DE852096C - Verfahren zur Herstellung eines als Duengekalk geeigneten Branntkalks - Google Patents
Verfahren zur Herstellung eines als Duengekalk geeigneten BranntkalksInfo
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Description
- Verfahren zur Herstellung eines als Düngekalk geeigneten Branntkalks Insbesondere beim Düngekalk besteht das Bestreben, ihn in möglichst körniger Form herzustellen und zum Verkauf zu bringen, da das körnige Düngemittel dem staubförmigen gegenüber mancherlei Vorteile bietet. Als solche wären beispielsweise zu nennen i. handlichere Verwendung, 2. Verringerung der Belästigung sowie der gesundheitsschädlichen Wirkung auf den Verbraucher, 3. Vermeidung von Verlusten durch Wind.
- Von den Granalien verlangt man: i. eine gewisse Festigkeit gegenüber Beanspruchungen bei dem Transport und der Lagerung, 2. eine reaktionsfähige Form gegenüber dem Boden, 3. eine Körnung, deren untere Grenze bei etwa 0,2 mm und deren obere Grenze bei etwa 3 mm liegt. Es liegt auf der Hand, daB sich ein derartiger Düngekalk nicht einfach durch Krümeln von gemahlenem gebranntem Kalk, unter Wasserzusatz herstellen läBt, da das zugesetzte Wasser das Ablöschen des gebrannten Kalks herbeiführen würde. Es ist aber der Branntkalk gerade derjenige der Kalkdüngemittel, bei dem es infolge seiner ätzenden Eigenschaften besonders wertvoll wäre, ihn in körniger Form herstellen und verwenden zu können.
- Es wurde nun gefunden, daB man als Düngekalk geeigneten körnigen Branntkalk dadurch herstellen kann, daB man feinen Kalkstein, ein Gemisch von feinem Kalkstein und gelöschtem Kalk oder auch Löschkalk allein granuliert und danach brennt. Die Granulierung des Kalksteinmehles bzw. des Gemisches von feinem Kalkstein und Löschkalk oder auch des Löschkalks allein kann -dabei in an sich bekannter Weise durch Bedüsen mit Wasser oder einer anderen geeigneten Flüssigkeit in bekannten Granuliereinrichtungen, beispielsweise Mischtrommeln, -schnecken - od. dgl. Einrichtungen, erfolgen. Als besonders vorteilhaft hat sich die Krümelung in exzentrisch bewegten Vorrichtungen erwiesen. Es gelingt hierbei, sowohl aus Kalksteinmehl als auch aus einem Gemisch von feinem Kalkstein und gebranntem Kalk oder auch Löschkalk allein haltbare Granalien beispielsweise in der Korngröße von etwa 0,5 bis 3 mm herzustellen. Aus diesen Granalien kann sodann durch Brennen in geeigneten Apparaturen ein' körniges Produkt, das zur Verwendung als Düngekalk hervorragend geeignet ist, gewonnen werden. Die Arbeitsweise nach der Erfindung hat noch den weiteren Vorteil, daß hierdurch feinkörnige kalksteinabfälle, deren Weiterverarbeitung bisher vielfach recht problematisch war, nutzbringend verwendet werden können. Ebenfalls können als Ausgangsprodukte für das Verfahren gemäß der Erfindung z. B. Kalkschlämme sowie feinkörnige Kalkabgänge aus Klassieranlagen, kalkverarbeitenden Industrien, Carbidschlämme od. dgl. benutzt werden. Zum Brennen des granulierten Kalksteins oder Gemisches aus feinem Kalkstein und Löschkalk oder des Löschkalks allein hat sich besonders das Sinterband als geeignet erwiesen. Man' hat zwar schon versucht, aus feinem Kalkstein Baukalk in der Weise herzustellen, daß der feine Kalkstein innig mit feinverteiltem Brennstoff gemischt in dünner Schicht auf eine Unterlage von gebranntem Kalk aufgegeben, das so erhaltene Bett mit einer dritten Lage aus Brennstoff bedeckt, das gesamte Aufgabegut gezündet und hierauf Luft durch das gesamte Material hindurchgeleitet wurde. Dies erfolgte nach dem bekannten Vorschlag auf einem Sinterband der üblichen Konstruktion, jedoch war das erhaltene Produkt als Baukalk nicht verwendbar, da es neben zu schwach und normal gebrannten Anteilen auch überbranntes Gut enthielt, das bei seiner Verwendung zu Bauzwecken zum Treiben Anlaß gibt, da der totgebrannte Kalk nur sehr langsam ablöscht. Bei diesem bekannten Verfahren erfolgte weiterhin keine Granulierung des Kalksteinmehles vor der Aufgabe auf das Sinterband. Ferner sollte der auf diese Weise erzeugte Kalk nicht für Düngezwecke verwendet werden.
- Wenn auch das Brennen der Granalien auf dem Sinterband unter Zusatz von festem Brennstoff ein geeignetes Produkt erzielen lä,ßt, so hat es sich doch als besonders vorteilhaft erwiesen, zum Brennen der Granalien das gasbeheizte Sinterband zu verwenden. Bei dieser Arbeitsweise werden die Granalien ohne Zusatz von Brennstoff oder mit nur geringem Brennstoffzusatz auf einer bekannten Sintervorrichtung, z. B. einem Sintertopf oder einer Sinterpfanne, oder auch geraden oder runden Sinterapparaten, z. B. Lurgigeräten, durch Hindurchleiten heißer Gase bzw. Abgase gebrannt, nachdem sie gegebenenfalls z. B. auf dem Band getrocknet worden sind. Die gebrannten Granalien sind, wie Versuche ergeben haben, fest und vollkommen durchgebrannt. Sie verlieren weder ihre Form während des Brennens, noch zerfallen sie nachträglich, wenn man sie möglichst unter Luftabschluß aufbewahrt. Wie die Analysen ergaben, liegt der Restgehalt an Ca C 03 unter i0/" während die eingangs genannten Voraussetzungen zu einer Verwendung als Düngemittel ebenfalls gegeben sind.
- Beispiel Kohlensaurer Kalk mit 9o bis 95% CaC03 Gehalt wurde zunächst in einem Eirichmischer mit der notwendigen Wassermenge bedüst.
- Bereits hierbei bildeten sich gelegentlich lockere Granalien. Nachdem die für die Granalien erforderliche Wassermenge zugesetzt war, wurde die Mischung in einem geeigneten Granuliergefäß gekrümelt. Eine Siebanalyse der Granalien hatte folgendes Ergebnis:
Die Granalien wurden hierauf ohne Brennstoffzusatz auf eine Sinterpfanne aufgegeben, wobei ein Rostbelag in der Regel nicht notwendig ist. Das Brennen erfolgte mittels heißer Gase von etwa goo bis iioo°, die in Richtung von oben nach unten durch die Beschickung hindurchgeführt wurden. Es entstanden recht feste und vollständig durchgebrannte Körner, deren Ca C 03 Gehalt unter i0/, lag. Die Granalien hatten nach dem Brennen die folgende KörnungMaschenweite Kalksteingranalien mm getrocknet 0/0 0,2 1,3 o,2 bis 0,43 1,2 0,43 bis 1 50,6 i bis 2 42,5 2 bis 3 4,1 3 0,3 woraus, wie ein Vergleich ergibt, ersichtlich ist, daß ein Zerplatzen der Granalien nicht eingetreten ist.Maschenweite Kalksteingranalien mm gebrannt 0/0 0,2 017 o,2 bis o,43 o,6 o,43 bis 1 47,6 i bis 2 45,0 2 bis 3 5,3 3 oß,
Claims (4)
- PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Herstellung eines als Düngekalk geeigneten Branntkalks, dadurch gekennzeichnet, daß feiner Kalkstein oder ein Gemisch von feinem Kalkstein und Löschkalk oder auch Löschkalk allein unter Zusatz von Wasser oder einer anderen geeigneten Flüssigkeit granuliert und hierauf unter Wärmezugabe vorzugsweise auf einem Sintergerät gebrannt wird.
- 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß zum Brennen der Granalien ein gasbeheiztes Sinterband verwendet wird, auf das das zu brennende Gemisch ohne Brennstoffzusatz oder mit nur geringem Brennstoffgehalt aufgegeben wird.
- 3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß zum Brennen des Aufgabegutes heiße Gase bzw. Abgase mit Temperaturen zwischen etwa goo und iioo° benutzt werden.
- 4. Verfahren nach den Ansprüchen i bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen die Krümelung und das Brennen eine Trocknung der Granalien eingeschaltet wird.
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