DE919735C - Verfahren zur Gewinnung von Streptomycin aus waessrigen Loesungen - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung von Streptomycin aus waessrigen Loesungen

Info

Publication number
DE919735C
DE919735C DEP50914A DE919735DA DE919735C DE 919735 C DE919735 C DE 919735C DE P50914 A DEP50914 A DE P50914A DE 919735D A DE919735D A DE 919735DA DE 919735 C DE919735 C DE 919735C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
streptomycin
column
synthetic resin
resin
ion
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DEP50914A
Other languages
English (en)
Inventor
Eugene Everett Howe
Irving Putter
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Merck and Co Inc
Original Assignee
Merck and Co Inc
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Priority claimed from US69986A external-priority patent/US2541420A/en
Application filed by Merck and Co Inc filed Critical Merck and Co Inc
Application granted granted Critical
Publication of DE919735C publication Critical patent/DE919735C/de
Expired legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • AHUMAN NECESSITIES
    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61KPREPARATIONS FOR MEDICAL, DENTAL OR TOILETRY PURPOSES
    • A61K31/00Medicinal preparations containing organic active ingredients
    • A61K31/70Carbohydrates; Sugars; Derivatives thereof
    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B01PHYSICAL OR CHEMICAL PROCESSES OR APPARATUS IN GENERAL
    • B01JCHEMICAL OR PHYSICAL PROCESSES, e.g. CATALYSIS OR COLLOID CHEMISTRY; THEIR RELEVANT APPARATUS
    • B01J39/00Cation exchange; Use of material as cation exchangers; Treatment of material for improving the cation exchange properties
    • B01J39/04Processes using organic exchangers
    • B01J39/07Processes using organic exchangers in the weakly acidic form
    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B01PHYSICAL OR CHEMICAL PROCESSES OR APPARATUS IN GENERAL
    • B01JCHEMICAL OR PHYSICAL PROCESSES, e.g. CATALYSIS OR COLLOID CHEMISTRY; THEIR RELEVANT APPARATUS
    • B01J47/00Ion-exchange processes in general; Apparatus therefor
    • B01J47/014Ion-exchange processes in general; Apparatus therefor in which the adsorbent properties of the ion-exchanger are involved, e.g. recovery of proteins or other high-molecular compounds
    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B01PHYSICAL OR CHEMICAL PROCESSES OR APPARATUS IN GENERAL
    • B01JCHEMICAL OR PHYSICAL PROCESSES, e.g. CATALYSIS OR COLLOID CHEMISTRY; THEIR RELEVANT APPARATUS
    • B01J49/00Regeneration or reactivation of ion-exchangers; Apparatus therefor
    • B01J49/50Regeneration or reactivation of ion-exchangers; Apparatus therefor characterised by the regeneration reagents
    • B01J49/53Regeneration or reactivation of ion-exchangers; Apparatus therefor characterised by the regeneration reagents for cationic exchangers
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07HSUGARS; DERIVATIVES THEREOF; NUCLEOSIDES; NUCLEOTIDES; NUCLEIC ACIDS
    • C07H15/00Compounds containing hydrocarbon or substituted hydrocarbon radicals directly attached to hetero atoms of saccharide radicals
    • C07H15/20Carbocyclic rings
    • C07H15/22Cyclohexane rings, substituted by nitrogen atoms
    • C07H15/238Cyclohexane rings substituted by two guanidine radicals, e.g. streptomycins
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C02TREATMENT OF WATER, WASTE WATER, SEWAGE, OR SLUDGE
    • C02FTREATMENT OF WATER, WASTE WATER, SEWAGE, OR SLUDGE
    • C02F1/00Treatment of water, waste water, or sewage
    • C02F1/42Treatment of water, waste water, or sewage by ion-exchange
    • C02F2001/425Treatment of water, waste water, or sewage by ion-exchange using cation exchangers

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Molecular Biology (AREA)
  • General Health & Medical Sciences (AREA)
  • Epidemiology (AREA)
  • Pharmacology & Pharmacy (AREA)
  • Animal Behavior & Ethology (AREA)
  • Medicinal Chemistry (AREA)
  • Public Health (AREA)
  • Veterinary Medicine (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Biochemistry (AREA)
  • Biotechnology (AREA)
  • Genetics & Genomics (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)
  • Treatment Of Liquids With Adsorbents In General (AREA)

Description

  • Verfahren zur Gewinnung von Streptomycin aus wäßrigen Lösungen Zusatz zum Patent 916 904 Gegenstand des Patents 9I6 904 ist ein Verfahren zur Gewinnung von Streptomycin aus wäßrigen Lösungen durch Behandlung derselben mit ionenaustauschenden Harzen, deren Austauschfähigkeit auf der Anwesenheit von Carboxylgruppen beruht. Bei diesem Verfahren wird das Streptomycin durch die ionenaustauschenden Harze adsorbiert und alsdann wieder den Harzen durch Extraktion entzogen.
  • Nach der Erfindung erfolgt die Gewinnung von Streptomycin aus wäßrigen Lösungen unter Verwendung von carboxylischen, ionenaustauschenden Harzen, die durch Copolymerisation einer Divinylverbindung und einer polymerisierbaren Säure entstanden sind.
  • Durch Copolymerisation von Divinylverbindungen mit polymerisierbaren Säuren entstandene Harze sind durch die allgemeine Eigenschaft gekennzeichnet, daß ihre Ionenaustauschfähigkeit auf der Anwesenheit von Carboxylgruppen in dem Kunstharzmolekül beruht.
  • Für die praktische Durchführung der Erfindung kommen vorzugsweise Copolymere von Acrylsäure oder Methacrylsäure und Divinylbenzol in Betracht.
  • Derartige Harze besitzen eine größere Anzahl von Carboxylgruppen per Gewichtseinheit und infolgedessen eine höhere Kapazität für die Adsorption von Ionen. Wie gefunden wurde, hängt aber die Fähigkeit der ionenaustauschenden Harze mit Bezug auf die Adsorption von Streptomycin nicht allein von der Anzahl polarer Gruppen in einem gegebenen Gewicht oder Volumen des Harzes ab. Die Ionenaustauschfähigkeit ist außerdem abhängig von der Porosität des Harzes. Bei einem Kunstharz von größerer Dichtigkeit wirken im wesentlichen nur die polaren Gruppen adsorbierend auf das Streptomycin, welche sich an den auf der äußeren Oberfläche des Harzes befindlichen Teilchen befinden, wogegen bei Verwendung eines Kunstharzes von poröser Struktur die Streptomycinmoleküle befähigt sind, in erheblichem Ausmaß in die Poren des Harzes einzudringen und dort mit den polaren Gruppen in Reaktion zu treten.
  • Bei Copolymeren von polymerisierbaren Säuren und Divinylverbindungen ist die Porosität in großem Ausmaß abhängig von dem Grad der Vernetzung, welche durch die Divinylkomponente hervorgerufen wird. In diesen Mischpolymerisaten verleiht die Divinylkomponente dem Harz Wasserunlöslichkeit und einen gewissen Grad von Härte. Sie bewirkt aber gleichzeitig eine Beeinträchtigung der Porosität des Harzes. Es empfiehlt sich infolgedessen, zur Adsorption des Streptomycins Ionenaustauschharze der oben gekennzeichneten Art zu verwenden, deren Gehalt an Divinylverbindungen so gering bemessen ist, daß er gerade ausreicht, um dem Harz die erforderlichen physikalischen Eigenschaften zu verleihen.
  • Wie gefunden wurde, haben sich für die praktische Verwirklichung der Erfindung Mischpolymerisate von Acrylsäure oder Methacrylsäure und Divinylbenzol, deren Divinylbenzolkomponente nur etwa 21/,, bis 5 Olo des Kunstharzes beträgt, als besonders geeignet erwiesen. Derartige Harze haben eine besonders hohe Kapazität für Streptomycin; in manchen Fällen vermögen sie ihr Eigengewicht an Streptomycin aus der streptomycinhaltigen Flüssigkeit zu adsorbieren. Ihre Fähigkeit zur Adsorption von Streptomycin ist mehr als 30mal so hoch wie die Fähigkeit eines entsprechenden Gewichtes der gebräuchlichen Aktivkohle und IO-bis zumal so hoch wie die Adsorptionsfähigkeit von Austauschharzen vom Sulfonsäuretypus. Für die Herstellung der erfindungsgemäß anzuwendenden Austauschharze kann Divinylbenzol auch in größeren als den vorstehend genannten Mengen verwendet werden.
  • Hierdurch wird aber die Adsorptionsfähigkeit für Streptomycin etwas herabgesetzt. Eine Erhöhung des Divinylbenzolgehalts des Harzes über IO 0/, ist nicht empfehlenswert.
  • Für die Adsorption des Streptomycins wird das Ionenaustauschharz vorteilhaft in Form seines Natriumsalzes angewendet. Das Natriumsalz ist wirtschaftlich, in der Verwendung sehr gut wirksam und nicht giftig. An Stelle des Natriumsalzes können auch Salze von anderen einwertigen Metallen verwendet werden, die ebenso wirksam sind wie das Natriumsalz, aber in der Verwendung nicht so wirtschaftlich sind.
  • In zweiter Linie kommt das Ammoniumsalz in Betracht. Das Austauschharz kann auch in Form seiner Salze mit zweiwertigen Metallen Verwendung finden.
  • Diese Metalle werden aber nicht ganz so gut durch Streptomycin ersetzt wie monovalente Ionen.
  • Das Calciumsalz des Austauschharzes besitzt eine verhältnismäßig geringe Adsorptionsfähigkeit von Streptomycin und sollte infolgedessen nicht oder nur dann Verwendung finden, wenn der streptomycinhaltigen Flüssigkeit Mittel zugesetzt werden, die befähigt sind, die Adsorption zu begünstigen. Die Magnesiumsalze und Kupfersalze weisen eine etwas geringere Austauschfähigkeit auf als die Salze von einwertigen Metallen. Die ionenaustauschenden Harze können auch in der Wasserstofform oder in Mischform verwendet werden, bei der einige Carboxylgruppen in Salzform und andere in der Wasserstofform vorhanden sind.
  • Der pj3-Wert der streptomycinhaltigen Flüssigkeit wird zweckmäßig oberhalb 4,5 und vorzugsweise etwa beim Neutralpunkt gehalten und das Harz vorteilhaft in Form eines Salzes einer stärkeren Base angewendet.
  • Bei Behandlung der Flüssigkeit, z. B. in einer Kolonne, steigt der pE-Wert an, insbesondere bei Anwendung einer sauren Flüssigkeit. Selbst wenn eine Flüssigkeit zur Anwendung gelangt, deren pH-Wert unter 4,5 liegt, wird der p11-Wert infolge der Neutralisation der überschüssigen Säure durch das Austauschharz rasch in den für die Operation günstigen Bereich gebracht.
  • Es ist jedoch zu berücksichtigen, daß das für die Neutralisation der Säure verwendete Kunstharz nicht für die Adsorption von Streptomycin in Betracht kommt.
  • Infolgedessen empfiehlt es sich, den Säureüberschuß der Flüssigkeit durch andere Mittel zu neutralisieren.
  • Die carboxylischen Harze sind befähigt, Streptomycin auch aus ganz alkalischer Flüssigkeit zu adsorbieren.
  • Anscheinend ist die obere Grenze des p,-Wertes allein durch die Stabilität des Streptomycins bestimmt. Man kann z. B. einer Kulturflüssigkeit, deren p-Wert II,5 beträgt, mit Hilfe der beanspruchten Kunstharze das Streptomycin entziehen. In einem derartigen Falle wird man vorzugsweise das Kunstharz in der Wasserstofform verwenden. Die Verarbeitung von Flüssigkeiten mit derartig hohen pil-Werten ist aber im allgemeinen nicht empfehlenswert.
  • Während die Gegenwart von Natriumionen in den vergorenen Flüssigkeiten die Kapazität des carboxylischen Austauschers für Streptomycin nicht wesentlich beeinflußt, vermag die Anwesenheit einiger anderer Ionen, insbesondere von Calciumionen, eine deutliche Wirkung auszuüben. In Fällen, in denen das angewendete Fermentationsverfahren zu hohen Konzentrationen von gegebenenfalls störenden Kationen führt, empfiehlt es sich, die störende Wirkung solcher Ionen durch Maßnahmen wie Verdünnung oder Bildung von Komplexen mit Hilfe von Zusatzstoffen oder durch Beseitigung störender Ionen durch Niederschläge oder durch Ersatz derselben durch Natriumionen zu beseitigen.
  • In Ausübung der Erfindung wird die vergorene, das Streptomycin enthaltende Flüssigkeit nach Maßnahmen wie Filtrieren und Einstellen des p-Wertes auf den gewünschten Grad in Kontakt mit einem carboxylisch en Ionenaustauschharz gebracht, das durch Copolymerisation einer Divinylverbindung mit einer polymerisierbaren Säure entstanden ist. Dies geschieht vorzugsweise derart, daß die Flüssigkeit durch eine mit dem Austauschharz beschickte Kolonne oder mehrere derartige Kolonnen geleitet wird.
  • Wenn eine einzige Kolonne verwendet wird, kann die Adsorptionsstufe diskontinuierlich durchgeführt werden und jeweils abgebrochen werden, wenn Streptomycin in der die Kolonne verlassenden Flüssigkeit erscheint. Hierbei wird die Kapazität der Kolonne für die Adsorption von Streptomycin nicht voll ausgenutzt. Durch Weiterführung des Adsorptionsvorgangs über diesen Punkt hinaus entsteht ein Verlust von Streptomycin; es werden aber größere Mengen von Streptomycin durch das Kunstharz adsorbiert.
  • Die die Kolonne verlassende Flüssigkeit kann alsdann durch eine zweite, mit frischem Kunstharz beschickte Kolonne geleitet werden und die erste Kolonne so lange in Betrieb gehalten werden, bis kein Streptomycin mehr adsorbiert wird. Durch Arbeiten mit zwei oder mehr Kolonnen, derart, daß die aus einer teilweise erschöpften Kolonne abgehende Flüssigkeit durch ein Bett von frischem Kunstharz geleitet wird, kann die gesamte Kapazität des Kunstharzes ausgenutzt werden, ohne daß Streptomycinverluste entstehen. Nach Erschöpfung des Adsorptionsvermögens einer Kolonne wird Wasser durchgeleitet, um die in dem Kunstharzbett noch vorhandene Kulturflüssigkeit zu verdrängen. Alsdann kann das adsorbierte Streptomycin durch Leiten einer wäßrigen Lösung eines Elektrolyts durch die Kolonne gewonnen werden.
  • Mit Vorteil wird eine wäßrige Lösung einer Säure, insbesondere einer starken anorganischen Säure, z. B.
  • Chlorwasserstoffsäure, verwendet. An Stelle einer wäßrigen Lösung einer Säure kann auch eine Methanollösung oder eine Lösung, welche Wasser und Methanol enthält, verwendet werden. Die carboxylischen, ionenaustauschenden Harze gemäß Erfindung haben eine so hohe Affinität für Wasserstoff, daß das Streptomycin leicht von dem Harz abgetrennt werden kann, wenn nur ein geringer Überschuß von starker Säure verwendet wird. Da die Säure auch Metallionen, welche während der Adsorptionsstufe nicht durch Streptomycin verdrängt worden sind, aus dem Kunstharz entfernt, wird eine schwach saure, wäßrige Lösung erhalten, die auch einige Metallsalze enthält.
  • Wenn der Adsorptionsvorgang in der oben beschriebenen Weise derart durchgeführt wird, daß die Austauschkapazität des Harzes möglichst vollständig ausgenutzt wird, ist der Gehalt der Lösung an Metallsalzen so gering, daß er keine Schwierigkeiten verursacht. Die Gewinnung des Streptomycins aus der Lösung kann derart stattfinden, daß neutralisiert wird, alsdann vorzugsweise durch Eindampfen unter vermindertem Druck auf ein kleines Volumen oder zur Trockne konzentriert wird, der Rückstand in Methanol oder einem anderen Lösungsmittel für Streptomycin, das keine nennenswerten Mengen von Salzen aufnimmt, aufgenommen, die Lösung von den Salzen durch Filtration abgetrennt wird und das Streptomycin aus der Methanollösung durch Zugabe von Aceton oder eines anderen Fällungsmittels niedergeschlagen, abfiltriert und getrocknet wird.
  • Der so erhaltene Streptomycinniederschlag kann leicht in das kristalline Calciumchloridkomplexsalz übergeführt werden, indem das Produkt in Methanol gelöst und die erforderliche Menge von Calciumchlorid zugegeben wird.
  • Wenn eine Säure für die Extraktion verwendet wird, verbleibt das Harz in Wasserstofform. Zwecks Überführung in die Natriumform wird eine wäßrige Lösung von Natriumhydroxyd durch die Kolonne geleitet oder eine Zeitlang stationär in der Kolonne gehalten.
  • Nach Beseitigung der Regenerationslösung durch Auswaschen ist die Kolonne wieder gebrauchsfähig für die Adsorption von Streptomycin.
  • Nach einer bevorzugten Ausführungsform wird ein Dreistufenzyklus, nämlich Adsorption, Extraktion und Regeneration, durchgeführt, indem durch die mit dem Austauschharz beschickte Kolonne zunächst die vergorene Flüssigkeit, alsdann die Extraktionslösung und schließlich die Regenerationslösung aufeinanderfolgend geleitet werden. Der Vorgang kann aber auch in anderen Apparaturen als Kolonnen erfolgreich durchgeführt werden.
  • Wenn das Austauschharz in seiner Wasserstofform zur Adsorption von Streptomycin verwendet wird, dient die saure Extraktionslösung zugleich für die Regenerierung des Harzes. Für die Extraktion kann unter anderem auch eine Calciumchloridlösung verwendet werden. Hierdurch kann man verhältnismäßig reines Streptomycin unmittelbar aus dem Auszug durch übliche Kristallisationsvorgänge gewinnen. In diesem Falle verbleibt das Harz nach der Extraktion in der Calciumform. Durch Leiten einer Lösung von Natriumchlorid durch die Kolonne kann es leicht in die Natriumform übergeführt werden.
  • Beispiele I. Ein granuliertes Copolymerisat von Methacrylsäure und Divinylbenzol, das 5 °/0 Divinylbenzol enthält, wird mit Wasser aufgeschlemmt und derart in eine geeignete Adsorptionskolonne eingefüllt, daß eine Schicht von Austauschharz von etwa 7,5 cm Höhe entsteht. Das Harz wird zunächst mit 2,5 n-Salzsäure und dann mit Wasser gewaschen, alsdann mit einer Lösung von 2,5 n-Ammoniumhydroxyd behandelt und wieder mit Wasser gewaschen. Da infolge der Ammoniumhydroxydbehandlung eine Schwellung des Harzes stattfindet, beträgt die Höhe des Filterbettes nunmehr etwa I3 cm. Die Kolonne wird alsdann mit Wasser rückgewaschen, bis der p-Wert der abgehenden Flüssigkeit etwa 10,5 beträgt. Die Kolonne ist nunmehr gebrauchsfertig für die Adsorption des Antibioticums aus wäßriger Lösung.
  • Die aus der Fermentierung von Streptomyces griseus in einem flüssigen Medium stammende Flüssigkeit, welche Nährmittel für die Mikroorganismen enthält, wird nach Filtration einer Klärbehandlung unterworfen und dann in die Kolonne derart eingefüllt, daß ein Flüssigkeitskopf von etwa go cm in der Kolonne vorhanden ist. Die Durchflußgeschwindigkeit wird so geregelt, daß die Berührungsdauer der Flüssigkeit mit dem Kunstharz etwa I Minute beträgt. Nach Beendigung der Adsorption wird die Kolonne einer Verdrängungswaschung mit Wasser unterworfen und der Flüssigkeitsspiegel bis zum oberen Ende des Harzbettes absinken gelassen. Nunmehr wird etwa I,0 bis I,5 n-Salzsäure in den Oberteil der Kolonne eingeführt und die unten abfließendeExtraktionslösunggesammelt.
  • Da die später abgehenden Fraktionen der Lösung stark sauer sind (unter PH = 1,0), werden sie sofort durch Zufügung von 2,5 n-Natriumhydroxydlösung neutralisiert. Der neutralisierte Auszug wird unter vermindertem Druck auf ein kleines Volumen reduziert, durch Zufügung von Methanol verdünnt, filtriert und das Streptomycin aus der Methanollösung niedergeschlagen. Das feste Produkt wird durch Filtration abgetrennt und unter vermindertem Druck bei Raumtemperatur getrocknet. Das erhaltene Streptomycin besitzt einen für therapeutische Zwecke ausreichenden Reinheitsgrad.
  • Nach Beendigung der Extraktion wird die Kolonne mit einer zusätzlichen Menge von 2,5 n-Salzsäure ausgewaschen und eine Waschung mit Wasser angeschlossen. Die Kolonne wird alsdann durch Behandlung mit Ammoniumhydroxydlösung regeneriert und wieder gebrauchsfähig gemacht.
  • Bezogen auf die durch das Harz adsorbierte Streptomycinmenge betrug die Ausbeute an Streptomycin nach der Extraktion 960/0. Die Potenz des Produktes betrug 500 Einheiten/mg. Der Verlust beim Extraktionsvorgang betrug nur I,6 0/o.
  • 2. Zwei Kolonnen, enthaltend 50 g des Austauschharzes gemäß Beispiel I, wurden auf den Natriumzyklus eingestellt, indem durch jede Kolonne IOOO ccm einer 10%uigen wäßrigen Natriumhydroxydlösung geleitet wurden. Nach Auswaschen der Kolonne mit je 2000 ccm Wasser wurden sie durch Gummischlauchverbindung miteinander vereinigt. 64,8 1 Streptomycinflüssigkeit wurden auf PB 2 mit Phosphorsäure angesäuert, filtriert, mit wäßriger Natriumhydroxydlösung auf pH 7 neutralisiert und wiederum filtriert.
  • Die behandelte Brühe zeigte 360 Einheiten/ccm. Die erhaltene Flüssigkeit wurde dann unter etwa 0,07 kg/cm Druck durch die beiden Kolonnen geleitet, in einem Ausmaß von I50 ccm/min. Nach erfolgter Durchfluß zeigte die Flüssigkeit 4,3 Einheiten/ccm oder einen Streptomycingehalt von 2,I °1O. Die Kolonnen wurden alsdann mit IOOO ccm Wasser ausgewaschen und anschließend ausgezogen, indem durch jede Kolonne IOOO ccm einer wäßrigen I,o n-Salzsäure geleitet wurden. Der reiche Auszug aus der ersten Kolonne betrug 670 ccm und zeigte 25 000 Einheiten/ccm. Der reiche Auszug aus der zweiten Kolonne betrug 235 ccm und wies 28 ooo Einheiten/ccm auf.
  • Die Wiedergewinnung des Streptomycins berechnet sich auf 100,5 0/o.
  • Der Auszug aus der ersten Kolonne wurde im Vakuum bei 30° fast bis zur Trockne konzentriert, mit 100 ccm Methanol behandelt und filtriert. Die durch Filtration entfernten Feststoffe wogen 2,75 g.
  • Die Methanollösung wurde in 500 ccm Aceton ausgefällt, die Feststoffe abfiltriert, mit 50 ccm Aceton gewaschen und im Vakuum getrocknet. Das Gewicht betrug 26,3 g, die Potenz 650 Einheiten/mg, der Gehalt an Asche 15 0/o. Die Ausbeute berechnet sich bei diesem Punkt auf 101,5 0/o.
  • Die mit Aceton ausgefällten Feststoffe wurden in 8I ccm Methanol gelöst und der Lösung 23,6 g wasserfreies Calciumchlorid zugesetzt. Die Lösung wurde 40 Stunden lang gerührt und dann filtriert. Der Niederschlag wurde mit einer Io°/Oigen Lösung von Calciumchlorid in Methanol gewaschen, dann mit Äthanol gewaschen und getrocknet. Das Produkt wog 17,5 g und zeigte 780 Einheiten/mg (theoretisch für reines Streptomycin-Calciumchlorid-Komplexsalz 779 Einheiten/mg). Die Gesamtausbeute aus der Flüssigkeit der ersten Kolonne betrug 80 0/o.
  • 3. Eine Kolonne, enthaltend 2 g eines Resorcinsäure - Formaldehyd - Kondensationsprodukts, wurde dem Natriumzyklus unterworfen, indem 100 ccm einer 10 0/0igen Natriumhydroxydlösung durchgeleitet wurde und mit 200 ccm Wasser nachgewaschen wurde. 1 1 Streptomycinflüssigkeit wurde mit Phosphorsäure auf p 2 angesäuert, filtriert, mit Natriumhydroxyd neutralisiert und wieder filtriert; die behandelte Flüssigkeit zeigte 537 Einheiten/ccm.
  • Die so erhaltene Flüssigkeit wurde durch die mit Austauschharz beschickte Kolonne geleitet (0,64 ccm/min). Die behandelte Flüssigkeit, welche I98 Einheiten/ccm zeigte, würde normalerweise durch eine zweite Kolonne geleitet werden, was aber im vorliegenden Falle nicht geschah. Die Kolonne wurde dann mit 100 ccm Wasser ausgewaschen und mit 200 ccm wäßriger I,on-Salzsäure extrahiert.
  • Der reiche Auszug betrug 172 ccm und zeigte 1,750 Einheiten/ccm. Dies entspricht einer 8o0/0igen Wiedergewinnung des beim Durchgang der Flüssigkeit durch die Kolonne adsorbierten Streptomycins. Der Auszug wurde im Vakuum bei 25° fast bis zur Trockne konzentriert und das Konzentrat mit 5 ccm Methanol verdünnt. Die Lösung wurde filtriert und in 25 ccm Aceton eingeführt. Der Niederschlag wurde filtriert und im Vakuum getrocknet; Gewicht = 580 mg, Potenz = 500 Einheiten/mg. Dies entspricht einer 86,5%igen Wiedergewinnung der durch das Harz adsorbierten Einheiten.
  • 4. Die nachfolgende Tabelle veranschaulicht vergleichsweise die Ergebnisse, welche mit verschiedenen allgemein gebräuchlichen Adsorbentien und carboxylischen Harzen bei der Adsorption und Wiedergewinnung von Streptomycin aus wäßrigen Lösungen erzielt wurden. Diese Ergebnisse wurden erhalten durch Leiten einer verhältnismäßig armen wäßrigen Lösung, die etwa 0,1 0/o Streptomycin enthielt, durch Kolonnen, welche mit den verschiedenen Adsorbentien beschickt waren. Das Silikataustauschharz wird z. B. durch Säure zerstört; infolgedessen kann dieses Mittel nicht als Extraktionsmittel verwendet werden.
  • In jedem Falle sind die optimalen Resultate angegeben.
  • Vergleich von verschiedenen, ionenaustauschenden Harzen und Adsorbentien bei der Gewinnung von Streptomycin aus wäßrigen Lösungen
    Kapazität des Adsorptionsmlttels Iapazität des Angewendetes Gewonnenes Potenz
    Art des Adsorptionsmittels Adsorptionsmittels Extraktionsmittel Streptomycin in des erhaltenen
    mg/g % Produkts
    Sulfoniertes Phenolformaldehydharz 10 Na ClAq 30 bis 50 etwa 100 E/mg
    H2SQAq 40
    Silikataustauschharz.............. 40 NaClAq 100 etwa 50 E/mg
    Kapazität des Gewonnenes Potenz
    Art des Adsorptionsmittels Adsorptionsmittels Streptomycin in des erhaltenen
    Extraktionsmittel
    mg/g % Produkts
    Sulfoniertes Kohleharz.............. 12 NaClAq 40 bis 60 etwa 100 E/mg
    H2SO4Aq 40
    A-Kohle............................. 20 Angesäuertes 60 bis 75 200 bis 350 E/mg
    Methanolwasser
    Fullererde.......................... 50 Pyridin- 30 bis 40 75 E/mg
    hydrochlorid Aq
    Copolymerisat von Methacrylsäure
    und Divinylbenzol, enthaltend
    5% Divinylkbenzol .................. 600 bis 1500 HClAq 100 600 E/mg
    Copolymerisat vn Methacrylsäure
    und Divinylbenzol, enthaltend
    10 % Divinylbenzol.................. 300 bis 800 HClAq 100 600 E/mg
    Permutit XHIC, vermutlich ein
    carboxylisches Harz von Phenol-
    formaldehyd......................... 500 bis 900 HClAq 100 600 E/mg

Claims (8)

  1. PATENTANSPR0CHE I. Verfahren zur Gewinnung von Streptomycin aus wäßrigen Lösungen nach Patent 9I6 904, dadurch gekennzeichnet, daß die streptomycinhaltige Lösung mit einem durch Copolymerisation einer Divinylverbindung und einer polymerisierbaren Säure gewonnenen, carboxylischen, ionenaustauschenden Kunstharz behandelt wird und das durch das Kunstharz adsorbierte Streptomycin durch Extraktion dem Kunstharz entzogen wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch I, gekennzeichnet durch Anwendung eines ionenaustauschenden Kunstharzes, das durch Polymerisation von Divinylbenzol mit einer polymerisierbaren Säure entstanden ist.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch I, gekennzeichnet durch Anwendung eines ionenaustauschenden Kunstharzes, das durch Polymerisation von Acrylsäure oder Methacrylsäure mit einer Divinylverbindung entstanden ist.
  4. 4. Verfahren nach Ansprüchen I bis 3, gekennzeichnet durch Anwendung eines ionenaustauschenden Kunstharzes, das durch Copolymerisation von 2,5 bis 5 Gewichtsteilen Divinylbenzol und 95 bis 97,5 Gewichtsteilen Acrylsäure oder Methacrylsäure entstanden ist.
  5. 5. Verfahren nach Ansprüchen I bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die streptomycinhaltige Lösung, z. B. eine vergorene geklärte streptomycinhaltige Nährflüssigkeit, durch eine Kolonne geleitet wird, die mit einem ionenaustauschenden Harz beschickt ist, deren Carboxylgruppen in Salzform vorhanden sind.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das ionenaustauschende Harz in Form eines Natriumsalzes zur Anwendung gebracht wird.
  7. 7. Verfahren nach Ansprüchen I bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß eine mit ionenaustauschenden Kunstharz beschickte Kolonne im Dreistufenverfahren betrieben wird, derart, daß die geklärte streptomycinhaltige Kulturflüssigkeit zwecks Adsorption des Streptomycins durch das Kunstharz durch die Kolonne geleitet wird, alsdann eine Lösung von Säure zwecks Extraktion des adsorbierten Streptomycins durch die Kolonne geleitet wird und schließlich eine alkalische Lösung durch die Kolonne geleitet wird, um das Kunstharz zu regenerieren und es wieder in die für die Adsorptionsstufe geeignete Form zu überführen.
  8. 8. Verfahren nach Ansprüchen 6 und 7, dadurch gekennzeichnet, daß zur Regenerierung des Kunstharzes eine Lösung von Natriurahydroxyd verwendet wird.
DEP50914A 1947-10-07 1949-08-04 Verfahren zur Gewinnung von Streptomycin aus waessrigen Loesungen Expired DE919735C (de)

Applications Claiming Priority (2)

Application Number Priority Date Filing Date Title
US916904XA 1947-10-07 1947-10-07
US69986A US2541420A (en) 1949-01-08 1949-01-08 Purification of streptomycin by carboxylic acid type ion exchange resins

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE919735C true DE919735C (de) 1954-11-02

Family

ID=41697800

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DEP50914A Expired DE919735C (de) 1947-10-07 1949-08-04 Verfahren zur Gewinnung von Streptomycin aus waessrigen Loesungen

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE919735C (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1061776B (de) * 1955-06-14 1959-07-23 Merck & Co Inc Verfahren zur Herstellung von Streptomycinsulfat aus der Streptomycin-Calciumchlorid-Komplexverbindung

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1061776B (de) * 1955-06-14 1959-07-23 Merck & Co Inc Verfahren zur Herstellung von Streptomycinsulfat aus der Streptomycin-Calciumchlorid-Komplexverbindung

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE2105515C3 (de) Behandlungsverfahren zur Entfernung von Metallen und Metallionen aus gasförmigen oder flüssigen Materialien
DE2947765C2 (de) Verfahren zur Gewinnung von Phenolen aus wäßrigen Lösungen
DE3020608A1 (de) Schwermetalladsorbens mit hoher selektivitaet, verfahren zu dessen herstellung und adsorptionsverfahren
DE3026868C2 (de) Verfahren zur Herstellung von Eisen(III)hydroxid-Dextran-Komplexen und sie enthaltende pharmazeutische sterile wäßrige Lösung
DE2021696A1 (de) Verfahren zur Isolierung hydrophiler Antibiotika
DE2219639A1 (de) Verfahren zum Reinigen und Klären von Zuckersäften
DE3044737A1 (de) Verfahren zur reinigung von zuckerruebensaft mit ionenaustauschern
CH370871A (de) Verfahren zur Gewinnung eines antibiotischen Fermentierungsprodukts aus einer Fermentierungsbrühe
DE919735C (de) Verfahren zur Gewinnung von Streptomycin aus waessrigen Loesungen
DE2505255A1 (de) Verfahren zur abtrennung von metallionen
DE916904C (de) Verfahren zur Gewinnung von Streptomycin aus waessrigen Loesungen
DE1253868B (de) Verfahren zur Gewinnung von Heparin
DE1034611B (de) Verfahren zum Reinigen von Pentraerythrit
DE1517646A1 (de) Verfahren zur Wasserreinigung
DE1518314C3 (de) Verfahren zur Isolierung von Bacitracin
DE2307543C3 (de) Verfahren zur Entfernung von Kupfer aus kupferhaltigem Antibiotika der Phleomycin-Bleomycin-Gruppe
DE4012099A1 (de) Verfahren zur selektiven abtrennung von zweiwertigen metallionen aus waessrigen loesungen
DE940118C (de) Verfahren zur Gewinnung von Reduktinsaeure
DE2352343A1 (de) Verfahren zur regenerierung von nickelplattierungsabwasser
DE2161131A1 (de) Verfahren zur Reinigung von Abwasser
DE2905468A1 (de) Verfahren zur isolierung von morphin aus pflanzenrohstoffextrakt
DE3037537C2 (de) Verfahren zur Herstellung von schwefelhaltigem Sorptionsmittel
DE950675C (de) Verfahren zur Gewinnung Vitamin-B-aktiver Substanzen aus ihren Loesungen
AT292734B (de) Verfahren zur Gewinnung von bei Raumtemperatur schwerlöslichen zweiwertigen Metallsalzen der Gluconsäure
AT231067B (de) Verfahren zur Gewinnung von Cephalosporin C