DE828537C - Verfahren zur Behandlung von Wolle mit Loesungen, welche Chlor, unterchlorige Saeureoder deren Salze enthalten - Google Patents

Verfahren zur Behandlung von Wolle mit Loesungen, welche Chlor, unterchlorige Saeureoder deren Salze enthalten

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DE828537C
DE828537C DEC660A DEC0000660A DE828537C DE 828537 C DE828537 C DE 828537C DE C660 A DEC660 A DE C660A DE C0000660 A DEC0000660 A DE C0000660A DE 828537 C DE828537 C DE 828537C
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DEC660A
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Dr Georg Sulzer
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Description

Das Chloren der Wolle, d. h. die Behandlung derselben mit Chlor, Lösungen von Chlor oder von unterchloriger Säure oder deren Salzen wurde schon wiederholt empfohlen, um sie schrumpf- und filzfest zu machen. Dabei wirkt die rasche Reaktionsfähigkeit des Chlors auf die Wolle störend, indem sie leicht örtliche Unregelmäßigkeiten der Chloreinwirkung zur Folge hat.
Es wurden bereits Vorschläge gemacht, diesen Übelstand zu beheben. In der britischen Patentschrift 482 656 wurde vorgeschlagen, die Einwirkung von Chlor oder Hypochloriten auf Wolle durch Zusatz von Ammoniak oder von Amino- oder Iminogruppen enthaltenden Verbindungen, vorzugsweise Eiweißabbauprodukten, zu verzögern. Ferner wurde in der britischen Patentschrift 550541 empfohlen, vorgängig der Chlorierung der Wolle sie durch das Aufbringen eines Melamin-Formaldehyd-Kondensationsproduktes und Härten desselben auf der Wolle vor Schädigung zu schützen.
Es wurde nun gefunden, daß der oben erwähnte Nachteil besser und einfacher behoben werden kann, indem das Chloren in Gegenwart von wasserlöslichen Kondensationsprodukten des Form- as aldehyde mit Melamin vorgenommen wird. Dadurch wird die Reaktion des Chlors mit der Wolle derart verzögert, daß die Entstehung von unter- oder überchlorten .Stellen in weitgehendem Maße verhindert wird. Die nach dem vorliegenden Verfahren behandelte Wolle zeigt bei der Wäsche die gewünschte Schrumpf- und Filzfestigkeit, sowie eine wesentlich bessere Formbeständigkeit als z. B. mit Hypochloritlauge allein behandelte Wolle.
Brauchbar sind die an sich bekannten wasserlöslichen Kondensationsprodukte von Formaldehyd mit Melamin. Besonders geeignet sind die wasserlöslichen Äther, insbesondere Alkyläther, z. B. Methyläther solcher Kondensationsprodukte.
Diese Kondensationsprodukte können direkt oder in Form ihrer wässerigen Lösung dem Behandlungsbad zugesetzt werden.
Die nachfolgenden Beispiele sollen die Erfindung näher erläutern. Die angeführten Teile sind Gewichtsteile, die Angaben in Prozenten sind Gewichtsprozente.
Beispiel ι
J5 33 Teile Wollgarn werden nach dem Vornetzen während etwa 30 Minuten bei etwa i6°, indem gelegentlich leicht umgezogen wird, in einem Bad behandelt, das 1000 Teile Wasser, 2 Teile eines methylierten Melamin - Formaldehyd - Kondensa -
ao tionsproduktes, 0,8 Teile 3o°/oiger wässeriger Salzsäure, 0,6 Teile 99°/oiger Schwefelsäure und 0,8 Teile aktives Chlor in Form von Hypochloritlauge enthält. Hierauf wird das Garn gespült, in üblicher Weise mit Natriumbisulfit entchlort, gespült, geschleudert und bei etwa 700 getrocknet. Die so behandelte Wolle weist, verglichen mit Wolle, die mit Hypochloritlauge allein behandelt worden ist, zwar gleiche Filzfestigkeit, aber volleren Griff und eine auffallend verbesserte Form- beständigkeit bei der Wäsche auf.
Das in obigem Beispiel verwendete methylierte Melamin-Formaldehyd-Kondensationsprodukt kann wie folgt erhalten werden: 40,3 Teile Melamin werden in bekannter Weise alkalisch mit 192 Teilen 37%igem wässerigem Formaldehyd in der Wärme kondensiert und das gebildete Kondensationsprodukt nach Zugabe von 157 Teilen Methanol und konzentrierter Salzsäure veräthert. Nach dem Neutralisieren mit Natronlauge werden die flüch tigen Bestandteile so weit abdestilliert, daß die Mischung einen Trockengehalt von 72 bis 75 % aufweist.
Beispiel 2
Man behandelt Wollgarn in gleicher Weise wie in Beispiel i, aber in einem Bad, das 1000 Teile Wasser, 8 Teile des gleichen methylierten Melamin-Formaldehyd-Kondensationsproduktes wie in Beispiel i, 3,2 Teile 3o%iger wässeriger Salzsäure, 1,2 Teile 99%iger Schwefelsäure und i,6 Teile aktives Chlor in Form von Hypochloritlauge enthält. Das Garn weist die ähnlichen Eigenschaften auf wie das nach Beispiel ι behandelte.
Ähnlich verfährt man mit nicht verätherten Melamin - Formaldehyd - Kondensationsprodukten, ζ. B. mit einem an sich nur beschränkt wasserlöslichen aber in Gegenwart von Säure unbeschränkt wasserlöslichen Kondensationsprodukt aus ι Mol Melamin mit etwa 3 Molen Formaldehyd.
Beispiel 3

Claims (2)

PATENTANSPRÜCHE:
1. Verfahren zur Behandlung von Wolle mit Lösungen, welche Chlor, unterchlorige Säure oder deren Salze enthalten, dadurch gekennzeichnet, daß die Behandlung in Gegenwart von wasserlöslichen Melamin-Formaldehyd-Kondensationsprodukten oder deren Alkyläthern durchgeführt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein Methyläther eines Melamin - Formaldehyd - Kondensationsproduktes verwendet wird.
33 Teile Wollgarn werden während etwa 10 Minuten bei etwa i6° in einem Färbeapparat mit umlaufendem Bad behandelt, welches 1000 Teile Wasser, 0,27 Teile des gleichen methylierten Melamin - Formaldehyd - Kondensationsproduktes wie im Beispiel 1, 2 Teile 300/oiger wäßriger Salzsäure und 0,17 Teile des Natriumsalzes der Dibutylnaphthalinsulfonsäure enthält. Hierauf werden dem umlaufenden Bad im ganzen 0,33 Teile aktives Chlor in Form von verdünnter Hypochloritlauge in fünf gleichen Anteilen im Zeitabstand von je etwa 10 Minuten zugesetzt. Nach Zugabe des letzten Anteiles wird die Behandlung des Wollgarnes im umlaufenden Bad noch während etwa einer weiteren Stunde fortgesetzt, worauf das Wollgarn, wie im Beispiel 1 beschrieben, nachbehandelt wird.
DEC660A 1949-04-27 1950-03-17 Verfahren zur Behandlung von Wolle mit Loesungen, welche Chlor, unterchlorige Saeureoder deren Salze enthalten Expired DE828537C (de)

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