DE876442C - Verfahren zur Gewinnung von Vitamin B aus Vitamin B - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung von Vitamin B aus Vitamin B

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DE876442C DEB17461A DEB0017461A DE876442C DE 876442 C DE876442 C DE 876442C DE B17461 A DEB17461 A DE B17461A DE B0017461 A DEB0017461 A DE B0017461A DE 876442 C DE876442 C DE 876442C
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Description

  • Verfahren zur Gewinnung von Vitamin B12 aus Vitamin Bl2b Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Gewinnung von Vitamin B12, insbesondere durch Überführung von Vitamin Bl2b in Vitamin B12.
  • Brink, Kuehl und Folkers (Science CI950], II2, 354) vertreten die Auffassung, daß Vitamin B12 als ein Cobalblausäurekomplex anzusehen sei, und haben aus diesem Grunde vorgeschlagen, demjenigen Teil des Bl2-Moleküls, welcher an der Cyanogruppe hängt, den Namen Cobalamin zu geben. In der vorliegenden Beschreibung wird diese Nomenklatur übernommen.
  • Es wird Vitamin B12 mit dem Namen Cyancobalamin bezeichnet entsprechend der nachstehenden Formel K = Cobalaminkomplex.
  • Ursprünglich wurde von Kaczka, Wolf, Kuehl und Folkers (Science [I950], Bd. II2, S. 354) Vitamin B12 als Hydroxocobalamin angesehen.
  • Cooley, Ellis, Petrow, Beaven, Holiday u.
  • Johnson (J. Pharm. Pharmacol. [I95Il, 3, 27I) bezeichnen es als Aquocobalaminhydroxyd entsprechend nachstehender Formel Es ist jedoch unwahrscheinlich, daß jede dieser Formulierungen eindeutig zur Bezeichnung der Verbindung geeignet ist, die man als Verbindung Vitamin B12 b bezeichnet, deshalb, weil dieses Material außerordentlich dazu neigt, mit Anionen in reversiblen Austausch zu treten. Bei Vorhandensein geringer Mengen von Chloridionen wird~ der Aquocobalaminhydroxydkomplex in Aquocobalaminchlorid oder Chlorocobalamin übergeführt, wie sich aus der nachstehenden Formel ergif: Da nun Fermentationslaugen geringe Mengen verschiedener anorganischer Salze enthalten, ist es klar, daß anorganische Anionen vorhanden sind, die dazu führen, daß der Cobalaminkomplex in Derivate der angegebenen Art übergeht. Die-- -starke- Labilität dieser Stoffe läßt eine Definition der biologisch aktiven Verbindung allgemein als Bl2b unratsam erscheinen.
  • Hier wird vorgeschlagen, das in Fermentationslaugen und daraus gewonnenen Konzentraten vorhandene Vitamin Bl2b als Aquocobalaminhydroxyd zu bezeichnen.
  • Das vorliegende Verfahren betrifft die Gewinnung von Vitamin B12 aus Vitamin Bl2b. Das Vitamin B1b mag vorliegen in Form von verhältnismäßig unreinen Konzentraten, wie sie bei einer Reihe von Fermentationsprozessen erhalten werden, z. B. mit Hilfe von Streptomycesarten, wie sie bei besonderer Gewinnung von Streptomycin verwendet werden. Das nach der Erfindung erhaltene Vitamin B12 besitzt wertvolle therapeutische Eigenschaftenj und es wird- angenommen, daß dieses erfindungsgemäß gewonnene Vitamin B12 identisch ist mit demjenigen Vitamin B12, welches originär aus Lebewesen gewonnen wird; Es wurde festgestellt, daß die Einwirkung von Ammoniak auf Vitamin Blb - zu - einer neuen, biologisch aktiven Verbindung führt, von der angenommen wird, daß sie durch Austausch der Aquogruppe innerhalb des Cobalkomplexes durch ein Ammoniummolekül entsteht, wobei natürlich die Hydroxylgruppe verlagert wird. Die erhaltene Verbindung besitzt vermutlich die unten wiedergegebenen Formelni und si: Hier wird vorgeschlagen, die Stoffe, die durch Einwirkung von Stickstoff enthaltenden Verbindungen auf Cobalaminkomplexe der allgemeinen -Bezeichnung Bi2b gewonnen werden, durch einen Zusatz zu Cobalichrom zu bezeichnen. Cobalichrom ist dazu bestimmt, denjenigen Teil der Molarstruktur zu bezeichnen, welcher mit dem stickstoffhaltigen Medium verbunden ist. Nach der so gewählten Terminologie wird also das Produkt, gewonnen durch Einwirkung von Ammoniak auf Bl2b, als Ammoniumcobalichrom bezeichnet. Ein derartiges Ammoniumcobalichrom wird sodann in Vitamin B12 (Cyanocobalaminj übergeführt.
  • Gemäß der Erfindung wird also Vitamin B1Zb mit Ammoniak behandelt und das gewonnene Ammoniumcobalichrom mit löslichem Cyanid umgesetzt. Dabei kann das Vitamin Bl2b zunächst in verflüssigtem wasserfrelem Ammoniak .gelöst -werden, worauf man die~-Lösung sich selbst überläßt, um dadurch das Ammoniak entweichen zu lassen. Das Produkt ist ein roter Rückstand, welcher aus wäßrigem Aceton umlu7istailisiertwerden kann. Die neue, als Ammoniumcobalichrom bezeichnete Verbindung zeigt sich bei Prüfung mit Lactobacillus lactis, Dorner, als mikrobiologisch aktiv, besitzt jedoch ein charakteristisches Absorptionsspektrum, welches sich von dem des Vitamins Bl2> unterscheidet. Gemäß einer Abwandlung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann das Vitamin Bl2b mit wäßrigem oder alkoholischem Ammoniak behandelt werden. Das ammoniakalische Lösungsmittel wird daran anschließend verflüchtigt.
  • Das gewonnene Ammoniumcobalichrom wird in Vitamin B12 übergeführt, dadurch, daß man wäßrige Blausaure -oder eine wäßrige Lösung eines Alkalicyanids, z.-B. Kaliumcyanids, einwirken läßt; insbesondere ein Ammoniumcyanid wird man verwenden, wenn sich das unstabile Dicyanocobalamin bilden sollte.
  • Aus-der erhaltenen wäßrigen Lösung wird Cyancobalamin durch Ansäuern und durch an sich bekannte Extraktion gewonnen. Kommt jedoch wäßrige Blausäure zur Verwendung, so wird das Cyancobalamin durch einfaches Eindampfen der Lösung zur Trockene unter vermindertem Druck gewonnen. Der Rückstand kann aus wäßrigem Aceton umkristallisiert werden. Kommt- jedoch ein: lösliches Cyanid zur Anwendung, so verfährt man zur Gewinnung des Cyanids in folgender Weise: Die Mischung wird sorgfältig- mit-Mineralsäure angesäuert, bfs- sich- das Absorptionsspektrum des Cyancobalamins zeigt. Das erhaltene Produkt wird mit Phenol extrahiert. Der Extrakt wird mit Wasser vermischt, und es wird eine genügende Menge von Äther oder Tetrachlorkohlenstoff zugegeben, um eine Überführung des~Cyancobalamins von der Phenolphase in die wäßrige Phase herbeizuführen. Es wird sodann mit Äther gewaschen, um letzte Spuren von Phenolen zu beseitigen, und schließlich bei vermindertem Druck zu einem verhältnismäßig kleinen Volumen eingedampft. -Endlich wird Aceton zugegeben, bis die Eristallisation des Cyanocobalamids beginnt.
  • Beispiel I Vitamin B12b - wird in verflüssigtem wasserfreiem Ammoniak gelöst. Die Lösung überläßt man IO Minuten sich selbst, wobei man dem Ammoniak Gelegenheit gibt, zu verdampfen. Es wird ein roter Rückstand erhalten, welcher aus wäßrigem Aceton umkristallisiert werden kann. Die so erhaltene Verbindung (Cobalichrom) wird vermittels ihres Absorptionsspektrums bei pn-Werten zwischen 12 und 3 identifiziert; es ergeben sich Angströmeinheiten 5400, 4120, 3560, 2765 bzw. 5120, 3400, 3200, 3040; 2895.
  • Beispiel 2 Cobalichrom wird in 4%iger wäßriger Blausäure gelöst. Die Lösung überläßt man bei Zimmertemperatur 2 Tage sich selbst und verdampft sodann die Flüssigkeit bei vermindertem Druck. Das gebildete Cobalamin wird aus Aceton umkristallisiert.
  • Beispiel 3 Ammoniumcobalichrom, erhalten gemäß Beispiel I, wird in 40!0Hier wäßriger Blausäurelösung gelöst, die erhaltene Lösung wird in einer geschlossenen Röhre 15 Minuten lang auf 1000 erhitzt, sodann wird abgekühlt und verdampft. Das Vitamin B12 wird in der im Beispiel 2 angegebenen Weise isoliert.
  • Beispiel 4 Das gemäß Beispiel I gewonnene Cobalichrom wird in wäßriger Lösung mit einem Überschuß von Kaliumcyanidlösung behandelt. Die Mischung überläßt man bei Zimmertemperatur so lange sich selbst, bis ein Absorptionsspektrum vorliegt, welches demjenigen des Dicyancobalamins entspricht, nämlich Ångströmeinheiten 780, 2888, 3040, 3140, 3670, 5390, 5780 bzw. 3495, 4I20, 5I00.
  • Die Mischung wird sodann sorgfältig mit verdünnter Chlorwasserstoffsäure angesäuert, bis sich das charakteristische Absorptionsspektrum von Cyanocobalamin (Vitamin B12) zeigt. Es wird sodann Phenol zugegeben. Der abgetrennte phenolische Extrakt wird mit Wasser gemischt, der Mischung wird Äther zugesetzt. Die wäßrige Phase wird abgetrennt, mit Äther gewaschen und zu einem kleinen Volumen eingedampft. Diesem wird Aceton so lange zugegeben, bis sich rote Kristalle abzuscheiden beginnen.
  • PATENTANSPRVCHE: I. Verfahren zur Gewinnung von Vitamin B12 aus Vitamin Bl2b, dadurch gekennzeichnet, daß man Vitamin Bl2b mit Ammoniak umsetzt und das auf diese Weise erhaltene Ammoniumcobalichrom mit löslichen Cyaniden behandelt.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, daß man Vitamin Bi2b in verflüssigtem wasserfreiem Ammoniak löst und das Ammoniak durch Stehenlassen der Lösung verflüchtigen läßt.
    3. Verfahren nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, daß man Vitamin Bl2b mit wäßrigem oder alkoholischem Ammoniak behandelt und sodann den ammoniakalischen Löser verdampfen läßt.
    4. Verfahren nach Anspruch I bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man als lösliches Cyanid wäßrige Blausäure verwendet.
    5. Verfahren nach Anspruch I bis 3, gekennzeichnet durch die Verwendung einer wäßrigen Lösung eines Alkali- oder Ammoniumcyanids.
    6. Verfahren nach Anspruch I bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß man das Vitamin B12 aus der Cyanidlösung durch Ansäuern mit Mineralsäure isoliert und sodann mit Phenol extrahiert.
DEB17461A 1950-11-06 1951-11-06 Verfahren zur Gewinnung von Vitamin B aus Vitamin B Expired DE876442C (de)

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