-
Antennenanlage für Langwellensender Bei einem Langwellensender stellt
die Antennenanlage einen großen Teil des technischen Gesamtaufwandes dar. Der Wirkungsgrad
einer solchen Antennenanlage beeinflußt daher entscheidend den Wirkungsgrad des
gesamten Senders.
-
Die Erreichung eines guten Wirkungsgrades stößt bei einem Langwellensender
auf grundsätzliche Schwierigkeiten. Der Strahlungswiderstand ist abhängig von dem
Verhältnis der Größe einer Antenne zur jeweiligen Betriebswellenlänge. Da der Größe
der Antenne bei Langwellensendern technisc'he Grenzen gesetzt sind, zumal auch neben
einer Vergrößerung derAntenne eine entsprechende Vergrößerung der Verlustwiderstände
einhergeht, ist der Strahlungswiderstand einer solchen Antenne sehr klein. Die Erzielung
eines guten Wirkungsgrades ist daher in erster Linie davon abhängig, in welchem
Maße es gelingt, die Verlustwiderständc der Antenne klein zu halten.
-
Ein anderer entscheidender Faktor, der die Güte einer Antenne maßgeblich
bestimmt, ist die effektive Höhe der Antenne. Die effektive Höhe ist stets kleiner
als die technische Bauhöhe des Luftleitergebildes. Der technische Aufwand ist daher
um so günstiger investiert, je größer das Verhältnis der effektiven Höhe eines Antennenluftleiters
zur Höhe der Maste ist.
-
Es ist bekannt, daß ein Sendergebäude die effektive Höhe einer Antenne
herabsetzt. Es ist auch bekannt, daß ein Sendergebäude verhindert,
ein-
Erdungsnetz so auszubilden, wie es zur Erreichung des geringsten Erdungswiderstandes
geboten nst.
-
Zur Beseitigung dieser iMängel hat sich dahereine Gesamtanordnung
für -Sendergebäude - und Antenne als vorteilhaft erwiesen, bei der sich die Antennenanlage
abseits vom Sendergebäu de befindet und dementsprechenid die Antenne über eine Energieleitung
vom Sender aus erregt wird. Bei einer solchen Anlage kann das Erdungsnetz der Antenne
in günstigster Weise ausgebildet werden,. und das Sendergebäude selbst verringert
auch nicht mehr die effektive Höhe der Antenne.
-
Von dieser bekannten Anordnung geht die Erfindung aus, um für .Lang-
und Längstwellensenderähnlich günstige Voraussetzungen für die Ausbildung der Antennenanlage
zu schaffen. Die erfindungsgemäße Antennenanlage besteht nun aus mehreren von einer
Stelle aus - erregten Luftleitergebil:den, die, wie bereits erwähnt, als Einzelantennen
bekannt, vom Sendergebäude abgesetzt sind und jeweils einen Vertikalleitermast mit
zugehörigem, aus strahlenförmig verlegten Erdüngsdrähten bestehendem Erdnetz aufweisen;
ferner ist bei der erfindungsgemäßen Antennenanlage der gegenseitige Abstand der
Einzelantennen so gering gehalten, daß das Verhältnis des von den anderen Einzelantennen
der Anlage induzierten Strahlungswiderstandes der einzelnen Antenne zu ihrean eigenen
Strahlungswiderstand praktisch gleich eins ist.
-
Durch das letztgenannte Merkmal unterscheidet sich der - von Antennenanlagen,
bei deren ebenfalls eine Reihe von Einzelantennen vorgesehen ist, deren gegenseitiger
Abstand jedoch im Verhältnis zur Betriebswellenlänge so groß gewählt ist, daß bei=
phasengleicher oder phasenunterschiedlicher Speilsung der Antennen eine ausgesprochene
Bündelungswirkung entsteht. Bei einer in dieser Weise ausgestatteten Langwellenäntenne
sind gegenüber bekannten Antennenanlagen folgende Vorteile festzustellen: Jeder
Antennenmast ist mit einem optimal .bemessenen Erdnetz versehen; die Parallelschaltung
der Einzelantenne bedeutet darüber hinaus eine entsprechende Verringerung des gesamten
Erdungswiderstandes;. durch die Strahlungskopplung der Antenne erhöht sich der resultierende
Strahlungswiderstand der Anlage um ein Mehrfaches. - Das Sendergebäude beeinträchtigt
das Erdungsnetz bzw: dieAusbildung desselben nicht mehr; desgleichen verringertes
auch nicht mehr die effektive Höhe der Antenne; die Erregung- bzw. die Abstimmung
.der Einzelantenne erfolgt an der theoretisch günstigsten Stelle, nämlich unmittelbar
am Erdungspünkt.
-
Ein schematisch dargestelltes Ausführungsbeispiel möge den Erfindungsgegenstand
noch näher erläutern.
-
Es handelt sich um eine Antenne, die im wesentlichen aus den drei
Vertikalmasten z, 12 und 3 besteht, deren im einzelnen aus radial verlegten Erdungsdrähten
bestehende Erdnetze mit 3, 4 ' und 5 bezeichnet sind. Das Sendergebäude 6 liegt
im mittleren Bereich der Anlage an der Peripherie - der Erdunganetze.
-
Über die Energieleitungen 7, 8 und 9 sind die Einzelstrahler mit der
Senderausgangsstufe verbunden. Im=-Verhältnis zur Betriebswellenlänge ist der Abstand
der Einzelantenne voneinander so gering, daß das Verhältnis des von den anderen
Einzelantennen induzierten Strahlungswiderstandes der einzelnen Antenne zu ihrem
eigenen Strahlungswiderstand praktisch gleich eins ist.
-
Das beschriebene Ausführungsbeispiel stellt eine zugunsten derAnsohaulichkeit
ausgesuchte einfache Antennenanlage dar. In der Regel wird man die Einzelantennena,
2 und 3 insbesondere für sehr lange Betriebswellen nicht als einfache Vertikalrnasten
ausbilden, sondern als L-; T- oder Schirmantennen. An die Stelle der gleichzeitngenErregurig
der Einzelantenne über eine verzweligte Energieleitung (7, 8, 9) kann auch die unmittelbare
Erregung nur einer Einzelantenne treten und die Kopplung der anderen mit dieser
Über ein zusammenhängenides horizontales Luftleiternetz; in diesem Fäll müssen die
Vertikalleiter der angekoppelten Einzelantennen natürlich entsprechend abgestimmt
sein, so daß sich jeweils die gewünschte Stromverteilung für die Gesamtantenne ergibt.