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Verfahren und Einrichtung zur Dichteregelung von Säften, insbesondere
der Zuckerindustrie Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Einrichtung zur
Dichteregelung von Säften, insbesondere der Zuckerindustrie. Bei der Herstellung
des Zuckers aus der Rübe ist es wesentlich, den Fabrikationsgang so gleichmäßig
wie möglich durchzuführen. Dies gilt besonders für die Verdampfanlage, deren Endprodukt
der Dicksaft ist, der dauernd den gleichen Brixgehalt besitzen soll und vor allem
nicht unter einen bestimmten Wert fallen soll, um den damit verbundenen erhöhten
Dampfverbrauch zu vermeiden. Durch die ungleichmäßige Entnahme von Brüden aus der
Verdampfstation, z. 13. zum Verkochen, sind jedoch Schwankungen im Brixgehalt des
Dicksaftes nicht zu vermeiden.
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Dieser Übelstand wird durch das gemäß der Erfindung vorgeschlagene
Verfahren und die Einrichtung zur Ausübung desselben vermieden. Die wesentlichen
Merkmale des Verfahrens nach der Erfindung bestehen darin, daß der gesamte Saft
oder ein Teil desselben, z. B. aus der Verdampfstation, in einen Saftbehälter gelangt,
aus dem ein Teil des diesem zugeführten Dicksaftes durch ein Wiegegefäß geführt
wird, durch dessen Ausschlag der Ablauf des gesamten Dicksaftes aus dem Saftbehälter
entweder in den Dicksaftkasten oder aber
zurück in die letzte Verdampfstufe
geleitet wird. Die wesentlichen Merkmale der Einrichtung nach der Erfindung bestehen
darin, daß ein Saftbehälter mittels an seinen Querwänden angeordneten Schneiden
pendelnd gelagert ist, und daß parallel zur Längsachse des Saftbehälters und seitlich
von ihm ein Wiegegefäß, z. B. in Form einer geschlossenen Trommel angeordnet ist,
dessen Enden mit dem Saftbehälter durch zwei Rohre fest verbunden sind, während
auf der entgegengesetzten Seite des Saftbehälters ein mit diesem fest verbundener
Bügel mit darauf verschiebbaren Gegengewichten vorgesehen ist. Ferner darin, daß
der Saftbehälter durch Zwischenwände in vier Kammern unterteilt ist, wobei an die
erste Kammer und die letzte Kammer die Verbindungsrohre zum Wiegegefäß, an die dritte
Kammer der Ausflußstutzen und an die zweite Kammer der Überlaufstutzen angeschlossen
sind, während die Ausflußrohre aus dem Saftzuleitungsrohr in die Kammern frei einmünden,
wobei die Höhen der Zwischenwände des Saftbehälters von der Kammer aus der Reihe
nach abfallen, und daß der Auslaufstutzen in einem parallel zur Längsachse des Saftbehälters
angeordneten Schlitz endet, der über der Zwischenwand eines darunter angeordneten
Ablaufkastens pendelt, und daß die eine der in dem Ablaufkasten durch die Zwischenwand
abgeteilten Kammern an den Dicksaftkasten und die andere Kammer an die Rückführungsleitung
zur letzten Verdampfstufe angeschlossen ist, wobei der Auslauf des Überlaufes in
die erstere oder die letztere münden kann.
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Die Zeichnung zeigt schematisch und beispielsweise die Einrichtung
gemäß der Erfindung.
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Abb. i zeigt eine Seitenansicht der Einrichtung; Abb. 2 zeigt einen
Querschnitt der Einrichtung; Abb. 3 zeigt eine Draufsicht auf die Einrichtung; Abb.
4 zeigt eine Draufsicht auf den Ablaufbehälter.
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Erfindungsgemäß ist der Saftbehälter A mittels an seinen. Querwänden
angeordneten Schneiden i in den im Gestell C vorgesehenen Schneidelagern 2 pendelnd
gelagert. An ihm ist das Wiegegefäß B angeordnet, das z. B. als parallel zur Längsachse
des Saftbehälters A und seitlich von ihm angeordnete geschlossene Trommel ausgebildet
ist. Die Enden der Trommel B sind mit dem Saftbehälter A
durch zwei
Rohre 3, 4 fest verbunden. Auf der entgegengesetzten Seite des Saftbehälters A'
ist ein mit diesem fest verbundener Bügels mit darauf verschiebbaren Gegengewichten
6 vorgesehen.. Im Scheitel der Trommel B sind Entlüftungsrohre 21, die zum Saftbehälter
A führen, angeschlossen. Die Entlüftungsrohre 21 können entfallen, wenn das Rohr
4 tangential von dem Scheitel der Trommel B abgeführt wird. Der Saftbehälter A ist
durch die Zwischenwände 7, 8, g in vier Kammern io, i i, 12, i3 unterteilt, wobei
an die erste Kammer io und die letzte Kammer 13 die Verbindungsrohre 3, 4 zum Wiegegefäß
B, an die dritte Kammer 12 der Ausflußstutzen 16 und an die zweite Kammer i i der
Überlaufstutzen 17 angeschlossen sind, während die konischen Ausflußrohre 14 und
15 aus dem Saftzuleitungsrohr G in die Kammern io und 12 frei einmünden. Die Höhen
der Zwischenwände 7, 8, 9 des Saftbehälters A fallen von der Kammer io aus der Reihe
nach ab. Der Auslaufstutzen'16 endet in einem parallel zur Längsachse des Saftbehälters
A angeordneten Schlitz, der über einer darunter angeordneten Zwischenwand 18 eines
Ablaufkastens D pendelt. Von den im Ablaufkasten D durch die Zwischenwand i8 abgeteilten
zwei Kammern ist die Kammer i9 mit Stutzen E an die Leitung zum Dicksaftkasten angeschlossen,
während die Kammer 2o mit dem Stutzen F an die Rückführrohrleitung zur letzten Verdampfstufe
anschließt. Der Auslauf des Überlaufes i i mündet hier in die Kammer 20, kann aber
ebensogut in die Kammer i9 münden. Zweckmäßig ist der Bügel 5 mit einer Dämpfungsvorrichtung
H bekannter Bauart, die hydraulisch oder pneumatisch sein- kann, versehen und im
Gestell C Anschläge J für die Grenzausschläge des Gefäßes B angeordnet.
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Der Dicksaft, dessen spezifisches Gewicht zu regeln ist und der normal
z. B. eine Dichte von 6o° Brix besitzen soll, und dessen Brixgehalt vor allem nicht
kleiner sein soll als gewünscht, fließt durch das Rohr G der Einrichtung zu. Durch
den konischen Stutzen 15 gelangt ein Teil des Dicksaftes in den Auslaufstutzen 16
des Saftbehälters A, während durch den konischen Stutzen 14 der Rest des zufließenden
Dicksaftes in die Kammer io des Saftbehälters A gelangt. Durch das Rohr 3 fließt
der Dicksaft aus der Kammer io in das Wiegegefäß B und aus diesem durch das Rohr
4 in die Kammer 13 und über die Zwischenwand 9 in den Auslaufstutzen 16 des Saftbehälters
A. je nach dem Brixgehalt des Dicksaftes ändert sich das Gewicht des Wiegegefäßes
B, und dieses schlägt nach oben oder unten pendelnd aus. Der Ausschlag des Wiegegefäßes
B wird über den Saftbehälter A auf den Auslaufstutzen 16 übertragen, aus dem der
gesamte Dicksaft, wenn schwer genug, in die Kammer ig des Ablaufkastens D und von
dort in den Dicksaftkasten gelangt, oder aber, wenn zu leicht, in die Kammer 20
und von dieser zurück zur letzten Verdampfstufe geleitet wird. Die Einstellung des
Dicksaftreglers erfolgt so, daß der Auslaufstutzen 16 immer bis oben gefüllt ist,
wobei es auf das Ergebnis ohne Belang ist, wenn immer geringe Saftmengen durch den
Überlauf fließen. Das Vibrieren des Wiegesystems wird durch die Dämpfungsvorrichtung
H vermieden.
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Durch das Verfahren und die Einrichtung gemäß der Erfindung wird eine
gleichmäßige Dichte des Dicksaftes, welcher dem Dicksaftkasten zufließt, erzielt.
Die Einrichtung besitzt im Gegensatz zu anderen bekannten Meßeinrichtungen keine
größerem Verschleiß unterworfenen bewegten Teile, wodurch ein genaues Arbeiten über
größere Zeiträume, z. B. eine Kampagne, gewährleistet ist. Die Einrichtung gemäß
der Erfindung ermöglicht ein Durchfließen des Saftes ohne Verwirbelungen und Stöße,
das Wiegegefäß ist stets nach wenigen Sekunden mit frischem Saft gefüllt, so daß
die Saftkontrolle einwandfrei und ohne Verzögerung erfolgt.
Da:
-erfahren und die Einrichtung gemäß der Erfindung kann bei sämtlichen Säften der
Zuckerilidustrie, z. B. bei der Auflösung von Zucker, und auch der chemischen Industrie
vorteilhaft zur Anwendung gelangen.