DE86335C - - Google Patents

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DE86335C
DE86335C DENDAT86335D DE86335DA DE86335C DE 86335 C DE86335 C DE 86335C DE NDAT86335 D DENDAT86335 D DE NDAT86335D DE 86335D A DE86335D A DE 86335DA DE 86335 C DE86335 C DE 86335C
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DE
Germany
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milk
bacteria
growth
weak
white
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DENDAT86335D
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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C14SKINS; HIDES; PELTS; LEATHER
    • C14CCHEMICAL TREATMENT OF HIDES, SKINS OR LEATHER, e.g. TANNING, IMPREGNATING, FINISHING; APPARATUS THEREFOR; COMPOSITIONS FOR TANNING
    • C14C1/00Chemical treatment prior to tanning
    • C14C1/08Deliming; Bating; Pickling; Degreasing

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Agricultural Chemicals And Associated Chemicals (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Eine wichtige Rolle im Gange der Fabrikation vieler Leder bildet die Kothbeize, welche, namentlich bei Kalbleder, eine der nöthwendigen Vorarbeiten für die eigentliche spätire Gerbung bildet und den Zweck hat, die durch die vorhergehende Kalkung geschwollenen Blöfsen in einen Zustand zu versetzen, der es. gestattet, den noch in den Häuten befindlichen Kalk und die Kalkseife, das sogen. Grundfett, zu beseitigen, sowie die sogen. Grundhaare durch die der Beize nachfolgende mechanische Arbeit leicht zu entfernen und ein. gleichmäfsiges Zusammenfallen der geschwollenen Blöfsen herbeizuführen.
Das Verfahren besteht in der Regel darin, die Blöfsen in einer mit Haspel versehenen Wanne längere Zeit (zuweilen 4 bis 5 Stunden) mit einer Aufschwemmung von Hundekoth, Tauben- oder Hühnermist zu behandeln.
Im allgemeinen wirkt Hundekoth am besten und Tauben- oder Hühnermist in besonderen Fallen, ohne dafs'eine befriedigende und sichere Erklärung über die Art der Wirkung bisher gegeben wurde.
Die Erfinder haben nun in erster Linie festgestellt, dafs die Wirkung dieser Beizen die Folge von bakteriologischen Vorgängen ist, und dafs jedenfalls nicht, wie vorher vielfach angenommen wurde, die Phosphorsäure eine wesentliche Rolle bei ihnen spielt.
Die Untersuchung des Hunde-, Tauben- und Hühnerkothes in bakteriologischer Hinsicht und die Prüfung der gewerblichen Verwerthbarkeit aller im einzelnen gefundenen Resultate ergaben zunächst, dafs auch nach Entfernung aller anderen, nach seitheriger Anschauung in Reaction tretenden Bestandteile der Beizerfolg derselbe blieb. Die fortgesetzte Untersuchung ergab das zweite Resultat, dafs eine grofse Anzahl Mikroorganismen bei der Beize eine Rolle spielen, und zwar theihveise eine fördernde und theilweise eine schädigende.
Im allgemeinen wirken die nicht peptonisirenden Bakterien günstig, während die peptonisirenden meist einen ungünstigen Einflufs ausüben.
Im Anschlufs hieran haben sich zwei Wege der Verwerthung diescrEntdeckungcn geboten. Man kann entweder nach den Methoden der Bakteriologie (Plattenverfahren etc.) alle schädlichen oder auch nur minderwerthigen Bakterien entfernen und die Beizung mittels einer Reincultur oder wenigstens einer Mischung der wirksamsten Bakterien bewirken, oder aber man ,kann, ohne Anwendung derartig verfeinerter Verfahrungsweiscn, unter Verwendung der gemachten Entdeckungen, Hundekoth, und zwar insbesondere die vorzüglichst wirkenden weifsen Sorten oder für besondere Lederarten reinen Tauben- oder Hühnermist einer Behandlung unterwerfen, welche die gutwirkenden Bakterien durch Darbietung eines geeigneten Nährbodens entwickelt, während andererseits die Vermehrung der schädlichen Bakterien durch Zulügung von die Entwickelung hindernden Mitteln hintangehalten wird. In jedem Falle bietet die Anwendung des Verfahrens gröfsere Schnelligkeit der Ausführung und sichere und bessere Resultate als das bisherige Verfahren.
Die erhaltenen Leder sind zäh und doch weicher und griffiger und in jedem Falle wird eine Färbung derselben vermieden, wie sie durch Hundekoth oft unvermeidlich ist.
Ein nicht zu unterschätzender Vortheil ist bei Anwendung von Reinculturen auch der, dafs man Brühen von bestimmtem Gehalt an • wirksamer Substanz herstellen kann, während man bisher hier immer auf das Probiren angewiesen und grofsen Zufälligkeiten unterworfen war. Aufserdem ändern sich die Kothbrühen bei Witterungsumschlägen (Gewittern) über Nacht in bisher unerklärlicher Weise; wie sich nunmehr ergiebt, wegen der den gut wirksamen Bakterien beigemischten Lederschädlinge, deren Entwicklung unter den veränderten Temperaturverhältnissen gegen erstere die Oberhand gewann.
Die Merkmale der -neu aufgefundenen Bakterien sind in der angefügten Tabelle ausreichend beschrieben und Versuche haben ergeben, dafs im besonderen die mit 3, 7, 12 bezeichneten Arten diejenigen sind, welche eine hervorragende Bedeutung für den in Frage stehenden Zweck besitzen, und zwar wirkt 12 am besten, 3 am schlechtesten von diesen drei Arten.
Alle drei sind Bakterien des Hundekothes, und zwar bildet Bakterium Nr. 3 sehr kleine, an den Enden abgerundete Stäbchen von lebhafter Beweglichkeit, während Bakterium Nr. 7 dem Heubacillus ähnliche, träge bewegliche Stäbchen und Bakterium Nr. 12 mittelgrofse, lebhaft bewegliche Stäbchen bildet.
Die Stichcultur ergiebt bei Bakterium Nr. 3 in der Tiefe ein sehr gutes Wachsthum, und zwar erstrecken sich vom Impfstich aus sehr viele Arme seitlich in die Gelatine. An den Enden der Arme bilden sich Knötchen. Auf der Oberfläche entsteht ein dünner weifser Uebcrzug. Gelatine wird nicht verflüssigt.
Auf Gelatineplatten stellen sich die tiefliegenden Colonien als blafsgelbe, runde Scheibchen dar, welche allmälig zur Oberfläche dringen und dort kreisrunde Scheiben bilden, welche in der Mitte gröfsere Punkte zeigen. · Auf schrägem Agar-Agar bildet sich eine weifse Auflagerung.
Bei Bakterium Nr. 7 wird die Gelatine in der Stichcultur stark verflüssigt. Auf der Oberfläche der Verflüssigungszone bildet sich eine weifse Haut. Längs des verflüssigten Stiches sind Ausstrahlungen in dier feste Gelatine vorhanden. Auf Gelatineplatten bilden sjch schnell ' verflüssigende, oben eine weifse Haut bildende Colonien. Agar-Agar liefert eine weifse ungleichmäfsige, dünne Auflagerung mit Ausläufern.
Bakterium Nr. 12 schliefslich wächst bei Stichcultur längs des Stiches gleich gut. Die Gelatine wird nicht verflüssigt. Auf der Oberfläche bildet sich ein dünner, glänzender Ueberzug. Auf Gelatineplatten stellen sich die tiefliegenden Colonien als blafsgelbe, kreisrunde Scheibchen dar. An manchen Colonien beobachtet man Zöpfe, ähnlich den oberflächlichen Colonien des Proteus. Während des Wachsthums dieses Bakteriums auf Gelalineplatten tritt ein stark fauliger Geruch auf.
Auf Agar-Agar bildet dieses Bakterium eine starke, weifse, glänzende Auflagerung.
Es wurde ferner gefunden, dafs ein sehr zweckmäfsiger Nährboden für diese Bakterien
Nr.
des Bak-
teriums
Fundort Form und
Anordnung
Be
weglichkeit
Wachsthum auf Gelatine Wachsthum auf
Agar-Agar
I Hunde-
koth
Stäbchen in
der Gröfse
des Bak. Pro-
digiosus
lebhaft
beweglich
in der Gelatine - Stichcultur
zeigt das Bakterium ein gutes
Wachsthum in der Tiefe, An der
Oberfläche bildet es ein weifses
Knöpfchen. Die Gelatine wird nicht
verflüssigt. Die zur Oberfläche der
Gelatineplatte gelangten Colo
nien breiten sich blattartig, perl-
mutterartig glänzend, aus
auf schräg erstarr
tem Agar bildet sich
eine weifse Auf
lagerung
2 Hunde-
koth
Stäbchen in
der Gröfse
des Heu-
bacillus
lebhaft
beweglich
Stichcultur: die Keime ent
wickeln sich längs des ganzen Impf
stiches. Alsbald erstrecken sich
kleine Arme seitlich in die Gelatine.
Auf der Oberfläche bildet sich eine
weifse Auflagerung. Die Gelatine
wird langsam verflüssigt.
Gelatineplatte: zur Oberfläche
gelangt, breiten sich die Colonien
blattartig aus und besitzen dann
eine geringe Fluorescenz
längs des Impf
stiches bildet sich
ein gelbweifser
Belag
durch die Abkochung der Fleischabfällc von der Fleischseite der Haute selbst (StrcckHeisch) gewonnen werden kann, welche sonst als Abiallproduct überhaupt fast keinen Werth haben. Man verfährt in der Weise, dal's man in einer mit Deckel versehenen Bütte gleiche Theile Fleischabfälle, wie sie in der Gerberei erzielt ■werden, und Wasser mit directem Dampf eine halbe Stunde lang kocht; dann giebt man so viel coiicentrirte Sodalösung zu, bis die Reaction schwach alkalisch wird, und läfst abkühlen.
Sobald die Temperatur auf etwa 350C heruntergegangen ist, setzt man die Reincultur hinzu. Dieselbe wird nach dem von Koch, Fraenkel, Huppe u. A. in ihren Lehrbüchern der Bakteriologie und sonstigen Veröffentlichungen' beschriebenen Gelatineplattenverfahren (mit Verdünnungen) mit darauffolgender, den charakteristischen Eigenthümlichkeiten der Bakterien entsprechender Weiterbehandlung erzeugt. Man läfst das Ganze, je nach der Jahreszeit und Temperatur, etwa 12 bis 24 Stunden zugedeckt stehen. Die Häute werden dann entsprechend der Entwickelung der Bakterien nur kurz in die concentrate Brühe eingetaucht; ist die letztere verdünnt, so werden die Felle länger in derselben behandelt.
Die Weiterbehandlung gestaltet sich im übrigen, abgesehen von der verkürzten Zeitdauer, genau so, als wenn die Häute in der Hundekothbeize gewesen wären. Kleie und dergl. bietet gleichfalls einen guten Nährboden; wegen der. besonderen technischen Verhältnisse empfiehlt sich jedoch das angegebene Verfahren mit Streckfleisch am meisten.
Man kann auch auf die Reincultur der Bakterien verzichten und einen Vortheil gegenüber dem bisherigen Verfahren nur insoweit erzielen, als man einmal eine künstliche Vermehrung des im Hundekoth vorhandenen ßeizmittcls durch Darbietung eines geeigneten Nährbodens bewirkt, und andererseits so in den Stand gesetzt ist, sich nur auf das beste Ausgangsmaterial zu beschränken; man wird dann von einer praktisch erprobten Hundekothart, also nammentlich weifsen Arten ausgehen und die Bakterien gleichfalls in einer Bouillon, wie oben beschrieben, sich propagiren lassen. Weiterhin ist es zweckmäfsig, durch einen geringen Säurezusatz, z. B. 0,5 pCt. verdünnte Schwefelsäure oder gleichwerthige Mittel, dieAbtödfung der schädlichen Bakterien' zi* veranlassen, da die hier nützlichen zugleich die beständigeren sind. So zeigen die günstigen Bakterien namentlich auch gegenüber Alkalien das gleiche Verhalten. Die günstigeren kommen z. B. neben den ungünstigen Arten gleichmäfsig zur Entwickelung, wenn man dem beschriebenen Nährboden 0,5 pCt. Soda zusetzt. Dagegen wird den günstigen weitaus die Uebermacht verliehen, wenn man den Zusatz von Soda auf ca. ι pCt. erhöht, während die ungünstigen dabei gewerblich unerheblich werden.
Zu dem Zweck, zugleich ein haltbares und in bestimmten Dosirungen abgebbares Product zu erhalten, kann man sterilisirtc Kleie, Mehl etc. mit bestimmten Mengen der Reinculturen impfen und dann den Wassergehalt, durch Trocknung, Pressung etc. unter einen Procentsatz (10 bis 12 pCt.) Wasser bringen, welcher eine Ent-, wickclung von Keimen nicht gestattet bezw.
verzögert.
Wachsthum
auf Kartoffeln
Wachsthum
in Milch
Bestes
Wachsthum
bei
Gasbildung Besondere Bemerkungen
das Bakterium zeigt
auf Kartoffeln' nur
ein schwaches
Wachsthum, es bil
det eine gelbliche
Auflagerung
Milch wird nicht
verändert
■ 37° C nur gering zweifellos eine Abart des
Bak. coli. commune
schmutzig gelbliche
Auflagerung .'
Milch bleibt un
verändert
Zimmer
temperatur
findet nicht statt
Nr.
des Bak-
teriums
Fundort Form und
Anordnung
Be
weglichkeit
Wachsthum auf Gelatine Wachsthum auf
Agar-Agar
■'; 3 . Hunde-
kotE
sehr kleine,
an den
Enden abge
rundete Stäb
chen
lebhaft
beweglich
Stichcultur: in der Tiefe sehr
gutes Wachsthum. Vom Impfstich
aus erstrecken sich sehr viele Arme
seitlich in die Gelatine. An den
Enden der Arme bilden sich Knöt-
chen. Auf der Oberfläche entsteht
ein dünner weifser Ueberzug. Gela
tine wird nicht verflüssigt.
Gelatincplatten: die tiefliegen
den Colonien stellen sich als blafs-
gelbe runde Scheibchen dar, welche
allmälig zur Oberfläche dringen und
dort kreisrunde Scheiben bilden,
welche in der Mitte gröfsere Punkte
zeigen
auf schrägem Agar
bildet sich eine
weifse Auflagerung
4 Hunde-
koth
Stäbchen so
grofs wie
Heubacillen
langsam
beweglich
die Gelatine-Sticheultur ähnelt
derjenigen des Heubacillus, während
das Wachsthum in der Gelatine
platte mehr demjenigen des MiIz-
brandbacillus gleicht.
Von der eingesenkten verflüssigten
Colonie erstrecken sich Fäden,^an
fänglich geflochten und gedreht,
später geradeaus in die umgebende
Gelatine
Starker weifser Be
lag auf der ganzen
Oberflache
7 Hunde-
koth
Stäbchen
ähnlich dem
Heubacillus
trüge
beweglich
Stichcultur: stark verflüssigend.
Auf der Oberfläche bildet sich eine
weifse Haut. Längs des verflüssig
ten Stiches sind Ausstrahlungen in
die feste Gelatine.
Gelatineplatte: schnell ver
flüssigende, oben eine weifse Haut
bildende Colonien
weifse ungleich-
mäfsige dünne Auf
lagerung mit Aus
läufern
II Hunde-
koth
mittelgrofse
Stäbchen
beweglich Stichcultur: auf der Oberfläche
bildet sich ein weifser Ueberzug.
Die Gelatine wird nicht verflüssigt.
Das Bakterium wächst gut in der
Tiefe.
Die zur Oberfläche der Gelatine
platte gelangten Colonien breiten
sich blattartig, perlmutterartig glän
zend, aus
längs des Stiches
weifser Belag
12 Hunde-
koth
mittelgrofse
Stäbchen
lebhaft ,
beweglich
Stichcultur: wächst längs des
Stiches gleich gut. Gelatine wird
nicht verflüssigt.' Auf der Oberfläche
ein dünner glänzender Ueberzug.
Gelatineplatten: die tiefliegen
den Colonien stellen sich als blafs-
gelbe kreisrunde Scheibchen dar.
An manchen Colonien beobachtet
man Zöpfe, ähnlich den oberfläch
lichen Colonien des Proteus. Stark
fauliger Geruch
starke weifse Auf
lagerung, glänzend
Wachsthum
auf Kartoffeln
Wachsthum
in Milch
Bestes
Wachsthum
bei
Gasbildung Besondere Bemerkungen
an der Impfstelle
gelbliche Auflage-
rung
Milch wird im
Brüteschrank
erst nach vier
Tagen zur
Gerinnung ge
bracht
37° C sehr stark; aus 50 ecm
Bouillon wurden in
15 Stunden 6,5 ecm Gas
entwickelt, welches aus
3,5 pCt. Sauerstoff, 10,-pCt.
Kohlensäure, 85,8 pCt.
Wasserstoff bestand
der mit blauem Lackmus
versetzte Nährboden wird
röthlich gefärbt
weifse trockene
Ausbreitung
Milch wird ver
ändert. Es schei
det sich Serum
ab
37°C. nicht vorhanden
weifs, trocken starke Serum
bildung
37 0C findet nicht statt
gelblich gliinzende
Auflagerung
die Milch ge
rinnt
schwach gleicht sehr dem Bakt.
coli. commune und unter
scheidet sich von dem
selben nur durch die
schnellere Gerinnung der
Milch
gelblich glänzender
Uebcrzug
die Milch wird
breiig
stark. Aus ^o ecm gewöhn
licher Bouillon entwickel
ten sich im Brüteschrank
in den ersten 15 Stunden
5 ecm und in den ersten
48 Stunden 6 ecm Gas, wel
ches aus i2,upCt. Kohlen
säure, 3 pCt. Sauerstoff
und 84,9 pCt. Wasserstoff
bestand. Das aus trauben
zuckerhaltigem Nährboden
entwickelte Gas enthält
etwa 40 pCt. Kohlensäure
spritzt man o,«s ecm einer
Bouilloncultur einer Maus
unter die Bauchdecke, so
wird das Thier alsbald
stark krank, nach 4 Stun
den stellen sich starke
Diarrhöen ein. Die Maus
kann sich bald kaum
mehr fortbewegen; sie
sieht struppig aus, die
Augen verkleben allmälig
vollständig und am dritten
Tage ist das Thier ge
storben. Beim Oeffnen
der Leiche tritt starker
Fiiulnifsgeruch auf. Im
Blut findet man einige
der injicirten Bakterien,
die Därme sind grünlich
und schwärzlich verfärbt,
die sonstigen Organe sinct
blafs
37° C
370C.
Nr.
des BaIc-
teriums
Fundort Form und
Anordnung
Be
weglichkeit
>
Wachsthum auf Gelatine Wachsthum auf
Agar - Agar
13 Hunde-
koth
mittolgrofse
Stäbchen
beweglich Stichcultur: auf der Oberfläche
bildet sich eine dünne Auflagerung.
Das Bakterium' wächst borsten-
förmig in die Tiefe. Am Ende der
Borsten Knöpfchen bildend.
G e 1 a t i η e ρ 1 a t te η: blattartige, perl-
mutterglänzende Ausbreitung
lungs des Stiches
weifser Belag
38 ■Tauben-
und
Hühner
mist
kleine
Stäbchen
lebhaft
beweglich
Stichcultur: sackförmige Ver
flüssigung der Gelatine unter Gelb
färbung derselben.
Gelatineplatten: die tiefliegen
den Colönien sind körnig und gelb,
die an die Oberfläche gedrungenen
bilden weifse glänzende Knöpfchen
ceibe Ausbreitung
über die Oberfläche
des Nährbodens
40 Tauben-
und
Hühner
mist
kleine
Stäbchen
lebhaft
beweglich
Stichcultur: auf der Oberfläche
des Nährbodens bildet sich eine
weifse starke Auflagerung. AVächst
sehr gut längs des Stiches.
Gelatineplatten: blattförmige
Auflagerung mit Liniensystem
weifse unregel-
mäfsigeAuf lagerung
42 Tauben-
und
Hühner
mist
kleine ,
Stäbchen
lebhaft
beweglich
Stichcultur: an der Oberfläche
weifse starke Ausbreitung, sehr
gutes Wachsthum längs des Stiches.
Gelatineplatten: blattförmige
Auflagerung mit Liniensystem.
weifse unregel-
mäfsigeAuf lagerung
■'■''43' Tauben-
und
: Hühner
mist
Coccen,
grofse, trau-
benförmig
gruppirt
unbeweglich Stichcultur: die Gelatine wird
langsam verflüssigt. In der Tiefe
nur geringes Wachsthum. Der Nähr
boden wird chamois gefärbt.
Gelatineplatten: gelbe Scheiben
weifs mit Stich in
. Selb :, -V '
44 Tauben-
und
Hühner
mist
Stäbchen in
der Gröfse
sehr ver
schieden
lebhaft
beweglich
Stichcultur: an der Oberfläche
starlce weifse Ausbreitung, sehr
gutes Wachsthum längs des Stiches.
Gelatineplatten: blattförmige
Auflagerung mit Liniensystem
weifse unregel-
mäfsigeAuf lagerung
45 Tauben-
und
Hühner
mist
kleine
Stäbchen
lebhaft
beweglich
Stichcultur: an der Oberfläche
weifse starke Ausbreitung; nur ge
ringes Wachsthum in die Tiefe.
Gelatineplatten: blattförmige
Auflagerung mit deutlichem.Linien
system. Die ganzen Colönien er
scheinen viel dünner als diejenigen
der vorhergehenden Nummern
sehr dünne Auf
lagerung
An bekannten Bakterienarten wurden in den untersuchten Kotharten u. a. noch nachgewiesen:
Heubacillus, Kartoffelbacillus, Bakt. coli commune, Proteus, einige Luftbakferien, Hefen und Schimmelpilze, deren Anwesenheit auch xon vornherein anzunehmen war.

Claims (2)

  1. Patent-An SPRÜ chi;:
    Verfahren zur Herstellung einer Beize für zu gerbende Haut-Blöfsen, gekennzeichnet durch die Propagirung der in Koth, besonders Hunde- und Vogelmist, befindlichen Bakterien durch geeignete Nährböden.
    Wachsthum
    auf Kartoffeln
    Wachsthum
    in Milch
    Bestes
    Wachsthum
    . bei
    Gasbildung Besondere Bemerkungen
    gelb glänzend starke
    Gerinnung
    37 0C. schwach in alten Stichculturcn be
    obachtet man in der Länge
    des Stiches eine , braune
    Verfärbung des Nähr
    bodens. Unterscheidet
    sich durch die Gelatine-
    Stichcultur von dem all
    gemeinen Bakt. colt com
    mune, ebenso durch die
    Milchgerinnung
    gelb gänzende Auf
    lagerung
    Milch wird nicht
    verändert
    '370C nicht beobachtet
    weifs glänzend, nur
    sehr geringes
    Wachsthum
    Milch wird nicht
    verändert
    37° C
    I;
    i
    schwach, wird nur in
    traubenzuckerhaltigen
    Nährböden beobachtet
    schwefelgelb
    glänzend
    keine Verände
    rung der Milch
    37° C stark nur in traubenzucker
    haltigen Nährböden
    kein Wachsthum keine Verände
    rung der Milch
    37° C. ; nicht
    schwache Ent-
    wickelung, die CuI-
    tur ist schwefelgelb
    Gerinnung 37 0C, sehr schwach, nur in
    traubenzuckerhaltigen
    Nährböden
    schwach, gelbliche
    Auflagerung
    Milch wird nicht
    verändert
    37° C nicht beobachtet.
  2. 2. Ein Verfahren nach Anspruch i, gekennzeichnet durch die vorgängige Abscheidung
    ungünstig
    der die Bakterien-Enlwickehing
    beeinflussenden Bestandteile des betreffenden Kothes.
    Ein besonderes Verfahren nach Anspruch ι gekennzeichnet durch die Leitung der Bakterien -Entwickclung auf Vermehrung der nützlichen und Zurückhaltung oder Vernichtung der schädlichen, durch Zufügung von Säuren oder äquivalenten Stollen.
    Die besondere Ausfuhrungsform der Verfahren nach Anspruch ι bis 3, bestehend in der Absonderung der Bakterien 3, 7, 12
    aus dem Koth, Herstellung von Reinculturen derselben und Einführung derselben in eine zweckmäfsig durch Kochen von anderen Bakterien befreite, einen geeigneten Nährboden enthaltende Brühe.
    Die besondere Ausführungsform der Verfahren nach Anspruch ι bis 4, bei welcher als Nährboden in der Brühe eine Abkochung von Streckfleisch in vorzugsweise schwach alkalischer Lösung benutzt wird.
    6. Die besondere Ausfülfrtmgsform des Verfahrens nach Anspruch 4, bestehend in der Impfung von Culturen bestimmten Bakteriengchaltes auf sterilisirte Kleie, Mehl etc. und Entziehung des für die Entwickelung nöthigen Wassergehaltes.
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