DE852152C - Herstellen von Formteilen bzw. Umkleidungen unter Verwendung von unter Hitze und Druck haertenden Kunstharzen - Google Patents
Herstellen von Formteilen bzw. Umkleidungen unter Verwendung von unter Hitze und Druck haertenden KunstharzenInfo
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Description
- Herstellen von Formteilen bzw. Umkleidungen unter Verwendung von unter Hitze und Druck härtenden Kunstharzen Die Erfindung bezieht sich auf das Herstellen von Formteilen bzw. von Umkleidungen unter Verwendung von unter Hitze und Druck härtenden Kunstharzen.
- Handgriffe und ähnliche Teile, wie z. B. Steuerknüppel für Flugzeuge, Lenkräder für Kraftfahrzeuge, werden oft durch Pressen von Hartgummimischungen oder durch Umpressen von entsprechenden Gerippen aus Metall oder gegebenenfalls auch Holz mit diesen Werkstoffen hergestellt. Beim Herstellen von Lenkrädern z. B. belegt man zunächst die zu umpressenden Metallteile mit vorgeformten Gummistücken und preßt und vulkanisiert dann das Ganze unter Erwärmung in sogenannten Abquetschformen. Die gleichen für Gummiverarbeitung üblichen Abquetschformen hat man auch zur Verarbeitung von Acetylcellulose vorgeschlagen, wobei man die zu verpressende Masse in Form eines Vorformlings in die Form eingebracht hat.
- Die Verwendung dieser füllraumlosen Abquetschformen hält man jedoch nur bei verhältnismäßig leicht fließenden Stoffen für anwendbar. Die Erfindung beruht auf der überraschenden Erkenntnis, daß sich in diesen Formen auch ein mit in Wasser löslichem, unter Hitze oder Druck härtendem Kunstharz getränkter Papierfaserfilz, also ein in Fachkreisen nicht mehr als nennenswert verformbar angesehener Stoff, auf dem Weg über Vorformlinge verpressen läßt. Dabei fließen sogar verhältnismäßig schwierige Formen ohne Schwierigkeiten aus.
- Bei dieser Gelegenheit konnte noch folgendes beobachtet werden: Bei den nach dem bekannten Verfahren hergestellten Teilen aus umkleideten Gerippen ist der Träger der mechanischen Festigkeit, welche ja vor allem bei Lenkrädern und ähnlichen Teilen ausschlaggebend für deren Güte ist, durchweg das umkleidete Gerippe. Die aufgebrachte Umkleidung dient nur zum Schutz der Hand, zur Formgestaltung oder höchstens zu einer gewissen Verstärkung des Gerippes. Die vorliegende Erfindung ermöglicht es, letztere äußerst schwach auszubilden oder sogar auch Formteile, wie Lenkradkränze, ganz aus dem beim Pressen außerordentlich fest werdenden getränkten Papierfaserfilz unter Weglassen jeder Einlage herzustellen. Dies wirkt sich im Hinblick auf die Massenfertigung der erwähnten Teile natürlich in Form von Einsparung an Gewicht bzw. an Stoff- und Fertigungskosten aus. Durch die neue Möglichkeit der Verarbeitung des billigen Rohstoffs (die Cellulose kann nämlich in den als Nebenprodukt anderer Fabrikationen anfallenden Stücken eingesetzt werden) ergibt sich auf dem Stoffgebiet eine besonders erhebliche Einsparung.
- Gemäß der Erfindung hergestellte Formteile oder Umkleidungen sind hinsichtlich Wärmebeständigkeit, insbesondere Tropenfestigkeit, hinsichtlich Widerstandsfähigkeit gegenüber schroffem Temperaturwechsel und gegenüber mechanischen Beanspruchungen allen anderen auf diesem Gebiet bekannten Erzeugnissen überlegen.
- Bisher bestand in Fachkreisen ein starkes Vorurteil gegen die Verwendung von getränkter Cellulosepappe für die beschriebenen Zwecke. Es gründet sich auf die allgemein beobachtete unzureichende Verformbarkeit dieses Werkstoffs. Diese zeigt sich schon z. B. bei Anwendung von Füllformen für diese Masse. Um so aussichtsloser mußte daher die Anwendung von Abquetschformen erscheinen.
- Gemäß der Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß der mit dem Kunstharz getränkte, in Form von Pappe zur Verwendung gelangende Papierfaserfilz als der endgültigen Gestalt der Formteile und Umkleidungen angenäherte Vorformlinge oder Vorformlingsteile in die Abquetschformen eingebracht und dort unter Hitze und Druck verpreßt wird. Das Verschweißen der Vorformlingsteile gelingt hierbei völlig einwandfrei, da die nach der für diesen Werkstoff üblichen Weise in Füllformen bei niedrigen Temperaturen vorgept'eßten Vorformlinge noch stark reaktionsfähig sind. Ferner läßt sich das überschüssige Material genügend abquetschen und der Preßgrat leicht entfernen.
- Zur beliebigen Abwandlung des an sich schon im Naturzustand sehr gefälligen Aussehens lassen sich auf die erhaltenen Preßteile auch ohne weiteres Kunstharz- oder andere Lacke jeder Farbtönung bei Einbrenntemperaturen bis 14o° C auftragen.
- Im Falle der Herstellung von Radkränzen für Lenkräder oder von ähnlichen Formteilen hat es sich als zweckmäßig erwiesen, daß die getränkte Pappe in Form von langen Streifen und, gegebenenfalls mehrlagig gewickelt, hochkant in die Vorform eingebracht wird.
Claims (4)
- PATE NTANSPRCCIifi: i. Verwendung von mit in Wasser löslichen, unter Hitze und Druck härtenden Kunstharzen getränktem und zu Vorformlingen verarbeitetem Papierfaserfilz zum Herstellen von Formteilen in Abquetschformen.
- 2. Verwendung von mit in Wasser löslichen, unter Hitze und Druck härtenden Kunstharzen getränktem und zu Vorformlingen verarbeitetem Papierfaserfilz zur Herstellung von Umkleidungen für Metallgerippe, wie solchen von Lenkrädern in Abquetschformen.
- 3. Verfahren zum Herstellen der Formteile und Umkleidungen gemäß Anspruch i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der mit dem Kunstharz getränkte Papierfaserfilz in Form von der endgültigen Gestalt angenäherten Vorformlingen oder Vorformlingsteilen in die Abquetschformen eingebracht wird.
- 4. Verfahren zum Herstellen von Vorformlingen für das Verfahren nach Anspruch 3 im Falle der Herstellung von Radkränzen von Lenkrädern oder ähnlichen Formteilen, dadurch gekennzeichnet, daß der als Pappe vorliegende getränkte Papierfaserfilz in Form von langen Streifen und, gegebenenfalls mehrlagig gewickelt, hochkant in die Vorform eingebracht wird.
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