-
Meßgerät, insbesondere zum Messen des Atemwiderstandes von Atemschutzfiltern
Die Erfindung betrifft ein Meßgerät, insbesondere zum Messen des Atemwiderstands
von Atemschutzfiltern, mit einer Anzeigevorrichtung für Überdruck und Unterdruck,
die so mit einer Luftfördervorrichtung und einem Luftmengenmesser verbunden ist,
daß ein einstellbarer Teil des Luftstroms durch das zu prüfende Filter gedrückt
oder gesaugt wird, dessen Sog oder Rückstau sich auf die Anzeigevorrichtung überträgt.
-
Die Erfindung besteht darin, daß von der die Saugluft oder Druckluft
führenden Hauptleitungeine Nebenleitung al>z"\-eigt, die in zwei Zweigleitungen
gegabelt ist; in die eine dieser Zweigleitungen ist der Luftmengenmesser eingebaut,
und an die andere Zweigleitung sind ein Stutzen zum Anschließen des zu prüfenden
Geräts, z. B. eines Filters, und ein Druckmesser angeschlossen; an den Gabelungsstellen
der Zweigleitungen sind je ein Dreiweghahn angeordnet, so daß das Meßgerät wahlweise
zum Messen des Gerätewiderstands durch Unterdruck oder durch Überdruck benutzt werden
kann. Soll der Gerätewiderstand durch Unterdruck gemessen werden, dann werden die
Dreiweghähne so eingestellt, daß eine einstellbare Luftmenge zunächst durch das
zu prüfende Gerät und dann durch den Luftmengenmesser hindurchgesaugt wird. Der,
in Richtung des Luftstroms gesehen, sich hinter dem zu prüfenden Gerät einstellende
Unterdruck
überträgt sich auf die Anzeigevorrichtung und kann dort
abgelesen werden. -Für den Fall, daß der Gerätewiderstand bei Cberdruck bestimmt
werden soll, werden die Dreiweghähne derart eingestellt, daß eine einstellbare Luftmenge
zunächst über den Luftmengenmesser und durch das zu prüfende Gerät gedrückt wird.
Der, in Richtung des Luftstroms gesehen, vor dem Gerät entstehende Staudruck kann
an der .Anzeigevorrichtung festgestellt werden.
-
Um das Meßgerät gleichzeitig zum Reinigen von Gasfiltern oder anderen
Geräten verwenden zu können, kann vor die Eintrittsöffnung der Hauptleitung eine
von der Saugluft durchströmte, zum Reinigen der zu prüfenden Geräte dienende Vorrichtung,
z. B. eine Bürste, geschaltet sein.
-
An Stelle der Bürste kann vor die Eintrittsöffnung der Hauptleitung
ein zum luftdichten Einsetzen eines Filters verwendbarer Einsatz, z. B. ein Saugtrichter,,geschaltet
werden, so daß dieLuft durch das Filter hindurchgesaugt wird und ein Teil der aufgenommenen
Staubmengen aus dem Filter wieder herausführen kann. .Auf diese Weise kann das Gerät
zum Regenerieren bereits benutzter Atemfilter dienen.
-
Als Prüfkopf für das zu prüfende Gerät, insbesondere für eine mit
einem Staubfilter versehene Maske, kann vorteilhaft ein dem Abdichtungsrand einer
Vollmaske oder einer Halbmaske entsprechend geformter, nach innen oder nach außen
gewölbter Teller benutzt werden, der mit einer schmiegsamen Auflageschicht überdeckt
ist, in die das zu prüfende Gerät hineingedrückt wird und die einen luftdichten
Abschluß des Geräts nach außen gewährleistet. Die schmiegsame Auflageschicht kann
aus Textilstoffen, Weichgummi oder ähnlichen Baustoffen bestehen.
-
Bei dem neuen Gerät ist zunächst der Vorteil vorhanden, daß es wahlweise
zu Messungen bei Unter- oder Überdruck dienen kann, ohne daß die Umstellung von
der einen Prüfart auf die andere umständliche Handhabungen bedingt. Während nämlich
bislang der Atemwiderstand insbesondere von Atemfiltern bei Überdruck gemessen wird,
ist es erwünscht und mit dem neuen Meßgerät ohne weiteres möglich, unmittelbar nach
der Überdruckmessung eine Unterdruckmessung, beispielsweise auch eine Messung des
Atemwiderstands einer Staubmaske, vorzunehmen. Der Atemwiderstand einer Staubmaske,
der sich aus der Summe der Widerstände des Filters, des Einatemventils und der Luftwege
zusammensetzt und der vom Maskenträger beträchtlich überwunden werden muß, kann
in einfacher Art und Weise nur mit Saugluft, nicht aber mit Druckluft bestimmt werden.
-
Ein weiterer Vorteil des neuen Geräts besteht darin, daß neben bzw.
gleichzeitig mit der Messung eine gründliche und sachgemäße Reinigung der Staubmaske
oder anderer Geräte durchgeführt werden kann. Schließlich können bereits gebrauchte
Staubfilter durch größtmöglichste Entfernung des aufgenommenen Staubs regeneriert
und. so ihr Durchgangswiderstand herabgesetzt werden. In der Zeichnung sind einige
Ausführiungsformen des neuen Meßgeräts schematisch dargestellt.
-
Abb. i zeigt eine Schaltungsart der neuen Einrichtung mit einem Staubsauger,
dessen Saugseife an das Meßgerät angeschlossen ist.
-
Abb. 2 zeigt die gleiche Schaltungsart, jedoch mit einem Staubsauger,
dessen Druckleitung mit dem Meßgerät verbunden ist.
-
Bei den in diesen beiden Abbildungen gezeigten Schaltungsarten sind
in Abb. i die Dreiweghähne für eine Unterdruckarbeitsweise und in Abb. 2 für eine
Überdruckarbeitsweise des Meßgeräts eingestellt.
-
Abb. 3 und 4 zeigen zwei verschiedenartig ausgebildete Prüfköpfe mit
aufgesetzter Staubmaske. Abb. 5 veranschaulicht eine an das Meßgerät zu befestigende
Reinigungsbürste.
-
Abb.6 bis g zeigen eine andere Bauform des neuen Geräts, und zwar
stellt Abb. 6 eine Vorderansicht, AU). 7 eine Seitenansicht, Abb. 8 eine Draufsicht
und A1>1>. 9 eine Teilansicht der Ahl). 7 dar.
-
Das Meßgerät besteht bei der Einrichtung nach den Abb. i und 2 aus
einem Staubsauger a, der hei der Einrichtung mach AU). i mit seiner Saugseite
an das Gerät angeschlossen ist. Die Saugleitung des Staubsaugers ist mit -b, die
Druckleitung mit c bezeichnet. Am Ende der Saugleitung sitzt ein Saugtrichter d,
an dessen Stelle gegebenenfalls die in Abb. 5 dargestellte Reinigungsbürste e treten
kann. Von der Hauptleitung b zweigen zwei Zweigleitungen f und g ab, die durch je
einen Dreiweghahn verschlossen werden können. Die beiden Zweigleitungen stehen.
hinter den Dreiwegliähnen einmal über den Luftme.ngenmesser h und zum allderen durch
eine Leitung lt miteinander in Verbindung. An diese Leitung 1a ist der Prüfkopf
i
geschaltet, außerdem ist noch ein Widerstandsmesser m vorgesehen.
-
Das in Abb. 2 dargestellte Meßgerät zeigt den gleichen Aufbau, nur
steht in diesem Falle das Druckrohr c mit dem Meßgerät in Verbindung. Das Gerät
dient in diesem Falle zur Überdruckmessung.
-
Die Wirkungsweise des neuen Geräts ist bei der Schaltung gemäß Abb.
i die folgende: Die benutzte und mehr oder minder verschmutzte Maske wird bei eingeschaltetem
Staubsauger mit Hilfe der an die Hauptleitung b angeschlossenen Reinigungsbürste
e (s. Abb. 5) gereinigt. Der anfallende Schmutz und Staub wird ang°saugt.
Sind die Masken gereinigt, dann wird die Bürste durch den Saugtrichter d ersetzt,
worauf man das Filter der Staubmaske in die Saugtrichterdose hineinlegt. Der in
dem Filter zurückgehaltene Staub wird tierausgesaugt. Dadurch kann beispielsweise
der durch die Staubaufnahme erhöhte Widerstand :des Filters, der vor dem Absaugen
etwa 15 mm WS beträgt, auf etwa 7 bis io mm WS herabgemindert werden. Das Filter
kann also nach dem Absaugen der aufgenommenen Staubmengen erneut verwendet werden.
-
Um nun den Widerstand des aufgefrischten oder eines neuen Filters
zu messen, wird das Filter in
die Staubmaske eingesetz_ und die
Maske in die schmiegsame Auflageschicht des Prüfkopfes i hineingedrückt. Beim Öttnen
der in die Z,#veigleitungen f ulid "; eingesetzten Hähne, die durch eine Spannfeder
geschlossen gehalten %\,erden, wird ein Teil der Luft durch die Staubmaske, durch
den Prüfkopf i und durch den Luftm°ngenmesser h hindurchgesaugt. Gewl>linllch
werden Widerstandsmessungen bei einem Luftdurchlaß von 30 1/min durchgeführt. Der
in die Leitung zwischen dem Prüfkopf i und dein Luftmengenmesser k eingeschaltete
Widerstandsmesser in gibt dann den hinter dem zu prüfenden Gerät entstehenden
Unterdruck an.
-
Bei Masken und Filtern ist es zweckmäßig, den Widerstand auf Unterdruck
zu prüfen, da man feststellen will, wieviel Widerstand das Filter und auch die '.Maskenwege
der Einatmung entgegensetzen. Es ist ein besonderer Vorteil der neuen Prüfeinrichtung,
daß mit dem Widerstand des Filters gleichzeitig der Widerstand des Einatemventils
geprüft wird. Da man im übrigen den Widerstand eines neuen Filters kennt, kann bei
der Unterdruckprüfung gleichzeitig festgestellt werden, ob das Ausatemventil der
Staubmaske dicht ist. Wenn der abgelesene Widerstand geringer ist als,der festliegende
Widerstand des zu prüfenden Filters, so kann man hieraus schließen, daß das Ausateinventil
undicht ist.
-
Eine besonders zweckmäßige Ausführungsform zeigen die Abb. 6 bis 9.
Bei dieser Ausführungsform ist ein Staubsauger 1i bekannter Bauart in einen gasdicht
verschließbaren Behälter o eingesetzt, an dem die verschiedenen Apparaturen, nämlich
ein Luftinengenniesser p, ein Druckmesser q,
ein Saugtrichter r, die
Dreiweghähne s und t, ein Druckmesser u und ein Prüfkopf
v, nebst kurzen Rohrleitungen angeordnet sind. Diese Anordnung hat den Vorteil,
daß jede längere Leitung vermieden ist und daß das ganze Gerät klein, handlich und
leicht tragbar wird. Außerdem läßt sich das neue Gerät einfacher herstellen und
gestattet die Benutzung größerer Staubsauger oder größerer Luftfördereinrichtungen.
Je nachdem, ob der Widerstand bei Vber- oder bei Unterdruck gemessen werden soll,
wird der Druckstutzen <<, des Staubsaugers n niit dem ins Freie führenden
Rohr x oder aber der Saugstutzen y des Staubsaugers rt, wie mit punktierten Linien
angedeutet, mit dem ins Freie führenden Rohr x verbunden. Auf diese Weise entsteht
in denn geschlossenen Behälter o entweder ein Unterdruck oder ein L'berdruck, der
an dem auf dem Behälter angeordneten Druckmesser q abgelesen werden kann. Die Reinigungsbürste
kann in diesem Falle unmittelbar am Tolif untergebracht werden. Die Meßeinrichtung
nebst Prüfkopf wird unabhängig vom Saugtrichter am ;Behälter o befestigt. Wird mit
dem Gerät bei Unterdruck gearbeitet, darin «-erden die Absperrhähne s und t in die
in Abb. 7 gezeigte Stellung gebracht, soll das Gerät zur Messung bei Überdruck dienen,
.dann werden die Absperrhähne, wie Abb. 9 zeigt, eingestellt. Die Einrichtung gestattet
das Anbringen von beliebig vielen Abzapfstellen. Man kann ,also z. B. mehrere Saugtrichter
bzw. mehrere Reinigungsbürsten anbringen und so gleichzeitig mehrere Filter oder
andere Gegenstände behandeln. Der Behälter o .dient gleichsam als große Erweiterungsleitung
des Staubsaugers n.