DE904659C - Vorrichtung zur selbsttaetigen Abzapfung von Druckluft aus der Bremsleitung - Google Patents
Vorrichtung zur selbsttaetigen Abzapfung von Druckluft aus der BremsleitungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Verbesserung der im Patent 802 878 beschriebenen Vorrichtung. Bei
dieser erfolgt die Abzapfung durch ein Ventil, das von einem sich unter dem Einfluß einer anfänglichen
Drucksenkung in der Hauptluftleitung verschiebenden, mit dem Ventil in ausschaltbarer Verbindung
stehenden Betätigungsorgan geöffnet wird. Bei dieser bekannten Vorrichtung besteht der Nachteil,
daß die Zeit zwischen der Öffnung des Ventils und der Unterbrechung der mechanischen Verbindung
zwischen dem Betätigungsorgan und dem Ventilkörper den sich aus der verschiedenen
Zusammensetzung der Eisenbahnzüge ergebenden, untereinander stark abweichenden Abzapfzeiten nur
schwer angepaßt werden kann. Die zusätzliche Erfindung hat eine Vorrichtung für indirekt wirkende
Druckluftbremsen zur Erzielung einer plötzlichen Druckmittelabzapfung in der durchgehenden Bremsleitung
beim ersten Anbremsen zum Gegenstand, bei der in bekannter Weise die Abzapfung durch
ein Ventil erfolgt, das von einem sich unter dem Einfluß einer anfänglichen Drucksenkung in der
Hauptluftleitung verschiebenden, mit dem Ventil in ausschaltbarer mechanischer Verbindung stehenden
Betätigungsorgan geöffnet wird. Erfindungsgemäß ist eine pneumatische Vorrichtung vorgesehen, die
auf eine die anfängliche Drucksenkung in der Hauptluftleitung übersteigende Drucksenkung oder
einen von dieser letzteren abhängigen Druck anspricht
und die genannte Verbindung zwischen dem Betätigungsorgan und dein Ventil unterbricht und
dadurch die Schließung des letzteren ermöglicht.
Diese Ausbildung gestattet, den Zeitpunkt des ίο Ansprechens der pneumatischen Vorrichtung in
weiten Grenzen beliebig festzulegen, wodurch die Dauer der Abzapfung von Druckluft aus der Hauptluftleitung
den gegebenen Verhältnissen angepaßt werden kann. Beispielsweise kann die pneumatische
Vorrichtung so ausgebildet sein, daß sie bei einer bestimmten Senkung des Druckes in der Hauptluftleitung
oder bei einem von dieser Senkung abhängigen Druck, beispielsweise demjenigen im
Bremszylinder, anspricht.
Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstands werden nachfolgend an Hand der Zeichnung näher
beschrieben. In dieser zeigen
Fig. ι und 2 schematische Schnittzeichnungen
einer ersten Ausführung mit einer von der Druck-Senkung in der Hauptluftleitung abhängigen pneumatischen
Vorrichtung, wobei in Fig. 1 die Ruhestellung und in Fig. 2 die Arbeitsstellung dargestellt
ist,
Fig. 3 und 5 schematische Schnittzeichnungen zweier weiterer Ausführungen, deren pneumatische
Vorrichtung ebenfalls in Abhängigkeit der Drucksenkung in der Hauptluftleitung anspricht,
Fig. 4 und 6 Einzelheiten der Ausführungen nach
Fig. 3 und 5 und
Fig. 7 eine schematische Schnittzeichnung einer Ausführung, deren pneumatische Vorrichtung auf
den bei einer Bremsung im Bremszylinder entstehenden Druck anspricht.
Gemäß Fig. 1 ist in einem Gehäuse 6 ein Ventilkörper
7 mit dem an ihm befestigten Ventilteller 8 verschiebbar untergebracht. Der letztere wird
normalerweise von einer Feder 9 auf einen Ventilsitz
11 gedrückt, so daß die an die Hauptluftleitung 12 angeschlossene Kammer 13 von der
unteren Kammer 14 abgeschlossen ist. Gleichachsig
mit dem Ventilkörper 7 ist in einer in der Trennwand 15 festsitzenden Führungsbüchse 10 der
Stößel 16 geführt, dessen unteres Ende an einer in der Wandung des Gehäuses 6 befestigten Biegehaut
17 befestigt ist. Zwischen das obere Ende des Stößels 16 und das untere Ende des Ventilkörpers 7
ist ein Körper 18 von zylindrischer Form eingesetzt, dessen eine in Fig. 1 rechte Seite über einen
konischen Teil 19 in einen mit einem Gelenk 21 versehenen
Stößel 22 übergeht. Dieser ist in einer dichtenden Führungsbüchse 23 verschiebbar geführt;
sein in Fig. 1 rechtes Ende ist an einer Biegehaut 24 befestigt, deren Rand in der Wand
eines Gehäuseteils 25 festsitzt. Die von der Biegehaut 24 und der Trennwand 32 begrenzte Kammer
steht mit der Hauptluftleitung 12 in unmittelbarer Verbindung, während in der von der Biegehaut
24 und dem Gehäuseteil 25 begrenzten, mit der Außenluft in Verbindung stehenden Kammer eine
Feder 26 untergebracht ist, weiche bestrebt ist, die Biegehaut 24 aus der in Fig. 1 dargestellten Ruhestellung,
in der sie an der als Anschlag wirkenden Büchse 20 anliegt, in die in Fig. 2 dargestellte
Arbeitsstellung zu bewegen. Durch die Trennwand 15, durch die der Stößel 16 dichtend hindurchgeführt
ist, wird die Kammer 14 von einer weiteren, mit der Hauptluftleitung 12 unmittelbar in Verbindung
stehenden Kammer 27 getrennt, deren Druck die Biegehaut 17 belastet. Unterhalb der
letzteren befindet sich die mit dem üblichen Hilfsluftbehälter
28 unmittelbar verbundene Kammer 29. Die Vorrichtung nach Fig. 1 arbeitet in folgender
Weise: Herrscht in der Hauptluftleitung 12 Betriebsdruck,
so ist dies auch in den Kammern 13, 27, 29 und 30 der Fall. Die Biegehäute 17 und 24
befinden sich in der in Fig. 1 dargestellten Ruhestellung, da zu beiden Seiten der Biegehaut 17 der
gleiche Druck herrscht und da die vom Hauptleitungsdruck auf die Biegehaut 24 ausgeübte Kraft
größer ist als die Kraft der Feder 26. Der Ventilteller 8 wird unter dem Einfluß der Feder 9 und
des Hauptleitungsdruckes auf seinen Sitz gedrückt, so daß keine Abzapfung von Druckluft aus der
Hauptluftleitung 12 stattfindet. Bei einer beispielsweise vom Lokomotivführer bewirkten geringen
Herabsetzung des Druckes in letzterer fällt auch der Druck in der Kammer 27, während der Betriebsdruck
in der Kammer 29 vorerst noch bestehenbleibt. Die Biegehaut 17 wird unter dem Einfluß
der voneinander verschiedenen auf sie wirkenden Kräfte nach oben ausgebogen, bis sie an der als
Anschlag wirkenden Führungsbüchse 10 zum Anliegen kommt, und überträgt mittels des Stößels 16,
des Körpers 18 und des Ventilkörpers 7 ihre Bewegung auf den Ventilteller 8; hierbei dreht sich der
Körper 18 um das Gelenk 21 um einen geringen
Winkel. Der Ventilteller 8 wird angehoben, und es strömt nun Druckluft aus der Kammer 13 und der
damit verbundenen Hauptluftleitung 12 über die Kammer 14 nach der Außenluft ab. Dadurch wird in
der üblichen Weise der Druck in der Leitung t2 weiter
herabgesetzt und die ursprüngliche Drucksenkung in letzterer unterstützt. Während der nun folgenden
Auffüllung des nicht dargestellten Bremszylinders über die Leitung 31 sinkt auch der Druck in der n0
Kammer 29 auf einen bestimmten, über dem Druck in der Hauptluftleitung 12 liegenden Wert, so daß
die Biegehaut 17 auch weiterhin in der in Fig. 2 dargestellten Arbeitsstellung bleibt. Wenn die
Drucksenkung in der Leitung 12 einen bestimmten Betrag erreicht hat, so überwiegt die Kraft der
Feder 26 den Druck in der Kammer 30 und verschiebt den Stößel 22 nach links in die in Fig. 2
dargestellte „Arbeitsstellung. Der Ventilkörper 7 gleitet dabei auf dem konischen Teil 19 des Körpers
18 unter dem Einfluß der Feder 9 herunter, bis der A^entilteller 8 auf seinem Sitz 11 zum Aufliegen
kommt und damit die Abzapfung unterbricht.
Weitere Drucksenkungen in der Hauptluftleitung bleiben ohne Einfluß auf die Vorrichtung, da die
Biegehaut 17 von der Führungsbüchse 10 an jeder
weiteren Aufwärtsbewegung gehindert wird und auch der Körper 18 in der in Fig. 2 dargestellten
Lage verharrt. Beim Lösen der Bremse gelangt Druckluft aus der Leitung 12 in die Kammern 9, 27
und 30, unter deren Einfluß zuerst die Biegehaut 17 wieder in ihre Ruhelage zurückgestellt wird, da der
Druck im Hilfsluftbehälter 28, der in nicht näher dargestellter Weise über die Leitung 31 ebenfalls
von der Hauptluftleitung 12 aus aufgefüllt wird, gegenüber dem Druck in der letzteren verzögert
ansteigt. Der Körper 18 kann nun ungehindert zwischen den Ventilkörper 7 und den Stößel 16
treten. Übersteigt der Druck in der Hauptluftleitung 12 denjenigen Wert, bei dem während des
Brems Vorganges die Feder 26 die Biegehaut 24 in die Arbeitsstellung zu bewegen vermochte, so kehrt
diese Biegehaut unter Mitnahme des Körpers 18 in ihre Ruhestellung nach Fig. 1 zurück. Die Vorrichtung
ist nun für eine neue Abzapfung von Druckluft aus der Hauptluftleitung 12 bereit.
Bei der Ausführung nach Fig. 3 ist im Gehäuse 6 der Ventilkörper 7 mit dem an ihm befestigten
Ventilteller 8 in gleicher Weise angeordnet wie gemäß Fig. 1. Der Ventilteller 8 steuert den Durchlaß
der Luft von der mit der Hauptluftleitung 12 in unmittelbarer Verbindung stehenden Kammer 13
nach der ständig mit Außenluft in Verbindung stehenden Kammer 14. Auch der an der Biegehaut
17 befestigte Stößel 16 tritt von der Kammer 27 durch die gleichzeitig als Dichtung ausgebildete
Führungsbüchse 10 hindurch in die Kammer 14, wie dies in Fig. 1 dargestellt ist. Während die
Kammer 2,-j unmittelbar an die Hauptluftleitung 12
angeschlossen ist, steht im Gegensatz zu Fig. 1 die Kammer 29 mit dem Steuerluftbehälter 33 in unmittelbarer
Verbindung. Die Aufladung dieses Behälters erfolgt von der Leitung 12 aus über die
Zweigleitung 35, das Rückschlagventil 34 und die Leitung 36.
An das Gehäuse 6 ist in gleicher Weise wie in Fig. ι ein Gehäuseteil 25 angebaut, in dem der
Rand einer Biegehaut 24 eingespannt ist. Eine mit einer Führungsbüchse 23 versehene Trennwand 32
schließt das Innere des Gehäuseteils 25 gegen die Kammer 14 ab. Durch die Biegehaut 24 werden
zwei Kammern 30 und 37 gebildet, von denen die erstere an die Hauptluftleitung 12 und die letztere
über die Leitung 36 an den Steuerluftbehälter 33 angeschlossen ist. In der Kammer 30 ist die Feder
38 untergebracht, welche die Biegehaut 24 in der dargestellten Ruhestellung gegen einen in der
Kammer 37 untergebrachten Anschlag 20 drückt. Wie aus Fig. 4 ersichtlich ist, trägt die Biegehaut
einen Teller 38, an dem eine nach einer Seite offene Büchse 39 befestigt ist. In dieser Büchse ist ein
Stab 41 verschiebbar, der an seinem in die Büchse 39 greifenden Ende den Federteller 42 und an
seinem anderen Ende den zylindrischen und mit einem konischen Ansatz 19 versehenen Körper 18
trägt. In der Büchse 39 ist im weiteren die Feder 43 untergebracht, die einerseits am Federteller 42
und andererseits am Boden der Büchse 39 anliegt. Der Stab 41 ist federnd ausgebildet, so daß sich der
Körper 18 um geringe Beträge auf- und abwärts bewegen kann.
Die Arbeitsweise der Vorrichtung nach Fig. 3 und 4 ist folgende: Im normalen Betriebszustand,
d. h. bei gelöster Bremse, herrscht in der Hauptluftleitung 12 und auch in den Kammern 13, 27 und 30
Betriebsdruck. Da der Steuerluftbehälter 33 auch auf Betriebsdruck aufgeladen ist, so stehen auch die
Kammern 29 und 37 unter diesem Druck. Bei einer Drucksenkung in der Leitung 12 fällt auch der
Druck in den Kammern 27 und 30, so daß die Biegehaut 17 nach oben ausgebogen wird und infolge
der durch die Teile 16, 18 und 7 gebildeten mechanischen Verbindung den Ventilteller 8 von
seinem Sitz abhebt. Die Hauptluftleitung 12 entleert sich daher teilweise über die Kammern 13
und 14 nach der Außenluft, wie dies an Hand der Fig. ι beschrieben wurde. Die Drucksenkung der
Kammer 30 hat zufolge der Feder 38 keine sofortige Ausbiegung der Biegehaut 24 zur Folge.
Eine solche findet erst statt, nachdem der Druck in der Hauptluftleitung 12 um einen vorbestimmten,
für die Erreichung der Beschleunigerwirkung ausreichenden Betrag gesunken ist. Sobald dies der
Fall ist, wird der Stab 41 nach links verschoben, wobei der Körper 18 zwischen dem Stößel 16 und
dem Ventilkörper 7 herausgleitet und damit die mechanische Verbindung zwischen diesen Teilen
unterbricht. Unter dem Einfluß der Feder 9 wird dabei das Ventil 7, 8 geschlossen und damit die
Abzapfung von Druckluft aus der Hauptluftleitung 12 unterbrochen. Beim Lösen der Bremse bleibt, im
Gegensatz zur Ausführung nach Fig. 1, die Biegehaut 17 in der ausgebogenen Stellung, bis der
Druck in der Kammer 27 nahezu den Betriebsdruck erreicht hat. Dagegen wird die Biegehaut 24 unter
dem Einfluß des Druckes in der Kammer 30 und der Feder 38 schon früher in ihre Ruhestellung
zurückversetzt. Hierbei wird der Stab 41 vorerst nicht mitgenommen, sondern es wird lediglich die
Feder 43 zusammengedrückt. Hierdurch wird verhindert, daß der Körper 18 zwischen die Teile 7
und 16 treten kann, bevor sich die Biegehaut 17 in der Ruhestellung befindet. Eine ungewollte Abzapfung
von Druckluft aus der Hauptluftleitung 12 kann somit während des Lösevorganges nicht stattfinden.
Ist die Biegehaut 17 am Ende des Löse-Vorganges ebenfalls in die Ruhestellung zurückgekehrt,
so zieht die Feder 43 auch den Körper 18 wieder zwischen die Teile 16 und 7 hinein, und es
befinden sich nun alle Teile wieder in der in Fig. 3 dargestellten Ruhestellung, und die Vorrichtung ist
für eine neue Abzapfung von Druckluft aus der Ilauptluftleitung 12 bereit.
Die Ausführung nach Fig. 5 entspricht in der Anordnung des Ventils 7, 8 und der Biegehaut 17
genau der Ausführung nach Fig. r. Die vom Ventil 7, 8 abgeschlossene Kammer 13 ist ebenso
wie die Kammer 27 an die Hauptluftleitung 12 angeschlossen, während die Kammer 29 mit dem
Hilfsluftbehälter in unmittelbarer Verbindung steht. In der Wandung des an das Gehäuse 6 angebauten
Gehäuseteils 25 ist ebenfalls der Rand einer Biege-
haut 24 eingespannt, die das Innere dieses Gehäuseteils in zwei Kammern 46 und 47 teilt. An der
Biegehaut 24 ist in ähnlicher Weise wie bei der Ausführung nach Fig. 3 eine Büchse 51 befestigt,
in der das eine Ende eines Stabes 22 verschiebbar gelagert ist, wie dies aus Fig. 6 deutlicher hervorgeht.
Zwischen dem mit einem Teller 53 versehenen Ende des Stabes 22 und der Biegehaut 24 ist die
Feder 54 angeordnet, die den Teller 53 normalerweise amBoden der Büchse 51 zum Anliegen bringt.
Der mit einem Gelenk 21 versehene Stab 22 trägt an seinem linken Ende den zylindrischen Körper
18, der auf seiner linken Seite mit einer konischen Andrehung 19 versehen ist. Während die Kammer
47 mit der Außenluft in unmittelbarer Verbindung steht, ist die Kammer 46 über öffnungen 48 in einer
die Führungshülse 23 für den Stab 22 tragenden Wand 32 an die Kammer 14 angeschlossen. In der
dargestellten Ruhestellung der Biegehaut 24 wird diese von einer in der Kammer 47 untergebrachten
Feder 49 an die als Anschlag wirkende Führungshülse 23 angedrückt. Die Kammer 14 steht über die
Drosselbohrung 45 mit der Außenluft in Verbindung.
Die Wirkungsweise der Vorrichtung nach Fig. 5 ist folgende: Im normalen, der gelösten Bremse entsprechenden
Betriebszustand befinden sich die Kammern 13 und 27 unter dem in der Hauptluftr
leitung herrschenden Betriebsdruck. Auf demselben Druck befindet sich auch die in der Kammer 29 eingeschlossene
Luft, da der Hilfsluftbehälter in nicht dargestellter Weise über die Leitung 31 auf
Betriebsdruck aufgeladen ist. Die Kammern 14, 46 und 47 sind dagegen entlüftet. Bei einer Senkung
des Druckes in der Hauptluftleitung 12 fällt der Druck in der Kammer 27, während er in der
Kammer 29 vorerst noch aufrechterhalten bleibt, bis die Speisung des Bremszylinders aus dem Hilfsluftbehälter
28 über die Leitung 31 beginnt. Infolgedessen wird die Biegehaut 17 nach oben ausgebogen
und überträgt dabei ihre Bewegung über den Körper 18 auf den Ventilkörper, so daß der
Ventilteller 8 von seinem Sitz abgehoben wird und Druckluft aus der Hauptluftleitung 12 über die
Kammer 13 in die Kammer 14 entweichen kann.
Diese wird zusammen mit der Kammer 46 infolge der Drosselbohrung 45 und der öffnung 48 allmählich
aufgeladen, wobei schließlich der auf die Biegehaut 24 ausgeübte Druck die Kraft der Feder 49
überwindet und die Biegehaut 24 unter Mitnahme des Stabes 22 nach rechts ausgebogen wird. Der
Ventilkörper 7 gleitet daher auf der konischen Andrehung 19 unter dem Einfluß der Feder 9 herunter
und schließt das \Aentil 7, 8. Damit ist die Abzapfung
von Druckluft aus der Hauptluftleitung 12 unterbrochen, und die in den Kammern 14 und 16
eingeschlossene Luft entweicht allmählich über die Drosselbohrung 45. Unter dem Druck der Feder 49
wird die Biegehaut 24 wieder in ihre Ruhelage zurückgebracht, wobei sie zugleich die Büchse 51 nach
links verschiebt. Diese kann vorerst ihre Bewegung nicht auf den Stab 22 übertragen, sondern drückt
lediglich die Feder 54 zusammen. Die mechanische Verbindung zwischen dem Stößel 16 und dem
\rentilkörper 7 bleibt nun bis zur Lösung der
Bremse unterbrochen. Wird zu diesem Zweck die Hauptluftleitung 12 wieder auf Betriebsdruck aufgeladen,
so kehrt die Biegehaut 17 unter dem Einfluß des Druckes in der Kammer 27, der schneller
ansteigt als der Druck in der über die Leitung 31 gespeisten Kammer 29, in ihre Ruhestellung zurück
und erlaubt damit auch dem Körper 18 zwischen den Stößel 16 und den Ventilkörper 7 zu treten,
wobei diese Verschiebung von der sich entspannenden Feder 54 bewirkt wird. Die Vorrichtung ist
nun bereit, um eine neue Abzapfung von Druckluft aus der Hauptluftleitung 12 zu bewirken.
Bei der Ausführung nach Fig. 7 ist im Oberteil eines Gehäuses 6 einei Kammer 13 vorgesehen, die an
die Hauptluftleitung 12 angeschlossen ist und einen normalerweise durch den vom Ventilkörper 7 getragenen
Teller 8 abgeschlossenen Ausgang nach einer mit der Außenluft in Verbindung stehenden
Kammer 14 besitzt. Diese letztere ist durch eine Trennwand 15, in der sich eine dichtende Führungsbüchse
10 für einen Stab 56 befindet, von einer weiteren, die Zweigleitung 57 mit der Hauptluftleitung
12 in Verbindung stehenden Kammer 27 getrennt, die sich in einer Erweiterung 59 des
Gehäuses 6 befindet. In dieser Erweiterung ist ein Kolben 58 verschiebbar gelagert, in dessen Mitte
der Stab 56 starr befestigt ist. Der unterste Teil der Erweiterung 59 bildet eine vom Kolben 58 abgeschlossene
und mit dem Hilfsluftbehälter 28 in Verbindung stehende Kammer 29. Der Stab 56 ist
federnd ausgebildet, so daß sein freies verdicktes Ende 61 quer zur Verschiebungsrichtung des
Kolbens 58 ausgelenkt werden kann. In der dargestellten Ruhestellung des Kolbens 58, in der dieser
an dem Anschlag 62 anliegt, befindet sich das Ende 61 des Stabes 56 unmittelbar unter dem Ventilkörper
7 und bildet in dieser Weise eine mechanische Verbindung zwischen diesem und dem Kolben58.
In einem seitlichen Ausbau 25 des Gehäuses 6 ist ein Zylinder 63 untergebracht, in dem ein einen
Stößel 64 tragender Kolben 65 verschiebbar ist. Dieser letztere schließt eine über die Leitung 68 an
die normale Speise- und Entlüftungsleitung 69 des Bremszylinders 66 angeschlossene Kammer 67 ab.
Die Vorrichtung nach Fig. 7 arbeitet an folgender Weise: Im Normalzustand, d.h. bei gelöster Bremse
und auf Betriebsdruck aufgeladener Hauptluftleitung 12, herrscht dieser Druck sowohl in den
Kammern 13 und 27 als auch in der Kammer 29, da diese letztere mit dem über die Leitung 31 in nicht
näher dargestellter Weise ebenfalls auf Betriebsdruck aufgeladenen Hilfsluftbehälter 28 in Verbindung
steht. In den Kammern 14 und 67 herrscht dagegen der Druck der Außenluft, da der Bremszylinder
66 über die Leitung 69 entlüftet ist. Diese Drucksenkung in dear Leitung 12 überträgt sich
vorerst nur auf die Kammer 27, nicht aber auf die Kammer 29, da in diesem Zeitpunkt die Speisung
des Bremszylinders vom Hilfsluftbehälter 28 aus noch nicht eingesetzt hat. Der Kolben 58 wird unter
dem Einfluß des Druckunterschiedes in den
Kammern 27 und 29 nach oben verschoben, wobei der Stab 56 diese Bewegung auf den Ventilkörper 7
überträgt und das Ventil 7, 8 öffnet. Die Leitung 12 entleert sich nun über die Kammern 13 und 14, bis
das Ventil 7, 8 wieder geschlossen wird. Während dieses Abzapfvorganges spricht auch der normale,
nicht dargestellte Dreidruckregler an und verbindet die Leitungen 31 und 69 miteinander, so daß der
Bremszylinder 66 vom Hilfsluftbehälter 28 gespeist wird. Der im Bremszylinder 66 entstehende Druck
überträgt sich über die Leitung 68 auf die Kammer 67, so daß der Kolben 65 nach links verschoben
wird. Dabei stößt der Stößel 64 gegen den Stab 56 und biegt ihn nach links aus, so daß der Kopf 61
unter dem Ventilkörper 7 weggleitet. Die Feder 9 schließt nun das Ventil 7, 8 und begrenzt damit
die Abzapfung von Druckluft aus der Hauptluftleitung 12. Der Stab 56 bleibt nun in der ausgelenkten
Stellung, bis der Bremszylinder 66 nahezu entlüftet ist, während der Kolben 58 schon zu
Beginn des Lösevorganges in die dargestellte Ruhestellung zurückkehrt. In der Ausführung nach Fig. 7
könnten an Stelle der beiden Kolben 58 und 65 auch Biegehäute mit eingespanntem Rand verwendet
as werden, wie dies in den vorangehend beschriebenen
Ausführungen der Fall ist.
Claims (7)
- Patentansprüche:i. Vorrichtung für indirekt wirkende Druckluftbremsen zur Erzielung einer plötzlichen Druckmittelabzapfung in der durchgehenden Bremsleitung beim ersten Anbremsen, bei welcher die Abzapfung durch ein Ventil erfolgt, das von einem sich unter dem Einfluß einer anfänglichen Drucksenkung in der Hauptluftleitung verschiebenden, mit dem Ventil in ausschaltbarer, mechanischer Verbindung stehenden Betätigungsorgan geöffnet wird, nach Patent 802 878, gekennzeichnet durch eine pneumatische Vorrichtung mit einer Biegehaut (24), die auf eine die anfängliche Drucksenkung in der Hauptluftleitung übersteigende Drucksenkung oder einen von dieser letzteren abhängigen Druck "nspricht und die genannte mechanische Verbindung (18, 56) zwischen dem Betätigungsorgan (17, 58) und dem Ventilkörper (7) unterbricht und dadurch die Schließung des letzteren ermöglicht.
- 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gel· nnzeichnet, daß die pneumatische Vorrichtung eine Steuerkammer (30), in welcher der Druck der Hauptluftleitung herrscht, und ein in dieser Kammer beweglich angeordnetes und mit dem Körper (18) in Antriebsverbindung stehendes Betätigungsmittel (24) umfaßt, dias von einer dem Druck in der Steuerkammer entgegenwirkenden Kraft von solcher Größe beeinflußt wird, daß bei einer Senkung des Druckes in der Hauptluftleitung das Betätigungsmittel (24) bei einem gegenüber dem für das Ansprechen des Betätigungsorgans (17) größeren Druckabfall verstellt wird (Fig. 1 und 3).
- 3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die pneumatische Vorrichtung eine Steuerkammer (67), in welcher der Druck des Bremszylinders herrscht, und ein in dieser Kammer beweglich angeordnetes, mit dem Körper in Antriebsverbindung stehendes Betätigungsmittel (65) umfaßt, das durch den bei einer Bremsung im Bremszylinder entstehende Druck verstellt wird (Fig. 7).
- 4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die pneumatische Vorrichtung eine über ein Ventil (7, 8) an die Hauptluftleitung angeschlossene Steuerkammer (46) und ein in dieser beweglich angeordnetes und mit dem Körper (18) in Antriebsverbindung stehendes Betätigungsmittel (24) umfaßt, das durch den Druck der bei geöffnetem Ventil aus der Hauptluftleitung in die Steuerkammer abgezapften Druckluft verstellt wird (Fig. 5).
- 5. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem genannten Betätigungsmittel (24) und dem Körper (18) eine nachgiebige Verbindung vorgesehen ist, um während des Lösens der Bremse ein erneutes öffnen des Ventils zu verhindern (Fig. 4).
- 6. Vorrichtung mach Anspruch 1, dadurch, gekennzeichnet, daß mindestens ein Teil des Körpers (18, 56) quer zur Bewegungsrichtung des Betätigungsorgans (17, 58) oder des Ventilkörpers (7) verstellbar ist.
- 7. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die pneumatische Vorrichtung ein quer zur Bewegungsrichtung des Betätigungsorgans (17, 58) oder des Ventilkörpers(7) bewegliches Verstellglied (22, 41) aufweist, das mit dem Körper (18) mechanisch verbunden ist (Fig. i, 3 und 5).Hierzu 1 Blatt Zeichnungen5767 2.54
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CH3208648 | 1948-02-16 | ||
| CH300734T | 1950-10-18 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE904659C true DE904659C (de) | 1954-02-22 |
Family
ID=41216480
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEV3808A Expired DE904659C (de) | 1948-02-16 | 1951-10-07 | Vorrichtung zur selbsttaetigen Abzapfung von Druckluft aus der Bremsleitung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE904659C (de) |
Cited By (6)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1029854B (de) * | 1954-09-30 | 1958-05-14 | Westinghouse Air Brake Co | Druckluftbremseinrichtung fuer Schienenfahrzeuge |
| DE969085C (de) * | 1955-03-18 | 1958-06-04 | Knorr Bremse Gmbh | Schnellbremsbeschleuniger fuer Druckluftbremseinrichtungen von Schienenfahrzeugen |
| DE1032304B (de) * | 1955-02-08 | 1958-06-19 | Westinghouse Air Brake Co | Steuerventil fuer Druckluftbremsen, insbesondere von Schienenfahrzeugen |
| DE1088529B (de) * | 1958-03-15 | 1960-09-08 | Knorr Bremse Gmbh | Beschleunigungseinrichtung fuer Druckluftbremsen, insbesondere von Schienenfahrzeugen |
| USRE31386E (en) | 1976-10-13 | 1983-09-20 | General Signal Corporation | Fluid brake control system |
| DE3711845A1 (de) * | 1987-04-08 | 1988-10-27 | Knorr Bremse Ag | Notbremsbeschleuniger fuer druckluftbremsen von schienenfahrzeugen |
-
1951
- 1951-10-07 DE DEV3808A patent/DE904659C/de not_active Expired
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1029854B (de) * | 1954-09-30 | 1958-05-14 | Westinghouse Air Brake Co | Druckluftbremseinrichtung fuer Schienenfahrzeuge |
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| DE1088529B (de) * | 1958-03-15 | 1960-09-08 | Knorr Bremse Gmbh | Beschleunigungseinrichtung fuer Druckluftbremsen, insbesondere von Schienenfahrzeugen |
| USRE31386E (en) | 1976-10-13 | 1983-09-20 | General Signal Corporation | Fluid brake control system |
| DE3711845A1 (de) * | 1987-04-08 | 1988-10-27 | Knorr Bremse Ag | Notbremsbeschleuniger fuer druckluftbremsen von schienenfahrzeugen |
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