-
Urerfahren zur Umwandlung diastereoisomerer reg.-.Aminodiole in v)-AminorliolP
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Umwandlung einer optisch racemischen diastereoisomeren
Form eines Aminodiolderivates in ein optisch racemisches Aminodiol mit der entgegengesetzten
sterischen Konfiguration.
-
Die Verbindungen, die diese Erfindung umfaBt, haben die allgemeine
Formel
worin Y Wasserstoff oder -NO, ist, R1 und R2 gleich oder verschieden sind
und Wasserstoff, Halogen, niedere Alkyl- oder niedere Alkoxyradikale bedeuten, R3
Wasserstoff oder ein niederes Alkylradikal ist und R4 und R, gleich oder verschieden
sind und Wasserstoff oder Acylreste, wie niedere aliphatische Acyl-, halogensubstituierte
niedere aliphatische Acyl-, Benzoyl-, substituierte Benzoyl-, araliphatische Acyl-und
ähnliche Reste bedeuten.
-
Die Betrachtung dieser allgemeinen Formel zeigt, daß diese Produkte
in zwei diastereoisomeren Formen vorkommen können, in Abhängigkeit von der Anordnung
der polaren Gruppen an den beiden asymmetrischen
Kohlenstoffatomen
in der Ebene: Wenn die zwei am stärksten polaren Gruppen an den asymmetrischen Kohlenstoffatomen
auf der gleichen Seite der Ebene der beiden Kohlenstoffatome liegen, befinden sich
die Verbindungen in der sogenannten cis- oder regulären Form. Demgegenüber werden
Verbindungen, bei denen die zwei am stärksten polaren Gruppen auf entgegengesetzten
Seiten der zwei Kohlenstoffatomeliegen, als in. der trans- oder pseudo-Form befindlich
bezeichnet. Da es schwierig ist, diese strukturellen Unterschiede in graphischen
Formeln darzustellen, werden hier die gebräuchlichen Strukturformeln benutzt, und
das Symbol y bezeichnet die Produkte, die die trans- oder pseudo-Konfiguration haben,
und die Abkürzung reg. die Produkte, die eine cis- oder reguläre Konfiguration aufweisen.
-
Gemäß der Erfindung werden . (dl)-reg.-Aminodiolderivate der Formel
umgewandelt in durch Säureaddition gebildete Salze von (dl)-yp-Aminodiolen der Formel
durch Behandlung mit einem Thionylhalogenid und nachfolgender Hydrolyse des so gebildeten
Zwischenproduktes, wobei Ri, R2 ,R3, R4 und Y die gleiche Bedeutung wie oben angegeben
haben. Acyl bedeutet einen Acylrest, wie einen niederen aliphatischen Acyl-, einen
halogensubstituierten niederen aliphatischen Acyl-, einen Benzoyl-, einen substituierten
Benzoyl-, einen araliphatischen Rest und ähnliche Radikale, und X ist Halogen. Das
Aminodiol kann aus dem Reaktionsgemisch entweder als Halogen= wasserstoffsalz oder
nach Neutralisation des Salzes als freie-Base isoliert werden. Unter Verwendung
der oben definierten Symbole können diese Umsetzungen schematisch wie folgt anschaulich
gemacht werden.
| l SoX2 |
| yR |
| C |
| l\ |
| 0 N |
| R, i |
| R C-CH-CH20R4 |
| 2 Y Ra |
| angenommenes Zwischenprodukt |
| R = Alkyl, Halogen, substitu- |
| iertes Alkyl, Phenyl, substitu- - |
| L iertes Phenyl, Aralkyl u. dgl. |
| H20 |
| OH NH2 - HX |
| R, |
| ,>C-CH-CH20H |
| R2 iL_ |
| Y Ra |
| (dl)-V-Form |
| Neutralisation |
| OH NH2 |
| R1 _\ 1 |
| J-C-CH-CH20H |
| R X_# 2 |
| y R3 |
| (dl)-V-Form |
Die erste Phase der Reaktion, die Reaktion der (dl)-reg.-Aminodiol-Verbindungmit
demThionylhalogenid, wird unterhalb 50° in Gegenwart oder in Abwesenheit eines praktisch
wasserfreien inerten organischen Lösungsmittels, wie Benzol, Toluol, Xylol, Chloroform,
Tetrachlorkohlenstoff und ähnlichen, durchgeführt. Im allgemeinen ist es vorzuziehen,
kein Lösungsmittel zu verwenden außer einem Überschuß an Thionylhalogenid. Wenn
man die Reaktion in dieser Weise ausführt, erhält man besonders gute Ergebnisse
durch Verwendung von etwa q. bis 6 Gewichtsteilen Thionylhalogenid je Gewichtsteil
Aminodiolverbindung. Die bevorzugte Temperatur für die Ausführung dieses Verfahrensschrittes
liegt in der Nähe von etwa 2o bis 35°.
-
Die Hydrolysenphase der Umwandlung wird ausgeführt durch Zugabe einer
hinreichenden Menge Wasser zum Reaktionsgemisch aus Thionylhalogenid und (dl)-reg.-Aminodiol-Verbindung,
um eine Hydrolyse des Überschusses an Thionylhalogenid und des Zwischenproduktes
zu erzielen, und durch Erhitzen
des Reaktionsgemisches für eine
kurze Zeit auf 6o bis izo'. In der Praxis ist es vorzuziehen, mehr Wasser als die
zur Hydrolyse erforderliche Minimalmenge anzuwenden, doch ist die genaue Menge ohne
Bedeutung. Wenn in der ersten Phase der Reaktion ein Lösungsmittel verwendet wurde,
ist es vom Standpunkt der Einfachheit der Aufarbeitung aus vorzuziehen, die Hydrolyse
vor der Entfernung des Lösungsmittels vorzunehmen. Die (dl)-V-Aminodiolprodukte
können aus dem Reaktionsgemisch auf verschiedenen Wegen isoliert werden. Wenn die
organische Säure oder die organischen Säuren, die durch die Hydrolyse der Acylgruppen
gebildet werden, flüchtig sind, können die Halogenwasserstoffadditionssalze des
(dl)-7p-Aminodiols durch Verdampfen des Reaktionsgemisches zur Trockene gewonnen
werden. Wenn die organische Säure oder die organischen Säuren, die durch die Hydrolyse
der Acylgruppen gebildet werden, nicht flüchtig sind, können sie aus dem Reaktionsgemisch
durch Extraktion mit einem mit Wasser nicht mischbaren organischen Lösungsmittel
entfernt werden, und das Halogenwasserstoffadditionssalz kann aus der wäßrigen Phase
dann durch Eindampfen gewonnen werden. Falls erwünscht, kann die freie Base des
(dl)-V-Aminodiols durch Neutralisation des Säureadditionssalzes in dem Reaktionsgemisch
und Abtrennung der freien (dl)-V-Base aus der Lösung durch Filtration oder Extraktion
gewonnen werden.
-
Die (dl)-reg.-Aminodiol-Derivate, die für die Ausführung. der Erfindung
verwendet werden, brauchen nicht in reinem Zustand vorzuliegen, und in der Tat besteht
eine der wichtigeren Anwendungen der Erfindung in der Umwandlung einer zusammengesetzten
Mischung der (dl)-reg.- und (dl)-V-Formen einer Aminodiolverbindung in ein Produkt,
das nur aus einem Säureadditionssalz eines (dl)-V-Aminodiols besteht. Das (dl)-V-Diastereoisomere,
das im Ausgangsgemisch enthalten ist, erleidet während der Umwandlung keinerlei
Änderung seiner strukturellen Konfiguration, während das (dl)-reg.-Diastereoisomere
in das (dl)-V-Diastereoisomere umgewandelt wird. Obgleich das (dl)-V-Diastereoisomere
keinerlei Veränderung seiner strukturellen Konfiguration während des Verfahrens
erleidet, werden die Acylgruppe an der Aminogruppe und, falls vorhanden, die Acylgruppe
an der primären Alkoholgruppe im Laufe der Hydrolyse entfernt mit dem Ergebnis,
daß ein nur aus einem Säureadditionssalz eines (dl)-V-Aminodiols bestehendes Produkt
erhalten wird. Diese Anwendung der Erfindung kann schematisch erläutert werden wie
folgt:
| 1 f R 1 |
| C |
| /\ |
| O H N H-Acvl 0 N |
| i |
| R, @ ! R1 \ i |
| R i C-CH-CH20R4 R--- >-C-CH-CH20R4 |
| `2 |
| Y Ra Y R, |
| (d1)-reg.-Form S 0 X Angenommenes Zwischenprodukt |
| für (dl)-reg.-Form |
| 0 |
| 1I |
| S |
| O H N H-Acyl 0 0 |
| Rl@ @-C-CH-CH20R4 R1 @-C-CH-CH2 |
| R. iC R2 |
| R3 , R3 N H-Acyl |
| (d1)-7p-Form (dl)-V-Form |
| H20 |
| OH NH2 - HX OH NH2 |
| R1 Neutralisation Ri |
| j-C-CH-CH20H X j C-CH-CH20H |
| R2 R2 I |
| Y Rs Y Ra |
| (dl)-V-Form (dl)-V-Form |
worin R, R1, R2, R3, R4, Y und X die gleiche Bedeutung wie oben
angegeben haben.
-
Die Aminodiolprodukte, die nach dem Verfahren der Erfindung erhalten
werden, sind wertvoll als Zwischenprodukte für die Herstellung von organischen Verbindungen,
die eine antibiotische Wirkung besitzen. Zum Beispiel sind die Produkte der Beispiele
i und 2, (dl)-V-i-p-Nitrophenyl-2-aminopropani, 3-diol und (dl)-V-Phenyl-2-aminopropan-i,
3-diol und deren Säureadditionssalze besonders wertvoll für die Herstellung von
(1)-V-i-p-Nitrophenyl-2-dichloroacetamidopropan-i, 3-diol, einer Verbindung, die
eine hervorragende Aktivität als Antibioticum besitzt.
-
Die Erfindung wird durch die folgenden Beispiele erläutert. Beispiel
i a) 5 g (dl)-reg.-i-p-Nitrophenyl-2-acetamidopropani, 3=diol (F. 189 bis 1g3°)
werden zu 15 ccm Thionylchlorid bei etwa 25° zugegeben. Es wird Chlorwasserstoff
entwickelt, und der feste Körper löst sich unter Bildung einer hellgrünen Lösung.
Man läßt das Gemisch 15 Minuten stehen und behandelt dann mit 15 ccm Wasser, welches
eine starke Gasentwicklung und eine merkliche Abkühlung des Gemisches hervorruft.
Die Lösung wird auf dem Wasserbad i -Stunde erhitzt, mit Holzkohle entfärbt und
mit konzentriertem Ammoniumhydroxyd alkalisch gemacht. Die Lösung wird abgekühlt
und das kristalline (dl)-yi-p-Nitrophenyl-2-aminopropan-1, 3-diol der Formel
gesammelt; F. = 13o bis 132°. Umkristallisation aus heißem Wasser ergibt die freie
Base, schmelzend bei 137 bis 138°.
-
b) io g (dl)-reg.-i-p-Nitrophenyl-2-acetamidopropan-i, 3-diol werden
zu 30 ccm Thionylchlorid bei 27° zugegeben., und das Gemisch wird 15 Minuten
stehen gelassen. 3o ccm Wasser werden vorsichtig zugefügt, und die resultierende
Lösung wird zur Trockene verdampft. Der Rückstand wird in absolutem Alkohol aufgenommen
und zur Kristallisation gebracht, um das kristalline (dI)-V-i-p-Nitrophenyl-2-aminopropan-1,
3-diol-hydrochlorid der Formel
schmelzend bei i7o bis 172°, zu erhalten. Das Chlorwasserstoffsalz wird in 35 ccm
Wasser gelöst, die Lösung wird bis zu px = io mit io°/oiger Natronlauge alkalisch
gemacht, und die kristalline freie Base, die sich aus der Lösung abscheidet, wird
gesammelt. Das so erhaltene (dl)-V-i-p-Nitrophenyl-2-aminopropan-i, 3-diol schmilzt
bei 133 bis z35° vor dem Umkristallisieren und nach dem Umkristallisieren aus Wasser
bei 137 bis x38°.
-
c) 5 g (dl)-reg.-i-p-Nitrophenyl-2-acetamido-3-acetoxypropan-l-ol
werden zu 15 ccm Thionylchlorid bei 25 bis 27° zugegeben, und die resultierende
Lösung wird etwa 15 Minuten stehen gelassen. 15 ccm Wasser werden vorsichtig
zum Reaktionsgemisch gegeben, und nachdem die heftige Reaktion sich gelegt hat,
wird das Gemisch etwa i Stunde auf demj Dampfbad erhitzt. Die Lösung wird mit Holzkohle
entfärbt und mit konzentriertem Ammoniak alkalisch gemacht. Die Lösung wird abgekühlt,
und das kristalline (dl)-V-i-p-INitrophenyl-2-aminopropan-i, 3-diol, das sich abscheidet,
wird gesammelt und durch Umkristallisieren aus Wasser gereinigt; F. = 137 bis i38°.
-
d) Ein Gemisch, bestehend aus 2 g (dl)-reg.-i-p-Nitrophenyl-2-acetamidopropan-i;
3-diol und i g (dl)-V-i-p-Nitrophenyl-2-acetamidopropan-i, 3-diol,wird zu g ccm
Thionylchlorid bei etwa 25° gegeben. Nach etwa 15 Minuten gibt man vorsichtig io
ccm Wasser hinzu, erhitzt das Gemisch 2 Stunden auf dem Dampfbad und verdampft dann
zur Trockene. Der Rückstand, der aus dem Chlorwasserstoffsalz des (dl)-V-i-p-Nitrophenyl-2-aminopropan-i,
3-diolbesteht, wird in einer geringen Menge Wasser gelöst, die Lösung mit Holzkohle
behandelt und dann mit Ammoniak alkalisch gemacht. Die Lösung wird abgekühlt, und
das kristalline (dl)-yri-p-Nitrophenyl-2-aminopropan-i, 3-diol, das sich abscheidet,
wird gesammelt; F. = 135 bis 137°. Umkristallisation aus Wasser erhöht den Schmelzpunkt
auf 137 bis 138°. Beispiel 2 a) 5 g (dl) -reg. - i - Phenyl - 2 - acetamidopropan-1,
3-diol werden zu 15 ccm Thionylchlorid, gehalten auf 25°, während 15 Minuten zugefügt.
Chlorwasserstoff entweicht lebhaft, und die Temperatur der Lösung neigt während
der Zugabe zum Steigen. Nach Beendigung der Zugabe läßt man die Lösung 15 bis
30 Minuten stehen und fügt dann vorsichtig 3o ccm Wasser hinzu. Das resultierende
Gemisch wird i Stunde auf dem Dampfbad erhitzt und zur Trockene verdampft, um das
Chlorwasserstoffsalz von (dl)-yp-i-Phenyl-2-aminopropan-i, 3-diol von der Formel
zu erhalten. Das Produkt stellt in vielen Fällen ein hellfarbenes Öl dar. Falls
erwünscht, kann es in das kristalline (dl)-V-i-Phenyl-2-acetamido-i, 3-diacetoxy
propan, F. = 72 bis 73°, umgewandelt werden durch Behandlung mit Essigsäureanhydrid
und Pyridin mit nachfolgender Umkristallisation aus Äthylacetat-Petroläther-Gemisch.
-
b) 5 g (dl)-reg.-i-Phenyl-2-acetamido-3-acetoxypropan-i-ol werden
zu 15 ccm Thionylbromid gegeben, wobei die Temperatur auf 25° gehalten wird. Die
resultierende
Lösung läßt man 15 Minuten stehen, und dann werden 15 ccm Wasser vorsichtig zugegeben.
Das Reaktionsgemisch wird etwa x Stunde auf dem Dampfbad erhitzt, abgekühlt und
mit Natronlauge alkalisch gemacht bis zum pn io. Das Gemisch wird mit Äthylacetat
extrahiert, und die Äthylacetatextrakte werden zur Trockene verdampft, um das gewünschte
(dl)-V-i-Phenyl-2-aminopropan-i, 3-diol von der Formel
zu erhalten, das in reinem Zustande bei 81 bis 83° schmilzt.
-
Das Reaktionsgemisch kann auch im Vakuum zur Trockene verdampft werden,
um das Bromwasserstoffsalz von (d1)-V-i-Phenyl-2-aminopropan-i, 3-diol zu gewinnen.
-
c) 5 g (dl) -reg. - i - Phenyl - 2 - benzamidopropan -i, 3-diol werden
langsam zu 15 ccm Thionylchlorid zugegeben, wobei die Temperatur unterhalb 30° gehalten
wird. Nach beendeter Zugabe läßt man die Lösung 15 Minuten stehen und behandelt
dann vorsichtig mit 25 ccm Wasser. Das Gemisch wird i Stunde auf dem Dampfbad erhitzt,
abgekühlt und mit io-n Natronlauge alkalisch gemacht. Die Lösung wird mit Äthylacetat
extrahiert, die Extrakte werden getrocknet, und das Äthylacetat wird abdestilliert,
um das gewünschte (dl)-yp-i-Phenyl-2-aminopropani, 3-diol zu gewinnen.
-
Das gleiche Produkt kann auch erhalten werden, indem man eine äquivalente
Menge von (dl)-reg.-i-Phenyl-2-chloracetamidopropan-i, 3-diol an Stelle des beim
obigen Verfahren angewandten Benzamidoderivates verwendet.
-
d) Ein Gemisch, bestehend aus 2 g (dl)-reg.-i-Phenyl-2-acetamidopropan-i,
3-diol und i g (dl)-V-i-Phenyl-2-acetamidopropan-i, 3-diol, wird zu g ccm Thionylchlorid
zugegeben, wobei die Temperatur auf etwa 25° gehalten wird. Nach beendeter Lösung
wird das Gemisch etwa 15 Minuten stehen gelassen, io ccm Wasser werden vorsichtig
hinzugefügt, und dann wird das Gemisch etwa 2 Stunden auf dem Dampfbad erhitzt.
Das Reaktionsgemisch wird zur Trockene eingedampft, und der Rückstand, der aus (dl)-yp-i-Phenyl-2-aminopropan-i,
3-diolhydrochlorid besteht, wird in 2 ccm Wasser aufgenommen. Die Lösung wird erkalten
gelassen, und das kristalline (dl)-yp-i-Phenyl-2-aminopropan-i, 3-diol-hydrochlorid,
das sich abscheidet, wird gesammelt; F. = i78°.
-
Eine weitere Menge des gewünschten (dl)-V-Isomeren kann erhalten werden
in Form seines Triacetates durch Verdampfen der wäßrigen Lösung zur Trockene, Behandlung
des Rückstandes mit Essigsäureanhydrid und Pyridin bei Zimmertemperatur während
24 Stunden und Eindampfen des Reaktionsgemisches im Vakuum zur Trockene. Das (d1)-V-i-Phenyl-2-acetamido-i,
3-diacetoxypropan wird gesammelt und durch Umkristallisation aus Äthylacetat-Petroläther-Gemisch
gereinigt; F. = 7o°.
-
Beispiel 3 a) io g (dl)-reg.-i-o-Methyl-p-nitrophenyl-2-propionamidopropan-i,
3-diol werden langsam zu 35 ccm Thionylchlorid zugegeben, wobei die Temperatur unterhalb
etwa 30° gehalten wird. Nach beendeter Zugabe werden langsam 35 ccm Wasser hinzugefügt,
und dann wird das Gemisch i Stunde auf dem Dampfbad erhitzt. Das Reaktionsgemisch
wird abgekühlt, mit Holzkohle entfärbt und die Lösung mit konzentriertem Ammoniak
alkalisch gemacht. Die Lösung wird abgekühlt und das kristalline (dl)-V-i-o-Methyl-p-nitrophenyl-2-aminopropan-i,
3-diol der Formel
gesammelt und aus Wasser umkristallisiert. -b) Durch Anwendung von io g (dl)-reg.-i-o-Tolyl-2-propionamidopropan-i,
3-diol an Stelle der entsprechenden p-Nitroverbindung, die bei der obigen Arbeitsweise
verwendet wurde, erhält man (dl) - V - i - o - Tolyl - 2 - aminopropan
- i, 3 - diol. Das Schwefelsäuresalz dieses Produktes kann durch Lösen der freien
Base in Wasser, das die äquivalente Menge Schwefelsäure enthält, und Eindampfen
der Lösung im Vakuum bis zur Trockene erhalten werden. Beispiel q. io g (dl)-reg.-i-m-Methoxyphenyl-2-phenylacetamidopropan-i,
3-dioi werden zu 2o ccm Thionylchlorid gegeben, wobei die Temperatur unterhalb etwa
3o° gehalten wird. Nach beendeter Zugabe läßt man die Mischung kurze Zeit stehen
und fügt dann vorsichtig 30 ccm Wasser hinzu. Das Reaktionsgemisch wird auf
dem Dampfbad etwa i Stunde erhitzt, die Lösung mit Holzkohle entfärbt und erschöpfend
mit Äther zur Entfernung der Phenylessigsäure extrahiert. Die wäßrige Lösung wird
im Vakuum zur Trockene eingedampft, um das Chlorwasserstoffsalz von (dl)-V-i-m-112ethoxyphenyl-2-aminopropan-i,
3-diol zu gewinnen, das die Formel besitzt
Falls gewünscht, kann die freie Base durch Neutralisation des Salzes erhalten und
dann in einige andere Säure-Additionssalze übergeführt werden, wie das Tartrat,
Kampfersulfonat, Benzoat usw. durch Behandlung der Base mit einer alkoholischen
Lösung der entsprechenden Säure.
Wenn bei der obigen. Arbeitsweise
(dl)-reg.-i-p-Nitrom-methoxyphenyl-2-phenylacetamidopropan-i, 3-diol an Stelle der
entsprechenden des-Nitro-Verbindung verwendet wird, erhält man (dl)-yp-i-p-Nitro-m-methoxyphenyl-2-aminopropan-i,
3-diol oder ein Säure-Salz davon. Beispiel 5 15 g (dl)-reg.-i-(3', 4'-Dimethylphenyl)2-acetamido-3-benzoxypropan-i-ol
werden langsam zu 6o ccm Thionylchlorid bei etwa 2o° zugegeben. Man läßt das Gemisch
15 bis 3o Minuten stehen und fügt dann vorsichtig 6o ccm Wasser hinzu. Das resultierende
Gemisch wird etwa i Stunde auf dem Dampfbad erhitzt, abgekühlt und erschöpfend mit
Äther extrahiert, um die Benzoesäure und die Hauptmenge der Essigsäure, die durch
die Hydrolyse gebildet wurden, zu entfernen. Die wäßrige Lösung wird mit konzentriertem
Ammoniak alkalisch gemacht und das Gemisch dann mit Äthylacetat extrahiert. Die
Äthylacetatextrakte werden getrocknet, und das Äthylacetat wird im Vakuum abdestilliert,
um das gewünschte (dl)-V-i-W, 4'-Dimethylphenyl)-2-aminopropan-i, 3-diol zu gewinnen:
Dieses Produkt hat die Formel
In ähnlicher Weise erhält man bei Verwendung von (dl)-reg.-i-(2'-Nitro-4', 5'-dimethylphenyl)-2-acetamido-3-benzoxypropan-i-ol
bei der obigen Arbeitsweise (dl)-ip-i-(2'-Nitro-4', 5'-dimethylphenyl)-2-aminopropan-i,
3-diol. Beispiel 6 io g (dl)-reg.-3-(3'-Chlor-5'-nitrophenyl)-2-acetamido-i-acetoxybutan-3-01
werden langsam in 30 ccm Thionylbromid eingetragen, wobei die Temperatur
in der Nähe von 25° gehalten wird. Das Reaktionsgemisch läßt man etwa 15 Minuten
stehen und fügt dann vorsichtig 30 ccm Wasser hinzu. Das Reaktionsgemisch
wird i Stunde auf dem Dampfbad erhitzt, mit Holzkohle entfärbt und die Lösung mit
konzentriertem Ammoniak alkalisch gemacht. Das kristalline .(dl)-Ip-3-(3'-Chlor-5'-nitrophenyl)-2-aminobutani,
3-diol, das sich aus der kalten Lösung abscheidet, wird gesammelt. Es hat die Formel
Bei Verwendung von (dl)-reg.-3-(3', 5'-Dichlorphenyl)-2-acetamido-z-acetoxybutan
3-o1 erhält man bei der obigen Arbeitsweise (d1)-1)-3-(3', 5'-Dichlorphenyl)-2-aminobutan-i,
3-diol.
-
Das (dl)-reg.-Acylamidodiol und die Acylamidoacyloxy-Alli:oholverbindung,
die bei Ausführung der vorliegenden Erfindung als Ausgangsstoffe verwendet werden,
können nach verschiedenen Verfahren hergestellt werden, für die hier an sich kein
Schutz beansprucht wird.
-
Eine der Methoden zur Herstellung der (dl)-reg.-Acylamido-acyloxy-Alkoholverbindungen
umfaßt die Diacetylierung des entsprechenden (dl)-reg.-Aminodiols mit einem Säureanhydrid
bei etwa 7o°. Die so erhaltenen (dl)-reg.-Acylamidoacyloxy-Alkoholverbindungen können
in die entsprechenden (dl)-reg.-Acylamido-diole durch Hydrolyse mit einem Äquivalent
Alkali in kalter wäßriger Acetonlösung übergeführt werden. Wenn das gewünschte Ausgangsmaterial
eine Acylamidoacyloxy-Alkoholverbindung ist, in der die Acylgruppen an den Amino-
und Alkoholradikalen verschieden sind, so wird die entsprechende (dl)-reg.-Acylamidodiol-Verbindung
erneut mit einem Säureanhydrid bei etwa 7o° acyliert. Eine weitere Methode zur Herstellung
der (dl)-reg.-Acylamidodiol-Ausgangsstoffe besteht im Umsetzen des freien (dl)-reg.-Aminodiols
mit einem Säurehalogenid oder -anhydrid in Gegenwart von Wasser und einer basischen
Substanz. Falls erwünscht, kann diese letzte Umwandlung durch Erhitzen des freien
Aminodiols mit einem Säureester unter wasserfreien Verhältnissen durchgeführt werden.