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Verfahren zur Aufhellung vegetabilisch gegerbter Leder Es ist bekannt,
daß Leder durch Behandlung mit Säuren, insbesondere Schwefelsäure oder Oxalsäure,
gebleicht werden kann. Dieses Verfahren wird meist so ausgeführt, daß das betreffende
Le-, der zunächst mit alkalischen Lösungen, z. B. Soda, behandelt wird, wobei eine
gewisse Entgerbung eintritt, und anschließend einer kurzen Einwirkung des Säurebades
unterworfen wird. Für diesen Bleichprozeß können auch Gerbsulfonsäuren, also sog.
Hilfsgerbstoff verwendet werden, deren Lösungen stark sauer (pH I bis a) reagieren,
und die selbst farblos oder möglichst hell sind. Die bleichende `'Wirkung dieser
Gerbsulfonsäuren beruht wahrscheinlich darauf, daß sie den dunklen vegetabilischen
Gerbstoff in der Oberfläche des Leders aus seiner Bindung an die Hautsubstanz verdrängen.
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Es ist weiterhin bekannt, daß vegetabilisch gegerbte Leder durch Behandlung
mit Mischungen von Aceton und `'Wasser, deren Acetongehalt beispielsweise in den
Grenzen zwischen 5o und 75°/0 gelegen ist, teilweise entgerbt werden können.
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Es wurde nun gefunden, daB man einen unerwartet hohen Aufhellungseffekt
erreicht, wenn man vegetabilisch gegerbte Leder kurze Zeit, z. B. etwa 1/z bis 3
Stunden, in einem Bad behandelt, in dem gleichzeitig Wasser, ein mit Wasser beschränkt
oder unbeschränkt mischbares organisches Lösungsmittel und eine Säure oder gerbende
Sulfonsäure enthalten sind.
Als organische Lösungsmittel kommen
beispielsweise niedrigsiedende Alkohole, Ketone oder Ester in Betracht, soweit sie
mit Wasser mischbar sind. Lösungsmittel, deren Siedepunkt über demjenigen des Wassers
liegt, sind weniger geeignet.
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Als Säuren, die für die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
geeignet sind, seien Schwefelsäure, Oxalsäure, Ameisensäure, Weinsäure, Phthalsäure,
Phosphorsäure, Naphthalinsulfonsäuren u. dgl. erwähnt.
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In allen Fällen ist derAufhellungseffekt, der durch die Kombination
des organischen Lösungsmittels einerseits und der Säure bzw. Gerbsulfonsäure andererseits
erreicht wird, weit größer als die mit Lösungsmittel oder Säure allein erzielbare
Wirkung. Die erforderliche Konzentration des organischen Lösungsmittels ist je nach
der Natur desselben etwas verschieden und kann mühelos in einfachen Vorversuchen
ausprobiert werden. Man beobachtet dabei mit steigender Lösungsmittelkonzentration
zunächst eine deutliche Verbesserung des Aufhellungseffekts, bei weiterer Steigerung
der Konzentration aber eine tiefgreifende Entgerbung, die wieder zu unansehnlichen,
dunkel auftrocknenden, teilweise entgerbten Ledern führt. Es existiert für jedes
Lösungsmittel ein ziemlich breites Optimum, doch wird man sich praktisch schon aus
wirtschaftlichen Gründen zweckmäßigerweise mit Lösungsmittelkonzentrationen 'begnügen,
die ohne das Optimum zu erreichen doch den für den gewünschteij Zweck hinlänglichen
Aufhellungseffekt ergeben. Bei Verwendung von Aceton als Lösungsmittel in Kombination
mit einer an sich bleichend wirkenden handelsüblichen Gerbsulfonsäure wird beispielsweise
bei Anwendung einer i%igen Flotte ein optimaler Aufhellungseffekt mit einem Zusatz
von 30 und 4o% Aceton und eine sehr deutliche und für viele Fälle schon ausreichende
Wirkung mit einem Zusatz von io bis 25% Aceton erhalten. Ähnliche Lösungsmittelkonzentrationen
sind bei Verwendung von Gemischen niedrigmolekularer Ester und Ketone notwendig.
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Es wurde weiterhin gefunden, daß bei gleichzeitiger T%-fitverwendung
von organischen Lösungsmitteln die zum Aufhellen dienenden Säuren weitgehend abneutralisiert
werden können, ohne daß der Aufhellungseffekt verschwindet oder wesentlich vermindert
wird. Beispielsweise wird bei Verwendung von i% Oxalsäure noch ein sehr deutlicher
Aufhellungseffekt erreicht, wenn man 8o% der Oxalsäure neutralisiert hat. Diese
Tatsache bedeutet, daß auf diese Weise Säureschädigungen vermieden werden können.
Es ist zu vermuten, daß die aufhellende Wirkung weniger von der freien Säure als
vielmehr von deren Anionen ausgeht, die den vegetabilischen Gerbstoff von der Hautsubstanz
verdrängen. Die Hautsubstanz muB sich ihrerseits auf der sauren Seite ihres isoelektrischen
Punktes, also im kationischen Zustand befinden.
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Die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens soll im folgenden
an Hand einiger Ausführungsbeispiele näher erläutert werden. Ausführungsbeispiele
i. Die nicht zugerichteten, aber aufgetrockneten Leder wurden mit einer Lösung,
die 5% Gerbsulfonsäure und 25% Aceton enthielt, im Verhältnis von etwa i : 6 unter
gelegentlichem Bewegen i bis 2 Stunden behandelt. Dann wurden die Lederproben gründlich
gespült und aufgetrocknet. Der erzielte Aufhellungseffekt ist wesentlich größer
als bei alleiniger Verwendung von 25%iger Acetonlösung oder 5%igen wässerigen Lösungen
von Gerbsulfonsäure. Die Versuche wurden an Ledern verschiedener Herkunft gemacht,
daneben auch mit i%igen Gerbsulfonsäurelösungen und mit techni-, sehen, aus niedrigmolekularen
Estern und Ketonen bestehenden Lösungmittelgemischen an Stelle von Aceton.
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2. Die Ansätze wurden wie in Beispiel i durchgeführt. Als Süure kam
i%ige Oxalsäure zur Anwendung. In Parallele wurde mit einer mit Lauge zu 8o% abgestumpften
Oxalsäure gearbeitet. Auch hierbei zeigte sich die Überlegenheit der erfindungsgemäßen
Mischungen.
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3. In einem weiteren Beispiel wurde die Oxalsäure stufenweise mit
Lauge zu 1o, 20,,4o, 6o und 8o% abgestumpft. Dieser Versuch wurde unter Verwendung
von 35% Aceton durchgeführt und zeigte, daß auch Mischungen, bei denen ein Teil
der Säure durch deren Alkalisalz ersetzt war, ausgezeichnete Aufhellungseffekte
ergaben.