DE93394C - - Google Patents
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-
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.^
Die Wirkung der Alkalien auf die Cacaobestandtheile bei Benutzung der verschiedenen
bisher gebräuchlichen Verfahren zum Aufschliefsen oder Löslichmachen von Cacao wurde
in der Einleitung zu der Patentbeschreibung Nr. 90664 näher dargelegt und darin hervorgehoben,
dafs nach älteren Methoden vorzugsweise eine Einwirkung auf das Fett der Cacaobohnen
stattfindet, während Erfinder eine Einwirkung auf die nicht fettartigen Bestandteile
der Cacaobohne bezweckt und erzielt, ohne durch Anwendung höherer Temperaturen eine
zu weit gehende Zersetzung derselben herbeizuführen. Insbesondere macht Erfinder durch
sein Verfahren die stickstofffreien, zu den Gerbsäuren in näherer Beziehung stehenden Verbindungen
leichter löslich und neutralisirt — in Uebereinstimmung mit anderen Verfahren —
durch die Alkalien die vorhandenen geringen Mengen der nach dem Rösten in den Cacaobohnen
verbliebenen flüchtigen Säuren, welche bei jeder Erhitzung vegetabilischer Stoffe auf
höhere Temperaturen sich zu bilden pflegen'. Aufserdem werden die nicht flüchtigen Säuren,
welche aus der beim Rösten theilweise sich zersetzenden Glycosidgerbsäure entstehen, durch
das Alkali gebunden. Durch weitere Versuche ist festgestellt, dafs die flüchtigen Säuren auch
durch längeres Erwärmen der fertig gerösteten entschälten Cacaobohnen mit Wasser ohne Zusatz
von Alkalien sich beseitigen lassen, indem die Säuren mit den Wasserdämpfen allmälig sich
verflüchtigen. Der Gang der Fabrikation ist im Uebrigen genau derselbe wie der in genannter
Patentschrift beschriebene. Die Menge des Wassers, welches in kaltem oder warmem Zustande
verwendet werden kann, beträgt je nach der Bohnensorte 20 bis 30 pCt. vom Gewicht
derselben. Man läfst das Wasser am besten erst ohne Erhitzen auf die Bohnen einwirken,
bis dieselben möglichst gleichmäfsig durchfeuchtet sind, wozu ungefähr eine Stunde erforderlich
ist. Man erhitzt alsdann unter Umrühren auf 50 bis γο° C. so lange, bis der
hierbei entstehende säuerliche Geruch nahezu verschwunden ist. Hierauf werden die feuchten
Bohnen, wie beim Hauptverfahren, bei einer Temperatur unter 1000C. (am besten 50 bis 750)
getrocknet, zu Cacaomasse vermählen und entweder als solche zur Chokoladefabrikation verwendet
oder abgeprefst und zu entöltem Cacao weiter verarbeitet.
Es ist gefunden worden, dafs durch dieses längere Erwärmen der fertig gerösteten, entschälten
Cacaobohnen mit Wasser auf weniger als ioo° C. die mechanische und chemische
Löslichkeit des daraus hergestellten entölten Cacaopulvers eine nahezu gleich gute ist, wie
diejenige, welche das Cacaopulver zeigt, das nach dem in der' Patentschrift Nr. 90664 beschriebenen
Verfahren mit Alkalien hergestellt ist.
Die Möglichkeit, statt der Alkalienlösungen Wasser verwenden zu können, ist als ein
wesentlicher Fortschritt insofern zu betrachten,
als ein nicht mit Alkalien behandelter Cacao bei nahezu gleicher mechanischer und chemischer
Löslichkeit seiner Bestandtheile in gesundheitlicher Beziehung den Vorzug vor einem
mit Alkalien versetzten Cacao verdient, und das natürliche Cacaoaroma viel besser darin
enthalten bleibt. Ein besonderer Unterschied· zwischen dem mit Wasser und dem mit Alkalienlösung
präparirten Cacao liegt darin, dafs in letzterem die in den Bohnen enthaltenen nicht flüchtigen Säuren an das Alkali gebunden
sind, während in dem ersteren diese Säuren in freiem Zustande sich befinden, wodurch eine
Differenz in dem Geschmack beider Cacaos hervorgerufen wird. Bei dem mit Alkalien
präparirten Cacao treten neben dem Cacaoaroma die Bitterstoffe etwas mehr hervor, dagegen
zeigt der mit Wasser präparirte Cacao einen milden, schwach säuerlichen, aber stark
aromatischen Geschmack.
Claims (1)
- Pa tent-Anspruch:Eine Ausführungsform des durch das Patent Nr. 90664 geschützten Verfahrens zum Aufschliefsen von Cacao, dadurch gekennzeichnet, dafs fertig geröstete und enthülste Cacaobohnen vor dem Mahlen mit Wasser, ohne Zusatz von Alkalien, durchfeuchtet und darauf bei Temperaturen unter ioo° C. getrocknet werden.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE93394C true DE93394C (de) |
Family
ID=364828
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT93394D Active DE93394C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE93394C (de) |
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