DE853035C - Kippschaltung mit mehreren stabilen Lagen - Google Patents
Kippschaltung mit mehreren stabilen LagenInfo
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Description
(WiGBl. S. 175)
AUSGEGEBEN AM 20. OKTOBER 1952
N 1024 VIIIa j 21g
Die Erfindung bezieht sich auf eine ,Elektronenröhrenschaltung.
In manchen Fällen, wie z. B. bei selbsttätigen Fernsprechsystemen, Echosperren, Meßschaltungen,
Steuerschaltungen od. dgl., besteht ein Bedürfnis nach einer Vorrichtung, mit der die Größe einer
Gleichspannung trennscharf ermittelt werden kann, in dem Sinne, daß feststellbar ist, ob die geprüfte
Spannung innerhalb oder außerhalb eines bestimmten Spannungsintervalls liegt, z. B. indem ein Relais
anspricht, wenn die Spannung innerhalb bestimmter Grenzwerte liegt, und nicht anspricht, wenn die
Spannung größer ist als der höchste oder kleiner als der niedrigste Grenzwert ist. Es ist dabei erwünscht,
daß die Grenzwerte scharf definiert sind, d. h. daß die,Ausgangsspannung oder der Ausgangsstrom
der Schaltung einer großen Änderung unterliegt, wenn die Prüfspannung bei Änderung einen
Grenzwert passiert, und außerdem soll der Grenzwert derselbe sein, wenn die Spannung in steigendem
oder in abnehmendem Sinne geändert wird.
Es ist bereits eine Schaltung zum Vergleichen zweier Spannungen vorgeschlagen worden, bei der
bei zwei bestimmten Grenzwerten des Spannungsunterschieds eine steile Änderung der Ausgangs-
spannung oder des Ausgangsstroms durch Rückkopplung erzielt wird. Bei dieser Schaltung werden
die zu vergleichenden Spannungen Steuergittern zweier Entladungsröhren zugeführt, deren gemeinsamer
Kathodenkreis eine dritte Röhre enthält. Eine Steuerelektrode einer vierten Röhre ist über einen
Gleichrichter mit den Anodenkreisen der zwei ersten Röhren gekoppelt, und die vierte Röhre ist weiter
derart mit der dritten Röhre gekoppelt, daß Rückkopplung auftritt. Wenn der Eingangsspannungsunterschied
geringer als ein bestimmter Schwellen-
wert ist, sind die Gleichrichter gesperrt, und der
Rückkopplungsfaktor ist Null. Übersteigt der absolute Wert des Eingangsspannungsunterschieds
einen Schwellenwert, so wird einer der Gleichrichter leitend und der Rückkopplungsfaktor etwa
gleich i, so daß eine sehr geringe Änderung einer der Eingangsspannungen eine große Änderung des
die vierte Röhre durchfließenden Stroms zur Folge hat.
xo Die Erfindung schafft eine Schaltung, die einfacher ist und weniger Röhren als die vorerwiähnte
Schaltung enthält. Die Schaltung nach der Erfindung ist eine Kippschaltung mit drei stabilen Lagen.
Die Ausgangsspannung dieser Schaltung geht bei stetigerÄnderung der Eingangsspannung sprunghaft
von einer zu einer anderen Gleichgewichtslage über. Es wird eine Schaltung an sich bekannter Art verwendet,
bei der die Steuerspannung einer Steuerelektrode einer ersten Entladungsröhre zugeführt
wird, von der ein Ausgangskreis aperiodisch mit einer Steuerelektrode einer zweiten Entladungsröhre
und ein Ausgangskreis der zweiten Röhre derart aperiodisch mit einem Eingangskreis der ersten
Röhre gekoppelt ist, daß positive Rückkopplung auftritt. Eine derartige Schaltung wird manchmal
Triggerschaltung genannt. Die Triggerschaltung kann z. B. derart sein, daß eine Steuerelektrode einer
jeden Röhre über eine Batterie oder mit Hilfe einer Spannungsteilerschaltung mit einem Punkt eine?
Ausgangskreises, z. B. eines Anodenkreises oder eines Schirmgitterkreises, der anderen Röhre gekoppelt
ist. Auch ist eine Schaltung verwendbar, bei der die Kathodenkreise der Röhren einen gemeinsamen
Widerstand haben und nur die Steuerelektrode der ersten Röhre mit einem Ausgangskreis
der anderen Röhre gekoppelt ist.
Es ist bereits bekannt, bei einer derartigen Schaltung die Teile derart zu wühlen, daß der Rückkopplungsfaktor
etwa gleich 1 ist. Diese Schaltungen haben jedoch nur eine einzige Schwelle.
Die Schaltung nach der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß der Kopplungskreis zwischen dem
Ausgangskreis der ersten Röhre und der Steueielektrode der zweiten Röhre eine Parallelschaltung
zweier Zweige mit je einem Gleichrichter enthält, die in entgegengesetztem Sinne polarisiert und mit
einer derartigen Vorspannung beaufschlagt sind, daß der erste Gleichrichter leitend ist, wenn die
Steuerspannung einen bestimmten ersten Grenzwert übersteigt, und der zweite Gleichrichter leitend ist,
wenn dieSteuerspamiming niedriger als ein bestimmter
zweiter Grenzwert ist, der niedriger als der erste Grenzwert ist, und der Rückkopplungsfaktor wenigstens
nahezu gleich 1 ist, wenn einer der Gleichrichter und die beiden Röhren leitend sind.
Der Rückkopplungsfaktor ist Null oder wenigstens sehr niedrig, wenn die beiden Gleichrichter
gesperrt sind, d. h. falls die ,zu prüfende Spannung
einen zwischen den beiden Grenzwerten liegenden Wert hat.
Gemäß der weiteren Erfindung ist bei einer bestimmten Ausführungsform der Schältung zwischen
zwei Punkten konstanten; Potentials ein Spannungsteiler geschaltet, und es ist zwischen zwei Punkten
dieses Spannungsteilers die Reihenschaltung der zwei Gleichrichter geschaltet, und der Verbindungspunkt der Gleichrichter ist mit einem Punkt des
Äusgangskreises der ersten Entladungsröhre und die ,Steuerelektrode der zweiten Röhre mit einem
weiteren Punkt des Spannungsteilers verbunden.
Bei einer anderen Ausführungsform ist zwischen einem Punkt des Ausgangskreises der ersten Entladungsröhre
und einem Punkt konstanten Potentials ein Spannungsteiler geschaltet, von dem ein
Teil durch die Reihenschaltung der Gleichrichter überbrückt wird. Der Verbindungspunkt der Gleichrichter
ist mit der Steuerelektrode der zweiten Röhre verbunden, und die Steuerelektrode ist weiter
über wenigstens einen Widerstand mit einem Punkt konstanten Potentials verbunden.
Vorzugsweise wird die Ausgangsspannung einem Punkt entnommen, der mit einem Punkt eines Ausgangskreises
einer jeden Röhre über einen Gleichrichter gekoppelt ist, wobei die Gleichrichter derart
polarisiert sind, daß der Punkt stets entweder dem höchsten oder dem niedrigsten der Potentiale der
Punkte der Ausgangskreise der Röhren folgt.
Die Erfindung wird an Hand der Zeichnung beispielsweise näher erliäutert.
Fig. i, 3, 4 und 5 stellen einige Ausführungsl>eispiele
von Schaltungen nach der Erfindung dar;
Fig. 2 a und 2 b zeigen Diagramme, mit denen die Wirkungsweise der Schaltungen erläutert wird.
Bei der Schaltung nach Fig. 1 wird die zu prüfende
Spannung dem Steuergitter der Röhre B1 zugeführt. Der Kathodenkreis der Röhren B1 und B2
enthält einen gemeinsamen Widerstand R1. Die Anoden dieser Röhren werden über die Widerstände
R2 und R3 aus einer Spannungsquelle V2
gespeist.
Das Steuergitter der Röhre B2 ist über die Reihenschaltung
dies Gleichrichters g2 und der Batterie Ba
mit dem Punkt 2 des Anodenkreises (der Röhre B1
verbunden. Zwischen den Punkt 2 und die An-· zapfung ο der Batterie ist der Gleichrichter ^1 geschaltet.
Das Steuergitter von B2 ist weiter über den Widerstand i?4 mit dem Punkt 7 des zwischen
die Spannungsquellen V1 und V2 geschalteten Spannungsteilers
R5, Re, R1 verbunden.
Das Steuergitter einer Hilfsröhre B3 ist über den
AbleitungSTviderstand R8' und die Gleichrichter g3
und g4 mit den Anoden von B1 und B2 gekoppelt. Der
Ableitungswiderstand R8' verhütet, daß das Steuergitter
ein hohes positives Potential gegenüber der Kathode annimmt. Die Gleichrichter sind derart
polarisiert, daß das Steuergitter das höchste der Potentiale der Punkte 2 und 3 annimmt. Infolge
des vorhandenen Ableitungswiderstands R8 zwischen
dem Punkt 4 und der Spannungsquelle V1 bleibt immer wenigstens einer der Gleichrichter
leitend. Die Kathode von B3 ist mit dem Punkt 8
des Spannungsteilers R5, R6, R1 verbunden. Die
Widerstände R5, R6 und R1 sind derart bemessen,
daß die Potentiale der Punkte 7 und 8 nur in geringern Maße vom Emissionsstrom der Röhre B3
beeinflußt werden. Der Anodenkreis von B3 enthält
die Wicklung des Prüfrelais Ti?.
Die Wirkungsweise dieser Schaltung ist folgende: Die Röhre B1 ist gesperrt, wenn dem .Steuergitter
eine verhältnismäßig niedrige Prüfspannung F0 zugeführt
wird, und die Anodenspannung am Punkt 2 ist dann gleich V2. Das Potential des Punkts 7 ist
niedriger als das Potential V2 abzüglich der Spannung
der Batterie B0; der Gleichrichter g2 ist dann
ίο leitend, wodurch das Steuergitter von B2 ein verhältnismäßig
hohes Potential hat und B2 leitend ist. Das Potential des Steuergitters von B3 hat also
einen verhältnismäßig hohen Wert, so daß Relais TR erregt ist.
Wird darauf das Potential des Steuergitters von B1 gesteigert, so wird bei einer bestimmten Grenzspannung
Vgl die Röhre JS1 leitend, und es sinkt die
Spannung am Punkt 2 und somit das Potential des Steuergitters von /i.,. Da sich das Potential des
Steuergitters von B2 in absolutem Sinne mehr ändert
als das Potential des Punkts 1, nimmt der B2 durchfließende
Strom mehr ab, als der B1 durchfließende Strom zunimmt, so daß der >Spannungsfall über den
Kathodenwiderstand R1 sinkt.
Die Spannung über R1 ist im Gitterkreis der
Röhre B1 wirksam, und zwar in solchem Sinne, daß
die Änderung des Steuergitterpotentials unterstützt wird, so daß eine Rückkopplungswirkung entsteht.
Der Verlauf des Anodenstroms der Röhren B1 und B2
ist in Fig. 2 a mit den Kurven Ia1 und ia2 als
Funktion der Eingangsspannung V0 dargestellt, wobei
letztere in einer relativen Skala abgesetzt ist. Fig. 2 b zeigt den Verlauf der Anodenspannungen
F01 und Vtt2. Durch passende Wahl der Teile der
Schaltung ist der Rückkopplungsfaktor auf den Wert ι eingestellt, so daß eine äußerst geringe
Änderung der Eingangsspannung V0 beim Schwellenwert
Fgl eine große Änderung des Stroms iax
durch die Röhre B1 zur Folge hat.
Der die Röhre B1 durchfließende Strom nimmt
sehr steil zu, bis das Potential des Punkts 2 abzüglich der Spannung der Batterie Ba gleich dem Potential
des Punkts 7 ist. Infolge des Potentialabfalls des Punkts 4 wird die Röhre B3 gesperrt und das
Relais Ti? aberregt.
Der Vorgang ist vollkommen umkehrbar, wenn der Rückkopplungsfaktor gleich 1 oder kleiner als ι
ist, d. h. in diesem Fall gehört zu jedem Wert der Spannung F0 nur ein Wert von iax oder von ia2.
Wenn jedoch der Rückkopplungsfaktor größer als 1 ist, ändern sich die Ströme bei einer Zunahme von
F0 gemäß den mit ausgezogenen Linien angedeuteten ,Kurven Ja1 und ia2 und bei einer Abnahme gemäß
den gestrichelten Kurven Ia1' und ia2'. Die
Schwelle ist dann also nicht eindeutig.
iBei einer weiteren Zunahme von F0 wird der
Gleichrichter g2 gesperrt. Das iSteuergitter von B2
ist nunmehr nicht weiter mit der Anode von B1 gekoppelt
und nimmt das konstante Potential des Punkts 7 an. Der Strom Ja1 nimmt darauf verhältnismäßig
langsam zu. Infolge der Zunahme des Spannungsfalls über R1 sinkt die wirksame Span-•
nung zwischen dem Gitter und der Kathode der Röhre B2, und es sinkt 'also auch' Ia2. Wenn der
Widerstand R1 einen hohen Wert hat, entspricht die
Steilheit der Änderung von Ja1 als Funktion von F0
während dieses Intervalls etwa"der Hälfte der 'Steilheit
einer jeden Röhre B1 und B2.
Sobald F0 bis zum Wert F82 zugenommen hat,
wobei das Potential des Punkts 2 abzüglich der Spannung zwischen der !Anzapfung α und dem Minuspol
der Batterie gleich dem Potential des Punkts 7 ist, wird der Gleichrichter g1 leitend und
ist der Rückkopplungsfaktor wieder gleich 1. Bei einer sehr geringen Zunahme von F0 vollzieht sich
der Vorgang auf ähnliche Weise wie bei dem Grenzwert FÄ1, und die Spannung des Steuergitters von
B2 sinkt dermaßen, daß B2 gesperrt wird, und es
nimmt der Anodenstrom von B1 stark zu.
Das Steuergitter von B3 folgt nun dem Potential
des Punkts 3, und das Potential wächst sehr schnell. B3 wird wieder leitend, und das Relais TR zieht an.
Darauf wächst Ja1 nur sehr langsam infolge des vorhandenen
hohen Widerstands R1 im Kathodenkreis von B1. Der Wert dieses Widerstands wird vorzugsweise
so hoch gewählt, daß bei der höchsten zu prüfenden Spannung F0 das Steuergitter von B1
noch keinen Gitterstrom aufnimmt und der Eingangswiderstand der iSchaltung also praktisch
unendlich hoch ist. !
Der Unterschied zwischen den Grenzspannungen ; Fgl und F22, d. h. die Sdhwellenbreite der Vorrich- i
rung ist mit Hilfe der Anzapfung α der Batterie Ba \
veränderlich.
Bei der geschilderten Vorrichtung ist das Relais TR nur erregt, wenn F0 kleiner als Vgl oder größer
als Fg2 ist, und das Relais ist unmagnetisiert, wenn
F0 zwischen den Grenzwerten liegt. Die Grenze zwischen den verschiedenen Gebieten ist sehr scharf.
Es leuchtet ein, daß, wenn die Gleichrichter Jf3 und gi ioo
in entgegengesetzter Richtung polarisiert werden und der Ableitungswiderstand Rs mit F2 sta.tt F,
verbunden wird, der Punkt 4 dem niedrigsten der Potentiale der Punkte 2 und 3 folgen wird. Bei
dieser Abart ist die Röhre B3 nur leitend und das
Relais TR erregt, wenn F0 im Intervall zwischen den Grenzwerten Fgl und Vg2 liegt.
Der Verwendung der ,Batterie B2 als Kopplungsteil
haften verschiedene praktische Nachteile an. Die Batterie hat ein schwebendes Potential, und für
jede Prüfschaltung mtiß eine gesonderte Batterie verwendet werden. Diesen Übelstiänden ist bei den
Schaltungen nach den Fig. 3, 4 und 5 abgeholfen.
Die Schaltung nach Fig. 3 zeigt eine Übereinstimmung mit der Schaltung nach Fig. 2. Entsprechende
Teile sind mit den gleichen Bezugszeichen versehen. Die Art und Weise, in der das Steuergitter
von B2 mit dem Anodenkreis von B1 gekoppelt
ist, ist jedoch verschieden.
Das Steuergitter von B2 ist mit dem Punkt 11
des zwischen F1 und F2 geschalteten Spannungsteilers
i?q, i?,n, R11, i?12 verbunden. Der Widertand
i?10 wird von der Reihenschaltung der Gleichrichter
gt und g2 überbrückt, und die Anode von B1
st an den Verbindungspunkt der Gleichrichter an- 125' geschlossen.
Der Gleichrichter g2 ist leitend, wenn die Röhre B1
gesperrt ist und V0 also einen verhältnismäßig
niedrigen Wert hat. Bei einer Zunahme von V0 bis
zum Wert Vgl wird B1 leitend, und das Potential
der Punkte 2 und 9 sinkt, so daß das Potential des Steuergitters von B2 gleichfalls absinkt. Der Rückkopplungsfaktor
ist nunmehr praktisch gleich 1, und der Anodenstrom JO1 !ändert sich als eine Funktion
von V0 außerordentlich stark, ähnlich wie bei der
Schaltung nach Fig. 1, bis das Potential des Punkts 2 dermaßen abgenommen hat, daß der
. Gleichrichter g2 gesperrt wird. Die Gleichrichter gt
und g2 sind also beide gesperrt, und das Steuergitter
von B2 nimmt ein konstantes Potential an, das durch das Teilverhältnis am Spannungsteiler R9,
R10, Rn, R12 bedingt wird. Die Anodenströme Za1
und ia2 ändern sich darauf verhältnismäßig langsam.
Bei einer Zunahme von V0 bis zum Wert Vg2
ist das Potential des Punkts 2 auf einen Wert abgesunken, der gleich dem Potential des Punkts 10
ist, falls die Gleichrichter ^1 und g2 beide gesperrt
sind. ,Bei einer weiteren Zunahme von V0 wird g1
also leitend, wodurch das Potential des Punkts 10 von demjenigen des Punkts ,2 mitgeführt wird.
Der Rückkopplungsfaktor ist nunmehr praktisch wieder gleich 1. ßinngemläß ist der Rückkopplungsfaktor, falls der Gleichrichter gt leitend ist, nicht
vollkommen gleich demjenigen, wenn g2 leitend ist.
Wenn jedoch der Wert des Widerstands R10 niedrig
ist in bezug auf die Summe der Widerstände R11
und R13, ist der Unterschied praktisch vernachlässigbar.
Bei der Vorrichtung nach Fig. 4 wird eine Triggerschaltung verwendet, bei der die Steuerelektroden
jeder Röhre B1 und B2 mit einem Ausgangskreis
der anderen Röhre gekoppelt sind.
Das !Schirmgitter der Röhre B1 ist an den Anzapfungspunkt
13 des zwischen die Anode von B1 und
die Spannungsquelle V1 geschalteten Spannungsteilens
R15, R16 angeschlossen.
Zwischen die Anode von B1 und die Quelle V1
ist der ,Spannungsteiler R11, R18, R19 geschaltet,
dessen Widerstand R18 von der Reihenschaltung der
Gleichrichter ^1 und g2 überbrückt wird. Das
Steuergitter von B2 ist an den Verbindungspunkt 6
dieser Gleichrichter angeschlossen und weiter über den Widerstand R4 mit dem Punkt 7 des zwischen
V1 und V2 geschalteten Spannungsteilers R5, R1
verbunden. Die iKathodenleitungen der Röhren B1
und B2 enthalten die Widerstände R23 und R2i, die
gegebenenfalls auch entfallen können, und die Anoden werden über die Widerstände R2 und R3 gespeist.
Die Prüfspannung V0 wird dem Steuergitter der Röhre B1 zugeführt. Die Ausgangsspannung
wird, ähnlich wie bei den Schaltungen nach den Fig. 1 und 3, dem Punkt 4 entnommen, der über die
Gleichrichter ^3 und g4 mit den Anoden der
Röhren B1 und B2 gekoppelt ist.
Das 'Steuergitter der Hilfsröhre B3, deren Anodenkreis
das Relais TR enthält, ist mit dem Punkt des Spannungsteilers R20, R21 verbunden, der
zwischen dem Punkt 4 und V1 geschaltet ist.
Die Kathodenleitung von B3 enthält den Widerstand
R25. Bei einem verhältnismäßig hohen Potential
V0 ist die Röhre B1 gesperrt, und die Punkte 2
und 4 haben ein Potential praktisch gleich V2. Die
Röhre B3 ist dann leitend, das Relais TR erregt,
und der Punkt 15 hat ein Potential, das das feste Potential des Punkts 7 übersteigt.
Der Gleichrichter g2 ist in diesem Fall leitend,
und das .Steuergitter von B2 hat ein Potential, bei
dem die Röhre leitend ist. Das Potential der Anode von B3 und somit des Schirmgitters von B1 ist verhältnismäßig
hoch, und der Gleichrichter g4 ist nicht leitend. Läßt man die Spannung V0 wachsen,
so wird bei einer bestimmten Grenzspannung Vg±
die Röhre B1 leitend. Infolgedessen sinkt das Potential
des iSteuergitters von B2, wodurch die Potentiale
der Anode von B2 und des Schirmgitters von B1 zu
nehmen. Die Zunahme der Spannung V0 wird also
von der Zunahme des ßchirmgitterpotentials von B1
unterstützt. Die Teile sind derart bemessen, daß der Rückkopplungsfaktor praktisch gleich 1 ist, so
daß im leitenden Zustand der beiden Röhren B1, B2
und der Gleichrichter gi oder g2 eine sehr geringe
Änderung von V0 eine größere Änderung des Emissionsstroms
von B1 bewirkt.
Infolge des scharfen Potentialabfalls am Punkt 2 wird die Röhre B3 gesperrt und das Relais TR aberregt.
Bei einer weiteren, äußerst geringen Zunahme von V0 sinkt die Spannung am Punkt 15 unterhalb
des Potentials des Punkts 7, und der Gleichrichter g2
wird geöffnet. Das Steuergitter nimmt während des darauffolgenden iSpannungsintervalls von V0
den konstanten Wert des Punkts 7 an. Der die Röhre B2 durchfließende iStrom bleibt also konstant,
ähnlich wie das iSchirmgitterpotential von B1.
Der Emissionsstrom von B1 nimmt bei einer Zunahme
von V0 langsam zu, wobei die Steilheit im wesentlichen durch den Widerstand R23 in der
Kathodenleitung bedingt wird. Wenn V0 bis zum Wert Vg1 zugenommen hat, ist das Potential des
Punkts 14 auf die Spannung am Punkt 7 abgesunken, und der Gleichrichter gt wird für iStrom durchlässig.
Bei einer weiteren Zunahme von V0 sinkt das
Potential des Punkts 6 unterhalb des Potentials des Punkts 7, wodurch das Schirmgitterpotential von
B1 zunimmt. Der Rückkopplungsfaktor ist nunmehr wieder gleich 1, und die Anodenspannung von B2
nimmt bei einer Zunahme von V0 steil zu, so daß,
da nunmehr der Gleichrichter gi leitend und g3 gesperrt
ist, die Röhre B3 leitend wird und das Relais TR anzieht.
Das Relais TR ist also nur abgefallen, wenn die Prüfspannung V0 einen zwischen den Grenzwerten
Vg1 und Vg2 liegenden Wert hat. Die Schwellenbreite ist durch Änderung des Widerstands R18 einstellbar.
Es ist erwünscht, daß der Wert dieses Widerstands niedrig gegenüber demjenigen des
Widerstands R19 ist, damit gesichert wird, daß der
Rückkopplungsfaktor bei den Grenzwerten Vgl
und Vg2 den gleichen Wert, d. h. 1, erreicht.
Die Schaltung kann auf verschiedene Weise geändert werden. Es kann z. B. die Kopplungsart
zwischen dem Steuergitter von B2 und dem A'usgangskreis
von B1 nach Fig. 4 auch bei der Triggerschaltung
nach Fig. 3 verwendet werden, wobei also die Kopplung zwischen dem Ausgangsstrom
von B., und dem Eingangssteuerkreis von B1 vom
gemeinsamen Widerstand R1 in den Kathodenleitungen
bewirkt wird. Umgekehrt ist auch die Kopp lungsart zwischen dem Steuergitter von B2 und
dem Anodenkreis von B1 gemäß Fig. 3 bei der Triggerschaltung
nach Fig. 4 verwendbar.
Die Ausgangsspannung des Punkts 4 braucht nicht zum Steuern eines Relais verwendet zu werden,
sondern kann einem geeigneten Anzeigegerät, z. B. einer Braunschen Röhre zugeführt werden. Weiter
"kann ein Prüf relais auch ohne Verwendung der Hilf sröhre B3 zwischen Ausgangskreise der Röhren B1
und B2 geschaltet werden. Eine solche Schaltung ist in Fig. 5 dargestellt, bei der die Triggerschaltung
nach Art der in Fig. 3 gezeigten Schaltiing
ausgebildet ist.
Anstatt der Anode ist jedoch das Schirmgitter der Röhre B1 mit dem gemeinsamen Punkt der
Gleichrichter g, und g2 verbunden. Zwischen den
Punkten 2 und 3 ist eine aus vier Gleichrichtern ^5,
£e> S-j und £8 bestehende Gleichrichterbrücke aufgenommen,
deren lAusgangsdiagonale zwischen den Punkten 18 und 19 das Pr1Ufrelais TR enthält. Die
Wirkungsweise dieser Schaltung entspricht unter Berücksichtigung der Änderungen der der Schaltung
nach Fig. 3.
Bei einem niedrigen Potential V0 ist die Röhre B1
gesperrt, die Röhre B2 leitend und das Relais TR
erregt. Übersteigt V0 bei einer Zunahme den Grenzwert
Vgv so wird B1 leitend, und der Strom durch
B2 nimmt ab. Während des Spannungsintervalls
zwischen Vgl und Vg2 sind die Anodenströme B1
und B2 verhältnismäßig wenig verschieden, so daß
das Relais TR abgefallen ist. Nimmt die Spannung V0 bis über den Grenzwert Vg2 zu, so wird
die Röhre B2 gesperrt und das Relais TR erregt.
Ähnlich wie bei den Schaltungen nach den Fig. 1, 3 und 4 ist hier der Vorgang ganz umkehrbar, wenn
der Rückkopplungsfaktor gleich 1 oder kleiner als ι ist.
Dje Gleichrichterbrücke g. bis ga hat den Zweck,
zu verhüten, daß das Relais TR ummagnetisiert wird und dabei zeitweise abfallen würde, wenn
bei Prüfung verschiedener Spannungen der Eingangsklemme ι nacheinander Spannungen zugeführt
werden, die auf verschiedenen ,Seiten des Schwellengebiets liegen.
Es wird einleuchten, daß die beschriebenen (Schaltungen nicht nur zur Prüfung von Spannungen, sondern
auch vorteilhaft für andere Zwecke verwendbar 5j sind, z. .B. zum .Ableiten von Impulsen mit konstanter
Amplitude aus einer Wechselspannung.
Claims (4)
- Patentansprüche:i. Kippschaltung mit mehreren stabilen Lagen, bei der eine Steuerspannung an eine Steuerelektrode einer ersten Entladungsröhre zugeführt wird, von der ein Ausgangskreis aperiodisch mit einer Steuerelektrode einer zweiten Entladungsröhre gekoppelt ist, und ein Ausgangskreis der zweiten Röhre derart aperiodisch mit einem Eingangskreis der ersten Röhre gekoppelt ist, daß positive Rückkopplung auftritt, dadurch gekennzeichnet, daß der Kopplungskreis zwischen dem Ausgangskreis der ersten Röhre (B1) und der Steuerelektrode der zweiten Röhre (B2) die Parallelschaltung zweier Zweige mit je einem Gleichrichter enthält, die in entgegengesetztem Sinne polarisiert und mit einer derart verschiedenen Vorspannung versehen sind, daß der erste Gleichrichter (^1) leitend ist, wenn die Steuerspannung einen bestimmten ersten Grenzwert übersteigt, und der zweite Gleichrichter (g2) leitend ist, wenn die Steuerspannung einen bestimmten zweiten Grenzwert unterschreitet, der niedriger als der erste Grenzwert ist, und der Rückkopplungsfaktor nahezu gleich ι ist, wenn einer der Gleichrichter und die beiden Röhren leitend sind, wodurch die Kippschaltung drei stabile Lagen einnehmen kann.
- 2. Schaltung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen zwei Punkte (9 und 10, Fig. 3) eines zwischen zwei Punkte (V1 und V2) konstanten Potentials geschalteten ,Spannungsteilers (R9, R10, R11 und R12) die Reihenschaltung zweier Gleichrichter (^1 und g2) geschaltet ist, und der Verbindungspunkt (2) der Gleichrichter mit einem Punkt des Ausgangskreises der ersten Entladungsröhre (B1) verbunden ist, während die Steuerelektrode der zweiten Röhre (B2) mit einem Punkt (11) des Spannungsteilers verbunden ist. -
- 3. «Schaltung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen einen Punkt (2, Fig. 4) des Ausgangskreises der ersten Entladungsröhre (B1) und einen Punkt (V1) konstanten Potentials ein Spannungsteiler (R17, R18, R19) geschaltet ist, von dem ein Teil (Rlä) durch die Reihenschaltung zweier Gleichrichter (Si> Si) überbrückt wird, und der Verbindungspunkt (6) der Gleichrichter mit der Steuerelektrode der zweiten Röhre (B2) verbunden ist, welche !Steuerelektrode weiter über wenigstens einen Widerstand (i?4) mit einem Punkt (7) konstanten Potentials verbunden ist.
- 4. Schaltung nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß Mittel (B3) vorgesehen sind, die vom Potential eines Punkts (4) gesteuert werden, der mit einem Punkt (2 und 3) des Ausgangskreises jeder Röhre über einen Gleichrichter (g3, g4) gekoppelt ist und die Gleichrichter derart polarisiert sind, daß der Punkt stets entweder dem höchsten oder dem niedrigsten der Potentiale der Punkte der Ausgangskreise folgt.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen©5423 10.52
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| DEN1024A Expired DE853035C (de) | 1949-06-14 | 1950-06-10 | Kippschaltung mit mehreren stabilen Lagen |
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|---|---|
| DE (1) | DE853035C (de) |
| FR (1) | FR1020073A (de) |
-
1950
- 1950-06-10 DE DEN1024A patent/DE853035C/de not_active Expired
- 1950-06-12 FR FR1020073D patent/FR1020073A/fr not_active Expired
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| FR1020073A (fr) | 1953-02-02 |
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