DE891427C - Verfahren zur Herstellung von Elektronen emittierenden Elektroden fuer elektrische Entladungsvorrichtungen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Elektronen emittierenden Elektroden fuer elektrische EntladungsvorrichtungenInfo
- Publication number
- DE891427C DE891427C DES18481D DES0018481D DE891427C DE 891427 C DE891427 C DE 891427C DE S18481 D DES18481 D DE S18481D DE S0018481 D DES0018481 D DE S0018481D DE 891427 C DE891427 C DE 891427C
- Authority
- DE
- Germany
- Prior art keywords
- water
- substance
- electrodes
- electrode
- carrier metal
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Expired
Links
Classifications
-
- H—ELECTRICITY
- H01—ELECTRIC ELEMENTS
- H01J—ELECTRIC DISCHARGE TUBES OR DISCHARGE LAMPS
- H01J9/00—Apparatus or processes specially adapted for the manufacture, installation, removal, maintenance of electric discharge tubes, discharge lamps, or parts thereof; Recovery of material from discharge tubes or lamps
- H01J9/02—Manufacture of electrodes or electrode systems
- H01J9/04—Manufacture of electrodes or electrode systems of thermionic cathodes
- H01J9/042—Manufacture, activation of the emissive part
Landscapes
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Manufacturing & Machinery (AREA)
- Discharge Lamp (AREA)
- Vessels And Coating Films For Discharge Lamps (AREA)
Description
Die Erfindung hat eine Verbesserung von bei hoher Temperatur Elektronen emittierenden Glühelektroden
für elektrische Entladungsvorrichtungen zum Gegenstand, insbesondere für Gasentladungsröhren, wie sie
z. B. für Leuchtzwecke mit Zündung durch die Netzspannung ohne vorherige direkte oder indirekte Erhitzung
verwendet werden. Solche Elektroden bestehen bekanntlich im wesentlichen aus einem hitzebeständigen
Trägermetall, das mit einem oder einem Gemisch mehrerer Erdalkalimetalloxyde überzogen ist.
Es ist bekannt, diese Überzüge durch geeignete thermische Behandlung von Stoffen herzustellen, bei
welcher die gewünschten Oxyde entstehen. Die verschiedensten Stoffe sind hierfür vorgeschlagen worden;
in der Praxis verwendet man aber die Hydroxyde oder Carbonate der Erdalkalimetalle. Um das Trägermetall
mit diesen Stoffen zu überziehen, kann man sie entweder unter eventueller Zuhilfenahme eines Bindemittels
als Pasten auftragen, man kann sie zerstäuben, aufpinseln oder die Elektroden in eine flüssige Aufschlämmung
oder Lösung der Stoffe tauchen.
Geht man von Carbonaten aus, so haften die auf solche Weise gewonnenen Überzüge nur verhältnismäßig
wenig fest auf dem Träger; es ist auch schwierig, die Zündung mit der zwischen den Elektroden herrsehenden
Spannung durchzuführen. Im Augenblick des Zündens werden nämlich einzelne Stellen des
Belages sehr stark beansprucht, so daß sie in'Gefahr
kommen, sich loszulösen und man daher in der Praxis derartige Elektroden vor Anlegen der Spannung unmittelbar
oder mittelbar durch Joulesche Wärme heizen muß.
Wenn man andererseits von Hydroxyden ausgeht, kann zwar ein sehr viel besseres Haftvermögen des
Belages erzielt werden; dagegen genügt letzterer nicht den Anforderungen, die an die Regelmäßigkeit, Homogenität,
den Grad der Aktivierung und die Konstanz
ίο des Emissionsvermögens gestellt werden. Außerdem beobachtet man-, insbesondere bei Vorrichtungen, die
Quecksilberdampf enthalten, nach einer gewissen Betriebszeit erhebliche schwärzliche Beläge auf den
Wänden der Entladungsvorrichtung in der Nähe der x5 Elektroden, und auch die Gasfüllung der Vorrichtung
wird im Laufe der Betriebszeit verunreinigt.
Schließlich hat in den beiden genannten Fällen die Notwendigkeit, entweder die Carbonate zwecks Austreibens
der Kohlensäure zu zersetzen oder die Hydroxyde vom Wasser zu befreien, zur Folge, daß die Formierung
der Elektroden umständlich ist und eine im allgemeinen langwierige Behandlung durch Erhitzen
im Vakuum erfordert.
Zweck der Erfindung ist, den genannten Übelständen
abzuhelfen und emittierende Überzüge zu liefern, die
sehr fest anhaften, homogen und von gleichbleibender Qualität sind, die verhältnismäßig dicht hergestellt
werden können und die außerdem ein besonders hohes, während ihrer Lebensdauer unverändert bleibendes
Emissionsvermögen besitzen, wobei die Formierung der Vorrichtung nur sehr kurze Zeit beansprucht.
Gemäß der Erfindung, die auf die an sich bekannte Verwendung eines homogenen Gemische zurückgeht,
das sich nach der Analyse aus Bariumoxyd und Wasser zusammensetzt, besteht das Material des Elektrodenbelages
aus einem bei gewöhnlicher Temperatur pulverförmigem Stoff der analytischen Zusammensetzung
ι Mol Ba(OH)2 auf ι bis i,i Mol H2O, der auf das
Trägermetall ohne vorherigen Zusatz von Wasser aufgebracht wird. Das Ausgangsmaterial kann als Verunreinigung
Spuren von Bariumcarbonat enthalten, die bei der sehr genauen analytischen Festlegung des
genannten Mengenverhältnisses zwischen Hydroxyd und Wasser natürlich entsprechend zu berücksichtigen
sind.
Der fragliche Stoff wird beispielsweise durch langsame Zersetzung des Bariumhydroxyds des Handels,
und zwar des Oktohydrats Ba (OH)2 8 H2O, eventuell
im Vakuum erhalten. Zweckmäßig setzt man hierzu das zerriebene Hydrat bei Unterdruck einer langsam
steigenden Temperatur in der Weise aus, daß während der Zeisetzung in keinem Augenblick eine flüssige
Phase auftritt; man beginnt z. B. die Behandlung bei 700 und einem Unterdruck von 20 cm Hg und läßt
nach ι Stunde die Temperatur allmählich ansteigen, so daß sie nach Verlauf von 6 Stunden 1250
erreicht.
Ein Kondensator für den Wasserdampf, der vorher ausgemessen und graduiert worden ist, gestattet die
Menge des der behandelten Masse entzogenen Wassers zu sammeln und zu messen. Man unterbricht die Zersetzung,
wenn die aufgefangene Wassermenge der gewünschten Zusammensetzung des Rückstands entspricht,
z. B. Ba(OH)2 1,05 H2O. Es ist klär, daß es
mit Rücksicht auf die Genauigkeit, mit welcher die Dosierung des Wassergehalts ausgeführt werden muß,
notwendig ist, ein Ausgangsmaterial von gleichbleibender Zusammensetzung und genau definiertem Wassergehalt
zu verwenden sowie den Wassergehalt des erhaltenen Produkts durch sorgfältige Analysen zu kontrollieren.
Man kann den angegebenen Stoff auch aus wasserärmeren
Ausgangsmaterialien wie BaO oder Ba(OH)2 gewinnen. Zu diesem Zweck wird das Ausgangsmaterial
in feiner Zerteilung sorgfältig in sehr dünner Schicht aufgetragen und sodann der Einwirkung von
Wasserdampf von niedrigem Partialdruck, beispielsweise von der. Größe des Sättigungsdrucks bei Zimmertemperatur,
während, einer Zeitdauer ausgesetzt, die von dem gewählten Partialdruck abhängt und von der
Größenordnung einiger Tage sein kann. Es sei übrigens bemerkt, daß es nicht auf das gleiche herauskommt
wenn man, ausgehend von Bariumhydroxyd, letzterem Wasser in flüssiger Form, auch nicht in kleinen
Portionen, hinzufügt; man würde auf diese Weise eine viskose Masse, nicht aber den festen Stoff der Erfindung
erhalten.
Eine Substanz, die gemäß der Erfindung nur 1H2O
auf ι Ba (OH)2 enthält, liefert nicht so gute Ergebnisse
wie eine mit einem Wassergehalt oberhalb 1,01 H2O; go
die günstigsten Resultate werden zwischen 1,03 und 1,07 H2O erzielt. Was die Konstitution der genannten
Stoffe betrifft, so ist anzunehmen, daß sie aus Ba (OH)21H2O mit entweder einer kleinen Menge von
Ba(OH)2 8H2O und Wasser oder mit Wasser allein
zusammengesetzt sind.
Nach einer der angegebenen Methoden kann man gemäß der Erfindung unter den günstigsten Bedingungen
auf einmal sehr große Mengen des Belagmaterials herstellen, z. B. so viel, wie für Tausende
oder Zehntausende von Elektroden gebraucht wird. Immerhin kann es vorkommen, daß der Stoff, auch
wenn er im Mittel den gewünschten Wassergehalt, z. B. 1,05 H2O aufweist, doch nicht genügend homogen
ist, was um so schädlicher ist, als die für eine Elektrode benötigte Menge im allgemeinen sehr gering ist. Um
die notwendige Homogenität zu erreichen, wird gemäß der Erfindung der Stoff unter Vakuum in Glasröhren
eingeschmolzen und einige Stunden der Wirkung der Wärme, beispielsweise bei ioo° ausgesetzt. Man beläßt
den Stoff in der Glasrohre, da er leicht Wasserdampf und Kohlendioxyd aus der Luft absorbiert, deshalb
also unter Luftabschluß aufbewahrt werden muß. Die Einwirkung der beiden genannten Bestandteile erfolgt
indessen nicht so schnell, daß man nicht die nötigen Manipulationen, die niemals sehr länge Zeit beanspruchen,
an der Luft ausführen könnte.
Um einen regelmäßigen Überzug auf dem Trägermetall herzustellen, läßt man den Stoff, nachdem er
auf irgendeine Weise aufgetragen worden ist, in einem indifferenten Gas unter verhältnismäßig hohem Druck,
. B. Atmosphärendruck, schmelzen, wobei man die Gegenwart von Wasserdampf und Kohlendioxyd vermeidet,
die die chemische Zusammensetzung des schmelzenden Stoffes verändern würden. Ferner
arbeitet man bei ziemlich niedriger Temperatur, in
einem Gebiet, das höchstens bis zur beginnenden Rotglut reicht, um zu vermeiden, daß sich in der erhaltenen
Flüssigkeit unter dem angewandten Druck Blasen bilden. Vermöge ihrer Oberflächenspannung und Viskosität
verteilt sich die Flüssigkeit rasch über die Oberfläche des zu überziehenden Trägermetalls, unabhängig
von deren Form und unter Ausfüllung von eventuellen Zwischenräumen, und hierbei wird eine
sehr hohe Haftfestigkeit erzielt. Im übrigen ist es
ίο vorteilhaft, Form und Abmessungen des Trägermetalls
so zu wählen, daß die Flüssigkeit sich darauf ohne Schwierigkeit möglichst regelmäßig verteilen kann.
Die Ausführung der Erfindung gestaltet sich beispielsweise wie folgt: Der Fußteil der Entladungsvorrichtung
trägt mittels der Stromzuführungen die Elektrode, welche z. B. aus einem Draht besteht, der
zu einer normal zum Fußteil angeordneten Spirale aufgewickelt ist, wobei die Wickelungen dicht nebeneinanderliegen,
aber durch geringe Zwischenräume getrennt sind. Der Fußteil wird senkrecht mit nach
unten gerichteten Stromzuführungen unter eine Glasglocke gestellt, die unten durch eine Platte abgeschlossen
ist. Durch letztere ist ein Stift gasdicht hindurchgeführt, der oben in einer Schale endigt, in welche eine
gewisse Menge der pulverförmigen Substanz für die Herstellung des Belages eingefüllt worden ist. Man
läßt einen Stickstoff strom durch die Glocke streichen; sodann verschiebt man die Schale in senkrechter
Richtung, so daß die Substanz mit der Elektrode in Berührung gelangt und verteilt sie mittels rotierender
Bewegung auf die Innenflächen der Spirale, wobei es übrigens nichts schadet, wenn auch auf den Außenflächen
der Spirale sich Teile der Substanz ablagern. Nachdem man die Schale wieder von der Elektrode
entfernt hat, schickt man durch den Draht unmittelbar oder mittels Hochfrequenzinduktion einen Strom geeigneter
Stärke, um den aufgetragenen Stoff zum Schmelzen zu bringen, ohne daß Blasen entstehen. Der
Strom wird unterbrochen, sobald der Stoff in der beschriebenen Weise über die Oberfläche des Trägermetalls
geflossen ist. Der Vorgang kann mehrmals wiederholt werden, je nach der Stärke des gewünschten
Überzuges.
Soll nach Aufbringen des Belages die weitere Verarbeitung
der Elektrode unterbrochen werden, so muß letztere in der Zwischenzeit gegen den Einfluß der Luft,
gegen welchen sie sehr empfindlich ist, geschützt werden. Zu diesem Zweck kann man die Elektrode
mit einer dünnen Schicht eines die Luft fernhaltenden Stoffes, z. B. Paraffin, überziehen. Man kann aber
auch die Elektrode unverzüglich in die Entladungsvorrichtung einbauen, diese sodann evakuieren und
gegebenenfalls mit einem indifferenten Gas füllen.
Es folgt nun die Formierung und Aktivierung der Elektroden, die sich besonders einfach gestalten. Ein Verfahren besteht darin, daß man die Elektroden, deren Trägermetall z. B. aus Tantal besteht, durch Joulesche Wärme während einiger Minuten oder auch nur während des Bruchteils 1 Minute allmählich erwärmt. Die zweckmäßige Regelung von Stärke und Dauer der thermischen Behandlung kann leicht durch einige Versuche für jede Vorrichtungsart ermittelt werden, indem man die Behandlung vor dem Zeitpunkt abbricht, in welchem ein von der Kondensation von Barium herrührender schwärzlicher Schleier auf der Wand der Vorrichtung in der Nähe der Elektrode erscheint. Handelt es sich um Vorrichtungen, die mit Gasfüllung betrieben werden, so führt man sodann einige mäßige Entladungen mit Gasfüllung und mit einer Stromstärke von der Größenordnung der Betriebsstromstärke durch; nach sorgfältigem Evakuieren wird die Vorrichtung mit dem gewünschten Gas unter geeignetem Druck gefüllt und zugeschmolzen.
Es folgt nun die Formierung und Aktivierung der Elektroden, die sich besonders einfach gestalten. Ein Verfahren besteht darin, daß man die Elektroden, deren Trägermetall z. B. aus Tantal besteht, durch Joulesche Wärme während einiger Minuten oder auch nur während des Bruchteils 1 Minute allmählich erwärmt. Die zweckmäßige Regelung von Stärke und Dauer der thermischen Behandlung kann leicht durch einige Versuche für jede Vorrichtungsart ermittelt werden, indem man die Behandlung vor dem Zeitpunkt abbricht, in welchem ein von der Kondensation von Barium herrührender schwärzlicher Schleier auf der Wand der Vorrichtung in der Nähe der Elektrode erscheint. Handelt es sich um Vorrichtungen, die mit Gasfüllung betrieben werden, so führt man sodann einige mäßige Entladungen mit Gasfüllung und mit einer Stromstärke von der Größenordnung der Betriebsstromstärke durch; nach sorgfältigem Evakuieren wird die Vorrichtung mit dem gewünschten Gas unter geeignetem Druck gefüllt und zugeschmolzen.
Nach einer anderen Arbeitsweise wird die Vorrichtung, deren Trägermetall in diesem Fall aus Molybdän
bestehen kann, in einem Trockenschrank unter Vakuum gehalten. Die Elektroden, die gar nicht oder
nur schwach durch Joulesche Wärme erhitzt worden sind, werden durch eine elektrische Entladung von
steigender Intensität in einer Gasatmosphäre auf hohe Temperatur gebracht. Dann wird evakuiert und ein
neues Ausgasen vorgenommen. Soll die Vorrichtung mit Quecksilberdampffüllung betrieben werden, so
wird die erforderliche Menge Quecksilber erst gegen Schluß oder nach Beendigung des Formierens eingeführt,
jedenfalls erst nachdem die Elektroden durch die Entladung eine Erhitzung auf hohe Temperatur
erfahren haben, im Gegensatz zu dem bekannten Verfahren, nach welchem die Elektroden durch eine
starke elektrische Entladung in einer Quecksilber- go dampfatmosphäre auf hohe Temperatur erhitzt
werden.
Wie zahlreiche Versuche gezeigt haben, läßt sich mit ■ dem Verfahren der Erfindung der sehr bemerkenswerte
Fortschritt erzielen, daß, insbesondere bei An-Wesenheit von Quecksilberdampf in der Gasfüllung,
das Auftreten der schwärzlichen Flecke auf den Wandungen der Vorrichtung in der Nähe der Elektroden
vermieden oder zumindest erheblich verzögert wird; dieser Übelstand macht sich erst gegen Ende der
Lebensdauer der Vorrichtung, z. B. nach mehreren tausend Betriebsstunden bemerkbar. Dagegen geben
bekanntlich Beläge, die von den üblichen Hydraten ausgehen, im allgemeinen sehr rasch zum Auftreten
von Schwärzungen Anlaß, die mit der Betriebsdauer ständig zunehmen. Bei Fluoreszenzröhren oder
-lampen schadet die Schwärzung nicht nur dem Aussehen vom ästhetischen Gesichtspunkt, sondern beeinträchtigt
auch dauernd die Lichtausbeute.
In einem Entladungsrohr mit Elektroden gemäß der Erfindung kann man spektroskopisch die Anwesenheit
von Wasserstoff in der Nähe der Elektroden insbesondere während des Zündens feststellen, was insofern
sehr günstig ist, als nach Veröffentlichungen Wasserstoff die Emission von Elektronen aus Elektroden mit
emittierenden Belägen verstärkt.
Die Einhaltung der engen Grenzen für den Wassergehalt des Belegungsstoffes ist wesentlich für die Erzielung
der gewünschten Ergebnisse, ohne daß es bisher möglich war, die Rolle der hierfür maßgebenden
Faktoren genau klarzustellen. Bekanntlich hängt das Verhalten einer Elektrode von dem Stoff ab, mit dem
sie bekleidet ist, sowie von der Art, in der er aufgebracht worden ist; im Fall der vorliegenden Erfindung
ist daher der Hydratationsgrad des Stoffes maßgebend, der auf das Trägermetall aufgebracht worden ist oder
sich in unmittelbarer Berührung mit letzterem befindet, sowie die Veränderungen, denen er im Laufe der
weiteren Behandlung unterworfen ist.
Andererseits schmilzt der Stoff gemäß der Erfindung selbst bei Atmosphärendruck bei verhältnismäßig
niedriger Temperatur; daher kann das Schmelzen ohne nennenswerte Absorption indifferenter Gase am
Trägermetall ausgeführt werden, ohne daß letzteres seine mechanische Festigkeit einbüßt, sowie andererseits,
ohne daß schädliche Blasen auftreten, und zwar wird dies lediglich durch einen durch das Trägermetall
hindurchgehenden elektrischen Strom bewirkt. Es war nicht vorauszusehen, daß unter diesen Verhältnissen
der Stoff, auch wenn er pulverförmig auf das Trägermetall aufgebracht wird, einen für seine regelmäßige
Verteilung und ein zähes Anhaften geeigneten Flüssigkeitsgrad erlangen würde.
Die schlechten Ergebnisse, die insbesondere in bezug auf Festhaften und Gleichförmigkeit des Belages bei
Verwendung von Stoffen mit weniger als ι H2O erzielt
werden, dürften zum mindesten teilweise auf die Anwesenheit von freiem Ba(OH)2 zurückzuführen sein;
hierauf können die Veränderungen der Eigenschaften des Stoffes und seines für die Herstellung hochwertiger
Elektroden ungeeigneten Verhaltens beruhen.
Was die höheren Wassergehalte als i,i in der Masse
betrifft, so geben diese im Verlauf der zu ihrer Umwandlung in eine aktive Belagsubstanz führenden Behandlung
entweder zur Bildung von Hohlräumen Anlaß, d. h. von Stellen, wo der Stoff den Elektrodenkörper
nicht bedeckt, oder zu Auswachsungen, die während des Zündens und des Betriebs ein Losreißen
der Belagsubstanz zur Folge haben. Eine Erklärung für diese Erscheinungen kann man nachträglich in
den höheren Wasserdampftensionen suchen, die in dem System Ba (OH)2 -f- Wasser bei höheren Gehalten
als 1,1 H2O herrschen. Nach den Versuchen von
Lescoeur (C. R. de l'Academie des Sciences, 96,
S. 1578 [1883]) steigt bei 100° der Wasserdampfdruck
dieses Systems als Funktion seines Wassergehalts bei einem Hydratationsgrad von 1,27 H2O plötzlich auf
500 mm Hg, während er unterhalb 1,27 H2O bis zu
einem bestimmten Wassergehalt fast konstant auf
. 43 mm bleibt, um dann für Ba(OH)2 auf einen sehr
kleinen Wert oder praktisch auf Null zu sinken. Die Entziehung des Hydratationswassers durch Wärme
gestaltet sich daher viel regelmäßiger bei Wassergehalten, die unterhalb der oberen Grenze der Erfindung
liegen, was darauf hinweist, daß die erwähnten Mangel bei höheren Wassergehalten als 1,1 H2O von
Aufblähungen infolge einer mehr oder weniger stürmischen Verdampfung des Wassers herrühren.
Wie Versuche gezeigt haben, erniedrigen die Elektroden
der Erfindung die Zündspannung von Gasentladungsröhren in merklicher Weise, so daß es
möglich ist, letztere, besonders wenn sie mit Hilfselektroden
versehen sind, in der Kälte ohne' vorherige Heizung durch Joulesche Wärme unmittelbar mit den
üblichen Spannungen der Wechselstromniederspannungsnetze, z. B. 110 Volt, zu zünden. Diese Herabsetzung
der Zündspannung bleibt den Röhren mit bemerkenswerter Konstanz während ihrer ganzen Lebensdauer
erhalten.
Diese Erfindung ist auch geeignet zur Herstellung von Elektroden für Lumineszenzröhren für Hochspannung
mit Edelgas- oder Quecksilberdampffüllung, die mit oder ohne Leuchtmassen ausgestattet sind.
Die Elektroden können in diesem Fall besonders kleine Abmessungen haben, etwa ein oder mehrere Kubikmillimeter
Volumen für 100 mA Stromstärke; hierdurch werden die Lücken, die sich bei leuchtenden
Zeichen, Buchstaben oder Zeichnungen aus der Verwendung der üblichen großen Elektroden ergeben,
vermieden; außerdem können die äußeren Abmessungen und die Größe der erforderlichen
Hochspannungsschutzvorrichtungen erheblich verringert werden.
Schließlich kann die Erfindung noch für die Herstellung
von Entladungsvorrichtungen mit Quecksilberdampffüllung, auch solchen mit hohem Quecksilberdruck,
die z. B. als Ultraviolettstrahler verwendet werden, dienen.
Ersetzt man in den Überzugsstoff das Barium durch Strontium, so erzielt man weniger günstige Resultate;
im Gegensatz zum Barium liefern dann höhere Hydratationsgrade als die angegebenen die besten Ergebnisse;
außerdem ist die Dauer der Formierung bei Strontium verhältnismäßig lang. Gemische von
Strontium mit dem Stoff der Erfindung haben sich als nicht so günstig erwiesen wie letzterer allein.
Claims (3)
1. Verfahren zur Herstellung von Elektronen emittierenden Elektroden für elektrische Entladungsvorrichtungen,
die mit einem Überzug versehen sind, der aus einem homogenen, analytisch aus Bariumoxyd und Wasser zusammengesetzten
Stoff entstanden ist, dadurch gekennzeichnet, daß der bei gewöhnlicher Temperatur pulverförmige
Stoff der chemischen Zusammensetzung 1 Mol Ba(OH)2 auf 1 bis 1,10 Mol Wasser entspricht
und beim Aufbringen desselben auf die Elektrode die Anwesenheit von Wasser oder Wasserdampf
vermieden wird, worauf die Elektrode formiert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Überzugsstoff durch langsame thermische Zersetzung des Oktohydrats Ba(OH)8,
8 H2O bei Unterdruck und ganz allmählich steigender
Temperatur gewonnen wird, wobei die Temperatur derart geregelt wird, daß niemals eine flüssige
Phase auftritt und der Stoff durch eine thermische Nachbehandlung im abgeschlossenen und evakuierten
Raum vollkommen homogen gemacht wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, in welchem der Stoff geschmolzen wird, um auf dem Trägermetall
anzuhaften, dadurch gekennzeichnet, daß die Schmelze nach dem Aufbringen des Belagmaterials
auf das Trägermetall stattfindet und daß unter einem genügend hohen Druck von indifferentem
Gas gearbeitet wird, um die Entstehung von Blasen in der Flüssigkeit zu vermeiden.
4· Verfahren nach Anspruch ι, dadurch gekennzeichnet,
daß bei Vorrichtungen, deren Atmosphäre Quecksilberdampf enthalten soll, die Formierung
der Elektroden durch elektrische Gasentladungen bei Abwesenheit von Quecksilberdampf erfolgt und
letzterer erst am Schluß der thermischen Behandlung eingefüllt wird.
Angezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschriften Nr. 409 799, 605 855. 10
©5443 9.53
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| FR234237X | 1942-01-15 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE891427C true DE891427C (de) | 1953-09-28 |
Family
ID=8882671
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DES18481D Expired DE891427C (de) | 1942-01-15 | 1942-05-09 | Verfahren zur Herstellung von Elektronen emittierenden Elektroden fuer elektrische Entladungsvorrichtungen |
Country Status (7)
| Country | Link |
|---|---|
| US (1) | US2473900A (de) |
| BE (1) | BE448724A (de) |
| CH (1) | CH234237A (de) |
| DE (1) | DE891427C (de) |
| FR (1) | FR963794A (de) |
| GB (1) | GB610535A (de) |
| NL (1) | NL71838C (de) |
Families Citing this family (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US3321662A (en) * | 1962-07-02 | 1967-05-23 | Sylvania Electric Prod | Electric lamp with tubular body and light transmitting closure having over-lapping flange seal |
Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE409799C (de) * | 1923-04-22 | 1925-02-12 | Internat Western Electric Comp | Verfahren zur Herstellung stark Elektronen aussendender UEberzuege von Erdalkalioxyden bei Gluehkathoden |
| DE605855C (de) * | 1928-04-05 | 1934-11-19 | Bernhard Loewe Dr | Verfahren zur Herstellung von Material fuer Hochemissionskathoden |
Family Cites Families (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US2007920A (en) * | 1931-12-07 | 1935-07-09 | Sirian Lamp Co | Short wave length electric lamp |
| US2275886A (en) * | 1941-04-30 | 1942-03-10 | Gen Electric | Process of activating cathodes |
| US2290208A (en) * | 1941-09-26 | 1942-07-21 | Eugene A Quarrie | Process for the manufacture of gaseous discharge lamps |
-
0
- BE BE448724D patent/BE448724A/xx unknown
- NL NL71838D patent/NL71838C/xx active
- FR FR963794D patent/FR963794A/fr not_active Expired
-
1942
- 1942-05-09 DE DES18481D patent/DE891427C/de not_active Expired
-
1943
- 1943-01-08 CH CH234237D patent/CH234237A/fr unknown
-
1945
- 1945-10-22 GB GB27793/45A patent/GB610535A/en not_active Expired
-
1947
- 1947-07-08 US US759590A patent/US2473900A/en not_active Expired - Lifetime
Patent Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE409799C (de) * | 1923-04-22 | 1925-02-12 | Internat Western Electric Comp | Verfahren zur Herstellung stark Elektronen aussendender UEberzuege von Erdalkalioxyden bei Gluehkathoden |
| DE605855C (de) * | 1928-04-05 | 1934-11-19 | Bernhard Loewe Dr | Verfahren zur Herstellung von Material fuer Hochemissionskathoden |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| FR963794A (de) | 1950-07-20 |
| US2473900A (en) | 1949-06-21 |
| GB610535A (en) | 1948-10-18 |
| BE448724A (de) | |
| NL71838C (de) | |
| CH234237A (fr) | 1944-09-15 |
Similar Documents
| Publication | Publication Date | Title |
|---|---|---|
| DE69323026T2 (de) | Hochdruckentladungslampe | |
| DE2647396C2 (de) | Gasentladungs-Anzeigevorrichtung und Verfahren zu deren Herstellung | |
| EP1132938A2 (de) | Plasmabildschirm mit UV-Licht emittierender Schicht | |
| DE2026321A1 (de) | Kathodenaufstäubungsverfahren und Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens | |
| DE60201176T2 (de) | Verfahren zur bildung einer kohlenstoffnanoröhren enthaltenden beschichtung auf einem substrat | |
| DE1515301A1 (de) | Verfahren zur Aufbringung hochwertiger duenner Schichten mittels Kathodenzerstaeubung und Vorrichtung zur Durchfuehrung des Verfahrens | |
| DE964793C (de) | Elektrode fuer elektrische Gas- oder Dampf-Entladungsapparate | |
| DE2241229C2 (de) | Vorrichtung zum Ätzen von Substraten durch eine Glimmentladung | |
| DE2136102B2 (de) | Gasentladungsfeld | |
| WO2018234529A1 (de) | Vorrichtung zum erzeugen beschleunigter elektronen | |
| DE891427C (de) | Verfahren zur Herstellung von Elektronen emittierenden Elektroden fuer elektrische Entladungsvorrichtungen | |
| EP0022974A1 (de) | Plasma-Bildanzeigevorrichtung | |
| DE2259526A1 (de) | Verfahren zur herstellung einer roentgenroehre mit einem aktivierten faden als kathode | |
| DE3839903C2 (de) | ||
| DE917860C (de) | Aktivierungsmaterial fuer Elektroden von elektrischen Entladungsgefaessen | |
| DE3311259C2 (de) | ||
| DE311102C (de) | ||
| DE2616270C3 (de) | Verfahren zum Herstellen einer schweroxidierbaren Schicht auf einem Körper aus einem leichtoxidierenden Metall oder einer entsprechenden Metallegierung | |
| DE689830C (de) | Verfahren zur Verbesserung der Emissionseigenschaften kalter Spitzenkathoden | |
| DE715655C (de) | Verfahren zur Herstellung einer fluoreszierenden Schicht | |
| DE748185C (de) | Verfahren zur Erzeugung kurzzeitiger Roentgenblitze | |
| DE4223351A1 (de) | Verfahren zur Herstellung einer Kathodenstrahlröhre | |
| DE550778C (de) | Elektronen-Entladeroehre | |
| DE819296C (de) | Verfahren zur Herstellung einer Kathode einer elektrischen Entladungsroehre | |
| DE958410C (de) | Elektrolumineszenzzelle |