DE932980C - Verfahren zur Gewinnung therapeutisch wertvoller, haltbarer Protanemoninpraeparate - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung therapeutisch wertvoller, haltbarer Protanemoninpraeparate

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DE932980C
DE932980C DEH12531A DEH0012531A DE932980C DE 932980 C DE932980 C DE 932980C DE H12531 A DEH12531 A DE H12531A DE H0012531 A DEH0012531 A DE H0012531A DE 932980 C DE932980 C DE 932980C
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protanemonine
protanemonin
durable
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therapeutically valuable
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DEH12531A
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Klaus Dipl-Chem Dr Gaebelein
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HERMES FABRIK PHARM PRAEPARATE
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HERMES FABRIK PHARM PRAEPARATE
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    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61KPREPARATIONS FOR MEDICAL, DENTAL OR TOILETRY PURPOSES
    • A61K36/00Medicinal preparations of undetermined constitution containing material from algae, lichens, fungi or plants, or derivatives thereof, e.g. traditional herbal medicines
    • A61K36/18Magnoliophyta (angiosperms)
    • A61K36/185Magnoliopsida (dicotyledons)
    • A61K36/71Ranunculaceae (Buttercup family), e.g. larkspur, hepatica, hydrastis, columbine or goldenseal

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Description

  • Verfahren zur Gewinnung therapeutisch wertvoller, haltbarer Protanemoninpräparate Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Gewinnung therapeutisch wertvoller, haltbarer Protanemoninpräparate aus Pflanzen.
  • Seit altersher war es in der Volksmedizin gebräuchlich, frische Pflanzenhäcksel bestimmter Ranunkelgewächse auf die Haut aufzulegen und so eine Entzündung zu bewirken, die sich sogar bis zur Blasenbildung steigern kann. In sehr vielen Fällen konnte man durch diese Reiztherapie rasche Heilungen von Rheuma und Neuritiden erzielen.
  • Die Gewinnung des Trägers dieser pharmakologischen Wirksamkeit, des Protanemonins, eines flüchtigen Wirkstoffes einiger Ranunculaceen-Arten ist daher schon seit langem von besonderem Interesse.
  • Seine rasche Flüchtigkeit, insbesondere aber die Neigung, durch Polymerisation oder Selbstkondensation alsbald unwirksam zu werden, verhinderte bisher, das aus der Pflanze gewonnene Protanemonin pharmakologisch zu verwerten bzw. stabile, therapeutisch brauchbare Lösungen herzustellen oder durch Stabilisation besonders wirksame Protanemoninauszüge zu erhalten.
  • As ahina konnte I923 erstmalig den Reinstoff aus Ranunkelöl durch Wasserdampfdestillation des a-Angelicalactons erhalten und seine Konstitution sicherstellen; es blieb ihm aber versagt, Wege zu finden, die es ermöglichen, die begrenzte Haltbarkeit des Protanemonin, von dem sich sofort zwei Moleküle zum Anemonin zusammenlagern, zu überwinden und stabile und beständige Produkte herzustellen. Selbst noch in jüngster Zeit finden sich in der Literatur Hinweise auf vergebliche Versuche, die so wertvollen desinfizierenden Eigenschaften des Protanemonins zu erhalten und beständige Lösungen zu gewinnen. Die Selbstzersetzung war bisher nicht aufzuhalten.
  • Erfindungsgemäß wird nun vorgeschlagen, die aus der Pflanze gewonnenen Protanemoninlösungen anzureichern, zu reinigen und das Protanemonin durch Einhaltung saurer pH-Werte zu stabilisieren, um so zu therapeutisch wertvollen, haltbaren Produkten zu gelangen.
  • Zur Durchführung des Verfahrens werden frische Pflanzen weitgehend mechanisch zerkleinert und sofort einer Ather- oder Alkoholbehandlung unterworfen, um aus den ätherischen bzw. alkoholischen Preßsäften das Chlorophyll und schädigende fermentartige Bestandteile zu entfernen. Bereits in diesem Verfahrens abschnitt werden die Fermente durch die organischen Lösungsmittel offenbar unwirksam, so daß eine gewisse Haltbarkeit der Protanemoninlösung erreicht wird.
  • Durch wiederholte Ausätherung fallen immer weniger gefärbte Lösungen an, die unterhalb 400 eingeengt und im Vakuum vom Alkohol befreit werden. Durch fraktionierte Destillation läßt sich ein reines Protanemoninöl herstellen, das zwar eine gewisse Beständigkeit aufweist, die aber zur Gewinnung beständiger therapeutisch verwertbarer Protanemoninlösungen nicht ausreicht. Bereits nach 24 Stunden scheiden sich weiße kautschukähnliche Flocken ab. Diese Polymerisation des Protanemonins kann selbst bei Temperaturen von 400 nicht aufgehalten werden. Beim Auftauen derartiger Produkte ist stets eine Gasentwicklung zu beobachten, die darauf hinweist, daß die Selbstkondensation einsetzt.
  • In eingehenden Versuchen wurde festgestellt, daß diese Kondensation besonders rasch in Gegenwart von Alkalispuren verläuft. So genügt, wie die Arbeiten ergeben haben, bereits die schwache Alkalinität frischer Gläser, um das Protanemonin alsbald in eine weiße gummiartige Masse zu verwandeln.
  • Diese Selbstkondensation kann erfindungsgemäß durch Zusätze von Säuren in geringen Konzentrationen unterbunden werden. Steigert man den Säurezusatz über eine bestimmte Konzentration, so setzen die Kondensationen wieder ein.
  • Die Stabilisation der Protanemoninlösungen ist nur bei bestimmten Säuren, wie z. B. aliphatischen einbasischen Carbonsäuren, wie Ameisensäure, Essigsäure, Propionsäure, vorzugsweise aber mehrbasischen Oxysäuren, wie Apfelsäure, Weinsäure, Zitronensäure od. dgl., und bei bestimmten Säurekonzentrationen gegeben.
  • Im folgenden soll das neue Verfahren an Hand eines Ausführungsbeispiels erläutert werden.
  • Beispiel Frisch geerntete ganze Pflanzen, z. B. des Ranunculus acer, die nur wenige Stunden vor der Verarbeitung von den Wurzeln abgetrennt sein dürfen, werden mechanisch weitgehend zerkleinert und der anfallende Pflanzenbrei sofort mit Äther behandelt.
  • Der klare, vom Chlorophyll dunkelgrün gefärbte, ätherische Preßsaft wird anschließend von den Pflanzenteilen befreit und der Äther unterhalb 40° durch Destillation entfernt.
  • Das dickflüssige Wirkstoffkonzentrat wird mit der gleichen Menge hochprozentigen Äthanols aufgenommen. Verdünnt man diese Lösung mit etwas Wasser, so gelingt es, das Chlorophyll, vermischt mit Resten von Äther und Pflanzenwachsen, als dicke rahmige Schicht abzuheben und die fast helle wäßrige Lösung abzudekantieren. Diese Lösung wird nun mit Kochsalz gesättigt; auf diese Weise werden die letzten Reste an Pflanzenwachsen, fermentartigen Bestandteilen des Chlorophylls usw. beseitigt und eine klare Lösung gewonnen, die bereits eine gewisse Haltbarkeit aufweist. Aus dieser Lösung wird anschließend durch erschöpfendes Ausäthern das Protanemonin und der Lösungsmittelalkohol extrahiert. Die nur noch wenig gefärbte ätherische Lösung wird wiederum unterhalb 400 eingeengt und der Alkohol in schwachem Vakuum abdestilliert. Während dieser Destillation reichert sich das Protanemonin an, das endlich als reines Protanemoninöl übergeht. Dieses Produkt, das bei 89 bis go0 siedet, ist noch wenig beständig, denn bereits nach 24 Stunden scheiden sich weiße kautschukähnliche Flocken ab.
  • 1 Teil dieses so gewonnenen Protanemoninöles wird nun in 10 Teilen Äthanol gelöst und zu dieser Lösung bei Zimmertemperatur unter gutem Rühren 0,OI Volumteil 980/oige Ameisensäure hinzugegeben. Auf diese Weise fallen alkoholische Lösungen an, deren therapeutische Wirksamkeit selbst nach 6monatiger Lagerung kaum nachgelassen hat.
  • Die alkoholischen, stabilisierten Protanemoninlösungen können unmittelbare therapeutische Verwendung finden, sie können aber auch in Salben-und Pudergrundlagen eingebracht werden.
  • In vielen Fällen kann es angezeigt sein, die angefallenen stabilisierten alkoholischen Protanemoninlösungen zur Trockne einzudampfen, um das erhaltene Trockenprodukt therapeutisch zu verwenden.
  • Erfindungsgemäß ist es möglich geworden, Protanemonin zu stabilisieren und mit diesem stabilisierten Wirkstoff exakte bakteriologische Untersuchungen durchzuführen. Die hohe Wirksamkeit des Protanemonins auf den Erreger des Typus, der Diphtherie und den Tuberkelbazillus, sowie seine vorteilhafte Wirksamkeit bei katarrhalischen Erkrankungen der Luftwege und nicht zuletzt seine Wirksamkeit bei vielen Arten von Rheuma und Nervenentzündungen läßt seine Verwendbarkeit bei diesen Erkrankungen wertvoll erscheinen, zumal es nun möglich geworden ist, haltbare protanemoninhaltige Arzneimittel herzustellen.

Claims (2)

  1. PATENTANsPRÜcHE: I. Verfahren zur Gewinnung therapeutisch wertvoller, haltbarer Protanemoninpräparate, dadurch gekennzeichnet, daß die pflanzlichen Rohstoffe nach mechanischer Zerkleinerung zur Extraktion des Wirkstoffes mit Äther bzw.
    Alkohol behandelt, worauf die störenden Bestandteile, wie Chlorophyll, Pflanzenwachse und fermentartigen Substanzen durch Entmischung durch Wasserzusatz entfernt werden, anschließend das Protanemoninöl durch erschöpfendes Ausäthern und fraktionierte Destillation gewonnen und der erhaltene Wirkstoff durch Einhaltung saurer pn-Werte, jedoch nicht niedriger als 3,3, stabilisiert werden.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch I, dadurch gekenrizeichnet, daß zur Stabilisierung insbesondere organische Säuren, wie z. B. Oxysäuren, verwandt werden.
DEH12531A 1952-05-15 1952-05-15 Verfahren zur Gewinnung therapeutisch wertvoller, haltbarer Protanemoninpraeparate Expired DE932980C (de)

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