DE895560C - Verfahren zur Veredelung getrockneter Kolanuesse - Google Patents

Verfahren zur Veredelung getrockneter Kolanuesse

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DE895560C
DE895560C DER2145D DER0002145D DE895560C DE 895560 C DE895560 C DE 895560C DE R2145 D DER2145 D DE R2145D DE R0002145 D DER0002145 D DE R0002145D DE 895560 C DE895560 C DE 895560C
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DE
Germany
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ammonia
nut
kola
drug
dried
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Expired
Application number
DER2145D
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English (en)
Inventor
Albert Dipl-Ing Rinne
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
HANS RINNE
INA RINNE
Original Assignee
HANS RINNE
INA RINNE
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Publication date
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Classifications

    • AHUMAN NECESSITIES
    • A23FOODS OR FOODSTUFFS; TREATMENT THEREOF, NOT COVERED BY OTHER CLASSES
    • A23LFOODS, FOODSTUFFS OR NON-ALCOHOLIC BEVERAGES, NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; PREPARATION OR TREATMENT THEREOF
    • A23L25/00Food consisting mainly of nutmeat or seeds; Preparation or treatment thereof

Landscapes

  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Nutrition Science (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Food Science & Technology (AREA)
  • Polymers & Plastics (AREA)
  • Coloring Foods And Improving Nutritive Qualities (AREA)
  • Pharmaceuticals Containing Other Organic And Inorganic Compounds (AREA)

Description

  • Verfahren zur Veredelung getrockneter Kolanüsse Die Kolanuß ist in den Ländern, in denen sie in frischem Zustand geerntet oder verzehrt werden kann, z. B. in Zentralafrika oder Westindien, als starkes Anregurngs- und Erfrischungsmittel bekannt. Ihre wirksamen Bestandteile werden durch Kauen der frischen Nuß dem Körper zugeführt.
  • Da die frische Kolanuß jedoch nur eine beschränkte Haltbarkeit und Lagerfähigkeit hat und leicht durch Pilzbefall verdirbt, ist diese nutzbare Verwendung nur lokal auf die Gegenden ihres Vorkommens beschränkt.
  • Die getrocknete Kolanuß, wie sie als Droge außerhalb der Ursprungsländer fast ausschließlich zur Verfügung steht, ist in dieser Form nicht genießbar. Die handelsübliche Ware ist steinhart und hat im allgemeinen einen unangenehmen erdigen und schimmeligen Geschmack. Sie ist daher in dieser Form trotz ihres Gehaltes an Koffein und durstlöschenden Bestandteilen für den unmittelbaren Verzehr oder als Zusatz zu Nahrungs- und Genußmitteln völlig unbrauchbar.
  • Eine Nutzbarmachung ihrer wertvollen Bestandteile war daher praktisch nur derart ausführbar, daß .diese in Extraktform hergestellt und so als Zusätze zu Getränken, Genuß und Arzneimischungen verwendet wurden. Dieser Weg ist aber infolge der Notwendigkeit der Extraktion kostspielig und auch unwirtschaftlich, da hierbei nur ein Teil der nutzbaren Bestandteile der getrocknetenKolanuß extrahiert werden kann, während ein erheblicher Anteil ungenutzt in den Rückständen verbleibt, insbesondere bei der Extraktion mit Wasser oder Wasser mit einer Beigabe von organischen Lösungsmitteln, etwa 3o bis 5o%, des in der Kolanuß vorhandenen komplett gebundenen Koffeins, sowie ein Teil der Gerbstoffe und die gesamte in .der Kolanuß vorhandene Stärke.
  • Die Erfindung zeigt nun einen auch wirtschaftlich günstigen Weg auf, die Kolanußdroge einer Behandlung zu unterwerfen, durch die sie geschmacklich und bekömmlich derart verändert und veredelt wird, .daß sie mit ihrem Gesamtgehaat an physiologisch wichtigen Bestandteilen verwertet werden kann und z. B. für anregende warme Getränke von der Art .des Kaffees oder für kalte Getränke sowie für Verwendungen in der pharmazeutischen oder Süßwarenindustrie unmittelbar geeignet ist. Erreicht wird dies durch eine alkalische Behandlung der ;getrockneten Kolanuß, z. B. mittels wäßriger Lösungen der Alkalien, des Ammoniaks der alkalischen Erden oder ,der alkalisch reagierenden Verbindungen dieser Stoffe.
  • Man verfährt hierbei beispielsweise so, daß die zerkleinerte Kolanußdroge mit etwa der gleichen Menge 5 % wäßriger Ammoniaklösung gleichmäßig durchfeuchtet wird und die Mischung einige Zeit, z. B. über Nacht, bei mäßiger Wärme sich selbst überlassen bleibt. Danach wird dann durch weitere Erwärmung eventuell unter gleichzeitiger Belüftung das Wasser und das noch vorhandene Ammoniak verdampft. Bei dieser Behandlung entweicht meist das verwendete Ammoniak bereits beim Trocknen an der Luft auf Horden bei etwa 6o° vollständig. Inder lufttrockenen, (bei 6o° getrockneten Substanz konnten nur noch o,i5 o/oAmmoniak analytisch festgestellt werden. Bei i2o° verschwand das Ammoniak so gut wie vollständig bis auf quantitativ analytisch nicht mehr feststellbare geringe Spuren. Trotzdem waren in der Substanz der trockenen Kolanuß die durch die Behandlung mit Ammoniak hervorgerufenen wichtigen chemischen. physiologischen Veränderungen, insbesondefe die höhere Koffeinlöslichkeit, und (die Beeinflussung der Gerbstoffe in, der Richtung auf stärkere Entwicklung des Geschmacks und Aromas und, die Beseitigung des Schimmelgeruchs voll erhalten.
  • Bei der Behandlung der Kolanuß mit Ammoniak kann also ein starker Überschuß des alkalischen Mittels verwendet werden, da dieses bei der Trocknung ohne Rückgang seiner Wirkung wieder vollständig entweicht.
  • Werden zur Behandlung der Kolanuß an Stelle des flüchtigen Ammoniaks nichtflüchtige Alkalien, beispielsweise kohlensaures Kali, verwendet, so genügt es, die angewendeten: Mengen entsprechend der Zusammensetzung der Kalanuß zu bemessen, und wird ein wesentlicher Überschuß des Alkalis oder des. alkalischen Salzes, der als solcher oder in neutralisierter Form, in .der behandelten Kolanuß verbleibend"derenGeschmack nachträglich beeinflussen würde, vermieden.
  • Man kann aber die Vorbehandlung .der Kolanußdroge mit gleichem technischem Effekt auch unter Benutzung der fixen Alkalien und alkalisch reagierenden Salze durchführen, wenn z. B. bei, einer Neutral'isationder alkalischen Kolanußdrogenmischung ein den Geschmack nicht störendes Salz (Kochsalz) oder ein für medikamentöse Zwecke erwünschtes Salz (Calciumphosphat)- oder ein unlös- und unschädliches Salz (Calciumcarbonat oder Calciumsulfat) entsteht. In allen Fällen bleibt der .durch die alkalische Behandlung der Kolanußdroge erreichte technische Effekt unverändert.
  • Infolge :der durch die erfindungsgemäße Behandlung gesteigerten Wasserlöslichkeit des Koffeins aus der getrocknetenKolanuß sowie des verstärkten Geschmacks nach Gerbstoff eignet sich :die so veredelte Kolanußdroge für viele Anwendungsgebiete, für die bis jetzt Kolaextrakt verwendet werden mußte, insbesondere in :der Süßwarenindustrie zur Herstellung von Kolabonbons und anderen kolahältigen Süßwaren sowie für Kolaschokolade, in der Getränkeindustrie als Bestandteil von Kaffee-Ersatz sowie in der pharmazeutischen Industrie als Bestandteil von Anregungsmitteln, die wesentlich durch ihre Koffeingehalte wirksam werden.
  • Eine besonders zweckmäßigeVerwendung für die erfindungsgemäß veredelte Koladroge ist z. B. die Herstellung von Kaffee-Ersatzmitteln unter Verwendung der Kolanußdroge im Gemisch mit gleichen Teilen Malzkaffee. Durch die Herstellung dieser Mischung werden der veredelten. Kolanußdroge die ihr fehlenden, Röststoffe des Dextrins, die für den Geschmack des Erzeugnisses wichtig sind, aus dem Malzkaffee bzw. Getreidekaffee herangeführt, während,die Koladroge .das wirksame Koffein und die Gerbstoffe liefert.

Claims (3)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zurVeredelung des Geschmackswertes und der Bekömmlichkeit getrockneter Kolanuß unter gleichzeitiger Erhöhung des wasserlöslichen Koffeingehaltes für ihre Verwendung als Bestandteil von Nahrungs-, Genuß- und Arzneimitteln, dadurch gekennzeichnet, daß dieKolanußdrogeeineralkalischen Vorbehandlung unterworfen wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, .daß die Kolanuß-droge. vorzugsweise in zerkleinertem Zustand mit wäßrigen Lösungen oder Auf schwemmungen der Alkalien, .des Ammoniaks, des Calciumhydroxydes oder ihrer alkalisch reagierenden Salze vorzugsweise in der Hitze behandelt und .das Produkt nötigenfalls neutralisiert wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch z und 2, .dadurch gekennzeichnet, @daß die zerkleinerteKdlanußdroge mitAmmonlaklösung oder mitWasser genetzt oder darin suspendiert mit gasförmigem Ammoniak zweckmäßig in der Wärme behandelt und nach der Einwirkung das freie Ammoniak durch Erhitzen vertrieben wird.
DER2145D 1943-12-07 1943-12-07 Verfahren zur Veredelung getrockneter Kolanuesse Expired DE895560C (de)

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