DE862501C - Loesungs-, Quellungs-, Gelatinierungs-, Weichmachungs- und Plastifizierungsmittel fuer hochmolekulare Verbindungen - Google Patents

Loesungs-, Quellungs-, Gelatinierungs-, Weichmachungs- und Plastifizierungsmittel fuer hochmolekulare Verbindungen

Info

Publication number
DE862501C
DE862501C DER2035D DER0002035D DE862501C DE 862501 C DE862501 C DE 862501C DE R2035 D DER2035 D DE R2035D DE R0002035 D DER0002035 D DE R0002035D DE 862501 C DE862501 C DE 862501C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
high molecular
molecular weight
gelatinizing
softening
swelling
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DER2035D
Other languages
English (en)
Inventor
Walter Dr Bauer
Franz Goetz
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Roehm GmbH Darmstadt
Original Assignee
Roehm and Haas GmbH
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Roehm and Haas GmbH filed Critical Roehm and Haas GmbH
Priority to DER2035D priority Critical patent/DE862501C/de
Application granted granted Critical
Publication of DE862501C publication Critical patent/DE862501C/de
Expired legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • C—CHEMISTRY; METALLURGY
    • C08—ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08K—Use of inorganic or non-macromolecular organic substances as compounding ingredients
    • C08K5/00—Use of organic ingredients
    • C08K5/16—Nitrogen-containing compounds
    • C08K5/315—Compounds containing carbon-to-nitrogen triple bonds

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Medicinal Chemistry (AREA)
  • Polymers & Plastics (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Adhesives Or Adhesive Processes (AREA)
  • Addition Polymer Or Copolymer, Post-Treatments, Or Chemical Modifications (AREA)

Description

  • Lösungs-, Quellungs-, Gelatinierungs-, Weichmachungs- und Plastifizierungsmittel für hochmolekulare Verbindungen Es wurde gefunden, daß Cyanhydrirne sich- vorzüglich zur Verwendung als Lösungs-, Ouellungs-, Gelatinierungs-, Weichmachungs-, Plastifizierungsmittel für hochmolekulare Stoffe, wie Acryl- und Vinylharze, z. B. Polyacryl- und Polymethacrylverbindungen, ferner Polyamide, Cellulosederivate usw., eignen. Dies gilt auch für Mischungen. oder Mischpolymerisate der. genannten Verbindungen. Auch durch Kondensation bzw. gleichzeitige Kondensation und Polymerisation 'hergestellte Kunstharze fallen .unter die hochmoldcularern Stoffe, zu deren Lösung, Ouellung, Plastifizierung usw. Cyanhydrine verwendet werden können..
  • Es ist überraschend, daß gerade solche hochmolekularen Verbindungen.,, die bisher als. schwerlöslich galten, mit Cyanhydrin ausgezeichnet verträglich sind, z. B. Polyamide, Polyacrylnlitril sowie. deren Mischpolymenisate, soweit dieselben, keine mit Cyanhydrin unverträglichen Körper enthalten. Als erfindungsgemäß verwendbare Cyanhydrine seien beispielsweise genannt: Formaldehydcyanhydri.n., Acetaldehydeyanhydrin, Äthylencyanhydrin, Acetoncyan@hydrin, Methylbutylketoneyanhydrin, Butyraldehydcyanhydriin, C'hloralcyanhydrin, Cyclo-'h.exanoncyanhydrin usw. Die niederen Glieder können vorzugsweise als. Lösungs- und Quellungsmittel verwendet werden, während die höheren Glieder als Weichmacher. vorzüglich geeignet sind. In manchen Fällen können niedere und höhere Cyanhydrine gleichzeitig verwendet werden, z. B. derart, daß nach Verdunstung des hiedrüger siedenden Cyanhydrins das höher siedende als Weichmacher in dem Rückstand verbleibt.
  • Zur Herstellung von Cyanhydrin enthaltenden, mehr oder weniger viskosen Lösungen, Gallerten, plastischen. Massen usw. 'können die betreffenden hochmolekularen Verbindungen ohne weiteres im Cyanhydrdn gelöst oder wenn es sich um ein festes Cyanhydrin handelt, mit demselben vermischt werden, z. B. durch Verwalzen. Die Mischungskomponenten können auch in feinverteilter oder, körniger Form miteinander vermischt und diese Mischung als Ausgangsstoff zur Herstellung von Preßmassen, Spritzgußmassen usw. verwendet wenden.
  • Die Verwendung von Cyarihydrinen zu dem erfindungsgemäßen Zwecke kann auch derart erfolgen., daß, das Cyanhydrin bei der Polymernsation von Monomeren als Lösungsmittel mitverw.end@et wird, wobei mehr oder weniger flüssige oder zähe Lösungen des Pol'ynverisats erbalten werden können. Wenn man verhiältnlismäß@@i,g konzentrierte Lösun.= gen herzustellen wünscht, kann plan sich bei der Polymerisation der üblichen Verfahrensmaßnahmen bedienen, z. B. Anwendung größerer Mengen von Beschleunigern, höheren Temperatuzen! usw. In solchen Fällen kann das als Lösungsmittel zugefügte Cyanhydnin selbst als die Entstehung niedrig viskoser Polymerer begünstigendes Mittel wirken. Die Mitverwendung von Cyanhydrinen bei Polymerisationen läßt sich. 'bei Polymierisationsverhahren der verschiedensten Art, wie auch bei Kondensationsverfahren und anderen Verfahren zur Herstellung hochmolekularer - Verbindungen durchführen. Besonders vorteilhaft hat sich die Mitverwendung von Cyanhydrinen bei Poly!rrnerisationsverfahren erwiesen, die an sich geneigt sind, frühzeitig unlösliche Ausfällungen entstehen zu lassen. So läßt sich z. B. die Polynierisation von Acrylsäurenitrdl ohne Entstehung von Ausfällungen zu einer klaren Lösung durchführen, wenn man gemäß der Erfindung vor- Beginn oder rechtzeitig nährend der Polymerüsation z. B. Formaldehydcyanhydrin zufügt. Den im vorstehenden erwähnten Lösungen. von hothmo'ldkularen Stoffen in Cyanhydrinen können. auf !beliebigen Stufen des Lösungs-oder Polymeri-sationsver'fahrens Zusatzstoffe, wie Füllmittel, Pigmente, wie z. B. Farbstoffe, oder geringere oder größere Mengen organischer oder anorganischer Stoffe zugesetzt werden. Da die niederen Cyanhydrine mehr- oder weniger unbeständig sind und insbesondere zur Blausäureabspaltung neigen, empfiehlt es sich, den Lösungen bzw. Polym!erisationsansätzen - Stabilisatoren beizufügen, durch die die Zersetzung des Cyanhydrüns verhindert wird, z. B. Säuren oder sauer wirkende Stoffe. Däe erfindungsgemäße Verwendung von Cyanhydrinen läßt sich auch auf die Herstellung von Klebstoffen aus hochmolekularen Verbindungen erstrecken, insbesondere solche, die zum Verkleben von Gebilden aus Polymerisaten, Kondensaten usw, bestimmt sind. Plastische Massen, die unter Verwendung von Cyanhydrinen als Weichmacher hergestellt wurden, zeichnen sich im Gegensatz zu vielen. anderen weichmacherhaltlgen Kunststoffen dadurch aus, daß ihre mechanischen Eigenschaften, insbesondere ihre Zugfestiglae(it, gegenüber den gleichen, Weichmacher nicht enthaltenden Kü@nststoffen nicht nur nicht herabgesetzt, sondern. in manchen Fällen sogar. erhöht sind. Diese günstige Wirkung ist besonders bei der Verwendung solcher Filme zur Herstellung von Mehrschichtglas von Vorteil. Da viele Cyanhydrine Innstande sind, auf liochm(olelculare Verbindungen lösend zu wirken, für die bisher gemeinsame. gut lösend wirkende Lösungsmittel nicht bekannt waren, können sie auch bei der Herstellung von Kunststoffgemischen verwendet werden, so z. B. lassen sich erfindungsgemäß homogene Mischungen von Polyamiden bzw. Celluloseverbindungen unter sich oder mit anderen hochmolekularen Verbindungen, wie Polymerisaten oder Kondensaten" herstellen. Beispiele i. 5 Gewichtsteile Polyacrylnitnil,,erhalten durch Polymerisation ohne Verdünnungsmittel, werden in 95 Ge-,vichtsteilen Forma:ldehydcyanhydrin unter gelindem Erwärmen gelöst. Es wird eine dünne. farblos klare Masse erhalten, aus welcher das Polyacryln:itril durch Wasser, Allkohol, Aceton u. dgl. wieder gefällt. werden, kann.
  • 2. Eine Mischung von io Gewichtsteilen. Acrylsäurenitril, 20 Gewichtsteilen Acetaldehydcyanhydrin und o,oi Gewichtsteil Dibenzoylperoxyd wird etwa 3 Stunden auf 8o° zum Sieden erhitzt. Es fällt laufend Polyacrylnitril als weißes Pulver aus, welches abgetrennt und getrocknet wird. Mit diesem Polymerisat wird eine 3oo/aige Lösung in Formaldehydcyarihydriin. hergestellt, welche zu Fäden und Filmen verarbeitet werden kann. Der Lösung können vor der Verarbeitung Weichmacher zugesetzt werden, z. B. io bis 3o% Cyclohexanoncyanhydrin, Chloralcyanhydrin oder Kampfer.
  • 3. 5 Gewichtsteile Acetylcellulose und 15 Gewichtsteile Polyacrylnitril, hergestellt nach: Beispiel 2, werden (in 8o Gewichtsteilen, Formaldehydcyar>ihydrin gelöst. Die Lösung kann mit oder ohne Zusatz von Weichmacher zu Fäden und Filmen verarbeitet werden. Das Mischungsverhältnis von Acetylcellulose und Polyacrylnitril kann auch verändert werden. An Stelle von Acetylcellulose können mit ähnlichen Ergebnissen Nitrocellulose oder Cefluloseäther verwendet werden..
  • q.. Aus 9o Teilen Methylmethacrylat und io Gewichtsteilen Chlorcyanhydrin wird ein Blockpolymerisat hergestellt. Die Zugfestigkeit des Polymerisats beträgt etwa 85o kg/cm2. Während alle bekannten Weichmacher die Zugfestigkeit von Polymethylmet'hacrylat herabsetzen, beispielsweise Phthalsäureester von etwa goo !kg/cm? auf etwa 65o ka#lcm2, tritt bei Anwendung von Chloralcyanhydrin eine geringe Verbesserung der Zugfestigkeit ein.
  • 5. Zwei Platten eines Mischpolymerisats aus 6o Teilen Acrylsäurenitril, 38 Teilen Methylmethacrylat und z Teilen. Methacrylsäureamid werden auf einer Seite mit Formal'dehydcyanihydrin, welches etwa r % Phosphorsäure enthält, bestrichen. Es tritt verhältnismäßig rasch Ouellung ein. Hierauf werden die gequollenen Stellen aufeinandergepreßt und getrocknet. Es wird eine gute Verklebung erzielt.
  • 6. ro Gewichtsteile eines Polyamids, wie es durch. Kondensation von Hexamethylendiamin mit Adipinsäure erhalten. wird, werden in 9o Gewichtsteilen Formaldehydcyanhydrin unter gelindem Erwärmen gelöst. Es tritt eine klare Lösung ein.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verwendung von Cyanhydrinen als Lösungs-, Ouellungs-, Gelatinierungs-, Weichmachungs-und Plastifizierungsmittel für 'hochmolekulare Stoffe, wie Vinyl- und Acrylharze, Polyamide, Gellulosederivate usw. sowie Mischungen oder Mischpolymerisate der genannten Stoffe.
DER2035D 1942-02-28 1942-02-28 Loesungs-, Quellungs-, Gelatinierungs-, Weichmachungs- und Plastifizierungsmittel fuer hochmolekulare Verbindungen Expired DE862501C (de)

Priority Applications (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DER2035D DE862501C (de) 1942-02-28 1942-02-28 Loesungs-, Quellungs-, Gelatinierungs-, Weichmachungs- und Plastifizierungsmittel fuer hochmolekulare Verbindungen

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DER2035D DE862501C (de) 1942-02-28 1942-02-28 Loesungs-, Quellungs-, Gelatinierungs-, Weichmachungs- und Plastifizierungsmittel fuer hochmolekulare Verbindungen

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE862501C true DE862501C (de) 1953-01-12

Family

ID=7395796

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DER2035D Expired DE862501C (de) 1942-02-28 1942-02-28 Loesungs-, Quellungs-, Gelatinierungs-, Weichmachungs- und Plastifizierungsmittel fuer hochmolekulare Verbindungen

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE862501C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
EP0002761B1 (de) Schlagzähe Polyamidformmassen
DE3400577C2 (de) Cyanoacrylsäureester-Klebstoffe von verhältnismäßig geringem Haftvermögen an Haut und Verfahren zu deren Herstellung
DE746788C (de) Verfahren zur Herstellung von Polymerisationsprodukten aus Vinylestern
DE697481C (de) Verfahren zur Herstellung von in kaltem Wasser loeslichen hochmolekularen Polymerisationsprodukten
DE2249023C3 (de) Thermoplastische Formmassen
DE2225578A1 (de) Formmasse zur herstellung lichtstreuender formkoerper
DE929876C (de) Verfahren zur Herstellung von Kopolymerisationsprodukten
EP0271033B1 (de) Klebstoffe für Verklebungen mit erhöhter Wärmestandfestigkeit
DE1939544A1 (de) Verfahren zur Oberflaechenmodifizierung anorganischer Fuellstoffe fuer Thermoplaste
DE1161423B (de) Verfahren zur Herstellung von Pfropf-polymerisaten
DE975072C (de) Verfahren zur Schnellpolymerisation von Gemischen aus monomeren und polymeren Vinylverbindungen
DE941575C (de) Verfahren zur Herstellung von Kopolymeren von Vinylverbindungen und Vinylidenverbindungen durch Emulsionspolymerisation
DE1282292B (de) Verwendung eines Mischpolymers aus Methacrylsaeuremethylester und n-Butylacrylat oder n-Butylmethycrylat zum Herstellen von Formgegenstaenden
DE1303378B (de)
DE700176C (de) Herstellung von Kunststoffen hoher Haerte und Festigkeit
DE1544919A1 (de) Verfahren zur Herstellung von Zahnprothesn nach dem Pulver-Fluessigkeits-Verfahren
DE919140C (de) Verfahren zur Verbesserung der Eigenschaften von Acrylnitrilmischpolymerisaten
DE695561C (de) Verfahren zur Darstellung von loeslichen und zugleich hochmolekularen Polymerisationsprodukten von Acrylsaeureverbindungen
DE666866C (de) Verfahren zur Herstellung von Polymerisationsprodukten organischer Vinylester
DE1570855C3 (de) Verfahren zur Herstellung eines Pfropfmischpolymerisats
DE2536312A1 (de) Verfahren zur herstellung einer waermehaertbaren folie
DE2801585A1 (de) Schlagzaehe polyamidformmassen
DE653945C (de) Verfahren zur Darstellung plastischer Massen
DE1047427B (de) Verfahren zur Herstellung von hitzehaertbaren Polymerisaten unter Verwendung von Maleinimidderivaten
DE1038759B (de) Verfahren zur Herstellung haertbarer Harze