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Zeichengerät Die Erfindung betrifft Zeichengeräte, wie Lineale, Maßstäbe,
Reißschienen, Zeichenwinkel od. dgl., nach Patent 827465.
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Im Patent 827465 ist ein Zeichengerät beschrieben, bei dem
an den Rändern des Gerätekörpers Zeichenkanten in solcher Lage und in solchen Abmessungen
angebracht sind, daß nur deren schmale Außenkanten die Zeichenebene berühren, während
der Gerätekörper noch einen geringen Abstand von der Zeichenebene aufweist. Dieses
Gerät besitzt den Vorteil, daß eine Flächenberührung zwischen Gerätekörper und Zeichnung
vermieden wird. Eine Flächenberührung hat nämlich den Nachteil, daß beim Bewegen
des Zeichengerätes der sieh beim Zeichnen bildende Graphitstaub mitgerissen wird,
so daß die Zeichnung verwischt und unsauber bzw. undeutlich wird. Das Zeichengerät
nach dem Patent 827465 eignet sich besonders für Bleistiftzeichnungen. Es
ist jedoch auch bei Tuschezeichnungen notwendig, eine Flächenberührung zwischen
Zeichnung und Zeichengerät zu vermeiden, da ja die mit Tusche auszuziehenden Darstellungen
vorher in der Regel mit Bleistift vorgezeichnet sind, so daß also ebenfalls Graphitablagerungen
auf der Zeichnung vorhanden sind. Bei einer bekannten Ausführung eines Tuschelineals
wird diese Forderung dadurch erreicht, daß der Gerätekörper in einem gewissen parallelen
Abstand von den Ziehkanten je einen Wulst aufweist. Die Wülste dienen dann allein
zur Auflage, während sowohl der Gerätekörper als auch die Ziehkanten von einer Berührung
mit der Zeichnung frei bleiben.
Die Erfindung hat sich nun die Aufgabe
gestellt, die Vorteile beider Ausführungen an einem einzigen Gerät zu vereinen.
Sie besteht darin, daß die Zeichenkanten auf der den aufliegenden Außenkanten entgegengesetzten
Seite einen parallel zur Ziehkante verlaufenden, über den Gerätekörper hinausragenden
Wulst besitzen. Bei diesem Zeichengerät wird in jeder der beiden Gebrauchsstellungen
eine Berührung des Gerätekörpers mit der Zeichnung vermieden. In der einen Stellung,
nämlich wenn mit Bleistift gezeichnet werden soll, liegen nur die Außenkanten auf
der Zeichnung auf, während der Gerätekörper zurücktritt. Wird das Gerät, im Querschnitt
betrachtet, um 18o° herumgeschwenkt, so gelangt es in die Stellung, in der es für
Tuschezeichnungen verwendet wird. Jetzt liegen auf der Zeichnung nur die Wülste
der Zeichenkanten auf, während die Ziehkanten und der Gerätekörper frei liegen.
Auch in dieser Stellung wird also eine Flächenberührung und damit ein Verwischen
der Zeichnung mit Sicherheit vermieden. Der Abstand der Ziehkante von der Zeichenfläche
kann dabei so groß gewählt werden, daß auch bei verschmutzter Zeichenfeder ein Verlaufen
der Tusche an der Kante verläßlich vermieden wird. Um die Wirkung der Wülste noch
zu verstärken, ist es vorteilhaft, wenn die Wülste in ihrem Scheitel kantenförmig
ausgebildet sind, so daß also tatsächlich nur eine Linienberührung mit der Zeichnung
besteht.
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Die Zeichenkanten können aus transparentem, glasklarem oder auch farbigem
Werkstoff hergestellt sein. Um eine sichere Befestigung der Zeichenkanten am Gerätekörper
zu gewährleisten, sind die Zeichenkanten in weiterer Ausgestaltung der Erfindung
mit Nuten versehen und auf dem Gerätekörper aufgeklebt bzw. aufgekittet. Ferner
ist es vorteilhaft, wenn die Nuten der Zeichenkanten geätzt und im gewünschten Farbton
angefärbt sind.
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Die Erfindung ist in der Zeichnung beispielsweise veranschaulicht.
Es zeigt Fig. i einen Querschnitt durch eine erfindungsgemäß ausgebildetes Zeichengerät
in der Stellung, in der es mit den Außenkanten der Zeichenkanten auf der Zeichnung
aufliegt, Fig. 2 einen Schnitt durch ein Zeichengerät entsprechend Fig. i, jedoch
in der Stellung, in der die Wülste der Zeichenkanten auf der Zeichnung aufliegen,
Fig. 3 eine mit gemäß der Erfindung ausgebildeten Zeichenkanten versehene Reißschiene
in perspektivischer Darstellung und Fig. q. ein Lineal bzw. einen Maßstab in perspektivischer
Darstellung, der mit Zeichenkanten gemäß der Erfindung versehen ist.
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In Fig. i und 2 ist mit i der Gerätekörper eines Zeichengerätes, beispielsweise
eines Lineals, bezeichnet. An den Längskanten des Gerätekörpers i sind die Zeichenkanten
2 und 3 befestigt. Um diese Befestigung besonders stabil zu gestalten, sind die
Zeichenkanten :2 und 3 mit Nuten q. bzw. 5 versehen und auf dem Zeichenkörper i
aufgeklebt bzw. aufgekittet. Fig. i zeigt das Zeichengerät in der Stellung, wie
es zum Zeichnen mit Bleistift verwendet wird. Die Zeichenkanten sind derart ausgebildet,
daß in dieser Stellung nur die Außenkanten 6 bzw. 7 auf der Zeichenebene 8 aufliegen.
Die übrigen Teile der Zeichenkanten und des Gerätekörpers i bleiben frei von einer
Berührung mit der Zeichenebene B. Hierdurch wird erreicht, daß bei der Bewegung
des Zeichengerätes auf der Zeichnung ein Verschmieren der Zeichnung mit Sicherheit
vermieden wird.
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Die Zeichenkanten 2 und 3 sind nun gemäß der Erfindung auf der den
aufliegenden Außenkanten 6 bzw. 7 entgegengesetzten Seite mit parallel zur Ziehkante
9 bzw. io verlaufenden, über den Gerätekörper i hinausragenden Wülsten i i bzw.
i2 versehen. Auf diese Weise ist es möglich, das Gerät mit genau dem gleichen Vorteil
wie beim Zeichnen mit Blei auch beim Zeichnen mit Tusche zu verwenden. Es wird hierzu
um 18o0 geschwenkt, so daß es die in Fig.2 dargestellte Stellung einnimmt. Jetzt
liegen lediglich die Wülste i i und 12 auf der Zeichenebene 8 auf, alle übrigen
Teile der Kanten und des Gerätekörpers bleiben von einer Berührung mit der Zeichenebene
frei.
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In Fig.3 ist die Erfindung an dem Beispiel einer Reißschiene 13 veranschaulicht.
Die Reißschiene ist an ihren Längskanten mit Zeichenkanten 14 und 15 versehen, die
in ihrem Profil den Kanten 2 und 3 der Fig. i und 2 entsprechen. Der Reißschienenkopf
16 ist mit einer Gegenleiste 17 versehen. Hierdurch wird erreicht, daß ein Anlegen
der Reißschiene an die Kante eines in der Zeichnung nicht dargestellten Reißbrettes
auch im gewendeten Zustand möglich ist. An Stelle des dargestellten Reißschienenkopfes
16 mit der Gegenleiste 17 kann auch ein sogenannter Doppelkopf verwendet werden.
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Fig. 4 schließlich zeigt ein Lineal bzw. einen Maßstab 18, dessen
Zeichenkanten i9 und 2o ebenfalls in ihrem Profil den Zeichenkanten 2 und 3 der
Fig. i und 2 entsprechen. Die Maßteilung an den aus transparentem Werkstoff hergestellten
Zeichenkanten kann bei glasklarem Werkstoff auf der der Zeichnung zugekehrten Seite,
bei farbigem Werkstoff auf der entgegengesetzten Seite aufgetragen sein.