DE93349C - - Google Patents

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DE93349C
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    • AHUMAN NECESSITIES
    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61KPREPARATIONS FOR MEDICAL, DENTAL OR TOILETRY PURPOSES
    • A61K35/00Medicinal preparations containing materials or reaction products thereof with undetermined constitution
    • A61K35/12Materials from mammals; Compositions comprising non-specified tissues or cells; Compositions comprising non-embryonic stem cells; Genetically modified cells
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C12BIOCHEMISTRY; BEER; SPIRITS; WINE; VINEGAR; MICROBIOLOGY; ENZYMOLOGY; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING
    • C12NMICROORGANISMS OR ENZYMES; COMPOSITIONS THEREOF; PROPAGATING, PRESERVING, OR MAINTAINING MICROORGANISMS; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING; CULTURE MEDIA
    • C12N9/00Enzymes; Proenzymes; Compositions thereof; Processes for preparing, activating, inhibiting, separating or purifying enzymes

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Description

«Si
KLASSE 30: Gesundheitspflege.
Die Erfindung bezieht sich auf die Her-. stellung einer Mischung,, welche geeignet ist, die Verdauung der in den Körper aufgenommenen Nahrungsmittel zu befördern unter Rücksichtnahme darauf, dafs die Zellen der Verdauungsorgane die latenten oder Mutter-Fermente (Zymogene genannt) zugeführt erhalten und somit in ihrer Thätigkeit der vollkommenen Vorbereitung der Speise behufs ' Assimilation und Verarbeitung unterstützt werden. ■ Im Allgemeinen erzeugt jedes besondere ■Verdauungsorgan ein Ferment, welches vor-, zugsweise zur Assimilation eines besonderen Nahrungsstoffes geeignet ist, und es bedarf deshalb der Secretabscheidung der verschiedenen Organe, um die verschiedenen Nahrungsmittel, welche bei einer Mahlzeit dem menschlichen Körper zugeführt werden, entsprechend zu verdauen. ' ...
Der Magen, das Pankreas, :Brunner's Drüsen und Lieberkühn's Follikeln scheiden Grundsubstanzen aus, welche Proteinstoffe, in assimilationsfähige Form umsetzen. DasPankreas
-scheidet solche Substanzen aus, welche Fette zur Emulsion bringen und sie: assimilations-! fähig machen. . . :
DasPankreas, die Speicheldrüsen, Brunner's Drüsen und Lieberkühn's Follikeln scheiden Grundsubstanzen aus, welche Stärke in Glucose und Maltose umwandeln. ■■'..",
V1- Die diese Thatsachen bestätigenden Versuche des Erfinders ergeben iauch mit Bestimmtheit, dafs die specifische Ausscheidung eines jeden
. Verdauungsorganes sich am besten für die Verdauung je einer Species' oder Varietät einer
. jeden Nahrungsstoffklasse ,eignet . . .
Die Erfindung beruht im Allgemeinen auf der wichtigen Feststellung des Erfinders, dafs ; das Mutter-Ferment oder die »Zymogen« ge^ nannte Substanz, welche in den Zellen der Verdauungsorgane enthalten ist ' und welche sich noch nicht zum Stadium der Activität entwickelt zeigt, als ein äufserst werthvolles und wirksames Medium in dem Verdauungsorgan zu betrachten ist; deshalb richtet sich das neue Herstellungsverfahren auf die Erhaltung dieses Bestandteiles in dem zu erzielenden Verdauungs-Präparat. . ·
Das Verfahren zur Erzeugung von Ver-; dauungs-Enzym wird wie folgt durchgeführt/. Von den geschlachteten Thieren werden der Magen, das Pankreas, die Speicheldrüsen und Brunner's Drüsen, sowie Lieberkühn's Follikeln so schnell wie möglich herausgenommen; die Zellengewebe oder Stücke der-Drüsen, welche die Verdauungssecretzellen nebst Zymogen enthalten, werden darauf sorgfältig von den gröberen fleischigen oder muskeligen.: Zellgeweben, welche vom Gebrauch auszuschliefsen sind, losgeschnitten. ' Vor der Aussonderung der Enzymdrüsen oder Zellen soll das Drüsenorgan, wenn nothwendig, durch Hinzufügung einer kleinen Menge schwacher ■ Säure oder eines Alkalis neutral gemacht werden. Die das Secret liefernden Drüsen werden mit Wasser zur Entfernung des Schleimes gewaschen, ""danach bei einer Temperatur von 38 bis 440 C. vollständig getrocknet und zu ■ einem feinen Pulver zerkleinert.
Da die Zellen der albuminösen und glutinösen Secrete hart und spröde sind, lassen sie sich leicht pulverisiren, wärend der hautartige Ueber-
zug, die: Membranen, sowie etwaige Muskelfasern in Form von Schuppen oder Fasern durch Siebe abgeschieden und entfernt werden. •Das feine Pulver enthält nun alles das, was die Enzymzellen enthielten bezw. Substanzen jeglichen Stadiums vom Ursprungszustande der Verdauiingssiibstanz (dem Mutter-Ferment oder Zymogen) an bis zum vollentwickelten Verdauungsenzym. Dieses Pulver wird hierauf ■ mit einer verdünnten ätherischen Lösung von Benzoegummi behandelt, ^vodurch das Enzym und Zymogen conservirt wird. Die Masse wird darauf ausgebreitet und trocknen gelassen, so dafs der Geruch nach Aether verschwindet. Jede DrUsenurt wird besonders in Behandlung genommen, so dafs von jeder eine gesonderte Verdauungsgriindsubslanz gewonnen wird, und das präparirte Pulver jeder Drüsenart gesondert aufbewahrt.
Die verschiedenen Pulver werden dann mit Milchzucker und Rohrzucker in gehörigem Verhältnifs gemischt. ■ Dem Rohrzucker mischt man unter inniger Vereinigung und in gehörigem Verhältnifs Citronensäure und dem Milchzucker zweckmäfsig eine entsprechende Menge Chlorwasserstoffsäure zu. Sobald die Zuckermassen, nachdem sie die Säuren in sich aufgenommen haben, getrocknet sind, werden sie fein gesiebt und sind dann zur Vermischung mit den gepulverten Verdauungs-Fermenten fertig. Die^ Benutzung der Chlor-■wasserstoffsäure. ist entbehrlich; es kann allein Citronensäure angewendet werden.
Die gepulverten Verdauungsgrundsubstanzen, wie sie aus der vorbeschriebenen Präparirung hervorgehen, werden, wenn »Peptenzym« hergestellt werden soll, vorzugsweise in dem Verhältnifs der Mengen gemischt, welche von den Organen im Einzelnen erhalten werden, d. h. nach der- Ausbeute in Procenten von jeder Drüsenart, der peptischen, der Pankreas-, der Speichel-, der Brunner'schen Drüsen und der Lieberkühn'schen Follikeln. Auf diese Weise erhält man ein Gemisch, welches die Verdauungssecrete in denselben Verhältnissen darbietet, wie sie durch die Verdauungsorgane und Drüsen gegeben sind. Der Zusatz von Säure, vorzugsweise Citronensäure, .erfolgt, um das gepulverte Gemisch schmackhafter zu machen. .
Ausdrücklich wird hervorgehoben, dafs die Erfindung sich nicht auf die Zusammenstellung der Mischung aus de'n gepulverten Producten bezw. Extracten der genannten Drüsen oder Organe beschränkt. Im Sinne der Erfindung können zwei oder mehr der bezeichneten Producte zusammengestellt werden, um ein die Verdauung beförderndes Gemisch zu bilden. Beispielsweise läfst sich das präparirte Product der peptischen Drüsen und des Pankreas in Vereinigung mit dem pra'parirten Product von irgend einem oder mehreren der anderen Organe verwenden; ' überhaupt können zur Bildung von Gemischen für besondere Zwecke beliebig zwei oder mehrere der Prodpcte com-; binirt werden. ! ; ■ .
•Während des ganzen Verfahrens werden die Drüsen in neutralem Zustande bis zur Trocknung gehalten, wodurch die Fortentwickelung eines grofsen Theiles' ihrer eigentümlichen Wirkungskeime verhindert -wird. Zur Zeit der Tödtung des Thieres befindet sich das Zymogen oder Mutter-Ferment in verschiedenen Stadien der Entwicklung, sein Wachsthum wird alsdann hintangehalten, und falls eine saure oder alkalische Bosdiallenheit veraiilafst würde, ergäbe sich die Entwickclung desjenigen Zymogcns als nutzlos verschwendet, welches noch nicht in das Stadium für die Aufnahme des be-' lebenden Nervenanreizes getreten ist. Dieser' Zymogenantheil wä're infolge dessen von geringem Werth für den Verdauungsvorgang. Eine wesentliche Eigenthümlichkeit des neuen Verfahrens besteht somit darin, dafs das Zellgewebe mit Einschlufs des Zymogens verschiedenen Entwickelungsgrades in demselben Zustande erhalten wird, wie solcher sich im. Körper des Thieres zur Zeit des Schlachtens, darbietet. Wenn später, die Substanz den Verdauungsbedingungen ausgesetzt wird, so nimmt die unterbrochene Entwickelung unter dem Ein- ; flusse der natürlichen erzeugenden und belebenden Kräfte wieder ihren Fortgang bis zum Vollendungsstadium, und zwar vermöge derselben Bedingungen, wie sie dem Entwickelungsherde im Körper des Thieres, wenn es nicht geschlachtet wäre, zukämen. In solcher Art wird das Präparat als ein energisches Verdauungsmittel wirken, dessen Wirkungsvermögen fünfzigmal gröfser ist als in dem Falle, wo das gewöhnliche Verfahren zur Extrahirung des Verdauungs-Enzyms angewendet worden wäre.
Hervorzuheben ist noch, dafs bei dem neuen Verfahren das active und das Mutter-Ferment isolirt werden, ohne das man — ausgenommen zum Zwecke der Neutralisirung — Säuren oder ein Alkali zu benutzen nöthig hätte, während durch Ueberschufs an Säure oder Alkali diese zarte unausgeprägte Form des Ferments beschädigt oder zerstört werden kann. Mittelst des neuen Verfahrens erhält man das Enzym und Zymogen praktisch in derselben Verfassung, wie es in der Natur besteht, nur losgelöst von der inneren Materie. .
In der Mischung verhalten sich die nach der beschriebenen Methode gewonnenen Producte ohne gegenseitige Beeinflussung derart, dafs sie einander sogar mit Bezug auf die Verdauungswirkung unterstützen bezw. ergänzen. Peptenzym verdaut jede Art von Prote'instoffen, Fett, Stärke, Rohrzucker und wirkt ohne einen
besonderen Zusatz von Säure oder eines Alkalis. Die Verdauung für alle diese verschiedenen Speisesubstanzen erfolgt gleichzeitig und in ein und derselben Flüssigkeit, welche entweder sauer oder alkalisch sein kann,- wodurch bewiesen wird, dafs die verschiedenen unter einander gemengten Fermente sich ' gegenseitig nicht stören.
Peptenzympulver oder jedes beliebige Gemisch der beschriebenen Enzympulver läfsf sich in Scheiben oder Tabletten bekannter Art formen oder pressen. Ein Peptenzym-Elixir wird ebenfalls aus den genannten Prodiicten dargestellt.

Claims (1)

  1. Patent-Ansprüche:
    i. Verfahren zur Herstellung von Verdauungs-Ferment- oder Enzym-Präparaten, darin bestehend, dafs von animalischen Verdauungsdrüsen das Zellgewebe oder diejenigen Theile, welche die Secretionszellen und die activen Enzyme enthalten, aus dem Muskelgewebe und dem Fett abgesondert, sodann bei einer Temperatur, welche niedriger als die Temperatur des Gerinnens der Eiweifskörper ist, besonders bei 38 bis 440 C, getrocknet werden und. die getrocknete und gepulverte Masse behufs Abscheidung der Epidermis-Schuppen und der Muskelfasern gesiebt wird. .
    Bei dem unter 1. gekennzeichneten Verfahren zur Herstellung von Verdauungs-Ferment-Präparaten die Behandlung des sie enthaltenden Pulvers mit einer Lösung von Benzoe' zur Conservirung der Enzyme und Zymogene.
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