DE84376C - - Google Patents

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DE84376C
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    • F—MECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
    • F41—WEAPONS
    • F41A—FUNCTIONAL FEATURES OR DETAILS COMMON TO BOTH SMALLARMS AND ORDNANCE, e.g. CANNONS; MOUNTINGS FOR SMALLARMS OR ORDNANCE
    • F41A23/00—Gun mountings, e.g. on vehicles; Disposition of guns on vehicles
    • F41A23/46—Trail spades
    • F41A23/48—Trail spades elastic

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • General Engineering & Computer Science (AREA)
  • Braking Arrangements (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 72: Schusswaffen und Geschosse.
Firma FRIED. KRUPP in ESSEN a. d. Ruhr.
Schußbremse für Räderlaffeten. Patentirt im Deutschen Reiche vom 28. August 1894 ab.
Die vorliegende Erfindung bezweckt die Verminderung des Rücklaufes von Geschützen mit Räderlaffeten und die selbsttätige Wiedervorführung derselben in die ursprüngliche Feuerstellung.
Diese Wirkung wird durch die Anbringung eines federnden Bremsgestänges an der Laffete erzielt, dessen vorderer Theil durch einen Gelenkbolzen mit den Laffetenwänden verbunden ist, während sein hinterer Theil, auf welchem der vordere unter Anspannen der Gestängefedern zurückgleiten kann, mit einem Sporn in fester Verbindung steht. Durch den Schuß wird dieser Sporn in den Erdboden eingetrieben, und der vordere Theil des Gestänges läuft daher mit der Laffete gegen den festgelegten hinteren Theil zurück. Infolge dessen schiebt sich das Gestänge zusammen, seine Federn werden gespannt und nehmen einen Theil der Rückstoßarbeit auf, welcher zum Wiedervorbringen der Laffete nutzbar gemacht wird. Hierdurch wird einerseits der vorübergehende Rücklauf vermindert, andererseits nach Beendigung desselben das Geschütz ganz oder nahezu in die Stellung, welche es vor dem Schusse inne hatte, zurückgeführt.
In der beiliegenden Zeichnung ist eine Ausführungsform einer solchen Schußbremse dargestellt. Wie aus derselben ersichtlich ist, besteht der in den Erdboden einzutreibende Sporn A aus einer breiten, im Winkel gebogenen Platte und ist mittelst einer Schraube B an einem Querstück C befestigt. Die Befestigung kann eine derartige sein, daß der Spornplatte eine gewisse Drehung um den Bolzen der Schraube B und dadurch ein selbstthätiges Anpassen an die Unebenheiten des Bodens gestattet ist.
Das Querstück C dient zur Verbindung der beiden parallelen, zum Zweck der Gewichtsverminderung hohl gemachten Stangen. D, welche mittelst des auf ihr vorderes Ende aufgeschraubten Kolbens K in den Rohren E geführt werden. Letztere sind mit ihrer vorderen Verschlußkappe L entweder mittelst der Gelenkbolzen 5 an den Laffetenwänden, und zwar in der Nähe der Fahrachse Y, oder auch an dieser selbst drehbar aufgehängt; sie enthalten in ihrem Innern eine Schraubenfeder H, deren Widerlager die Kappe L und der Kolben K bilden, und ein an diesem befestigtes Führungsrohr J für die Feder.
Die hinteren Verschlußkappen F der Rohre E sind mit Muttergewinde versehen, in welches eine über die Stange D geschobene Hülse G geschraubt ist. Durch Vor- oder Zurückschrauben dieser Hülse, deren vordere Stirnfläche dem Kolben K zur Anlage dient, läßt sich die Anfangsspannung der Feder H nach Bedarf vergrößern oder verringern.
Eine an den Laffetenwänden befestigte Führungsschiene V zwischen den beiden Rohren E bewirkt, daß die senkrechte Mittelebene der letzteren stets mit derjenigen der Laffete zusammenfällt.
Die hinteren Kappen F der Rohre sind durch einen Querriegel M starr mit einander verbunden. Dieser trägt eine Kettenöse N, von welcher eine Kette O über die Leitrolle Q. nach einer in den Sporn A eingeschraubten zweiten Oese P geführt ist. Das Lager R der Leitrolle sitzt fest an den Laffetenwänden,
(2. Auflage, ausgegeben am 1$. Märi igaj.l
und zwar ist es so angeordnet, daß die Kette in der gezeichneten hintersten Stellung des Kolbens H straff angespannt ist.
Die Wirkungsweise der Bremse beim Schießen gestaltet sich nun folgendermaßen:
Durch den Rückstoß wird zunächst der Sporn A in der in Fig. ι dargestellten Weise in den Erdboden eingetrieben, dessen in Wirklichkeit waagrechte Oberfläche XX auf der Zeichnung nur schräg gelegt wurde, um den genügenden Platz für die Darstellung der Bremsvorrichtung in zwei Ansichten auf dem Blatt zu erhalten. Die mit dem Sporn A starr verbundenen Theile D und K sind nun am Zurücklaufen verhindert, während die Laffete, in der Pfeilrichtung (Fig. i) mit dem Laffetenschwanz auf dem Boden gleitend, so zurückläuft, daß die Laffetenwände mit sich selbst parallel bleiben. Dadurch geht der Bolzen 5 auch in waagrechter Linie zurück und verkürzt seine Entfernung von dem Sporn A bezw. diejenige der Kappen L von den Kolben K. Die Rohre E gleiten daher über die Kolben K hinweg nach hinten, und die Federn E werden zusammengedrückt. Die dazu erforderliche Arbeit zehrt in Gemeinschaft mit den Reibungswiderständen und mit denen des Erdbodens gegen das Eindringen, Drehen und etwaige Zurückweichen des Sporns den gesammten Rückstoß auf.
Durch das Zurückgehen der Bolzen S erfolgt gleichzeitig eine Vergrößerung der Winkel, welche das Bremsgestänge bezw. dessen Achsen mit dem Erdboden einerseits und den Laffetenwänden andererseits bilden. Dadurch entfernt sich die Rolle Q. auch von dem Querstück M und hält die Kette O gespannt, welche beim Fehlen der Rolle Q. durch das Einschieben der Stangen D in die Rohre E beim Rücklauf schlaff werden würde. Ist der Rücklauf beendet, so dehnen sich die Federn H wieder aus und nehmen mittelst des nach vorn bewegten Bolzens S die ganze Laffete nahezu oder völlig in die ursprüngliche Stellung vor, indem ihnen der Sporn A als Stützpunkt dient. Dabei wird auch der Laffetenschwanz mittelst der Rolle Q. und der Kette O nahezu zwangläufig wieder an den Sporn A herangeführt, und letzterer wird auch beim Aufprotzen und Fahren am Schwanz festgehalten, ohne daß es dazu eines besonderen Handgriffs bedürfte. Die Kette verhindert in der gezeichneten, dem Schußmoment entsprechenden ausgezogenen Stellung der Stange D, daß sich der Sporn A von den Laffetenwänden entfernen kann. Die in der Richtung der Laffetenwände wirkende Rückstoßcomponente kann daher den Sporn nicht tiefer in die Erde hineintreiben, als es der auf dem Boden liegende Laffetenschwanz zuläßt. Die mit zu tiefem Einbohren des Sporns im Zusammenhang stehenden Uebelstände sind somit vermieden.
Es kann vorkommen, etwa bei ungeeignetem Boden oder aus sonstigen Rücksichten, daß man die Bremsvorrichtung außer Wirkung setzen will. In diesem Falle ist es nur nöthig, das Querstück C mit dem Sporn A so weit nach vorn zu bringen, daß es dicht an dem Querstück M anliegt und der Sporn A den Boden nicht berührt. Fig. 4 und 5 stellen eine Anordnung dar, welche dies gestattet. Bei derselben ist der Kolben K, wie Fig. 4 zeigt, lose auf die Stange D aufgeschoben und in der Längsrichtung durch den Vorstecker T festgehalten, der durch eine Feder U oder auf andere Weise am Herausfallen gehindert werden kann. Zieht man den Vorstecker T heraus, so läßt sich die Stange D in das Rohr J hinein so weit vorschieben, als es das Abstellen des Sporns erfordert. Die Stange D ist etwa in ihrer Mitte (Fig. 4) mit einem zweiten Loch für den Vorstecker zur Feststellung des Kolbens K an der passenden Stelle versehen. Man kann mittelst dieser Einrichtung also den Sporn A außer Thätigkeit setzen, ohne daß es erforderlich ist, die Federn H zu spannen. Durch das Heranbringen des Querstückes C an das Querstück M wird aber die Kette O schlaff und würde gestatten, daß das Bremsgestänge unter dem Einfluß seines Eigengewichtes sich um den Bolzen L dreht, bis der Sporn A auf dem Erdboden liegt bezw. so weit es die Kette erlaubt. Um dies zu verhindern, ist hinter dem Rollenlager R an der unteren Seite der Laffetenwände je ein Haken W angebracht, welcher, wie aus Fig. 5 zu ersehen ist, in der betreffenden Stellung des Sporns A über die beiden oberen Ansätze Z desselben hinweggreift.
Anstatt der für das Bremsgestänge verwendeten beiden Schraubenfedern kann man, ohne daß sich in der Wirkungsweise etwas ändert, auch eine oder mehrere oder auch Federn von anderer Form oder Anordnung oder endlich Gummibuffer oder sonstige elastische Zwischenmittel benutzen. Es werden dann nur unwesentliche Abänderungen von Einzelheiten erforderlich sein. Auch kann man anstatt der Kette O in Verbindung mit der an der Laffete sitzenden Rolle Q zur annähernd zwangläufigen Führung des Sporns A während des Rück- und Vorlaufes eine Feder anwenden, welche das Rohr i?an den Laffetenwänden festzuhalten sucht und das Abheben des Laffetenschwanzes vom Sporn nur innerhalb gewisser Grenzen zuläßt.

Claims (2)

  1. Patent- Ansprüche:
    I. Schußbremse für Räderlaffeten zur Beschränkung des Rücklaufes und Bewirkung
    des selbsttätigen Vorlaufes, gekennzeichnet durch ein im entspannten Zustande unter und parallel den Laffetenwänden liegendes federndes Bremsgestänge (E D), dessen vorderer Theil (E) gelenkig mit der Laffete verbunden ist, mit dieser zurückläuft und dabei unter Anspannung der Bremsfedern auf dem anderen Theile (D), der mit einem in die Erde eindringenden Sporn (A) verbunden ist, gleitet. .
  2. 2. Eine Ausführungsform der durch Anspruch ι gekennzeichneten Schußbremse, bei welcher der rücklaufende Theil (E) des Bremsgestänges mit dem feststehenden (D) durch eine Kette (O) verbunden ist, die über eine in den Laffetenwänden gelagerte Rolle (Q) geführt ist und dadurch während des Rück- und Vorlaufes stets gespannt erhalten wird.
    Eine Ausführungsform der durch Anspruch ι gekennzeichneten Schußbremse, bei welcher der mit dem Sporn verbundene Theil (D) des Bremsgestänges aus zwei gegen einander verschiebbaren und in verschiedenen Stellungen feststellbaren Stücken (K und D) besteht, so daß ein Einziehen des Sporns durch Verkürzen des Bremsgestänges ohne Vermehrung der Spannung der Bremsfedern möglich ist.
    Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
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