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Verfahren zur Gewinnung therapeutisch wertvoller, haltbarer Protanemoninpräparate
Gegenstand
der Erfindung ist ein Verfahren zur Gewinnung therapeutisch wertvoller, haltbarer
Protanemoninpräparate aus Pflanzen.
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Seit altersher war es in der Volksmedizin gebräuchlich, frische Pflanzenhäcksel
bestimmter Ranunkelgewächse auf die Haut aufzulegen und so eine Entzündung zu bewirken,
die sich sogar bis zur Blasenbildung steigern kann. In sehr vielen Fällen konnte
man durch diese Reiztherapie rasche Heilungen von Rheuma und Neuritiden erzielen.
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Die Gewinnung des Trägers dieser pharmakologischen Wirksamkeit, des
Protanemonins, eines flüchtigen Wirkstoffes einiger Ranunculaceen-Arten ist daher
schon seit langem von besonderem Interesse.
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Seine rasche Flüchtigkeit, insbesondere aber die Neigung, durch Polymerisation
oder Selbstkondensation alsbald unwirksam zu werden, verhinderte bisher, das aus
der Pflanze gewonnene Protanemonin pharmakologisch zu verwerten bzw. stabile, therapeutisch
brauchbare Lösungen herzustellen oder durch Stabilisation besonders wirksame Protanemoninauszüge
zu erhalten.
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As ahina konnte I923 erstmalig den Reinstoff aus Ranunkelöl durch
Wasserdampfdestillation des a-Angelicalactons erhalten und seine Konstitution
sicherstellen;
es blieb ihm aber versagt, Wege zu finden, die es ermöglichen, die begrenzte Haltbarkeit
des Protanemonin, von dem sich sofort zwei Moleküle zum Anemonin zusammenlagern,
zu überwinden und stabile und beständige Produkte herzustellen. Selbst noch in jüngster
Zeit finden sich in der Literatur Hinweise auf vergebliche Versuche, die so wertvollen
desinfizierenden Eigenschaften des Protanemonins zu erhalten und beständige Lösungen
zu gewinnen. Die Selbstzersetzung war bisher nicht aufzuhalten.
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Erfindungsgemäß wird nun vorgeschlagen, die aus der Pflanze gewonnenen
Protanemoninlösungen anzureichern, zu reinigen und das Protanemonin durch Einhaltung
saurer pH-Werte zu stabilisieren, um so zu therapeutisch wertvollen, haltbaren Produkten
zu gelangen.
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Zur Durchführung des Verfahrens werden frische Pflanzen weitgehend
mechanisch zerkleinert und sofort einer Ather- oder Alkoholbehandlung unterworfen,
um aus den ätherischen bzw. alkoholischen Preßsäften das Chlorophyll und schädigende
fermentartige Bestandteile zu entfernen. Bereits in diesem Verfahrens abschnitt
werden die Fermente durch die organischen Lösungsmittel offenbar unwirksam, so daß
eine gewisse Haltbarkeit der Protanemoninlösung erreicht wird.
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Durch wiederholte Ausätherung fallen immer weniger gefärbte Lösungen
an, die unterhalb 400 eingeengt und im Vakuum vom Alkohol befreit werden. Durch
fraktionierte Destillation läßt sich ein reines Protanemoninöl herstellen, das zwar
eine gewisse Beständigkeit aufweist, die aber zur Gewinnung beständiger therapeutisch
verwertbarer Protanemoninlösungen nicht ausreicht. Bereits nach 24 Stunden scheiden
sich weiße kautschukähnliche Flocken ab. Diese Polymerisation des Protanemonins
kann selbst bei Temperaturen von 400 nicht aufgehalten werden. Beim Auftauen derartiger
Produkte ist stets eine Gasentwicklung zu beobachten, die darauf hinweist, daß die
Selbstkondensation einsetzt.
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In eingehenden Versuchen wurde festgestellt, daß diese Kondensation
besonders rasch in Gegenwart von Alkalispuren verläuft. So genügt, wie die Arbeiten
ergeben haben, bereits die schwache Alkalinität frischer Gläser, um das Protanemonin
alsbald in eine weiße gummiartige Masse zu verwandeln.
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Diese Selbstkondensation kann erfindungsgemäß durch Zusätze von Säuren
in geringen Konzentrationen unterbunden werden. Steigert man den Säurezusatz über
eine bestimmte Konzentration, so setzen die Kondensationen wieder ein.
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Die Stabilisation der Protanemoninlösungen ist nur bei bestimmten
Säuren, wie z. B. aliphatischen einbasischen Carbonsäuren, wie Ameisensäure, Essigsäure,
Propionsäure, vorzugsweise aber mehrbasischen Oxysäuren, wie Apfelsäure, Weinsäure,
Zitronensäure od. dgl., und bei bestimmten Säurekonzentrationen gegeben.
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Im folgenden soll das neue Verfahren an Hand eines Ausführungsbeispiels
erläutert werden.
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Beispiel Frisch geerntete ganze Pflanzen, z. B. des Ranunculus acer,
die nur wenige Stunden vor der Verarbeitung von den Wurzeln abgetrennt sein dürfen,
werden mechanisch weitgehend zerkleinert und der anfallende Pflanzenbrei sofort
mit Äther behandelt.
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Der klare, vom Chlorophyll dunkelgrün gefärbte, ätherische Preßsaft
wird anschließend von den Pflanzenteilen befreit und der Äther unterhalb 40° durch
Destillation entfernt.
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Das dickflüssige Wirkstoffkonzentrat wird mit der gleichen Menge
hochprozentigen Äthanols aufgenommen. Verdünnt man diese Lösung mit etwas Wasser,
so gelingt es, das Chlorophyll, vermischt mit Resten von Äther und Pflanzenwachsen,
als dicke rahmige Schicht abzuheben und die fast helle wäßrige Lösung abzudekantieren.
Diese Lösung wird nun mit Kochsalz gesättigt; auf diese Weise werden die letzten
Reste an Pflanzenwachsen, fermentartigen Bestandteilen des Chlorophylls usw. beseitigt
und eine klare Lösung gewonnen, die bereits eine gewisse Haltbarkeit aufweist. Aus
dieser Lösung wird anschließend durch erschöpfendes Ausäthern das Protanemonin und
der Lösungsmittelalkohol extrahiert. Die nur noch wenig gefärbte ätherische Lösung
wird wiederum unterhalb 400 eingeengt und der Alkohol in schwachem Vakuum abdestilliert.
Während dieser Destillation reichert sich das Protanemonin an, das endlich als reines
Protanemoninöl übergeht. Dieses Produkt, das bei 89 bis go0 siedet, ist noch wenig
beständig, denn bereits nach 24 Stunden scheiden sich weiße kautschukähnliche Flocken
ab.
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1 Teil dieses so gewonnenen Protanemoninöles wird nun in 10 Teilen
Äthanol gelöst und zu dieser Lösung bei Zimmertemperatur unter gutem Rühren 0,OI
Volumteil 980/oige Ameisensäure hinzugegeben. Auf diese Weise fallen alkoholische
Lösungen an, deren therapeutische Wirksamkeit selbst nach 6monatiger Lagerung kaum
nachgelassen hat.
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Die alkoholischen, stabilisierten Protanemoninlösungen können unmittelbare
therapeutische Verwendung finden, sie können aber auch in Salben-und Pudergrundlagen
eingebracht werden.
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In vielen Fällen kann es angezeigt sein, die angefallenen stabilisierten
alkoholischen Protanemoninlösungen zur Trockne einzudampfen, um das erhaltene Trockenprodukt
therapeutisch zu verwenden.
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Erfindungsgemäß ist es möglich geworden, Protanemonin zu stabilisieren
und mit diesem stabilisierten Wirkstoff exakte bakteriologische Untersuchungen durchzuführen.
Die hohe Wirksamkeit des Protanemonins auf den Erreger des Typus, der Diphtherie
und den Tuberkelbazillus, sowie seine vorteilhafte Wirksamkeit bei katarrhalischen
Erkrankungen der Luftwege und nicht zuletzt seine Wirksamkeit bei vielen Arten von
Rheuma und Nervenentzündungen läßt seine Verwendbarkeit bei diesen Erkrankungen
wertvoll erscheinen, zumal es nun möglich geworden ist, haltbare protanemoninhaltige
Arzneimittel herzustellen.