DE932182C - Schwingendes Bohrverfahren - Google Patents

Schwingendes Bohrverfahren

Info

Publication number
DE932182C
DE932182C DEH17078A DEH0017078A DE932182C DE 932182 C DE932182 C DE 932182C DE H17078 A DEH17078 A DE H17078A DE H0017078 A DEH0017078 A DE H0017078A DE 932182 C DE932182 C DE 932182C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
drilling
rod
linkage
mountains
hollow rod
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DEH17078A
Other languages
English (en)
Inventor
Wolfgang Dr-Ing Herbold
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Individual
Original Assignee
Individual
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Individual filed Critical Individual
Priority to DEH17078A priority Critical patent/DE932182C/de
Application granted granted Critical
Publication of DE932182C publication Critical patent/DE932182C/de
Expired legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • EFIXED CONSTRUCTIONS
    • E21EARTH OR ROCK DRILLING; MINING
    • E21BEARTH OR ROCK DRILLING; OBTAINING OIL, GAS, WATER, SOLUBLE OR MELTABLE MATERIALS OR A SLURRY OF MINERALS FROM WELLS
    • E21B7/00Special methods or apparatus for drilling
    • E21B7/20Driving or forcing casings or pipes into boreholes, e.g. sinking; Simultaneously drilling and casing boreholes
    • EFIXED CONSTRUCTIONS
    • E21EARTH OR ROCK DRILLING; MINING
    • E21BEARTH OR ROCK DRILLING; OBTAINING OIL, GAS, WATER, SOLUBLE OR MELTABLE MATERIALS OR A SLURRY OF MINERALS FROM WELLS
    • E21B7/00Special methods or apparatus for drilling
    • E21B7/24Drilling using vibrating or oscillating means, e.g. out-of-balance masses

Landscapes

  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Geology (AREA)
  • Mining & Mineral Resources (AREA)
  • Physics & Mathematics (AREA)
  • Environmental & Geological Engineering (AREA)
  • Fluid Mechanics (AREA)
  • General Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Geochemistry & Mineralogy (AREA)
  • Earth Drilling (AREA)

Description

  • Schwingendes Bohrverfahren Beim schlagenden sowie beim drehenden Bohren von Löchern in das Erdreich erzeugt das Bohr-,verkzeug immer einen Lochdurchmesser, der bedeutend größer ist als das Bohrgestänge, das den Bohrer antreibt. Wenn das Bohrloch nicht standfest bleibt, wird eine Schutzverrohrung eingebaut. Mit dieser bohrt man in der Regel aber nicht, sie übernimmt vielmehr nur die Sicherung des Bohrloches gegen Einstürzen, auch wenn sie dem Bohrfortschritt folgend ständig nachgeführt wird wie beim sogenannten »Trockenbohren« im Lockergebirge.
  • Beim He:rizontalbohren in sandigem Gebirge sind i Verfahren bekanntgeworden, bei denen mit einer Rohrfahrt selbst in direkter Berührung mit dem Gebirge gebohrt wird, und zwar durch Hin-und Herbewegen in Bohrrichtung mittels hydraulischer Pressen, die durch ihre großen Kräfte imstande sind, die sehr großen Reibungswiderstände zwischen Gebirge und Rohr zu überwinden. Die Reichweite ist dabei wegen der zu großen Reibungswiderstände begrenzt.
  • Die Erfindung umfaßt ein Bohrverfahren, bei dem ein Bohrgestänge, das zugleich Schutzrohrfahrt ist, die Bohrarbeit übernimmt, indem es im Bohrloch auf der Bohrlochwand zum Abrollen gebracht wird. Die Mittel, um dieses zu erreichen, sind zum Teil die gleichen wie die in dem deutschen Patent 858 532, welches ein Verfahren zum Lösen fest gewordener Rohre durch Schwingungen behandelt. Nach diesem Patent werden die Rohre an den fest gewordenen Stellen örtlichen periodischen Querkräften zur Erzeugung von Querschwingungen unterworfen, und zwar durch eine um eine Längsachse drehbare Masse, die durch einen Antrieb an beliebiger Stelle der Rohre in Umdrehung versetzt werden kann.
  • Erfindungsgemäß wird nunmehr das bekannte Verfahren zum Niederbringen von Tiefbohrlöchern angewandt, indem das im wenig größeren Bohrloch abrollende Bohrrohr, das zugleich Schutzrohr .ist, durch schnell umlaufende,, quer zur Längsachse gerichtete Fliehkräfte oder durch umlaufende elastische Verbiegung oder durch Gelenke ermöglichte umlaufende Ausknickung angetrieben wird.
  • Beim Abrollen dreht sich das Bohrrohr dabei auch langsam und entgegengesetzt zur Fliehkraft-oder Durchbiegungsumlaufrichtung um die eigene Längsachse, es erhält also einen Drehantrieb unmittelbar im Bohrloch selbst und nicht von übertage wie beim bekannten Drehbohrer. Der Reihungswiderstand zwischen Außenwand des Gestängerohres und Gebirge in Bohrrichtung wird dabei praktisch gänzlich ausgeschaltet, so daß das Eigengewicht beim Vertikalbohrer oder die Vordrückkraft beim Horizontalbohrer gänzlich auf die Bohrlochsohle gelangt und ausschließlich :dem Bohrfortschritt zugute kommt. Es ist aus der Lehre vom Reibungswiderstand bekannt, daß dieser der Bewegungsrichtung immer genau entgegengesetzt gerichtet ist. Beim Verschieben eines Gewichtes auf einer reibenden Unterlage mniß die Verschiebekraft mindestens so groß sein wie Reibungsziffer mal Gewicht (oder Andruckkraft), sonst erfolgt keine Bewegung. Ist sie das, bewegt sich das Gewicht also, so genügt die kleinste Kraft in Querrichtung, dazu auch eine Bewegungskomponente in Querrichtung zu. erzeugen. Für diese quer gerichtete Bewegung ist also keineswegs eine Mindestkraft erforderlich, jede noch so kleine Querkraft erzeugt auch eine Bewegung. Die Reibungsziffer in: Querrichtung ist also praktisch o.
  • Beim gewöhnlichen rotierenden Hineinbohren eines Gestängerohres in das Erdreich bei urmittel= barer Berührung mit diesem wird diese Gesetzmäßigkeit zwar auch wirksam, jedoch wird der Reihungswiderstand, der beim Rotieren zu überwinden ist, alsbald viel zu groß, um damit nennenswerte Teufen zu erreichen. Nach der Erfindung jedoch ist nur der Rollwiderstand zu überwinden, der sehr viel kleiner ist, während dabei doch auch kleine Gleitbewegungen stattfinden, so daß die oben geschilderte Gesetzmäßigkeit ebenfalls. wirksam wird. Außerdem wird nach der Erfindung das Gebirge auch umlaufend etwas zur Seite gedrückt und verfestigt, so :daß schon aus diesem Grunde das Gestängerohr immer im Bohrloch locker bleibt.
  • Das Bohrverfahren nach der Erfindung hat den Vorteil gegenüber anderen Verfahren"daß nur eine einzige dünne Rohrfahrt (Hohlgestänge) benötigt wird, um immer ein bis zur Sohle verrohrtes Bohrloch: zu erhalten, wobei die Rohre aber nicht fest werden können, und auch nach langen Unterbrechungen diese sofort mit dem Innengestänge wiedergelöst werden können, entweder zum Weiterbohrer oder zum Ziehen des Hohlgestänges. Mittels dieses Verfahrens kann nun auch in nicht standfestem Gebirge vorteilhaft horizontal mit großer Reichweite und kleinem Durchmesser gebohrt werden, weil die Reihungswiderstände in Längsrichtung ausgeschaltet werden und das Gestängerohr nicht fest wird. Die Erfindung kante auf die verschiedensten Arten verwirklicht werden und ist in weiten Bereichen der Bohrtechnik mit großem Nutzen anwendbar. An verschiedenen Ausführungsformen seien die Verfahren näher erläutert.
  • In Fig. i ist i das unten zugespitzte ;geschlossene Hohlgestänge (oder Bohrrohr). Darin befindet sich ein an :der Zylinderfläche magnetisches Innengestänge 2, welches sieh an die Innenwand des Rohres i angelegt hat und daran haftet, aber abrollen kann. Durch Verdrehen der Stange 2 über eine Kreu-zgelenkverbindung 3 vermittels Motor 4 rollt die Stange 2 auf der Innenwand des Hohlgestänges i ab. Die Umlaufgeschwindigkeit beträgt das fache der Drehzahl des Motors 4 und ist seiner Drehrichtung entgegengesetzt gerichtet. Das Rohr i selbst rollt durch die umlaufende Fliehkraft des Gestänges. :2 auch im umgebenden Gebirge ab und rotiert dabei, auch langsam: um die eigene Achse, mit einer Drehzahl, die von dl und s1 abhängt, also auch von der Zusammendrückharkeit des Gebirges. Die Rotationen des Motors ¢ :und des Rohres i sind gleichgerichtet. Durch die Umlaufbewegung des Rohres i wühlt sich die Spitze ins Erdreich ein, und es sinkt runter Wirkung seines Gewichts oder einer zusätzlichen Gewichtsbelastung weiter ab. Dabei wird! das Magnetgestänge mit Antriebsmotor nachfolgend mit herabgelassen. Das Gebirge wird, wie beim Rammen, nur verdrängt, aber durch die rüttelnde Bewegung wird die natürliche Lagerungsdichte vergrößert und dadurch Raum geschaffen. Die zum Verdrängen notwendigen Kräfte sind deshalb bedeutend kleiner als beim Rammen. Außerdem ist diese rüttelnde Bodenverdichtung bei Gründungsarbeiten von größter Bedeutung.
  • In dieser Form ist das Verfahren besonders vorteilhaft für Pfahlgründungsarbeiten. Dazu wird z. B. :die untere Spitze des Rohres i nur lose aufgesetzt, wie Fig. 2 zeigt. Nachdem das Rohr i seine Endteufe erreicht hat, wird das Innengestänge 2 gezogen, und nun kann ein fertiger Betonpfahl in ersteres eingesetzt werden, oder es wird; flüssiger Beton; eingefüllt und, falls erwünscht, vorher noch eine fertige Eisendrahtarmierung eingebracht. Schließlich wird Rohr i herausgezogen. Die lose Spitze nach Fig. 2 verbleibt in der Erde. In Fig. 3 ist ein Ausführungsbeispiel des Verfahrens mit schrittweiser Kernprobengewinnung dargestellt. Das Rann i ist dabei unten offen und hat einen inneren Absatz. Das Innengestänge :z trägt an einer Kreuzgelenkverbindung oder nachgiebiger Stange 6 ein Kernaufnahmerohr 5. Dieses füllt sich beim Einschwingen des Rohres i und kann mit dem Innengestänge :2 zusammen gezogen werden. Fig. 4 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel, bei dem das Kernaufnahmerohr 5 nur nachgiebig mit :dem Innengestänge 2 verbunden ist und dem Hohlgestänge i vorausbohrt.
  • Fig. 5 zeigt ein Ausführungsbeispiel für fortlaufende Förderung des Bohrkleins. beim Bohrcri nach der Erfindung. Dabei ist das Innengestänge 2 hohl und ragt mit seinem elastisch nachgiebigen Oberteil durch eine Stopfbuchse 7. Bei 8 wird Druckluft oder Flüssigkeit eingepreßt, diese fließt durch den; (umlaufenden) sichelförmigen Spalt zwischen Innengestänge 2 und Hohlgestänge i nach unten und dann durch die Bohrung des Innengestänges 2 wieder zutage und reißt dabei ständig das durch die Bohrkrone g hindurchtretende Bohrklein mit zutage. Es kann mit Luftzufuhr bei 8 auch nach dem bekannten Prinzip des Mischluftwasserhebers gespült werden. Das `'Wasser wird aber dann nur dem Grundwasser entnommen: und dem Bohrloch nicht etwa wieder zugeführt. Man erhält also immer nur das unvermischte Grundwasser an, der Bohrkrone, und man kann, seine Brauchbarkeit sogleich richtig beurteilen. Zum Bohren wird aber kein Wasser gebraucht, was in wasserarmen. Ländern von ausschlaggebender Bedeutung ist. Bei der Wassersuche zeigt sich vorhandenes Wasser beim Bohren von selbst an, indem es ausfließt. Durch Überschieben eines geschlitzten Filterrohres über das Rohr i kann, nach der Erfinr dung eine Wassersuchbohrung in einem Arbeitsgang zum Fördern eingerichtet werden. Die natürliche Graupelbettbildung um das Filterrohr, herum wird durch die Rüttelbewegung wirksam unterstützt. Ist Wasser in: genügender Menge und Güte angetroffen und zeigt sich an dem Bohrgut, da.ß die wasserführende Schicht genügend großes Korn führt, um ein natürliches Graupelbett zu bilden, so. wird das Rohr i mit dem Innengestänge rüttelnd und wasserfördernd aus dem Filterrohr, das im Bohrloch verbleibt, herausgezogen. Es kann dann eine Pumpe eingebaut werden. Ergeben, sich keine zufrieden stellende Verhältnisse, so wird das Filterrohr sogleich rüttelnd mit herausgezogen und geht nicht verloren:.
  • Das vorherige Überschieben eines Filterrohres kann auch beim Horizontalbohren in gleicher Weise erfolgen wie beim Vertikalbohren., so, d.aß z. B. Sandkippen und Böschungen im Braunkohlentagebau durch Horizontalbohrungen nach der Erfindung entwässert und standfest gemacht werden. können. An Stelle eines Filterrohres kann dabei auch eine dicht gewickelte Schraubenfeder über das sich im Bohrloch abrollende Rohr i geschoben werden. Beim Bohren. wird diese an ihrem hinteren Ende mit vorgedrückt, sie bleibt also dicht. Ist die beabsichtigte Bohrlänge erreicht, so wird sie während eines kurzen. Bohrmarsches hinten nicht mehr mit vorgedrückt, sondern nur noch vorn, sie öffnet sich durch die Rüttelbewegung gleichmäßig, und der dadurch entstehende schraubenförmige Spalt bildet den Filterschlitz mit beliebig einstellbarer Weite. Das zwischen die Windungen tretende Gebirgskorn hindert die Feder daran, daß sie sich wieder zusammenzieht und schließt.
  • Fig. 6 zeigt eine Ausführung eines nicht magnetischen Innengestänges zum Erzeugen der umlaufenden Querkräfte. Auf das Innengestänge 2 sind drehbare Übertragungsrollen 1o in Abständen. angebracht. Zwischen diesen. sind die Exzentergewichte 1i alle nach einer Richtung in Form von übergeschobenen:, halb ausgeschnittenen Rohrstücken. befestigt. Die Rollen 1o übertragen die bei der Ro:-tatio@n des Innengestänges 2 entstehenden Fliehkräfte auf das Hohlgestänge i. Eine Übersetzung ins Schnelle wie beim magnetischen Abrollinnengestänge findet dabei nicht statt, und Rotations-und Ouerkraftumlaufrichtung sind gleichgerichtet.
  • Fig. 7 zeigt eine andere Ausführungsform zur Erzeugung der umlaufenden Querkräfte. In, dem Hohlgestänge i ist auf größerer Länge eine mit einem Kunststoffmantel 1:2 fest umpreßte exzentrische Stange oder Hohlstange 2 leicht drehbar eingebracht. Die ganze exzentrische Kunststoffummantelung 12 rotiert also im Hohlgestänge i und ist zugleich kraftübertragende Gleitlagerung.
  • In festem Gebirge ist es nicht notwendig, das ganze Hohlgestänge i dein, umlaufenden. Querkräften, auszusetzen, da die Bohrlochwandung nicht verfestigt zu werden braucht. Es genügt, den unteren oder vorderen Teil des Bohrrohres allein entsprechend auszubilden.
  • Fig. 8 zeigt ein Ausführungsbeispiel. In dem unteren (vorderen) verdickten Teil des Hohlgestänges i ist ein mehr oder weniger langgestrecktes exzentrisches Gewicht 2 in Kugellagern 3 gelagert. Es erhält seinen Rotationsantrieb: über ein dem Bedarf angepaßtes langes zentrisches Gestänge von, einer schnell laufenden, Maschine (Preßluftturbine, hochtouriger Elektromotor). Die flache Stirnseite 4. kann mit Hartmetallspitzen., Schneiden oder Diamanten. besetzt werden. Durch Bohrunge#n 5 kann Spülwasser oder Luft der Bohrlochsohle zugeführt werden, das bzw. die entweder durch das Hohlgestänge i oder durch das ebenfalls hohle Antriebsgestänge- über einen Spülkopf in bekannter Weise zugeführt wird. Der Vorteil bei dieser Form der Erfindung liegt einmal darin., daß hochtourige leichte Antriebsmaschinen ohne Getriebe verwendet werden können., denn die Übersetzung ins La.ngsame erfolgt durch das Abrollen im Gebirge- von selbst, und: weiter darin, daß alle Punkte der bohrenden Stirnfläche q. die gleiche Geschwindigkeit haben, also sich gleichmäßig abnutzen. Beim normalen Drehbohren ist die Geschwindigkeit im Zentrum Null und am Außenumfang groß, wodurca sich die Bohrerschneide außen schneller abnutzt. In gleicher Weise können auch im harten. Gebirge Kerne erbohrt werden, in dem vor der Stirnfläche 1. ein entsprechend gezahntes Kernrohr angebracht wird.
  • Die Erfindung ist in der Form der Fig. 8 auch in Metall, Holz us-,v. anwendbar, z. B. auch zum Aufbördeln und Räumen. Die "#,bwälzbe,#vegung einer Hohlstange in einem Bohrloch kann nach der Erfindung auch dadurch erzielt werden, daß diese Stange elastisch durchgebogen oder nach Anbringen eines Gelenkelementes etwas geknickt, die Durchbiege:- oder Knickrichtung aber schnell zum Umlaufen gebracht wird.
  • Fig. g und 1o zeigen hiervon beispielsweise Ausführungen.
  • In Fig. g sind auf einer möglichst starren, rotierend angetriebenen Stange :2 drei exzentrische Lagerrollen 3 fest angebracht, so@ daß diese einen. verbiegenden Zwang auf das sich im Bohrloch abwälzende Rohr i ausüben. Die Stange 2 biegt sich dabei selbst durch, das ist indessen nicht wichtig und deshalb nicht gezeichnet. Durch die umlaufende Durchbiegung wälzt sich Rohr i auf der Bohrlochwand ab und verdreht sich dabei auch langsam um seine Längsachse. Die Wirkung ist die gleiche wie beim Fliehkraftmassenantrieb, die Kräfte sind aber nicht wie bei diesem von der Antriebsdrehzahl abhängig, die Durchbegung wird nur von den Ab- messungen bestimmt, nicht von der Drehzahl. Bei dieser Ausführung der Erfindung können also auch kleinere Antriebsdrehzahlen zur Anwendung kommen.
  • In dieser Form kann. die Erfindung auch in sehr einfacher Weise verwirklicht werden, indem eine krumme Stange in das abrollende Hohlgestänge eingeführt und rotierend angetrieben wird (Fig. io). Die krumme Stange verbiegt das umgehende Hohlgestänge umlaufend elastisch. Auch das Hohlgestänge selbst kann dabei gebogen sein. Stimmen beide Krümmungen in der Lage überein, so ist die größte Durchbiegung vorhanden, ist das rotierend angetriebene Innengestänge mit seiner Krümmung aber gerade entgegengesetzt gerichtet, so! können sie beide zusammen etwa gerade sein. Das abrollende Hohlgestänge wird dann in schneller Folge abwechselnd krumm und gerade. Die elastische Durchbiegung läuft auch schnell um, sie ist aber in der Richtung der Krümmung des Abrollgestänges größer als senkrecht zu dieser Richtung. Je nach gewählter Krümmung von Innen- und Außen gestänge und der Flächenträgheitsmomente können die verschiedensten Varianten erzielt werden. Auch kann das Innengestänge ebenfalls hohl sein, und auch außen mit Längsriefen versehen sein, wenn beim Bohren gespült werden soll (genau wie an dem Beispiel nach Fig. 5 beschrieben). Ein langer Gestängestrang, der aus einzelnen solcher gekrümmter Stücke zusammengeschraubt ist, führt also eine umlaufend schlängelnde Bewegung aus und rollt dabei langsam rotierend an dem umgebenden Gebirge ab. Der lange Gestängestrang kann außen mit einer schraubenförmig verlaufenden Rippe versehen sein, wodurch sich der Gestängestrang von selbst in Bohrrichtung vorzieht. Beim Horizontalbohnen zieht sich das bohrend abrollende Gestänge dann von selbst weiter in. das Bohrloch hinein und braucht nicht .oder nur wenig am hinteren Ende vorgedrückt zu werden. Diese Ausführung hat den Vorteil, sehr einfach zu sein. Die Schmierung des Innengestänges im Außengestänge ist sehr einfach, in. dem von, Zeit zu Zeit Fett oder fortlaufend öl durch den langen Lagerspalt hindurchgedrückt wird.
  • Fig. i i zeigt eine Ausführung der Erfindung, bei der das Kernrohr 5 zusammen, mit dem Abwälzrohr i gelenkig zum umlaufenden Ausknicken gebracht wird. Die rotierend angetriebene Stange 2 ist durch eine zentrische Rolle 3 im Abwälzrohr r geführt und unterhalb dieser gekröpft. Das allseitig bewegliche und drehfreie Kugelgelenk 4 überträgt die umlaufende Ausknickung auf den Hals der Schappe 5. Durch das umlaufende Ausknicken wälzt sich sowohl das Rohr i als auch die Schappe 5 auf der Bohrlochwand ab" und beide führen deshalb auch eine langsame Drehbewegung um die Längsachse aus.
  • Die Erfindung ist auch geeignet, den Bohrantrieb in das Bohrloch vor Ort zu legen und die zum Bohren: erforderliche Energie in elektrischer Form oder in Form von Druckluft oder Flüssigkeit durch Kabel oder Schlauch zuzuführen, auch beim Horizontalbohnen.
  • Fig. 12 zeigt davon eine Ausführung.
  • In einem Rohrgehäuse i ist 2 ein schnell laufender Motor, der eine exzentrische Masse 3 antreibt. Durch die Fliehkraft wälzt sich das Gehäuserohr i mit dem fest damit verbundenen Kernrohr 5 auf der Bohrlo-chwan;d ab und dreht sich dadurch langsam um die Längsachse. Durch schraubenförmige Rippen auf der Gehäuseaußenwand zieht sich das selbstbohrende Gerät in Bohrrichtung vor, ohne daß es geschoben, wird.
  • Es kann den Schlauch oder das Kabel hinter sich herziehen. Der Kabel- oder Schlauchauschluß erfolgt über einen. Wirbel q., damit diese nicht unzulässig verdrillt werden.
  • Die Erfindung ist mit den dargestellten Ausführungsformen keineswegs erschöpft.
  • In ihren Verwirklichungsmöglichkeiten, ist sie außerordentlich vielgestaltig und erweist sich dadurch sehr vorteilhaft, daß der Antrieb mit großer Drehzahl erfolgen kann, die Übersetzung ins Langsame und die Erzeugung großer Drehmomente im Bohrloch selbst vor sich geht, hierzu also. keinerlei besonders kräftige Übertragungselemente erforderlich-sind, daß das Bohrzeug nicht fest werden kann, weil die Reibung ausgeschaltet wird, daß ein immer vollständig geschütztes Bohrloch entsteht, daß mit vergleichsweise kleinstem Durchmesser von, Anfang bis Ende gebohrt werden kann., daß durch die Rüttelbewegung im Lockengebirge die Lagerungsdichte vergrößert wird und leicht Verdrängung erfolgen kann und daß trockenes und feuchtes Gebirge und Wasser gleich gut nur mit Luft herausgespült werden können und daß der Filtereinbau mit dem Bohren in einem Arbeitsgang vorgenommen werden, kann.
  • Obwohl die Ausführungsformen der Erfindung sehr unterschiedlich sind, liegen ihnen; doch immer der gleiche Gedanke zugrunde, nämlich der, daß das Bohrgestänge ganz oder teilweise oder ein selbstbohrendes Gerät umlaufend quer gegen die Bohrlochwand gedrückt und auf ihr zum Abrollen gebracht wird.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Vertikal- und Horizontalbohrverfahren, dadurch gekennzeichnet, daß ein, Bohrrohr (i), das gleichzeitig die Aufgabe der Schutzverrohrung übernimmt, ganz oder teilweise in unmittelbarer Berührung mit der Bohrlochwand auf dieser zum Abrollen gebracht wird durch umlaufende, quer zur Längsachse gerichtete Fliehkräfte, die in an: sich bekannter Weise von einem im Bohrrohr gelagerten, rotierend angetriebenen massenexzentrischen Innerv gestänge (a) erzeugt werden. a. Bohrverfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die umlaufenden. Querkräfte erzeugt werden durch ein im abrollenden: Bohrrohrgelagertes gekrümmtes Innengestänge, das dieses umlaufend elastisch verbiegt, indem es rotierend angetrieben wird. 3. Bohrverfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die umlaufenden Querkräfte erzeugt werden durch umlaufendes Ausknicken in Gelenken des abrollenden Hohlgestänges durch ein im Inneren desselben gelagertes Innengestänge, das mit Kurbel oder Nocken versehen ist und rotierend angetrieben wird. q.. Bohrverfahren nach den Ansprüchen i bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß mit einer geschlossenen Spitze des abrollenden Hohlgestänges Lockergebirge nur verdrängt wird, indem die natürliche Lagerungsdichte durch die rüttelnde, Bewegung vergrößert wird. 5. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach den Ansprüchen i bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das im Inneren des Abrollhohlgestänges gelagerte Innengestänge mit einem Kernrohr verbunden ist, welches mit dem Innengestänge zusammengezogen und eingelassen werden kann.. 6. Vertikal- und Horizontalbohrverfahren nach den Ansprüchen, i bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß Druckluft oder Wasser zwischen Innen- und Außengestänge übertage zugeführt wird, die oder das mit denn Gebirge oder dem Grundwasser vermischt durch eine Bohrung des Innengestänges wieder zutage steigt (bei weichem Gebirge), oder dadurch, daß Druckluft oder ein Spülmittel durch eine Bohrung des Innengestänges oder durch den Raum zwischen Innen- und Außengestänge zugeführt wird, das außerhalb des Außengestänges wieder zutage steigt (in hartem Gebirge, Metall usw.). 7. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach den Ansprüchen i bis q., dadurch gekennzeichnet, daß der Antriebsmotor für das rotierende Innengestänge in einem als Gehäuse ausgebildeten Oberteil des Abrollgestänges eingebaut ist, wobei die Antriebsenergie durch Kabel oder Schlauch dem selbstbohrenden Gerät zugeführt wird. B. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach den Ansprüchen i bis q., gekennr zeichnet durch ein über das Abrollhohlgestänge geschobenes Filterrohr, welches nach Bedarf im Bohrloch verbleiben kann oder wieder mit herausgezogen wird. g. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß an: Stelle eines Filterrohres eine dicht gewickelte Schraubenfeder über das Abrollhohlgestänge geschoben ist, die kurz vor dem Herausziehen des Abrollgestänges nach Bedarf geöffnet wird. io. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach den, Ansprüchen. i bis q., dadurch gekennzeichnet, daß auf das abrollende Hohlgestänge eine schraubenförmig verlaufende Rippe so, angebracht ist, daß sich dieses beim Abrollen im Gebirge in Bohrrichtung bewegt.
DEH17078A 1953-07-16 1953-07-16 Schwingendes Bohrverfahren Expired DE932182C (de)

Priority Applications (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DEH17078A DE932182C (de) 1953-07-16 1953-07-16 Schwingendes Bohrverfahren

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DEH17078A DE932182C (de) 1953-07-16 1953-07-16 Schwingendes Bohrverfahren

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE932182C true DE932182C (de) 1957-03-28

Family

ID=7148086

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DEH17078A Expired DE932182C (de) 1953-07-16 1953-07-16 Schwingendes Bohrverfahren

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE932182C (de)

Cited By (5)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US3169589A (en) * 1958-08-21 1965-02-16 Jr Albert G Bodine Sonic method and apparatus for extruding flowable materials
DE1191768B (de) * 1960-11-02 1965-04-29 Soeding & Halbach J C Bohrgeraet
EP0122540A3 (en) * 1983-04-14 1986-08-13 Kabushiki Kaisha Iseki Kaihatsu Koki Method and apparatus for thrusting a shield for use in tunneling
TR22640A (tr) * 1984-05-22 1988-01-29 Iseki Kaihatsu Koki Tuenel acmada kullanilmak uezere bir siperin sueruelmesine mahsus usul ve cihaz
EP0352979A3 (de) * 1988-07-28 1992-02-05 The British Petroleum Company p.l.c. Bohrvorrichtung mit einstellbarer Amplitude

Cited By (5)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US3169589A (en) * 1958-08-21 1965-02-16 Jr Albert G Bodine Sonic method and apparatus for extruding flowable materials
DE1191768B (de) * 1960-11-02 1965-04-29 Soeding & Halbach J C Bohrgeraet
EP0122540A3 (en) * 1983-04-14 1986-08-13 Kabushiki Kaisha Iseki Kaihatsu Koki Method and apparatus for thrusting a shield for use in tunneling
TR22640A (tr) * 1984-05-22 1988-01-29 Iseki Kaihatsu Koki Tuenel acmada kullanilmak uezere bir siperin sueruelmesine mahsus usul ve cihaz
EP0352979A3 (de) * 1988-07-28 1992-02-05 The British Petroleum Company p.l.c. Bohrvorrichtung mit einstellbarer Amplitude

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE2531582C2 (de) Verfahren zum bogenförmigen Unterfahren eines Oberflächenhindernisses
US3049185A (en) Method for oscillating drilling
DE60218282T2 (de) Aufweitvorrichtung
DE69117691T2 (de) Verfahren zum Vortrieb eines einzugrabenden Rohres ohne Erdaustrag und Grabgerät
DE2157282A1 (de) Erdbohrverfahren und Erdbohrmaschine
DE932182C (de) Schwingendes Bohrverfahren
DE3421389C2 (de)
EP0391161A2 (de) Selbstantreibbare Rammbohrvorrichtung
DE3446902A1 (de) Vorrichtung zum austragen von bohrgut aus der bohrschnecke eines schneckenbohrgeraetes fuer erdbohrungen
DE2422489C2 (de) Erdbohrer und Verfahren zum Einsetzen von Pfählen o.dgl.
DE2439063B2 (de) Vorrichtung zum Herstellen von Bohrlöchern im Boden
DE3011263A1 (de) Maschine zum bohren in gesteinen
DE2824441A1 (de) Erdbohrer
DE1171848B (de) Vorrichtung und Verfahren zum Niederbringen eines Bohrloches
DE102009036325A1 (de) Einbauvorrichtung für eine Erdwärmesonde
DE2413418C3 (de) Verfahren zur Herstellung von Pfahlgrundungen sowie Fertigbetonpfahl zur Verwendung bei diesem Verfahren
DE102008028997B4 (de) Bohrverfahren und Bohrgerät zur Herstellung eines Bohrlochs in Erde und Gestein
DE2733199A1 (de) Bohrvorrichtung zum einbringen von tiefbohrungen in erdreich, gestein u.dgl.
DE102009030865A1 (de) Führungsvorrichtung für eine Bohrvorrichtung
DE851488C (de) Verfahren und Vorrichtung zur Gewinnung und Foerderung von Mineralien
DE102009036324A1 (de) Erdwärmesondeneinbauvorrichtung
DE69516915T2 (de) Werkzeug und Verfahren zum Bohren ohne Erdaustrag und Füllen des Bohrloches mit Beton
DE2139143A1 (de) Vorrichtung zur Erzeugung der Bewegung der Fadenführung bei Kreuzwickelmaschinen
DE102007008373A1 (de) Verfahren und Einrichtung zur Erzeugung von tiefen Bohrungen
DE849230C (de) Verfahren zur Herstellung von Horizontalbohrungen fuer Grundwasserfassungen und Maschine zur Ausuebung des Verfahrens