DE84626C - - Google Patents

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    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09BORGANIC DYES OR CLOSELY-RELATED COMPOUNDS FOR PRODUCING DYES, e.g. PIGMENTS; MORDANTS; LAKES
    • C09B59/00Artificial dyes of unknown constitution

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Description

Für die Herstellung von Anilin-, Alizarin- und ähnlichen Farbstoffen hat bisher der Steinkohlentheer bezw. die aus demselben durch fractionirte Destillation erhältlichen aromatischen Kohlenwasserstoffe als Ausgangsmaterial gedient. Eine ähnliche Reihe von Kohlenwasserstoffen ist auch in natürlichen Mineralölen vorhanden, und ihre Verwendung zur Herstellung von Farbstoffen bildet den Gegenstand der vorliegenden Erfindung.
Man hatschon.versucht(s.Ber.XVIII, S. 2234fr.), raffinirtes Petroleum, wie solches für Brennzwecke hergestellt wird, einer Nitrirung zu unterwerfen und dabei aus diesem Petroleum ein Gemisch aus Trinitropseudocumol und Trinitromesitylen erhalten. Das zu diesem Zweck angewendete Rohmaterial war in der Weise erhalten, dafs Rohpetroleum einer Destillation unterworfen, das Destillat mit Schwefelsäure behandelt und das so gereinigte OeI einer nochmaligen Destillation bei etwa 1900C. unterworfen wurde. Dagegen sollen nach vorliegender Erfindung gerade die aus dem Rohpetroleum durch Schwefelsäure entfernbaren Bestandtheile als Ausgangsmaterial dienen. Demgemäfs wird nur solches Petroleum zu verarbeiten sein, welches der Reinigung durch Schwefelsäure noch nicht unterworfen war, oder es werden jene Petroleumproducte verwendet, welche die genannten Bestandtheile völlig oder zum Theil enthalten, wie z. B. die bei der Reinigung mit Schwefelsäure entfallenden sauren Rückstände (Reinigungsabfallsäure).
Derartige Producte (Rohpetroleum oder seine Destillate oder Raffinationsrückstände) werden der Einwirkung eines Gemisches von Schwefel- und Salpetersäure unterworfen. Es empfiehlt sich, ι Theil Salpetersäure auf 3 Theile Schwefelsäure in dem Gemisch anzuwenden. Diese Verhältnisse können indessen geändert werden, ebenso kann das Verhältnifs des Säuregemisches zu dem OeI je nach der Beschaffenheit des der Behandlung unterliegenden OeIs und je nach der Menge Schwefelsäure, die in dem Ausgangsmaterial bereits vorhanden ist, einer Aenderung unterliegen. Rohöl erfordert etwa 25 pCt., während Destillate 2 bis 10 pCt. und Rückstände bis zu 5 pCt. Nitrirsäure erfordern. Nach der Nitrirung, welche bei gewöhnlicher Temperatur und unter Umrühren z. B. mittelst eines geprefsten Luftstromes geschehen und nach dem Trennen des Säuregemisches von dem unveränderten OeI durch Erwärmung auf etwa 60 bis 80 ° C. oder durch Stehenlassen vollendet werden kann, und nach dem Waschen des Nitrirungsproductes mit kaltem Wasser wird der in heifsem Wasser lösliche Antheil, welcher aus einem Gemisch von verschiedenen höheren Nitroproducten besteht, mit Calciumcarbonat oder Aetzkalk oder einem anderen im gleichen Sinne wirkenden Stoff behandelt. Aus der erhaltenen Lösung kann man den Farbstoff durch Zusatz von Salzsäure, Kochsalz u. dergl. direct oder erst nach Umwandlung in das Kalium-, Ammonium- etc. Salz abscheiden.
Beispiel:
100 kg Rohpetroleum, wie es z. B. in Ohio gewonnen wird, versetzt man mit 25 kg Nitrirsäure, welche auf 1 Gewichtstheil Salpetersäure 3 Gewichtstheile Schwefelsäure enthält, und
rührt die Mischung bei gewöhnlicher Temperatur gut durch, bis eine Probe, aus welcher man die Säure sich hat absetzen lassen, sich nicht mehr oder nur noch wenig beim Zusatz von frischer concentrirter Säure entfärbt. Jetzt scheidet sich auch beim Stehenlassen des Reactionsgemisches die mit Kohlenwasserstoff durchmischte Säure freiwillig von dem unveränderten OeI. Durch Decantirung oder in anderer, Weise kann man die Säure alsdann von der Oelschicht trennen. Das Säuregemisch wird alsdann bei einer Temperatur von etwa 15 ° C. so lange durchgerührt, bis eine Probe sich in einer heifsen Alkalilösung löst. Hierauf wird die Mischung in zweckmäfsig der gleichen Menge kalten Wassers gewaschen, was so lange wiederholt wird, bis eine Probe des Reactionsproductes sich in kochendem Wasser löst. Nun bringt man die Masse mit der vierfachen Menge Wasser zum Sieden, läfst absitzen, decantir't von dem unlöslichen Antheil und wiederholt diese Behandlung mit kochendem Wasser so lange, als sich noch etwas löst. Die bei den verschiedenen Auskochungen erhaltenen Lösungen werden mit einander gemischt und mit Kalkmilch von etwa 40 B. behandelt, bis blaues Lakmuspapier nicht mehr verändert wird; darauf wird mehrere Stunden gekocht und stehen gelassen. Die in Wasser unlöslichen Kalksalze setzen sich ab und werden durch Decantiren oder Filtriren von der überstehenden Lösung getrennt. Aus dieser Lösung, welche das ein im Wasser lösliches Calciumsalz bildende Nitroproduct enthält, wird mit Sodalösung von zweckmäfsig 100B. der Kalk als Carbonat gefällt. Die so erhaltene Natronsalzlösung wird auf etwa 50 B. eingedampft und mit Kochsalz gesättigt, wobei der Farbstoff ausfällt. Letzterer kann gewünschtenfalls durch Lösen in wenig kochendem Wasser und durch nochmaliges Aussalzen gereinigt werden.
Der nach dem beschriebenen Verfahren erhaltene Farbstoff hat die Form, eines röthlich braunen amorphen Pulvers, welches im Wasser, Glycerin und Aceton löslich ist; er unterscheidet sich dadurch ganz wesentlich von dem Product, welches nach der oben erwähnten Abhandlung erhalten wird und krystallinisch, gelblich weifs und kein Farbstoff ist. Der Farbstoff zeigt in seinen Lösungen, besonders in Aceton, eine bläulich grüne Fluorescenz. Er bildet ein lösliches Calciumsalz und hat den charakteristischen Geruch des brennbaren Petroleums, wenn er hochgradig erhitzt wird. Er färbt Seide und Wolle in angesäuerten Lösungen ohne Beize röthlich braun.
Das Nitroproduct kann man auch erhalten, wenn man zunächst das Petroleum sulfonirt und alsdann mit Hülfe von Salpetersäure oder salpetriger Säure das Sulfoproduct in bekannter Weise nitrirt.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Darstellung eines Seide oder Wolle in angesäuerter Lösung gelb bis röthlich braun färbenden Nitrofarbstoffes, darin bestehend, dafs man Mineralöle oder ihre Destillations - bezw. Raffinationsrückstände nitrirt, das vom unveränderten OeI getrennte und mit kaltem Wasser gewaschene Einwirkungsproduct mit heifsem Wasser auszieht, die Lösung mit Kalk neutralisirt und aus dem Filtrat mit Salzsäure, Kochsalz oder dergl. den Farbstoff abscheidet.
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