DE936162C - Verfahren zur Gewinnung eines Stoffgemisches mit spezifischer, vorwiegend spasmolytischer Wirkung aus Radix liquiritiae - Google Patents
Verfahren zur Gewinnung eines Stoffgemisches mit spezifischer, vorwiegend spasmolytischer Wirkung aus Radix liquiritiaeInfo
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- A61K36/18—Magnoliophyta (angiosperms)
- A61K36/185—Magnoliopsida (dicotyledons)
- A61K36/48—Fabaceae or Leguminosae (Pea or Legume family); Caesalpiniaceae; Mimosaceae; Papilionaceae
- A61K36/484—Glycyrrhiza (licorice)
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Description
- Verfahren zur Gewinnung eines Stoffgemisches mit spezifischer, vorwiegend spasmolytischer Wirkung aus Radix liquiritiae Es ist bekannt, daß wäßrige Süßholzextrakte, in hohen Dosen gegeben, u a. eine spasmolytische Wirkung besitzen. Dieser Effekt läßt sich z. B. im Tierversuch insofern reproduzieren, als wäßrige Süßholzextrakte in Verdünnungen von 1 :200 bis 1 :300 eine Tonussenkung der glatten Muskulatur bewirken und - wie dies am Kaninchendarm gezeigt werden kann - sowohl die muskulären (durch Bariumchlorid erzeugten) als auch die neuralen (durch Acetylchol in hervorgerufenen) Erregungen dämpfen bzw. unterdrücken. Auffallend ist, daß an dieser Wirkung das Glycyrrhizin nicht bebejijigt ist. Die günstige Wirkung von Süßholzextrakten auf das Ulcus pepticus wird u. a. dieser spasmolytischen Komponente zugeschrieben.
- Nebenerscheinungen bei dieser Ulcustherapie mit Succus liquiritiae treten häufig in Form von empfindlichen Störungen des Wasser- und Salzhaushaltes auf, so daß die Behandlung abgebrochen werden muß. Diese Nebenerscheinungen werden heute vielfach auf Glycyrrhetinsäure, ein in Succus liquiritiae enthaltenes Abbauprodukt der Glycyrrhizinsäure zurückgeführt.
- Es wurde nun gefunden, daß man aus Radix liquiritiae ein Stoffgemisch mit u. a. spasmolytischer Wirkung gewinnen kann, bei dem die genannten Nachteile nicht vorhanden sind. Hierzu muß man von Süßholzextrakten ausgehen, die mit einem nicht wäßrigen, wassermischbaren Lösungsmittel wie Alkohol oder Methanol erhalten worden sind. Erfindungsgemäß werden diese Extrakte in Wasser gelöst und die Wirkstoffe mit einer organischen oder anorganischen Säure oder einem ihrer Salze zur Ausfällung gebracht.
- Die so gewonnenen Produkte besitzen eine gegenüber den bisher untersuchten Süßholzextrakten gesteigerte spasmolytische Wirksamkeit. Der neural oder muskulär erregte Kaninchendarm spricht schon auf Verdünnungen 1 2000 an. Die Produkte sind auf Grund ihrer Zubereitungsart frei von Glycyrrhizinsäure und Glycyrrhetinsäure und damit auch frei von den erwähnten Nebenwirkungen. Sie können in schwach alkalischer Lösung verwendet werden.
- In der Literatur ist zwar schon die Behandlung von Süßholzextrakten mit Säuren oder Neutralsalzen beschrieben. Diese Extrakte sind jedoch nicht mit nicht wäßrigen Lösungsmitteln, sondern mit verdünntem wäßrigem Alkali erhalten worden.
- Nach Patent 662 834 werden die so geivonnenen Süßholzexftakte zur Entfernung von Verunreinigungen mit Magnesiumsalzen behandelt. In Patent 153 711 und in der Süddeutschen Apothekerzeitung, I945, S. 266, ist erwähnt daß miit verdünntem wäßrigem Alkali erhaltene Süßholzextrakte zur Abscheidung von Glycyrrhizinsäure mit verdünnter Salzsäure bzw. Schwefelsäure versetzt werden.
- Nach Am. J. of Phiarm., I929, S. 679 bsils 687, andererseits wird wie bei vorliegendem Verfahren von Süßholzextrakten ausgegangen, die mittels Alkohols gewonnen wurden. Die weitere Aufarbeitung ist jedoch eine ganz andere und führt nur zu einer kristallinen Substanz ohne spasmolytische Wirkung.
- Beispiele I. I60 g getrocknete Süßholzwurzel werden ohne vorangegangene Entfettung heiß mit 960/einem Alkohol extrahiert, und der Extrakt wird im Vakuum zur Trockene eingedampft. Der Rückstand wird mit 250 ml Wasser aufgenommen und anschließend mit go mi 1 o0/oiger HG1 versetzt. Nach 2tägig.em Stehen bei Zimmertemperatur wird filtriert. Das Fällungsprodukt löst sich schwer in Wasser, leichter in sehr verdünnter Alkalilauge.
- 2. I20 g getrocknete Süßholzwurzel werden heiß mit Methanol extrahiert, und die Extraktionslösung wird im Vakuum zur Trockene verdampft. Der Rückstand wird mit 200 ml Wasser aufgenommen und mit 70 g Na Cl versetzt. Nach einigen Stunden wird der ausgefallene Niederschlag durch Zentrifugieren gewonnen.
- 3. 6o0.g getrocknete Süßholzwurzel werden heiß mit 960/2igem Alkohol extrahiert, und die Extraktionslösung wird imVakuum zur Trockene verdampft. Dann wird der Rückstand mit 750 ml Wasser behandelt, das Ungelöste durch Zentrifugieren beseitigt und die Lösung mit so viel 250/oiger Ameisensäure versetzt, bis kein Niederschlag mehr entsteht. Nach einigen Stunden wird der ausgefallene Niederschlag durch Zentrifugieren gewonnen.
Claims (2)
- PATENTANSPRUCHE: I. Verfahren zur Gewinnung eines Stoffgemisches mit spezifischer, vorwiegend spasmolytischer Wirkung aus Radix liquiritiae, dadurch gekennzeichnet, daß man einen mit einem nicht wäßrigen, wassermischbaren Lösungsmittel erhältlichen- Extrakt der Süßholzwurzel in eine wäßrige Lösung überführt und das Wirkstoffgemisch daraus mit einer organischen oder anorganischen Säure oder einem Neutralsalz fällt.
- 2. Verfahren nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, daß man die erhaltene wasserschwerlösliche Fällung in einem schwach alkalischen Mittel zur Lösung bringt.Angezogene Druckschriften: Die Pharmazie, I952, S. 447; deutsche Patentschrift Nr. 662 834; Süddeutsche Apothekerzeitung, I948, S. 266; American Journal of Pharmazie, 1929, S. 679 bis 687.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEW11189A DE936162C (de) | 1953-05-08 | 1953-05-08 | Verfahren zur Gewinnung eines Stoffgemisches mit spezifischer, vorwiegend spasmolytischer Wirkung aus Radix liquiritiae |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEW11189A DE936162C (de) | 1953-05-08 | 1953-05-08 | Verfahren zur Gewinnung eines Stoffgemisches mit spezifischer, vorwiegend spasmolytischer Wirkung aus Radix liquiritiae |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE936162C true DE936162C (de) | 1955-12-07 |
Family
ID=7594526
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEW11189A Expired DE936162C (de) | 1953-05-08 | 1953-05-08 | Verfahren zur Gewinnung eines Stoffgemisches mit spezifischer, vorwiegend spasmolytischer Wirkung aus Radix liquiritiae |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE936162C (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1070343B (de) * | ||||
| DE1050505B (de) * | 1956-01-29 | 1959-02-12 | Gerardus Van Loon | Verfahren zur Deglycyrrhizination von Lakritze (Succus Liquiritiae) |
Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE662834C (de) * | 1935-08-06 | 1938-07-22 | Kanegafuchi Spinning Co Ltd | Verfahren zum Reinigen von Suessholzauszuegen |
-
1953
- 1953-05-08 DE DEW11189A patent/DE936162C/de not_active Expired
Patent Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE662834C (de) * | 1935-08-06 | 1938-07-22 | Kanegafuchi Spinning Co Ltd | Verfahren zum Reinigen von Suessholzauszuegen |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1070343B (de) * | ||||
| DE1050505B (de) * | 1956-01-29 | 1959-02-12 | Gerardus Van Loon | Verfahren zur Deglycyrrhizination von Lakritze (Succus Liquiritiae) |
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