DE892219C - Einrichtung zur Behandlung eines Gutes im elektrischen Wechselfeld zwischen Kondensatorelektroden, insbesondere zur Entlausung von Kleidungsstuecken - Google Patents
Einrichtung zur Behandlung eines Gutes im elektrischen Wechselfeld zwischen Kondensatorelektroden, insbesondere zur Entlausung von KleidungsstueckenInfo
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Description
("WiGBl. S. 175)
AUSGEGEBEN AM 5. OKTOBER 1953
S 5202 VIIIiJ2i h
Kleidungsstücken
(Ges. v. 15. 7. 51)
Zur 'Entlausung von Kleidungsstücken im Hochfrequenzfeld
ist vorgeschlagen worden, die Kleidungsstücke nach mäßiger Befeuchtung in ein Schutzgehäuse zu packen, das z. B. aus Preßstoff
gefertigt ist, und mit diesem durch das Kondensatorfeld zu schleusen. Bei Versuchen hat sich herausgestellt,
daß das verwendete Schutzgehäuse für die Kleidungsstücke den Wärme- und Feuchtigkeitsbeanspruchungen
sowie der gleichzeitigen elektrischen Behandlung nicht immer ausreichend gewachsen .ist. Es wurde daher das zu entlausende
Material in Säcke verpackt und nunmehr ohne Schutzrahmen dem Hochfrequenzfeld ausgesetzt.
Da nun im allgemeinen die verwendeten Säcke nicht immer vollkommen gefüllt sein können, vielmehr
stellenweise Hohlräume verbleiben, ergeben sich während der Behandlung im Hochfrequenzfeld
Störungen dadurch, daß sich das in dem Sack befindliche Gut bei starker Füllung erheblich erwärmt,
während das Gut in nicht völlig ausgefüllten Sackteilen wesentlich geringer erhitzt wird. Es kommt
dabei zu Verbrennungserscheinungen an einzelnen Stellen, während andere Teile in nicht ausreichendem
Maße behandelt werden. Da nun die Erwär-
mung des Gutes der bestehenden Anbrennungsgefahr wegen einen bestimmten Wert nicht überschreiten
darf, kann die Feldstärke nicht so groß bzw. die Behandlungszeit nicht so lang gewählt
werden, daß eine einwandfreie Entlausung auch der nicht prallgefüllten Sackteile gewährleistet ist.
Um eine möglichst gleichmäßige Hochfrequenzbehandlung zu erzielen, muß daher dafür gesorgt
werden, die Unterschiede der Energieabsorption ίο auszugleichen. Die vorliegende Erfindung weist
hierfür zur Beseitigung der bestehenden Mangel einen neuen Weg.
Gemäß der Erfindung sind alle oder ein Teil der
Elektroden an ihren Tragkörpern so befestigt, daß der Abstand von einander gegenüberstehenden
Elektroden den Ausmaßen des zu behandelnden Gutes angepaßt werden kann.
Die Anpassung der Elektrodenabstände an das Gut kann dadurch erfolgen, daß die Verstellung
der Elektroden von Hand vorgenommen wird. In einem derartigen Fall muß dafür gesorgt werden,
daß die in Richtung zum Gut verschiebbaren Elektroden in beliebigen Stellungen gerastet werden
können.
Diese Art der Abstandsveränderung eignet sich jedoch nur für Fälle, in denen das Gut wenigstens
für eine ganze Serie die gleichen Ausmaße hat. Muß dagegen innerhalb einer Serie mit unterschiedlichen
Größenverhältnissen beim Gut gerechnet werden, so ist es zweckmäßig, die Änderung
der Elektrodenabstände in Abhängigkeit von den Ausmaßen des Gutes dadurch erfolgen zu lassen,
daß man die Elektroden über federnde Zwischenglieder mit ihren Tragkörpern verbindet. Auf diese
Weise paßt sich dann der Elektrodenabstand selbsttätig den Ausmaßen des Gutes an.
Gemäß der weiteren Erfindung werden große Unterschiede im der Erwärmung, die auf ungleichmäßiges
Packen der Säcke zurückzuführen sind, dadurch vermieden, daß das Gut nacheinander in
mindestens zwei. Stufen mit unterschiedlicher Feldstärke behandelt wird. Bei dem ersten Kondensatorfeld
ist der Abstand der Kondensatorplatten unveränderlich. Der Elektrodenabstand des zweiten
Kondensators paßt sich dagegen der Dicke des durch das Feld laufenden Gutes an. Ist z. B. eine
Hälfte des Sackes nicht ganz ausgefüllt, so ist die Erwärmung der Kleidungsstücke, die sich in diesem
Teil des Sackes befinden, in dem Kondensatorteil mit festem Plattenabstand geringer im Vergleich
zu dem übrigen Gut. Beim Durchlaufen des zweiten Kondensators,. dessen Elektrodenabstand sich der
Dicke der Packung anpaßt, wird das im ersten Kondensator zu schwach behandelte Gut stärkeren
Hochfrequenzfeldern ausgesetzt, so daß die im ersten Kondensator zu schwache Hochfrequenzbehandlung
im zweiten Kondensator ausgeglichen wird. Die dort auftretenden größeren Feldstärken
können den Kleidungsstücken nicht nachteilig sein, da eine Anbrennungsgefahr schon deswegen vermieden
wird, weil in dem ersten Kondensatorfeld das zugebrachte Wasser bereits verdampft wird
und der Dampf bereits die einzelnen Teile der Kleidungsstücke durchsetzt. Selbstverständlich
muß aber auch die Feldstärke des zweiten Kondensatorfeldes so bemessen sein, daß eine übermäßige
Verdampfung des Wassers aus der Kleidung noch nicht stattgefunden hat.
Zur Anpassung des Elektrodenabstandes an die Ausmaße 'der zu behandelnden Sackhülle wird
zweckmäßig einer der beiden Kondensatoren in Richtung zum Gut und senkrecht zur Durchlauf richtung
des Gutes federnd angeordnet.
Als besonders vorteilhaft hat es sich erwiesen, den Tragkörper für die bewegliche Elektrode als Hohlzylinder
auszubilden und das Führungsgestänge der Elektrode an seinem Ende mit einer kolbenartigen
Verdickung zu versehen, die in der Höhlung des ,Tragkörpers gleitfähig gelagert ist. Zur Begrenzung
des Hubes ist der Tragkörper mit einer Bodenplatte verschlossen, die eine Bohrung solcher
Größe besitzt, daß das Gestänge mit Ausnahme des kolbenartigen Endes durch die Bohrung hindurchgleiten
kann. Dabei ist das elastische Zwischenglied, eine Schraubenfeder, um das Gestänge herumgelegt
und stützt sich mit einem Ende an der Bodenplatte, mit seinem anderen Ende an der in
Richtung auf das Gut zu bewegenden Elektrode ab. Man «kann, auch noch ejnen Schritt wöitergieihen
und die beweglich und federnd aufgehängte Elektrode in eine Reihe von Einzelelektroden aufteilen,
die jede für sich unabhängig von den anderen in Richtung auf das Gut federnd und beweglich befestigt
ist. Man hat dann die Gewähr, daß unter allen Umständen eine hinreichend gute Anpassung
der Elektrode an die verschiedenen Ausmaße des Gutes stattfindet. Die einzelnen Teilelektroden sind
zweckmäßig dabei zylindrisch gestaltet und exzentrisch gelagert.
Die Erfindung soll an Hand von drei Figuren näher erläutert werden. Die Fig. 1 zeigt die Behandlungsapparatur,
bei der das Gut nacheinander zwei verschiedenen elektrischen Feldern ausgesetzt
wird. Die Föirderrichtung des Gutes ist durch einen Pfeil gekennzeichnet. Die Elektrode 1 und die
Gegenelektrode 2 sind fest angeordnet, während die Elektrode 3 in Richtung zu dem. zu behandelnden
Gut beweglich ist und durch Federkraft normalerweise in eine Endlage gebracht wird, bei der der
Abstand der Elektroden 2 und 3 verhältnismäßig klein ist. Die Elektroden 1 und 3 sind an einer gemeinsamen
Halterung 4, die gleichzeitig als Stromzuführung dient, befestigt. Der Tragkörper 5- für
die Elektrode 3 ist rohrförmig ausgebildet. In dem Innern des Rohres gleitet der Kolben 6 des Führungsgestänges
7 der Elektrode 3. Das freie Ende des hohlen Tragkörpers ist durch eine Bodenplatte 8
verschlossen, durch deren Bohrung 9 das Führungsgestänge 7 der Elektrode durchgreift. Diese Bodenplatte
dient gleichzeitig als Hubbegrenzung für die Bewegung der Elektrode. Zwischen Bodenplatte und
Elektrode ist die Feder 10 um das Führungsgestänge 7 der Elektrode herumgelegt und stützt
sich seinerseits an der Bodenplatte 8 des Tragkörpers 5 und andererseits an der Rückseite der
Elektrode 3 ab. Zur einwandfreien Fortleitung des
Stromes zwischen dem Tragkörper 5 und der Elektrode 3 ist eine z. B. aus einem Kupferband bestehende
Stromzuführung 11 einerseits an der Elektrode 3, andererseits an dem Tragkörper 5 befestigt.
Wird das zu behandelnde Gut durch die dargestellte Apparatur in der Pfeilrichtung hindurchbewegt,
so wird, nachdem das Gut in dem Hochfrequenzfeld der Elektroden 1 und 2 vorbehandelt
wurde, die Elektrode 3 bei der Weiterförderung des Gutes angehoben und paßt sich im
wesentlichen durch die Federwirkung den Unebenheiten und äußeren Abmaßen des zu behandelnden
Gutes an.
Die Fig. 2 zeigt ein weitere Ausbildung der Erfindung, mit dem Unterschied, daß die Elektrode 3
in eine größere Anzahl von Einzelelektroden 3' aufgeteilt ist. Der Fig. 1 entsprechende Teile der Fig. 2
sind mit den gleichen Bezugszeichen versehen. Zum Unterschied gegenüber Fig. 1 besteht hier die
Elektrode 3 aus einem kastenartigen Gebilde, in dem die Einzelelektroden 3 für die Behandlung des
Gutes untergebracht sind. Zeigt die Fig. 2 die Ausführung der Elektrode von der Seite, so zeigt die
Fdg. 3 eine Aufsicht der Elektroden n und! 3 von
unten. Gemäß Fig. 3 ist die Elektrode in zwanzig Einzelelektroden 3' aufgeteilt. Von diesen zwanzig
Teilelektroden sind fünf in der Fig. 2 erkennbar. Jede einzelne Elektrode ist exzentrisch gelagert
und um eine Achse 12 drehbar. Dabei wirken jeweils Federn 13 auf die Elektrodenkörper 3', die den
Körpern eine Vorspannung im Uhrzeigerdrehsinn geben. Die Zapfen 14 begrenzen diese Drehbewegung.
Wird das Gut in der durch den Pfeil gekennzeichneten Förderrichtung hindurchbewegt,
so werden die zylindrischen Körper der Einzelelektroden entsprechend den Ausmaßen des zu behandelnden
Gutes gegen den Uhrzeigersinn verschwenkt, wie dies bei der Elektrode 3" dargestellt
ist. Auf diese Weise paßt sich die ganze Elektrode 3 mit ihren vielen Einzelelektroden 3' sehr
genau den Abmaßen des durch sie hindurchgleitenden Gutes an, wodurch in dem Gut eine
äußerst gleichmäßige Wärmetönung trotz ungleicher Füllung der das Gut umhüllenden Säcke
erfolgt.
Claims (10)
- PATENTANSPRÜCHE:i. Einrichtung zur Behandlung eines Gutes im elektrischen Wechselfeld, insbesondere einem Ultrakurzwellenfeld mit einer Wellenlänge von weniger als 100 m, zwischen Kondensatorelektroden, insbesondere zur Entlausung von Kleidungsstücken, dadurch gekennzeichnet, daß alle oder ein Teil der Elektroden an ihren Tragkörpern so befestigt sind, daß der Abstand von einander gegenüberstehenden .Elektroden den Ausmaßen des zu behandelnden Gutes zur Erzeugung einer gleichmäßigen Wärmetönung in diesem angepaßt werden kann.
- 2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Elektroden in Richtung zum Gut vorstellbar und in beliebigem Abstand von diesem rastbar sind.
- 3. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Elektroden über federnde Zwischenglieder mit ihren Tragkörpern verbunden sind und die Änderung des Abstandes zwischen den Elektroden und dem Gut in Abhängigkeit von den Ausmaßen des Gutes selbsttätig erfolgt.
- 4. Einrichtung nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Elektroden senkrecht zur Förderrichtung des Gutes beweglich angeordnet sind.
- 5. Einrichtung naoh Anspruch. 1 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Tragkörper (5) der beweglichen Elektrode (3) als Hohlzylinder ausgebildet ist, in dem das kolbenartig verdickte Ende (6) des Elektrodenführungsgestänges (7) gleitfähig gelagert und bis zu einer als Hubbegrenzung wirkenden, den Zylinder (5) abschließenden und mit einer dem Querschnitt des Führungsgestänges (7) angepaßten Bohrung versehenen Bodenplatte (8) bewegbar ist, an der sich die um das Führungsgestänge (7) herumgelegte, mit ihrem, freien Ende auf die Elektrode (3) wirkende Feder (10) abstützt.
- 6. Einrichtung nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das zu behandelnde Gut mindestens zwei verschiedenen Wechselfeldern ausgesetzt ist.
- 7. Einrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Gut zunächst ein sich zwischen festen Elektroden (1, 2) ausbildendes schwächeres Feld durchläuft und dann dem Feld eines Kondensators (2, 3) ausgesetzt wird, von dem mindestens eine Elektrode (3) in Richtung zum Gut bewegbar ist.
- 8. Einrichtung nach Anspruch 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die bewegliche Elektrode (3) in eine größere Anzahl EinzeMektrodera. unterteilt ist, von denen jede für sich unabhängig von den anderen in Richtung zum Gut 'beweglich und zweckmäßig federnd gelagert ist.
- 9. Einrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Einzelelektroden (3'). zylindrisch gestaltet und über eine Spiralfeder no (13) exzentrisch gehaltert sind (Fig. 2).
- 10. Einrichtung nach Anspruch 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Elektroden (3, 3') mindestens an ihrer dem Gut zugekehrten Oberfläche aus Stahlblech bestehen und poliert sind.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen»5462 9.53
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DES5202D DE892219C (de) | 1943-10-01 | 1943-10-01 | Einrichtung zur Behandlung eines Gutes im elektrischen Wechselfeld zwischen Kondensatorelektroden, insbesondere zur Entlausung von Kleidungsstuecken |
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| DES5202D DE892219C (de) | 1943-10-01 | 1943-10-01 | Einrichtung zur Behandlung eines Gutes im elektrischen Wechselfeld zwischen Kondensatorelektroden, insbesondere zur Entlausung von Kleidungsstuecken |
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| DE892219C true DE892219C (de) | 1953-10-05 |
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| DES5202D Expired DE892219C (de) | 1943-10-01 | 1943-10-01 | Einrichtung zur Behandlung eines Gutes im elektrischen Wechselfeld zwischen Kondensatorelektroden, insbesondere zur Entlausung von Kleidungsstuecken |
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1943
- 1943-10-01 DE DES5202D patent/DE892219C/de not_active Expired
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