-
Verfahren und Vorrichtung zum Entschlacken von Feuerungsrosten mit
verlängerter Feuerbrücke Bei Feuerungen ist es bekannt, als Abschluß des Rostes
eine Feuerbrücke anzuordnen, die meistens aus Eisen besteht und am Ende des Rostes
einen io bis 1g cm hohen Absatz bildet, der es verhindert, daß beim Schüren Brennstoff
oder Schlacke in der Längsrichtung vom Rost nach hinten, geschoben wird. Diese Feuerbrücke
stellt also eine Begrenzungswand am Ende des Rostes dar und hat deshalb eine Länge,
die meistens nur etwa einem Zehntel der Rostlänge entspricht. Es sind auch Feuerungen
bekannt, die aus einem Feuerungsrost bestehen, an den sich eine Feuerbrücke anschließt,
deren Oberfläche höher als die Rostoberfläche liegt und mit dieser über eine schiefe
Ebene verbunden ist.
-
Die vorjiegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur verbesserten
Entschlackung von Feuerungsrosten mit verlängerter Feuerbrücke, bei dessen Anwendung
die bisher unvermeidlichen, beim Abschlacken der bekannten Feuerungsroste eintretenden
Brennstoffverluste weitestgehend verringert werden. Um diese Wirkung zu erreichen,
wird von einer Feuerbrücke der obenerwähnten Art ausgegangen, bei der die Oberfläche
etwas höher als die Oberfläche des Rostes angeordnet und mit dieser über eine schiefe
Ebene verbunden ist und die Feuerbrücke erfindungsgemäß so lang bemessen ist, daß
sie etwa einem Drittel der Rostlänge entspricht.
-
Die Feuerbrücke ist in an sich bekannter Weise aus feuerfesten Steinen
aufgebaut. Eine derartige Feuerung gibt die Voraussetzung für die Anwendung des
erfindungsgemäßen Verfahrens in der Weise, daß das Brennstoffbett durch Zurückschieben
der glühenden Brennstoffteile auf die Feuerbrücke in einem Zuge von Kohlenglut befreit,
dann, ebenfalls in einem Zuge, der Schlackenkuchen von der ganzen Breite des Rostes
nach vorn herausgezogen und anschließend die
glühenden Brennstoffteile
von der Feuerbrücke wieder auf den Rost zurückgeführt und dort verteilt werden.
-
Man kann die Schlacke auf solchem Wege nahezu ohne anhaftende nutzbare
Glut aus der Feuerung herausziehen, während bei den bisher üblichen Entschlackungsverfahren
stets ein Teil der Glut mit den Schlacken herausgerissen wurde oder Schlacke und
Glut auf der verlängerten Brücke ein schlecht brennendes Gemisch bildeten. Dadurch,
daß die Feuerbrücke in an sich bekannter Weise aus feuerfesten Steinen von möglichst
hoher Wärmekapazität, z. B. aus Schamottesteinen, aufgebaut ist, ist der Vorteil
vorhanden, daß die frische Glut, welche bei diesem Verfahren auf die Feuerbrücke
zurückgeschoben wird, nicht erkaltet.
-
In der Zeichnung sind zwei Ausführungsbeispiele der Feuerung zur Anwendung
des erfindungsgemäßen Entschlackungsverfahrens dargestellt. Abb. i und 2 zeigen
schaubildlich ein Ausführungsbeispiel für eine Flammrohrfeuerung, und zwar Abb.
i im Querschnitt und Abb. 2 in Draufsicht.
-
Der Rost i erstreckt sich von dem Feuerungsloch 2 bis zu der Feuerbrücke
3, deren Oberfläche höher als die Rostoberfläche liegt und mit dieser über eine
schiefe Ebene verbunden ist. Die Feuerbrücke 3 ist aus feuerfesten Steinen als ein
Gewölbe aufgemauert, unterhalb dessen die Einführung der Zweitluft erfolgt. Unmittelbar
an das Ende der Feuerbrücke 3 schließt sich der Drallerzeuger 5 an, der ebenfalls
zweckmäßig aus passenden Formsteinen aufgemauert ist. Die Flamme schlägt vom Rost
i über die Feuerbrücke 3 bis in den Drallerzeuger 5 hinein, hinter dem die Zuführung
der unter der Feuerbrücke 3 vorgewärmten Zweitluft erfolgt.
-
Um den Rost der dargestellten Art nach hergebrachter Weise zu entschlacken,
würde man beispielsweise zunächst auf der rechts von der Mittellinie a-b liegenden
Seite des Rostes (s. Abb. 2) die Glut vom Schlackenkuchen trennen, von dieser Seite
auf die linke Seite hinüberschieben sowie hierauf die Schlacken auf der von der
Glut befreiten rechten Rosthälfte durch das Feuerloch 2 herausreißen, nachdem man
sie dort möglichst von der anhaftenden Glut befreit hat, die hierbei auf die linke
Seite hinübergebracht wurde. Dann würde man von der anderen Hälfte des Rostes links
von der Mittellinie a-b die Glut auf die rechts freigemachte Rosthälfte mit Hilfe
der Schürstange hinüberbringen und nunmehr für diese Hälfte in entsprechender Weise
verfahren. Anschließend wäre dann die auf der rechten Rosthälfte gesammelte nutzbare
Glut wieder gleichmäßig über beide Hälften des Rostbettes zu verteilen. Dieser übliche
Vorgang erfordert ziemlich viel Zeit und ermöglicht es meist nicht, die Schlacke
ausreichend von der nutzbaren Glut zu trennen.
-
Demgegenüber vollzieht sich das erfindungsgemäße, durch die Ausgestaltung
der Feuerung besonders erleichterte Entschlackungsverfahren in folgender Weise:
An Stelle der Schürstange bedient man sich zunächst der Schürkrücke und drückt mit
deren Hilfe die gesamte nutzbare Glut von dem unzerbrochenen Schlackenkuchen hinweg
nach hinten auf die Feuerbrücke 3. Hierbei läßt sich der unzerbrochene Schlakkenkuchen
leicht nahezu vollständig von aller anhaftenden Glut befreien. Erst dann wird der
Schlakkenkuchen aufgebrochen und nach vorn aus dem Feuerloch 2 herausgerissen. Die
unveränderte, im Zuge befindliche Glut brennt hierbei auf der Feuerbrücke 3 weiter
und kann anschließend mit der Schürkrücke leicht wieder nach vorn geholt und über
den Rost i verteilt werden. Dieser Vorgang läßt sich so rasch durchführen und ruft
besonders bei der Benutzung einer aus feuerfesten Steinen hoher Wärmekapazität aufgemauerten
Feuerbrücke nur eine geringfügige Abkühlung der Glut hervor, daß der in üblicher
Weise anschließend zugelegte frische Brennstoff sofort in Brand kommt, so daß keine
merkbaren Dampfdruckabsenkungen mehr eintreten. Die Wärmeverluste durch eindringende
Falschluft werden ebenfalls verringert. Es wird also nicht nur Kohle gespart, sondern
auch verhindert, daß der Betrieb des Kessels durch den Entschlackungsvorgang eine
merkbare Störung erfährt.
-
Um auf der schiefen Ebene 4, mit der sich die Feuerbrücke 3 an den
Rost i anschließt, beim Aufschieben der Glut einen geeigneten Böschungswinkel zu
erhalten, kann man deren Oberfläche riffeln oder z. B. mit einem kleinen Absatz
ausrüsten, der im Querschnitt etwa die Gestalt eines Widerhakens besitzt.
-
Abb.3 stellt einen Zweikammerschrägrohrkessel mit handbeschickter
Feuerung dar, deren Feuerbrücke 3 in erfindungsgemäßer Weise verlängert ist. Der
Kessel besteht aus dem Oberkessel 6, den vorderen und hinteren Wasserkammern -7
und 8 und den nur durch gestrichelte Mittellinien angedeuteten Siederohren g. Auf
dem untenliegenden Rost i wird die Kohle verbrannt, die Feuergase ziehen nach oben
und fallen dann hinter den feuerfesten Leitwänden io nach unten in den Fuchs ii
ab, an den der nicht dargestellte Schornstein angeschlossen ist.