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Maschine für Siebdruck oder Serigraphie Gegenstand der Erfindung ist
eine neue Ausbildung einer Maschine für Siebdruck oder Serigraphie, auch Silkscreen-Verfahren
genannt, ein in Deutschland bisher noch wenig bekanntes Druckverfahren. Das Wesen
dieses Verfahrens ist folgendes Ein den Anforderungen entsprechend feinmaschiges
Seide- oder Bronzedrahtgewebe isst der eigentliche Träger der Druckschablone. Es
wird entweder nach vorheriger Behandlung mit Gelatine, die einen dichten Filmüberzug
bildet, fototechnisch oder chemisch an den Stellen durchlässig gemacht, die drucken
sollen, oder es wird bei gröberen Drucken an den Stellen verkleistert, die keine
Druckfarbe durchlassen sollen. Auf das so vorbereitete, auf einen Rahmen gespannte
Sieb wird die Druckfarbe aufgebracht und beim Drucken mittels einer Rakel über das
Sieb gewischt. Die Farbe dringt durch die durchlässigen Siebstellen und bildet sie
auf der Unterlage ab. Der Vorteil dieses Verfahrens liegt vor allem in der Wiederverwendbarkeit
der Siebe, also Einsparung der hohen Klischeekosten, die bei anderen Verfahren unvermeidbar
wären, und in der einzigartigen Korrosionsbeständigkeit und Deckfähigkeit der dabei
verwendbaren Farben. Es kann auch mit Transparentfarben gedruckt werden, um stetige
Farbübergänge zu erreichen. Diese wenigen Andeutungen genügen, um die Vielseitigkeit
des Verfahrens zu erhellen.
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Die maschinelle Ausführung dieses Verfahrens an sich ist bereits verwirklicht
worden.
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Diese Ausführung birgt jedoch durch Bewegung des Drucktisches in horizontaler
Richtung unter das feststehende Drucksieb und nachfolgender Hebung des Tisches nach
oben gegen das Sieb eine doppelte Möglichkeit zu Paßungenauigkeiten. Außerdem bleibt
die Druckfarbe nach dem Druckvorgang
am Ende der überw ischten
Siebfläche liegen, und die Rakel wandert leer zurück, was beim folgenden Druck ein
erneutes Aufbringen von Druckfarbe nötig machen würde. Damit ist ein schnelles Drucken
mehrerer Exemplare ohne erheblichen Farbverlust, was der eigentliche Zweck der Anlage
wäre, nahezu unmöglich gemacht.
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Diese Nachteile sind nun in der im folgenden noch näher zu erläuternden
Ausbildung der maschinellen Arbeits,#veise und durch erhebliche Vereinfachung der
Rakelbewegung alle behoben, und oberdrein ist durch die restlose Ausnutzung der
Druckfarbe und Ausschaltung eines Leerlaufs der Rakel schnellste Druckmöglichkeit
gewährleistet.
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Die Zeichnungen veranschaulichen unter weitgehendem Verzicht auf technische
Einzelheiten den Erfindungsgegenstand in beispielsweiser Ausführung. Die Siebrahmen,
die in verschiedenen Größen erforderlich sind, werden in einen dreiseitigen Rahmen
7 (Fig. 1) eingeschoben und .befestigt, um ein Herausgleiten beim Druck zu vermeiden.
Der dreiseitige Rahmen 7 ist durch Parallelogrammllebel 16, 17 beidseitig mit den
Drehpunkten i6a, 16b und 17a, 17b parallel zur Tischplatte i aufklappbar angeordnet.
Dieses Ausheben geschieht durch einen Exzenterhebel 13, der mit einem Schlitz im
Exzenter i4 läuft (aufgeklappte Stellung Hebel unvollständig gezeichnet) und dessen
unteres Ende im Drehpunkt 12 mit Hebel 15 mit Drehpunkt in i9 verbunden ist. Von
den beidseitig angeordneten Drehpunkten 12 verlaufen Verbindungshebel i i zu den
unteren Parallelogrammhebeln 17 des dreiseitigen Rahmens 7, der die Siebe aufnimmt.
Mit diesem dreiseitigen Führungsrahmen 7 fest verbunden ist dieVorrichtung zur Bewegung
der Rakel3, eine endlose Kette mitNocken 9 an einem Glied. Dieser Nocken 9 befindet
sich in Ruhestellung entweder in 5 oder in 18. Der Antrieb dieser Kette erfolgt
durch das Zahnrad 6 (.d'urch das Kettenrad verdeckt), das zeitweise in das große
:=lntriel)srad, auf dem der Exzenter 14 sitzt, eingreift. Das große _@ntriebsrad
ist nur auf einem Teil seines Umfangs mit so viel Zähnen besetzt, wie erforderlich
sind, um bei einem vollständigen Abwälzen dieser Zahnreihe 8 (Fig. i und 2) das
Kettenantriebsrad 6 um so viel Umdrehungen weiterzubewegen, bis der Nocken 9 von
Stellung 5 bis Stellung 18 bzw. von i8 nach 5 gewandert ist.
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Der gesamte Arbeitsvorgang, soweit bisher in Einzelheiten beschrieben,
ist nun folgender: Der Exzenter 14 am großen Antriebsrad dreht sich z. 13. entgegen
dem Uhrzeigersinn, setzt .den dreiseitigen Rahmen 7 auf den Papierstoß und läuft
leer im Schlitz des Hebels 13 weiter, während nun die Zahnreihe 8 in die Zähne des
Kettenantriebsrades 6 eingreift und so den Nocken 9 z. B. von Stellung 5 bis Stellung
18 bewegt. Steht der lockeng in Stellung 18, so hat sich die Zahnreihe 8 vollständig
abgewälzt, und nun ist der Exzenter so weit gedreht, daß er wieder das Ausheben
des dreiseitigen Rahmens 7 mit Sieb S bet 'itigt. C1)erschreitet der Exzenter seine
Höchststellung, so senkt sich das Sieb von neuem his auf den Papierstoß, die Zahnreihe
greift wieder in das Kettenrad ein und bewegt den Nocken 9 von 18 bis 5, und wieder
erfolgt direkt anschließend das .Ausheben des Rahmens 7 usw.
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Nun wäre es aber wahrscheinlich, daß der erste Zahn der Zahnreihe
8 (Fig. 2) gerade auf das Haupt eines Zahnes des Kettenantriebsrades 6 trifft und
die beiden Räder sich somit feststecken würden. Um dies zu vermeiden, ist der erste
Zahn 20 (Fig. 2) der Zahnreihe 8 gefedert. Trifft er nun auf das Haupt eines Zahnes
des Kettenantriebsrades 6, so federt er zurück und klinkt sich in die nächste Zahnlücke
ein und nimmt so das Kettenantriebsrad 6 in die richtige Lage, um ein einwandfreies
Eingreifen der restlichen Zähne der Zahnreihe 8 zu ermöglichen.
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Da der Nocken 9 der endlosen Kette in der ganz bestimmten Stellung
5 oder 18 (Fig. i) stehenbleiben muß, ist der leichteren Regulierbarkeit halber
der letzte Zahn 2i (Fig. 2) der Zahnreihe 8 durch eine verstellbare, nach Zahnform
profilierte Schraube ersetzt. Je weniger diese Schraube 21 über den Fußkreis der
Zahnreihe 8 hinaussteht, um so früher gleitet er aus der Zahnlücke des Kettenantriebsr
ades 6 heraus, um so früher also bleibt dieses stehen. Dieser verstellbare Zahn
dient natürlich nur zum einmaligen Ausgleichen eventuell auftretende r Differenzen
der Nockenbewegung von den Endstellungen 5 bzw. 18 bei der Herstellung der Maschine.
Theoretisch müßte dieser letzte verstellbare Zahn 21 der Zahnreihe 8 zu einem genauen
Einstellen der Laufweite des Nockens 9 der endlosen Kette genügen, aber praktisch
treten immer noch Differenzen auf. Um diese nun völlig zu beseitigen, wird der Nocken
9 (Fig. 7) nach jedem Hinundhergang durch den Korrekturschieber 47 (Fig. 7) in die
Mitte gerückt, so daß auch kleinste Abweichungen, die sich auf die Dauer bei vielen
Umdrehungen bemerkbar machen würden, damit ausgeschlossen sind. Der Korrekturschieber
47 bewegt sich im gleichen Rhythmus wie das Ausheben des dreiseitigen Rahmens, und
zwar so, daß bei jedem Heben des dreiseitigen Rahmens der Korrekturschieber mit
seiner Klaue 47 sich nach vorn bewegt (Zeichnung: Bewegungsrichtung nach links).
Da die Klaue 47 nur die eine Endstellung des Nockens 9 korrigiert, läuft sie, wenn
der Nocken in der anderen Endstellung steht, leer. Diese Regulierung genügt aber,
um ein Summieren der Fehler bei vielen Umdrehungen auszuschließen.
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Der Nocken 9 (Fig. 3) der endlosen Kette läuft in einem senkrechten
Schlitz 22 des die Rakel bewegenden Schiebers io (Fig. z und 3). Der Schlitz 22
(Fig:3), der durch zwei gegeneinander verschiebbare Wangen 23, 24 gebildet wird,
ist in der Breite verstellbar, so daß je nach Format des zu bedruckenden Materials
die Länge der überwischten Fläche variabel ist. Dies ist erforderlich, um ein unnötiges
Verschmieren des Siebes zu vermeiden. Der Nocken läuft also bei weitgestelltem Schlitz
im Abstand zwischen den Wangen leer. Die Verstellung- erfolgt mittels des Stiftes
25, auf dem
ein Zahnrad sitzt, das in zwei je mit einem Schieberteil
23, 24. verbundene Zahnstangen eingreift.
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Um ein Verbleiben der Druckfarbe zwischen den Wischern 26, 27 (Fig.
q.) zu gewährleisten, sind die beiden Leisten der Rakel in den Punkten 28, 29 beweglich
angeordnet und außerdem in den Punkten 30. 32 durch eine Verbindungsstange
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miteinander drehbar verbunden. Da die vier Drehpunkte in Form eines Trapezes
liegen, steht immer nur der der Bewegungsrichtung abgewandte Wischer auf dem Sieb,
während der andere infolge seiner größeren Schrägstellung vom Sieb abgehoben ist
(schematische Arbeitsweise s. Fig. q.). Wechselt die Bewegungsrichtung, so bleibt
durch die Reibung auf dem Sieb die Reibkante liegen bis bis zu der Stellung, in
der die vier Drehpunkte ein gleichschenkliges Trapez miteinander bilden, dann liebt
sie sich ab, da die Reibkante des nunmehr der Bewegungsrichtung abgekehrten Rakelteils
auf dem Sieb ruht, sich umklappt, und der Reibvorrang beginnt.
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Der .Druck der Rakel auf die Unterlage wird durch Beschwerung erreicht,
da schon wenige Kilogramm. genügen, um einen gleichmäßigen Druck zu erhalten.
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Um das Sieb S nicht unnötig zu belasten und um Faltungen zu vermeiden
(vor allem bei der Aushebung des Siebes), wird die Rakel in den Endstellungen abgehoben.
Dies geschiehtdurchT-Hebel 46 (Fig. 6), die in den Drehpunkten q.o ;beidseitig am
festen Teil der Rakel drehbar sind. Im Drehpunkt 41 der Verlängerung des T-Hebels
q;6 greift eine Verbindungsstange ein, die an ihrem anderen Ende einen Nocken .44
trägt. Ein Verbindungshebel verbindet die Drehpunkte q.4., 45 miteinander. Der Drehpunkt
45 ist mit dem Schieber, in den die endlose Kette eingreift, verbunden. Fig. 6 veranschaulicht
die Wirkungsweise der Aushebung schematisch: Steht der T-Hebel in waagerechter Lage,
so liegt die Rakel auf dem Sieb auf. Sie bewegt sich in Fig. 6 in Pfeilrichtung,
wobei der Nocken 44 durch die Aussparung des Anschlages 42 und über der Klappe 43
mitwandert. Bei der Weiterbewegung stößt er schließlich (F'ig. 6, zweite Phase)
am Anschlag d.2 an und bleibt gegenüberderRakelstangeq.zurück. Dadurch legt sich
der T-Hebel .46 um und hebt die Rakel aus. Die Rakelteile fallen in ihre normale
Lage zurück, so daß die vier Rakeldrehpunkte ein gleichschenkliges Trapez bilden.
Würde sich die Rakel nun beim Rücklauf wieder an derselben Stelle niedersenken,
so würden die Rakelteile sich nicht mehr auf der Stelle niedersetzen, an der sie
sich vorher abgehoben hatten; sie müssen also noch etwas weiter ausgehoben bleiben.
Dies geschieht durch die Klappe 43. Ist der Nocken bei der Hinbewegung (Fig. 6,
zweite Phase) über der Klappe in der Aussparung des Anschlags gewandert, indem er
die Klappe abhob, so läuft er bei der Rückbewegung unter der Klappe 43 hinweg, die
ihn noch etwas länger in seiner Schrägstellung hält, bis er in seine Ursprungslage
zurückfällt und damit über den T-Hebel die Rakel wieder auf das Sieb setzt. Diese
Differenzausheber sind verstellbar und je einer für die beiden Endstellungen angebracht.