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Mikrometerlehre Zusatz zum Patent 901845 Die Erfindung betrifft eine
Mikrometerlehre, die mit einer Hauptskala, einer Unterteilungsskala und einer Noniusskala
ausgerüstet ist und bei der die Noniusskala in Richtung der Mikrometerachse bewegbar
angeordnet ist, gemäß Patent 90I 845.
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Nach dem Patent 901 845 ist die Noniusskala auf einem Ring aufgetragen,
der in dem drehbaren Teil des Mikrometers gelagert und an einer geradegeführten
Hülse befestigt ist, so daß er nur an der axialen Verschiebung des drehbaren Teils
teilnehmen kann. Auf dem zu drehenden Teil befinden sich die Unterteilungswerte
unmittelbar neben dem in einer Nut gleitenden Noniusring. Durch diese Anordnung
kann der Noniuswert direkt an den zur Deckung gekommenen Teilstrichen abgelesen
werden. Bei dieser Ausführung wirkt sich noch die Länge der üblichen Noniusskala
nachteilig aus, weil man zur Feinablesung das Meßgerät und unter Umständen das Meßobjekt
so vor dem Auge verdrehen muß, bis die zur Deckung gekommenen Teilstriche in eine
etwa senkrechte Lage zum Auge kommen.
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Um diesen Mangel zu beseitigen, hat man nach einem älteren Vorschlag
beispielsweise die Noniusskala in mehrere ineinandergeschachtelte Gruppen aufgeteilt.
Es ist ferner eine Anordnung bekannt, bei der die in einzelne Felder aufgeteilte
Noniusskala staffelförmig angeordnet ist. Mit Hilfe dieser Staffelung ist unter
Verwendung der kleinstmöglichen Noniuslänge eine leichte Ablösung
möglich.
da jedem Skalenstrich der zugehörige Zahlenwert zugeordnet werden kann. Ihre Anwendung
ist jedoch einerseits nur dann möglich, wenn die Noniusskala und die Teilungsskala
übereinandergleiten können. Beide Skalen liegen dann auf Mantelflächen mit unterschiedlichen
Radien, so daß also keine parallaxfreie Ablesung mehr möglich ist. Andererseits
ist bei auf gleicher Höhe liegenden Skalen ein Teil der Noniusstriche so lang, daß
bei der Ablesung leicht Verwechslungen vorkommen können.
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Dieser Nachteil wird erfindungsgemäl) dadurch behoben, daß durch
wechselweise Anordnung der Träger von Noniusteilstrichen und der Träger von tznterteilungsskalen
jedem der gestaffelten Teil striche des Nonius eine Unterteilungsskala zugeordnet
ist. Die Noniusteilstriche sind auf mit Abstand voneinander liegenden Ringen angeordnet.
die in zylindrischen Nuten des drehbaren WIikrometerteils gleiten. Die entstehenden
Zwischenräume des letzteren sind mit der Unterteilungsskala versehen. Durch diese
Anordnung liegen jedesmal ein Teilstrich des Nonius und eine Unterteilungsskala
unmittelbar nebeneinander und ermöglichen so eine parallaxfreie Ablesung. Man kann
sich auch alle Unterteilungsskalen durch eine einzige von den Noniusringen unterbrochene
entstanden denken. Die Noniusteilung entspricht ihrer Länge nach einem Unterteilungswert
Ihre Breitenstaffelung richtet sich nach der Breite der Ringe und ihrer Abstände.
Um letztere möglichst gering zu halten, ohne die Ablesegenauigkeit zu beeinflussen,
wird in besonders zweckmäßiger Ausführung der Erfindung der Nonius in fünf Teile
eingeteilt, so daß auf den entsprechenden fünf Ringen die Teilstriche o, 2, 4, 6,
8 erscheinen. Die Zwischenwerte lassen sich mühelos ablesen Die Ringe sind in der
gleichen Weise wie der im Hauptpatent gezeigte an einer geradegeführten, mit einem
Ablesefenster versehenen Hülse befestigt.
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Über letztere ist eine weitere, aus durchsichtigem Material bestehende
Hülse geschoben, die die Aufgabe hat, insbesondere das Ablesefenster staubdicht
abzudecken. Diese kann, um die Ablesegenauigkeit zu erhöhen. mit einer Zylinderlinse
versehen sein.
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In der Zeichnung sind Ausführungsformen des Erfindungsgegenstandes
beispielsweise dargestellt, und zwar zeigt Fig. I eine Mikrometerlehre in Ansicht,
Fig. 2 eine perspektivische Darstellung der Ringbefestigung, Fig. 3 und 4 Querschnitte
durch zwei verschiedene Ausführungsformen der Schutzhülse.
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Auf dem mit dem Bügel 1 verbundenen feststehenden Teil 2 ist die
Hauptskala 3 sowie die Kennzahl 3' aufgetragen. Letztere gibt den für die Mikrometerlehre
gültigen MeBbereich an, beispielsweise die Zahl o den Bereich o bis I Zoll oder
die Zahl 3 den Bereich 3 bis 4 Zoll. Auf dem festen Teil 2 ist das mit Hilfe der
Rändelknöpfe 6 und 7' drehbare Teil 7 gelagert. In seinen Nuten 22 gleiten die Ringe
23. Diese sind an ihren in einer Stlt-24 eingreifenden Enden 25 mit der geradegeführten
Hülse II verbunden. Jeder Ring ist mit einem Noniuswert versehen. Es können alle
zehn Werte (Fig. 2) oder aber auch nur jeder zweite Wert der Noniusskala für die
Ablesung vorgesehen sein. Für diesen letzten in Fig. I dargestellten Fall kommt
dann zu den fünf Ringen ein weiterer Ring 23' hinzu, um auch den Noninswert 9 einwandfrei
ablesen zu können. Die Ringe oder auch nur ihre aufgetragenen Werte sind zum Zweck
einer übersichtlichen Ablesung andersfarbig gekennzeichnet.
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Auf alle zwischen den Ringen 23 frei bleibenden Flächen des Teils
7 ist die Unterteilungsskala 8 angebracht. Letztere sowie ihre entsprechenden Zahlenangaben
I0 und die Noniuswerte sind in einem gemeinsamen Ablesefenster 14 der Hülse ablesbar.
Über die Hülse 1 1 ist eine weitere Schutzhülse 26 geschoben, die mit einer Zylinderlinse
versehen ist (Fig. 3 und 4).
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Die Gesamtablesung des Meßwertes erfolgt auf etwa der gleichen Höhe,
ohne die Mikrometer lehre hin und her schwenken zu müssen. Die Nonius-und Unterteilungswerte
liegen auf Mantelflächen mit gleichem Radius, so daß eine parallaxfreie Ablesung
gewährleistet ist. in dem in der Fig. 1 dargestellten Beispiel beträgt das Nießergebuis
0,2754 Zoll.