DE911897C - Verfahren und Vorrichtung zur materialgerechten Verarbeitung von Zahnprothesenkunststoffen - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur materialgerechten Verarbeitung von ZahnprothesenkunststoffenInfo
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Description
- Verfahren und Vorrichtung zur materialgerechten Verarbeitung von Zahnprothesenkunststoffen Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung von Zahnprothesen, einschließlich Kronen- und Brückenersatz.
- Bei der Herstellung von Zahnprothesen hat sich der Verarbeitende besonders mit zwei Problemen zu befassen, wenn er bestrebt ist, möglichst formtreue, gut sitzende Prothesen zu erzielen. Sie bestehen in folgendem: I. Die Prothesenhohlform, in die der Kunststoff eingebracht wird; besteht aus Gründen der Preiswürdigkeit aus Gips. Letzterer hat nur eine sehr beschränkte Härte, so daß es beim unvorsichtigen Einkneten und anschließenden Zupressen leicht zu geringen Deformierungen der Hohlform kommt, ohne daß dieselben sofort erkennbar sind. Eine so hergestellte Prothese wird nie das maximale Paßvermögen aufweisen können. Es ist also nötig, den anlzuwendenden Druck so zu begrenzen, daß es nicht zu Verpressungen der Prothesenform kommen kann.
- 2. Der in die Hohlform eingebrachte Kunststoff unterliegt während der Härtung einem naturgegebenen Schrumpfungsprozeß. Damit nun die Hohlform am Schluß derselben vollkommen ausgefüllt ist und somit eine exakt sitzende Prothese ergibt, sind Geräte entwickelt worden, die zusätzlich Kunststoff entsprechend der Schrumpfung aus einem Behälter in die eigentliche Prothesenhohlform durch Bedienung von Hand oder automatisch nachschieben.
- Es sind auch Geräte entwickelt worden, die beide Probleme, also das eines begrenzten Druckes beim Einfallen und das Atachschieben von Kunststoff aus einem Behälter heraus, gelöst hahen. Der Nachteil dieser Geräte ist jedoch der, daß sie trotz aller Vereinfachung einen ziemlichen Aufwand erfordern, da für jede Prothese ein besonderes Nachpreßgerät zur Verfügung stehen muß.
- Bei dem Verfahren und der Vorrichtung gemäß der Erfindung wird gLeichfalls die Schrumpfung des Kunststoffes kompensiert, alter nicht, indem wie bisher der Kunststoff aus einem Behälter nachgeschoben wird, sondern indem die Prothesenhohlform nicht allseitig mit starren Wänden ausgestattet ist, sondern teilweise mit Wänden, die sich entsprechend der Härtungsschrumpfung ausdehnen können. Dabei müssen dìejenigen Wandungsteile starr sein, die sich im Interesse einer guten Paßform nicht verändern dürfen, also der die Prothesenunterseite darstellende Anteil der Form und die die Zähne tragende Gipseinbetttmg, während Teile, für die die Erhaltung genauer Maße nicht +srichtig ist, wie die mundvorhofseitigen und zungenseitigen Teile des künstlichen Kieferkammes und die zungenseitige Fläche der Gaumenplatte, sich ganz oder teilweise ausdehnen und damit den Hohlraum verkleinern sollen. Die Verkleinerung des Prothesenhohlraumes soll entsprechend dem Grad der Schrumpfung während der Härtung stattfinden. Sie muß automatisch, z. B. durch den Einfluß der Wärme zur Wirkung gebracht werden.
- Wichtig ist dabei, die Größe und Richtung des Expansionsdruckes so zu wählen, daß er einen optimalen Wert besitzt. d. h. der Kunststoff muß stetig unter Druck stehen. ohne daß dabei die Gipseinbettung Schaden nimmt.
- Erfindungsgemäß soll die Verkleinerung der Prothesenhohlform dadurch erreicht werden, daß zum Aufbau dieser bexveglichen Wände Massen verwendet werden. die z.B. breiig auf die betreffenden Stellen der Wachsaufstellung aufgetragen werden und dann erhärten. Diese Massen haben, wie bereits erwähnt, die Eigenschaft, sich unter dem Einfluß der Wärme auszudehnen, wie es z. B.
- Gips-Stärke-Gemische tun. Das Maß der -Ausdehnung der Gipsform muß dem der Schrumpfung des Kunststoffes entsprechen. Da diese einmal von der Dicke des Prothesenkörpers und zum anderen von der spezifischen Schrumpfung des Kunststoffes abhängt müßte die Expansionsschicht entsprechend diesem Ausmaß verschieden dick aufgetragen werden. So müßte z. B. der dünnen Gaumenplatte eine dünne Expansionsschicht aufliegen, während dem dicken Kieferkammteil eine dicke Expansionsschicht anliegen müßte, um eine möglichst gleichmäßige, spannungsfreie Kompression des Kunststoffes zu erhalten. In der Praxis wird man mit einem internen Druckausgleich rechnen dürfen und des halb zur Arbeitsrereinfachung die Kompressionsschicht als untersten Teil des Gegengusses bis an die Zähne heran einfüllen~und darauf den restlichen Teil mit einem Hartgips-ANeißgips-Gemisch auffüllen. Letzteres bezweckt dann die exakte Einhaltun der vertikalen Dimension, d. h. des Abstandes zwisdien -dem Kieferkamm und der - Kauflächenebene. Dadurch werden trotz der teilweise veränderbaren Prothesenhohlform Änderungen der Bißhöhe vermieden.
- Gegenüber dem Verfahren des Nachschiebens von zusätzlichem Kunststoff aus einem Behälter heraus hat das eben beschriebene Verfahren den Vorteil, daß erstens kein besonderes Nachpreßgerät erforderlich ist, zweitens das Nachdichten flächenhaft erfolgt, wodurch, wie Versuche ergeben haben, die inneren Spannungen im Werkstück verringert werden, und drittens das Auftreten von porösen Stellen an der Eintrittstelle des Zuführungskanals zur Prothese, wie sie bei Nachprefigeräten mit Stempeln auftreten können, vermieden wird.
- Die Begrenzung und Kontrolle des bei dem Einbringen - von Kunststoff in die Prothesenhohlform angewendeten Druckes kann erreicht werden, in-- dem der Kunststoftbrei mittels einer besonders konstruierten Einfüllvorrichtung in Gestalt einer Spritze in die geschlossene Küvette eingeführt wird. Der dabei angewendete Druck wird dadurch begrenzt, daß die Spindelmutter mit dem Spritzengehäuse nicht fest verbunden ist, sondern beweglich in Schlitzen desselben mittels zweier Stifte geführt wird und durch eine Druckfeder geeigneter Dimension (etwa o,4kgZmm2) gepuffert ist. Entsprechend dem Widerstande des eingetriebenen Kunststoffes ergibt sich beim Betätigen der Schrauhspindel eine reaktive Kompression der Druckfeder. Das Maß derselben kann an dem Stande der Mutter in den Schlitzen abgelesen und begrenzt werden, indem eine angebrachte Strichmarke nicht überschritten werden darf.
- Die in den Zeichnungen Abb. I bis 5 dargestellten Ausführungsbeispiele sollen die Verhältnisse erläutern. Sie stellen Schnitte durch die Geräte dar, wobei die Abb. I die Methode zeigt, bei der die Dicke - der expandierenden Schicht S entsprechend der -unterschiedlichen Dicke der Prothese aufgetragen ist, während die Abb. 2 die vereinfachte Methode zeigt, ,bei der die expandierende Schicht 8 den gesamten unteren Teil des Gegengusses ausmacht. Gemäß der Abb. 3 kann der gesamte Gegenguß aus der expandierenden Masse 8 bestehen.
- Abb. 4 zeigt die Methode, bei der nur ein Teil der zungenseitigen Fläche des Prothesenhohlraumes durch die expandierende Schicht begrenzt ist.
- Abb. I und 2 zeigen das Einfüllen mittels des Einknetens, während die Abb. 3 und 4 das Einfüllen mittels der besonderen Einfüllvorrichtung (Einspritzung) darstellen.
- Die Prothesenhohlform I ist als teilbare Form in der Küvette 2 bis 6 untergebracht. Letztere besteht aus dem Küvettenboden 2, den beiden ringförmigen Seitenteilen 3 und 4, dem Deckel 5, der in Abb. 3 in - den Deckelring 5' und den Verschluß deckel 6 uriterteilt ist. Die Teile sind durch einen Bügel 7 zusammengeschraubt. Der Deckelring 5' trägt eine schräge Durchbohrung mit Innengewinde zur Aufnahme der Einfüllvorrichtung (Spritze). Diese hat vorn eine Schraubkappe mit verlängertem, konisch zulaufendem - Mundstück.
- Die Herstellung der Prothesenhohlform kann folgendermaßen geschehen: Auf die Außen- und Innenseite der in Wachs aufgestellten Prothese wird je nach der Dicke der Wachsplatte eine verschieden starke Schicht einer Masse 8 aufgetragen, die die Eigenschaft der baldigen Erhärtung und späteren Ausdehnung während der Wärmebehandlung besitzt. Danach wird das Modell mit der Wachsaufstellung und der Expansionsschicht in den unteren Teil der Küvette eingegipst. Nach dem Erhärten wird der obere Ring 4 eingesetzt und der verbleibende Raum innerhalb des oberen Ringes mit einem Hartgips-Alabastergips-Gemisch gefüllt und mit dem Deckel verschlossen.
- Nach der vereinfachten Anwendungsweise (Abb. 2) wird das Modell mit der Wachsaufstellung in den unteren Küvettenteil gegipst. Nach dem Erhärten der unteren Einbettung wird der obere Ring aufgesetzt. Nun wird die gesamte Wachsaufstellung bis zu den künstlichen Zähnen mit der angerührten Expansionsmasse 8 bedeckt, nachdem sie eventuell vorher zwecks Isolierung mit einer dünnen Gipsschicht überzogen wurde. Auf die Expansionsmasse wird wieder das Hartgipsgemisch zur vollständigen Ausfüllung des Küvettenraumes aufgebracht. Anschließend wird dann noch der Deckel aufgesetzt und die Küvette im Bügel verspannt. Ist der Gegenguß erhärtet, wird das Wachs ausgebrüht. Nach der Isolierung ist die Form zur Aufnahme der Prothesenbasismasse bereit. Sie wird unter Beachtung des Preßdruckes entweder eingeknetet oder mit der Spritze in die Hohlform eingefüllt. Dann wird die Spritze entfernt und die Einspritzöffnung durch einen passenden Schraubbolzen IO verschlossen. Nun kann die Härtung wie üblich unter Beachtung der Temperaturführung durchgeführt werden. Nach erfolgter Aushärtung und sorgfältiger Abkühlung wird der Küvettenbügel entfernt und die Prothese herausgelöst. Dies geht erleichtert vonstatten, da die Gips bettung im Gegenguß aus zwei verschiedenartigen Schichten besteht. Abb. 4 zeigt eine besondere Ausführungsform der Küvette, bei der die Haltevorrichtung für die Küvettenspritze am oberen Küvettenring angebracht ist. In diesem Falle wird kein besonderer Deckelring 5' benötigt.
Claims (8)
- PATENTANsPRÜcHE: I. Verfahren zur Herstellung von Zahnprothesen, einschließlich Kronen- und Brückenersatz, dadurch gekennzeichnet, daß die Schrumpfung der Masse während des Aushärtens dadurch kompensiert wird, daß die unwesentlichen, wie z. B. wangen- und zungenseitigen Teile der Hohlform oder Abschnitte davon aus einer Masse hergestellt werden, die sich während der Wärmebehandlung ausdehnt und dadurch die Hohlform im Ausmaß der Schrumpfung verkleinert.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der auf die Gipsform einwirkende Druck von Beginn der Einfüllung an durch Verwendung eines besonderen Einfüllgerätes in Gestalt einer unter Federdruck stehenden Spritze genau begrenzt wird.
- 3. Verfahren nach Anspruch I und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der untere Teil des Gegengusses aus einer in der Wärme expandierenden Masse (8) hergestellt wird, die einen der Aushärtungsschrumpfung entsprechenden Expansionsgrad hat.
- 4. Verfahren nach Anspruch I und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die expandierende Masse auf die Wachsprothese entsprechend der Prothesendicke aufgetragen wird und dort erhärtet.
- 5. Für das Verfahren nach Anspruch I bis 4 geeignete Masse zur Bildung von Teilen der Prothesenhohlform, gekennzeichnet durch Gips-Stärke-Gemische.
- 6. Vorrichtung zur Ausübung des Verfahrens nach Anspruch 1 bis 4, bestehend aus einer Küvette, deren Deckelplatte eine Haltevorrichtung, z. B. ein Gewinde oder Steckgewinde für die leicht lösbare Einfüllvorrichtung und eine durch einen Deckel (6) verschließbare Einfüllöffnung für den Gips besitzt.
- 7. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch I bis 4, bestehend aus einer mehrteiligen Küvette mit verschließbarer Einfüllöffnung für den Gips und einer an der Seitenwandung des Deckelringes oder an den Küvettenringen angebrachten Durchbohrung mit Haltevorrichtung für die Einfüllvorrichtung (Spritze).
- 8. Vorrichtung nach Anspruch I bis 7, gekennzeichnet durch einen Schraubbolzen (IO), mit dem der zum Einfüllen der innerhalb der Küvette befindlichen Prothesenhohlform dienende Zuführungskanal nach Beendigung der Füllung verschlossen wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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| DEJ3830A DE911897C (de) | 1951-03-01 | 1951-03-01 | Verfahren und Vorrichtung zur materialgerechten Verarbeitung von Zahnprothesenkunststoffen |
Applications Claiming Priority (1)
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Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US5175008A (en) * | 1988-11-24 | 1992-12-29 | Chugoku Shiken Kabushiki Kaisha | Device for supplying plastic material for denture base and flask with the same |
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1951
- 1951-03-01 DE DEJ3830A patent/DE911897C/de not_active Expired
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