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Sicherheitseinrichtung für Zweiradfahrzeuge mit Seitenwagen Die Erfindung
betrifft eine Sicherheitseinrichtung beim Fahren mit Seitenwagen, durch die das
bekannte Hochgehen des Seitenwagens während der Fahrt in der Kurve verhindert wird.
Erfindungs;-gemä l3 wird dies durch eine Bremseinrichtung, vorzugs«°rise hydraulisch,
in zwangsläufiger Verbindung mit der Lenkstange des Motorrades erreicht. Je nach
dem Winkeleinschlag der Lenkstange nach der Seite hin, an welcher der Seitenwagen
in Fahrtrichturig gesehen am Motorrad angeschlossen ist, wird zwangsläufig und automatisch
mehr oder weniger, also stufenweise, die Bremsanlage bekannter Art am Rad des Seitenwagens
betätigt und entsprechend der Seitenwagen abgebremst.
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Ist der Seitenwagen, in Fahrtrichtung gesehen, rechts vom Motorrad
angeschlossen und wird bei dieser Kombination bei mittlerer Geschwindigkeit eine
Rechtskurve gefahren, so bäumt sich der Seitenwagen durch seine kinetische Energie
auf und versucht plötzlich in die Höhe zu gehen. Das Mom,ent des Hochgehens wird
zusätzlich durch die not'; wendige Innenspur des Seitenwagenrades erhöht, da bekanntlich
dasselbe zu den Rädern des Motorrades etwa 2I, 5 cm 'nach innen zeigt bzw.
spuren muB, um das einseitige Ziehen des Seitenwagens während der Fahrt auszuschalten.
Dasselbe würde in der Linkskurve passieren, wenn der Seitenwagen am Motorrad links
montiert ist. Besonders leicht, schon bei kleinen Geschwindigkeiten, ist ein plötzliches
Hochgehen des Seitenwagens in der Kurve zu verzeichnen, wenn derselbe unbelastet,
also ohne Beifahrer, gefahren wird. Die Mehrzahl der Unglücksfälle beim Fahren mit
Seitenwagen ist auf diesen Nachteil bzw. auf diese Ursache zurückzuführen.
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Durch die Erfindung wird dieser Nachteil des Seitenwagenfahrens beseitigt
und die Verkehrssicherheit bedeutend erhöht.
Das Hauptmerkmal der
Erfindung ist darin zu sehen, daß die stufenweise Bremsung des Seitenwagenrades
in Abhängigkeit vom jeweiligen Lenkereinschlag des Motorrades erfolgt und daß die
Abbremsung des Seitenwagens bei Kurvenfahrten vollkommen automatisch ohne jegliche
Gedankenarbeit des Motorradfahrers vor sich geht. Als Ausführungsbeispiel zeigt
die Zeichnung eine hydraulisch betätigte Sicherheitseinrichtung, jedoch kann die
Betätigung auch durch mechanische Mittel erfolgen, ohne daß dadurch das Wesen der
Erfindung geändert wird. Ein weiteres Merkmal der Erfindung ist die einstellbare
Anschlagschraube am Kolben des hydraulischen Kraftgebers für den Betätigungshebel
der Lenkstange. Dadurch wird erreicht, daß das Ansprechen der Bremsanlage des Seitenwa,genrades
in Verbindung mit dem Lenkstangeneinschlag funktionsmäßig verschieden eingestellt
werden kann, so daß jeweilig die zweckbedingt bestmöglichen Verhältnisse erreicht
werden. Bemerkt wird noch, dar der hydraulische Kraftgeber nur einseitig durch den
Lenkereinschlag beaufschlagt bzw. betätigt wird und sich die einseitige Betätigung
danach richtet, auf welcher Seite der Seitenwagen am Motorrad angeschlossen ist.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung in den
Fig. 1 bis 3 dargestellt.
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Fig. 1 zeit den hydraulischen Kraftgeber (Pumpe) im Längsschnitt in
Verbindung mit der Lenkstange des Motorrades; Fig. 2 zeigt den hydraulischen Kraftgeber
(Pumpe) in betätigter Stellung durch den Einschlag der Lenkstange, und Fig.3 zeigt
die komplette Sicherheitseinrichtung mit Motorrad und rechts angeschlossenem Seitenwagen
in Draufsicht; der hydraulische Kraftgeber (Pumpe) ist in der Normalstellung entsprechend
der Fig. 1.
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In den Fig. 1 bis 3 bezeichnet i den hydraulischen Kraftgeber (Pumpe)
mit seinem Kolben 2, mit Dichtungsmanschette 3, einstellbarer Anschlagschraube 4,
Schraubenfeder 5 und Anschluß- bzw. Austrittsöffnung 6. Der hydraulische Kraftgeber
1 bis 6 ist am Motorradrahmen '7 befestigt. Die Lenkstange 8 des Motorrades ist
schwenkbar am Steuer kopf 9 des Motorrades angeordnet und trägt den Betätigungshebel
1o für den hydraulischen Kraftgeber 1 bis 6. Der hydraulische Kraftgeber i bis 6
steht mittels der Rohr- oder Schlauchleitung 1 1 in Verbindung mit der Bremsanlage
12 bekannter Ausführung des Seitenwagenrades 13. Der Seitenwagen 14 ist am Motorrad
15 rechts gemäß Fig. 3 angeschlossen. 16 bezeichnet einen Anschlag.
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Die Arbeitsweise der Sicherheitseinrichtung nach der Erfindung ist
kurz folgende: Als Ausführungsbeispiel ist eine hydraulisch betätigte Sicherheitseinrichtung
gewählt. Es wird vorausgesetzt, daß die Gesamtanlage entlüftet und mit Druckflüssigkeit
gefüllt wurde. Da in dem Beispiel der Seitenwagen 14 rechts am' Motorrad 15 angeschlossen
ist, so wird der hydraulische Kraftgeber bzw. die Druckpumpe t nur betätigt und
somit die Bremsanlage 12 des Seitenwagenrades 13 in Verbindung mit der Rohrleitung
11, wenn beim Fahren einer Rechtskurve die Lenkstange 8 des Motorrades 15 rechts
eingeschlagen wird (Fig.2). Wird die Lenkstange nach links eingeschlagen, so wird
mittels der Schraubenfeder 5 der Kolben 2 mit Dichtungsmanschette 3 an den Anschlagstift
16 in die Anfangs: stellung ,gedrückt, wo der Kolben 2 stiehenbleibt und der Lenker
8 des Motorrades, 15 ungehindert frei ausschwenken kann. Je nach dem Einschlag
der Lenkstange 8 in der Rechtskurve wird auch der hydraulische Kraftgeber 1 mehr
oder weniger durch den Betätigungshebel 1o beaufschlagt bzw. betätigt, und somit
drückt der mittels des hydraulischen Gestänges 11 angeschlossene normale Bremszylinder,
der seinen Sitz in der Bremsanlage 12 des Seitenwagenrades 13 hat, die Bremsbacken
mehr oder weniger gegen die Bremstrommel des Seitenwagenrades 13, wodurch der Seitenwagen
14 stufenweise abgebremst wird. Diese stufenweise Abbren@-sung des Seitenwagens
in Abhängigkeit vom jeweiligen Lenkereinschlag entspricht in zweckmäßiger Weise
den Erfordernissen des absolut sicheren Seitenwagenfahrens, d. h. wird das Motorrad
mit Seitenwagen nur wenig rechts eingeschlagen, so entsteht auch nur ein kleines
Moment des Hochgehens des Seitenwagens, und somit wird der Seitenwagen auch nur
schwach abgebremst; wird dagegen eine enge Rechtskurve gefahren, so ist gleichfalls
das Moment des Hochgehens , entsprechend größer, und durch den größeren Lenkerausschlag
wird nunmehr auch der Seitenwagen entsprechend stärker abgebremst, wodurch das Hochgehen
des Seitenwagens vermieden wird.