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Zahnklammer
Die Erfindung betrifft Zahnklammern und ähnliche Befestigungsmittel
für Zahnprothesen, wie Bügel, Brückengerüste und Verstärkungseinlagen aus durchsichtigen
oder durchscheinenden Kunstharzen. An die mechanischen Eigenschaften eines Werkstoffes
zur Herstellung von Zahnklammern werden besondere Anforderungen gestellt. Die Zahnklammern
dienen der Befestigung der Zahnprothesen, indem sie diese an lebende Zähne als Stützpfeiler
anklammern. Am besten würden sie diese Aufgabe durch eine feste nicht verschiebbare
Anordnung lösen, weil die von ihnen gehaltenen Prothesen erheblichen Kräften beim
Tragen, bei spielsweise durch die Kaubewegungen, ausgesetzt sind. Da es sich aber
um Hilfsmittel handelt, die in den Organismus eingefügt werden müssen, kann dieser
Forderung nicht entsprochen werden, vielmehr muß die Möglichkeit bestehen, die Prothesen
leicht einzusetzen und zu entfernen. Dabei kann der Stützpfeiler nicht wilil,kürlich
gewählt werden, vielmehr müssen die lebenden Zähne, die keine genaue zylindrische
Gestalt haben, sondern in der Mitte dicker als am oberen und unteren Ende sind,
als Stützpfeiler benutzt werden. Auf diese Weise ergibt sich die vom Standpunkt
der Festigkeitslehre aus ungünstige Lösung, daß das tragende Element, die Zahnklammer,
federnd gestaltet sein muß, damit es über die dickste Stelle in der Mitte des Zahnes
gedrückt werden kann, um dann. an der verhältnismäßig engen Stelle in der Nähe des
Zahnhalses genau anzuregen. Diese Anordnung ist nun weiterhlin noch zusätzlichen
Beanspruchungen ausgesetzt,
da der Prothesenträger im allgemeinen
beim Aufsetzen und Abnehmen der Prothese keine besondere Sorgfalt anwendet, sondern
sie etwas gegen den als Stützpfeiler dienenden Zahn kante, so daß der Winkel, um
den die Klammern gebogen werden, noch größer wird. Trotz dieser starken Abbiegung
darf keine bleibende Deformation eintreten, weil die Zahnklammer sonst nicht mehr
die Aufgabe, als Stützelement zu dienen, erfüllen könnte. Ein Werkstoff für die
Herstellung von Zahnklammern muß also im Modellversuch zehntusende und sogar hunderttausende
von Biegungen um etwa I50 aus haften, ohne daß sich die Klammeröffnung weitet.
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Erschwerend ist schließiich noch, daß diese mechanischen Eigenschaften
auch unter den Einwirkungen der Mundflüssigkeit bestehen bleiben müssen, diese also
keinerlei bleibende Deformation des Werkstoffes durch an sich geringfügige Korroslionser
scheinungen bewirken darf.
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So ist es verständlich, daß bereits die Auswahl eines metallischen
Werkstoffes für diesen -Zweck auf große Schwierigkeiten stößt. Es handelt sich bei
den orthodontischen Legierungen für diesen Zweck um Legierungen aus Edelmetallen
oder Unedelmetallen mit bemerkenswerten mechanischen Eigenschaften, die für diesen
Zweck besonders ausgearbeitet wurden.
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Die Zahnklammern aus Metall weisen den Nachteil auf, daß sie eine
unnatürliche Farbe besitzen und so ohne weiteres verraten, daß sich eine Zahnprothese
im Mund befindet Man ordnet deshalb die Metallklammern nach Möglichkeit so an, daß
sie dem Beschauer nicht sichtbar sind, muß aber hierdurch oft Nachteile hinsichtlich
der mechanischen Festigkeit in Kauf nehmen. Ferner führt man die Klammern aus dem
gleichen Grund häufig aus dünnen Drähten aus; diese gewährleisten aber oft keinen
genügenden Halt und können darüberhinaus infolige einer Reibwirkung auf den Naturzahn
diesem Schaden zufügen.
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Man hat deshalb schon vorgeschlagen, Zahnklammern aus durchsichtigen
oder durchscheinenden Kunstharzen herzustellen. Wenn man aber hierbei die bisher
in der Zahntechnik üblichen Stoffe benutzte, wie sie zur Herstellung von Zähnen,
Kronen und Brücken Verwendung finden, beispielsweise die 'hierfür verwendeten Derivate
und Homologen der Acrylsäure und deren Chlorsubstitutionsprodukte, dann kommt man
nicht zum Ziel, weil alle diese bisher für zahntechnische Zwecke vorgeschlagenen
Kunstharze bei der Herstellung von Zahnklammern versagen, da sie nicht den oben
erörterten außergewöhnlichen mechanischen Anforderungen entsprechen. Die Aufgabe,
Zahuklammern und ähnliche Befestigungsmittel für Zahnprothesen, wie Bügel, Brückengerüste
und Verstärkungseinlagen, aus durchsichtigen oder durchscheinenden Kunstharzen herzustellen,
war also bisher für die hohen Anfordeungen der Praxis noch nicht gelöst.
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Es wurde nun die überraschende Feststellung gemacht, daß sich Zahnklammern
unter Verwen dung von Kunstharzen nicht nur entgegen der bisher vorliegenden Erfahrung
in der Praxis gut verwenden lassen, sondern hierbei sogar gegenüber den bekannten
Metallklammern eine Reihe von sehr wesentlichen Fortschritten ergeben, wenn man
bestimmte Mischpolymerisate zu ihrer Herstellung benutzt. Die Zahnklammern und;
ähnlichen Befestigungsmittel für Zahnprothesen, wie Bügel, Brückengerüste und Verstärkungseinlagen
aus durchwichtigen oder durchscheinenden Kunstharzen werden erfindungsgemäß au.s
Kunstharzen hergestellt, die durch gemeinsame Polymerisation von 40 bis 80 Gewichtsprozent
Acrylsäurenitril und entsprechend 60 bis 20 Gewichtsprozent Methacrylsäureestern
niederer Alkohole gewonnen werden.
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Vorteilhaft wird der zu polymerisierenden Mischung aus Acrylsäurenitril
und den Methacrylsäureestern niederer Alkohole noch Methacrylsäureamid zugesetzt,
und zwar vorzugsweise derart, daß der Gehalt an Methacrylsäureamid bis zu 15 Gewichtsprozent,
bezogen auf die Gesamtmenge der polymerisierbafen Stoffe, beträgt.
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Die erfindungsgemäß zur Herstellung von Zahnklammern benutzten Mischpolymerisate
sind als solche bekannt. Auch ist ihre hohe Härte, Druckfestigkeit, Biegungsfestigkeit,
Zugfestigkeit und Elastizität bereits bekannt. Nach dem eingangs .geschilderten
Stand der Technik auf dem Gebiet der Zahnkiammern war aber selbst bei Kunstharzen,
die hinsichtlich der mechanischen Eigenschaften eine gewisse Spitzenstellung unter
den Kunstharzen einnehmen, eine Überwindung der hier vorliegenden besonderen Schwierigkeiten
nicht zu erwarten. Es ist zu beachten, daß die Zahnklammern sehr dünn sein müssen
und ihre mechanische Beanspruchung auf Zug und Druck sehr unregelmäßig ist und über
sehr lange Zeiten hinweg erfolgt. Trotz dieser lang dauernden vielseitigen mechanischen
Beanspruchun, die mit gleichzeitigen chemischen Angriffen verbunden ist, muß die
Federkraft dieser kleinen Formstücke dauernd im ursprünglichen Zustand erhalten
bleiben. Überraschenderweise bleibt die Federwirkung der erfindugsgemäß benutzten
Mischpolymerisate auch unter den iin Mund vorliegenden Verhältnissen unverändert
erhalten. Die Verankerung erfolgt hierbei im allgemeinen durch die Federwirkung
des K-lammerfortsatzes.
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Die Zahuklammern werden erfindungsgemäß aus Polymerisaten von Acrylsäurenitril
und Methacrylsäureestern niederer Alkohole, gegebenenfalls unter Zusatz von Methacrylsäureamird,
dadurch hergestellt, daß aus- den durch Polymerisation der genannten Mischungen
gewonnenen Kunststoffplatten Klammern geschnitten werden, die dem anatomischen Bau
der dafür bestimmten Zähne weitgehend angepaßt sind. Durch Erwärmen in einem Ofen
oder in einem Flüssigkeitsbad wird die Klammer bis zum Erweichungspunkt des Mischpolymerisats
erhitzt und dem Zahn des Modells angedrückt. Da die fertige Klammer bei dem Erwärmen
und nachfolgendem Anpassen immer nur von dem geringeren zum größeren Zahnumfang
verformt wird, kann während des Gebrauchs im
Mund auch durch die
Einwirkung heißer Speisen und Getränke die Spannung der Klammer nicht velorengehen,
da die elastischen Kräfte das Formstück wieder in die ursprüngliche Gestalt zurückzubringen
streben.
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Die ästhetische Wirkung der Klammern aus den durchsichtigen oder
durchscheinenden Mischpolymerisaten aus Acrylsäurenitril und Methacrylsäureestern
miederer Alkohole ist gut. Die Klammern fallen im Gegensatz zu den Metalfkfammern
praktisch nicht auf, da der Natulrzahn in seiner Farbe durch diese Kunstharzklammern
durchscheint und im benetzten Zustand für den Beobachter sogar eine Einheit mit
dem Naturzahn zu bilden scheint.
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Die neuen Zahnklammern können deshalb auch bei Zähnen des Frontgebietes
angebracht werden, wo Metallklammern aus Schönheitsgründen möglichst vermieden werden.
Die neue Zahnklammer kann also ohne weiteres dort angelegt werden, wo der beste
Halt gewährleistet ist. Da der Werkstoff der neuen Zahnklammern nicht ins Auge fällt,
sind weiterhin Klammerformen möglich, die man bei den Ausführungen aus Metall aus
Schönheitsgründen vermeiden würde.
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Die bei Metallklammern oft unangenehm in Erscheinung tretende Reibung
am Zahn tritt bei den neuen Zahnklammern nicht auf, da der Härtegrad der erfindungsgemäß
zur Anwendung kommenden Mischpolymerisate zum Unterschied von den für Zahnklammern
bisher verwandten Metallen ungefahr der Dentinhärte entspricht.
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Die Erfahrung hat gezeigt, daß die neuen Zahnklammern aus Mischpolymerisaten
von Methacrylsäurenitril und Methacrylsäurrstern niederer Alkohole den im Mund auftretenden
chemischen Angriffen durch Speiserste und Mundsäfte völlig wfderstehen.
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Nachbiegungen, d.ie an der Klammer notwendig werden, können mit leicht
erwärmter Zange vorgenommen werden. Nach Abkühlen der Klammer verbleibt sie im Zu!stand
der gegebenen Lage. Die neue Zahnklammer kann nach besonderem Verfahren in verschiedenen
Formen hergestellt werden, die nach leichter Erwärmung dem Modell angepaßt werden
können. Der Klammerschwanz wird günstig in die größte Materialstärke der Prothese
verlegt.
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Doppelklammerformen mit zwei Haltefortsätzen sind ebenfalls leicht
anzulegen. Bei diesen wird infolge der großen Elastizität des Werkstoffes eine besonders
gute federnde Umklammerung erreicht.
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Zusammenfassend zeigt sich also, daß die neue Zahnklammer gegenüber
den bisher bekannten Klammern eine Reihe von wesentlichen Fort schritten sowohl.
bei der Verarbeitung al's auch im Gebrauch aufweist.