronaphthalin, chlorierte Naphthalinprodukte und Chlorkautschuk mit verschiedenem Chlorgehalt. Die aus den drei letztgenannten Verbindungen erhältlichen Fluorierungsprodukte können gebleicht und dadurch wasserbeständiger gemacht werden. Wenn ein beträchtlicher Teil der Wasserstoffatome in der organischen Verbindung substituiert ist, nimmt die Heftigkeit der Fluorierungsreaktion stark ab und es können dann konzentrierte Lösungen oder sogar Chlortrifluorid allein angewandt werden, um völlige Fluorierung zu erzielen.
  • Zur Durchführung des erfindungsgemäßen fahrens können verschiedene Arbeitsweisen und Apparaturformen Anwendung finden. Das Reaktionsgefäß besteht zweckmäßig aus einem Material, wie beispielsweise kristallisiertem Aluminiumoxvd, oder einem Metall, wie Nickel, die beide widei-standsf;ihig gegenüber dem Angriff der Riahtioms- und der Ausgangsprodukte sind.
  • Das Chlortriffluorid kann in Dampfform angewandt und in eine Lösung der zu fluorierenden organischen Verbindung eingeleitet werden. Hierin wird auch das Chlortrifluorid gelöst, und die Reaktion findet in der flüssigen Phase statt. Der Chlortrifluoriddampf kann auch mit einem inerten Gas, beispielsweise Stickstoff, verdünnt und in dieser Form in die Lösung der organischen Verbindung eingeleitet werden. Das Chl()rtrifluorid kann aber auch in einem geeigneten Lösingsmittel gelöst und die Lösung, welche bis zu io Gewichtsprozent Clilrn-trifluorid enthält, mit der organischen Verbindung oder deren Lösung in Berührung gebracht werden.
  • Ein wirkungsvolles und zweckmäßiges Verfahren besteht darin, daß eine Lösung von Chlortrifluorid in einem geeigneten Lösungsmittel und eine Lösing der zti fluorierenden organischen Verbindung oder die ungelöste organische Verbindung getrennt voneinander in einem Voliirnen des Lösungsmittels in ein Reaktionsgefäß eingebracht werden, welches mit geeigneten Rührvorricht>ingen und Mitteln zur Temperaturregelung versehen ist. Ein anderes geeignetes Verfahren besteht darin, daß Chlortrifluoriddampf verwendet und entweder die organische Verbindung oder deren Lösung getrennt in den, das Lösungsmittel enthaltenden Reaktionskessel eingeführt werden.
  • Die Zeichnung erläutert eine beispielsweise Ausführungsform einer Apparatur zur Durchführung der Reaktion. Das Lösungsmittel befindet sich in einem Reaktionsgefäß i aus Nickel, das durch Zwischenwände aus Nickelplatten 2, 3 und 4 in einzelne Abteilungen geteilt ist. Die Platten 3 und 4 sind an ihren oberen Enden durchlöchert. Durch Einlaßrohre 5 und 6 wird Chlortrifluoriddampf oder eine Lösung von Chlortrifluorid und die ungelöste organische Verbindung oder deren Lösung in den Reaktionskessel i eingebracht. Der Kessel i ist mit zwei Rührvorrichtungen 7 und 8 versehen, die derart ausgebildet sind, daß der im Kessel befindlichen Flüssigkeit eine Bewegung nach unten erteilt wird. Hierdurch wird erreicht, daß die Flüssigkeit aus den äußeren Abteilungen 9 und io in die inneren Abteilungen ii und 12 übergeführt wird und daß sie durch den durchlöcherten oberen Teil der Platten 3 und 4 wieder in die äußeren Abteilungen 9 und io gelangt. Die Reaktionsprodukte können gewünschtenfalls kontinuierlich durch eine Rohrleitung i3abgezogenwerden. DerReaktionskessel ist von einem Kühlmantel 14 umgeben, der ein Einlaßrolir 15 und ein Auslaßrohr 16 für den Umlauf eines geeigneten Kühlmittels, beispielsweise Wasser, enthält. Wenn mit der beschriebenen Apparatur gearbeitet wird, wird Chlortrifluoriddampf und eine Lösung der organischen Verbindung in Tetrachlorkohlenstoff durch die Rohre 5 und 6 in den Reaktionskessel i eingeführt, der bereits eine gewisse Menge Tetrachlorkohlenstofi enthält. Die Temperatur des Kesselinhalts steigt durch die frei werdende Reaktionswärme. Eine örtliche Anreicherung von Chlortrifluorid in der Abteilung 9 oder der organischen Verbindung in der Abteilung io wird dadurch vermieden, daß der Reaktionsflüssigkeit durch die Rührer 7 und 8 die bereits oben beschriebene Bewegung erteilt wird. Da die Reaktionsprodukte ständig durch die Rohrleitung 8 abgezogen werden können, ist eine kontinuierliche Arbeitsweise möglich.
  • Die fluorierten Verbindungen können aus der Reaktionsmischung in beliebiger Weise je nach der Natur der erhaltenen Verbindungen gewonnen werden. So kann beispielsweise das mit den Ausgangsstoffen eingeführte Lösungsmittel verdampft oder die fluorierten Verbindungen können durch fraktionierte Destillation der Reaktionsmischung erhalten werden. Das fluorierte Produkt oder die rohe Reaktionsmischung kann dann gewünschtenfalls einem zweiten Reaktionsgefäß zugeleitet und darin einer weiteren Fluorierung unterworfen werden, beispielsweise durch Anwendung von Chlortrifluoriddampf. Eine andere zweckmäßige Form einer Apparatur ist eine an sich ähnlich der auf der Zeichnung dargestellten, die jedoch nicht in drei Abteilungen geteilt ist. In diesem Fall fehlen also die Nickelplatten 2, 3 und 4. Diese Form der Apparatur ist brauchbar, wenn eine nachfolgende Fluorierung in derselben Apparatur durchgeführt werden soll, indem Chlortrifluorid mit oder ohne ein inertes Gas mittels der Rohre 5 und/oder 6 in die rohe Reaktionsmischung eingeleitet wird. Wenn mit dieser Ausführungsform der Apparatur gearbeitet wird, ist es nicht erforderlich, die rohe Reaktionsmischung in ein zweites Reaktionsgefäß überzuführen, bevor die :Mischung einer weiteren Fluorierung unterworfen wird.
  • Die Reaktionstemperatur kann in einem sehr weiten Bereich schwanken und hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie beispielsweise dem jeweilig angewandten Lösungsmittel, der angewandten organischen Verbindung und der für die Durchführung der Reaktion angewandten Arbeitsweise. Es muß jedoch eine derartige Temperatur eingehalten werden, daß keine Zersetzung der Ausgangs- und der Reaktionsprodukte eintritt. Gute Ergebnisse werden erzielt, wenn die Reaktion in Gegenwart von Tetrachlorkohlenstoff als Lösungsmittel bei Temperaturen durchgeführt wird, die in der Nähe des Schmelzpunktes von Tetrachlorkohlenstoff bei etwa -22° bis zu Temperaturen von 50° liegen. Bei den folgenden Behandlungen des rohen Reaktionsproduktes mit Chlortrifluoriddampf zu völliger Fluorierung werden Temperaturen bis zu 16o° angewandt.
  • Die gemäß der Erfindung hergestellten Produkte enthalten gewöhnlich neben Fluor auch Chlor. Es können also durch das den Gegenstand der Erfindung bildende Verfahren wertvolle flüssige Produkte, welche sowohl Chlor als auch Fluor enthalten und große chemische Beständigkeit besitzen, hergestellt werden. Diese Produkte können auch Schmiereigenschaften besitzen und sind besonders korrosionsfest. Das den Gegenstand der Erfindung bildende Verfahren ist weiterhin besonders zweckmäßig in seiner Anwendung auf organische Verbindungen von geringer Flüchtigkeit und hohem Molekulargewicht, da nämlich bei den bisher bekannten Verfahren, bei denen mit den üblichen Fluorierungsmitteln gearbeitet wird, Schwierigkeiten bei der Fluorierung derartiger Verbindungen in der flüssigen oder Dampfphase auftreten. In den folgenden Beispielen wird die Erfindung erläutert. Die angegebenen Teile und Prozente sind Gewichtsteile bzw. Gewichtsprozent.
  • Beispiel i Chlortrifluofid wird verdampft und in eine 3°/.ige Lösung von Kreppgummi in Tetrachlorkohlenstoff i'2 Stunde eingeleitet. Die Reaktion schreitet langsam voran, und es entsteht ein leicht gefärbter brüchiger fester Stoff, welcher 3.I,60;!. Chlor lind 16,8°!o Fluor enthält.
  • Beispiel 2 Chlortrifluorid wird verdampft und in eine io°/.ige Lösung eines chlorierten Paraffins mit ungefähr 420/. Chlorgehalt in Tetrachlorkohlenstoff etwa io Minuten eingeleitet. Das Lösungsmittel wird abgedampft, der Rückstand welcher 46,60,!. Chlor und 1,7°;-. Fluor enthält, erneut in Tetrachlorkohlenstoff gelöst, und Chlortrifluoriddampf wird nochmals i Stunde in die Lösung eingeleitet. Der Tetrachlorkohlenstoff wird wieder abgedampft, wobei ein gummiartiger Rückstand mit 32,40/. Chlor und io,i°,/. Fluor zurückbleibt. Beispiel 3 Chlortrifluoriddampf wird in eine io°/.ige Lösung von Paraffinöl in Tetrachlorkohlenstoff etwa 15 Minuten eingeleitet. Das Lösungsmittel wird abgedampft und man erhält ein flüssiges Produkt mit 11,6°,. Chlor und 6,30;'. Fluor.
  • Beispiel 4 Eine Lösung von chloriertem =Naphthalin mit 5o0/. Chlorgehalt (etwa der Zusammensetzung: C"H" 5C13, 5) in trockenem Tetrachlorkohlenstoff wird in ein Nickelgefäß eingebracht, das mit geeigneten Rühr- und Kühlvorrichtungen versehen ist. In diese Lösung wird Chlortrifluoriddampf, der mit trockenem Stickstoff verdünnt ist, eingeleitet. Die Reaktion verläuft ruhig und zeigt keine Neigung zur Heftigkeit, Explosionen oder Verkohlen. In den ersten Stufen der Reaktion ist zur Ableitung der Reaktionswärme eine gewisse Kühlung des Gefäßes erforderlich, jedoch hält sich nachdem etwa i Teil Chlortrifluorid zu i Teil des Ausgangsmaterials zugefügt wurde, die Temperatur auf etwa 20'.
  • In bestimmten Abständen werden aus der Reaktionsmischung Proben entnommen, vom Lösungsmittel befreit und auf ihre Chlor- und Fluorgehalte analysiert. Die Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle niedergelegt.
    Gewichts- Gesamt-
    Gewichts- teile
    teile CIF.; Ungefähre teile Cl F.; Analyse
    . Stickstoff Tempe- pro Teil
    pro
    Stunde pro ratur der Ver- % F I % Cl
    Stunde bindung
    12 1,9 20° O,96 21,2 .16,0
    9 0,95 20° 1:,63 25,6 41,0
    10 0.95 20° 2,30 27,6. 44,2
    Die Proben, welche während der Fluorierung entnommen wurden, zeigten, wenn sie vom Lösungsmittel befreit waren, mit steigendem Fluorgehalt eine Vertiefung der Färbung, eine geringere Viskosität und ein Ansteigen der Wärmebeständigkeit. Wenn das Produkt einige Stunden am Rückflußkiibler behandelt wurde, blieb es immer noch flüssig, und es fand keine wesentliche Verharzung oder Verkohlung statt. Das 270,!. Fluor und 44,2°,..'o Chlor enthaltende Produkt ist ein farbloses Öl mit einem Brechungsindex no = 1,6884 und einem Siedepunkt von 280°; 76o mm.
  • Ein Vorlauf aus 197 Teilen eines chlorierten Naphthalins der gleichen Zusammensetzung wie oben wird in Tetrachlorkohlenstoff gelöst und mit 245 Teilen Chlortrifluorid in einem Reaktionsgefäß, ähnlich dem oben beschriebenen, behandelt. Es entstehen 345 Teile eines farblosen beweglichen Öls von ausgezeichneter Wärmebeständigkeit, das .16,5°/. Chlor und 27,9°_'. Fluor enthält.
  • Beispiel 5 Eine Lösung von Chlorkautschuk (Chlorgehalt etwa 630/.) in Tetrachlorkohlenstoff wird mit Chlortrifluorid bei Zimmertemperatur in dem gleichen Reaktionsgefäß wie es im Beispiel 4 Anwendung fand, behandelt. Die Reaktion ist nach 2 bis 3 Stunden beendet und das Lösungsmittel wird dann abgedampft. Es entsteht ein weißes festes Produkt mit einem Chlorgehalt von 6:I,3°;'. und einem Fluorgehalt von 3,30/., das gute Wärmebeständigkeit und eine hellere Farbe besitzt.
  • Vergleichsweise wurden die behandelten und unbehandelten Stoffe Prüfungen auf Wärmebeständigkeit, Farbe und Lichtdurchlässigkeit unterworfen. Die beiden letzteren Untersuchungen wurden in einer Toluollösung durchgeführt, wobei diese Lösung 4Teile des betreffenden Materials auf io Teile Toliiol enthielt.
  • Die Ergebnisse sind in den folgenden Tabellen niedergelegt. Die für das behandelte Material angegebenen Werte sind Mittelwerte von Doppelproben.
    Säureentwicklung nach 5o Stunden bei 130='
    (ausgedrückt in ccm n;'ioo-Säure)
    H C1 I H F I Gesamt
    Unbehandeltes 'Material (i3 - 63
    Behandeltes Material ... is.; 3 21,7
    Behandelte:
    Unbehandeltes
    Material Material
    Lichtdurchlässigkeit
    ausgedrückt in °; ö der-
    jenigen von Toluol. . po 35
    Färbung, ausgedrückt
    in Gesamteinheiten. . 0,4 24,1
    Beispiel 6 In ein zylindrisches Nickelgefäß, das mit einer Kühlschlange, einer Kühlvorrichtung und einem Thermometerstutzen versehen ist, wird eine Lösung von 15 g gereinigtem Lack- oder Testbenzin in 245 g Tetrachlorkohlenstoff gegeben. Dieser Lösung wird innerhalb von So Minuten eine Lösung von 2o g Chlortrifluorid in 75 g Tetrachlorkohlenstoff zugefügt, worauf man die Temperatur bis auf 33° am Ende der Reaktion ansteigen läßt. Die Reaktionsmischung wird dann auf ioo ccm eingedampft und eine Lösung von 14 g Chlortrifluorid ähnlicher Konzentration wie oben erneut zugegeben. Der Tetrachlorkohlenstoff wird abgedampft, und man erhält 28 g eines Rückstandes, der möglicherweise noch geringe Mengen Tetrachlorkohlenstoff enthält. Man behandelt ihn anschließend mit Chlortrifluoriddampf und erhält eine ölige Flüssigkeit von einer Dichte von 1,69 und einem Brechungsinder von 1,476.
  • Beispiel 7 In ein Nickelgefäß der auf der Zeichnung dargestellten Art werden 8oo Teile Tetrachlorkohlenstoff gegeben. Innerhalb r Stunde wird durch das Rohr 5 eine So volumprozentige Lösung von gereinigtem Lack- oder Testbenzin (Kp. 15o bis 22o°) in Tetrachlorkohlenstoff eingeleitet, welche 19,2 Teile Lack-oder Testbenzin enthält. Innerhalb des gleichen Zeitraumes werden 35 Teile Chlortrifluorid, gelöst in 176 Teilen Tetrachlorkohlenstoff, durch das Rohr 6 zugegeben. Die zugeführte Chlortrifluoridmenge ist wahrscheinlich mehr als ausreichend, um den Tetrachlorkohlenstoff zu sättigen und infolgedessen wird eine gewisse Menge Chlortrifluoriddampf durch die Reaktionsmasse geleitet. Während der ganzen Reaktion wird eine Temperatur von etwa 46° aufrechterhalten.
  • Nach der Verdampfung des Tetrachlorkohlenstoffs verbleiben 34,1 Teile eines Produktes, das 380/0 Kohlenstoff, 2o0/0 Fluor und 370/0 Chlor enthält.
  • Beispiel 8 In ein Nickelgefäß, wie es bei der Durchführung des Beispiels 7 Anwendung findet, werden 8oo Teile Tetrachlorkohlenstoff gegeben. Innerhalb 6 Stunden wird eine 5o volumprozentige Lösung von gereinigtem Lack-oder Testbenzin (Kp. i5o bis 22o°), welche 275 Teile dieses Produktes enthält, durch das Rohr 5 eingeführt, und 737 Teile verdampftes Chlortrifluorid werden durch das Rohr 6 eingeleitet. Während der ganzen Reaktion wird eine mittlere Temperatur von 35° eingehalten. Es verdampft eine beträchtliche :Menge Tetrachlorkohlenstoff, und es werden 73o Teile einer viskosen Flüssigkeit erhalten, die noch geringe Mengen Tetrachlorkohlenstoff enthält.
  • Das Produkt der ersten Stufe wird zum Sieden erhitzt, um einen Teil des Tetrachlorkohlenstoffs zu entfernen. Dann wird es in ein mit einem Rührer, einer Heizvorrichtung und einem unterhalb des Rührers endenden Einleitungsrohr versehenes zylindrisches Nickelgefäß eingebracht. Durch das Einleitungsrohr wird Chlortrifluoriddampf zugeführt, wobei die Temperatur langsam auf 12o° steigt.
  • Das Reaktionsprodukt wird mit weiterem Chlortrifluorid bei ioo bis rio° behandelt. Es entsteht so eine klare, gelbe, ölige Flüssigkeit mit folgenden Analysenzahlen: 2o0/0 Kohlenstoff, 29°/a Fluor und 5o0/0 Chlor.
  • Beispiel 9 Unter Anwendung der in Beispiel 7 beschriebenen Apparatur und Arbeitsweise werden 8oo Teile Tetrachlorkohlenstoff in das Nickelgefäß eingegeben. Eine 50 volumprozentige Lösung von Dekahydronaphthalin in Tetrachlorkohlenstoff, welche 149 Teile des Kohlenwasserstoffs enthält, wird durch die Rohrleitung 5 zugeführt und innerhalb 4 Stunden 281 Teile Chlortrifluoriddampf durch das Rohr 6 eingeleitet. Während der Reaktion wird eine mittlere Temperatur von 28° eingehalten.
  • Das Produkt wird dann in dem Reaktionsgefäß der zweiten Stufe des Beispiels 8 mit 373 Teilen Chlortrifluoriddampf behandelt, wobei die Temperatur zum Schluß auf 12o° ansteigt. Es entsteht ein "gelbes, viskoses Produkt mit folgenden Analysenzahlen: 23°/0 Kohlenstoff, 31% Fluor und 45°/o Chlor.
  • Beispiel 1o In das gleiche Reaktionsgefäß, wie es im Beispiel 7 verwendet wurde, werden 8oo Teile Tetrachlorkohlenstoff eingegeben. Im Verlauf von 21/2 Stunden werden durch die Rohrleitung 550 Volumprozent einer Lösung von n-Heptan in Tetrachlorkohlenstoff, welche 129 Teile des Kohlenwasserstoffs enthält, zugeführt und durch die Rohrleitung 6269 Teile Chlortrifluoriddampf eingeleitet. Während der Reaktion wird eine mittlere Temperatur von 32° eingehalten.
  • Das Reaktionsprodukt wird dann in das Reaktionsgefäß der zweiten Stufe des Beispiels 8 übergeführt und mit 353 Teilen Chlortrifluoriddampf bei allmählich auf 13o° ansteigender Temperatur behandelt. Die Analyse des, Produktes ergibt 18°/0 Kohlenstoff, 70/0 Fluor und 540;'0 Chlor.
  • Beispiel 1r In das Reaktionsgefäß, das im Beispiel 7 Anwendung fand, werden 8oo Teile Tetrachlorkohlenstoff eingegeben. Im Verlauf von 4 Stunden wird durch das Rohr 5 eine 50 volumprozentige Lösung von Trimethylpentan, welche 149 Teile Kohlenwasserstoff enthält, zugesetzt und durch das Rohr 6313 Teile Chlortrifluoriddampf innerhalb der erwähnten Zeit eingeleitet. Während der Reaktion wird eine mittlere Temperatur von 3o0 eingehalten. Das Produkt wird in das Reaktionsgefäß der zweiten Stufe des Beispiels 8 eingebracht und dort mit 5o8 Teilen Chlortrifluoriddampf bei 12o° behandelt. Das Produkt enthält 190/0 Kohlenstoff, 290/0 Fluor und 520/0 Chlor.
  • Beispiel 12 Mit Stickstoff verdünnter Chlortrifluoriddampf wird in 5oo Volumteile einer Lösung von chloriertem Paraffin (420/0 Chlor), die 2o Gewichtsprozent des chlorierten Kohlenwasserstoffs enthält, eingeleitet. Die Reaktion verläuft anfänglich stark exotherm, und es ist erforderlich, die Temperatur durch Wasserkühlung des Gefäßmantels zu regeln. Proben der Reaktionsmischung werden der Oberfläche der Flüssigkeit in gewissen Zeitabständen entnommen, durch Behandeln bei 7o° im Vakuum vom Lösungsmittel befreit und analysiert. Die Ergebnisse sind in folgender Tabelle niedergelegt.
    Gesamt-
    Gewichts- Gewichts- menge
    teile Mittlere Cl F3 Analysen
    teile Cl F3 Stickstoff Tempera- in Teilen
    pro pro Teil
    Stunde pro tur des Aus- % F . % Cl
    Stunde gangs-
    materials
    i
    9,5 1.87 300 o,8 14,4 48,8
    11,5 1,87 22° 1,6 18,5 45,5
    12,25 1,87 22° 3,7 21,3 43,6
    9.5 1,25 20° 5,35 21,0 42,8
    1i . 1,25 18° 6,4 224 1 42,6
    Die ersten beiden Proben sind ein, bei Zimmertemperatur schwach gelbgefärbtes, gummiartiges Produkt. Die letzten drei Proben sind farblose, bei io° brüchige feste Stoffe und bei ioo° sehr viskose Flüssigkeiten.
  • Um die Bleichwirkung von Chlortrifluorid auf gewisse organische Verbindungen, die gemäß der Erfindung hergestellt wurden, zu zeigen, wurde folgender Versuch durchgeführt: Eine dunkelbraune Probe eines chlorierten Paraffins mit 70°/o Chlorgehalt wird in Tetrachlorkohlenstoff gelöst und mit 2 Gewichtsprozent mit Stickstoff verdünntem Chlortrifluoriddampf behandelt und das Lösungsmittel im Vakuum abdestilliert, wobei man ein schwach gelbgefärbtes Öl erhält.

Claims (3)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Herstellung von organischen Fluorverbindungen, dadurch gekennzeichnet, daß eine, Wasserstoff und bzw. oder Halogen enthaltende, organische Verbindung mit Chlortrifluorid in Gegenwart eines inerten Lösungsmittels umgesetzt wird, und zwar bei einer Temperatur, die zwischen dem Gefrierpunkt des inerten Lösungsmittels, jedoch unterhalb derjenigen liegt, bei der eine Zersetzung der Reaktionsteilnehmer und der Endprodukte eintritt.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß eine Lösung von Chlortrifluorid in einem Lösungsmittel und eine organische Verbindung bzw. deren Lösung getrennt in das Reaktionsgefäß gegeben werden, welches bereits eine gewisse Menge des Lösungsmittels enthält, oder daß Chlortrifluoriddampf, z. B. verdünnt mit Stickstoff, in die organische Verbindung oder deren Lösung eingeleitet wird, worauf man die Fluorierungsprodukte isoliert.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die rohe Reaktionsmischung oder die isolierten Fluorierungsprodukte einer weiteren völligen Fluorierung, vorzugsweise mit Chlortrifluoriddampf, unterworfen werden.
DEP453A 1947-11-17 1948-11-12 Verfahren zur Herstellung von organischen Fluorverbindungen Expired DE822842C (de)

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