DE938577C - Werkzeugmaschine, insbesondere zur spangebenden Bearbeitung, mit auswechselbaren Werkzeugen und mit Einrichtungen zum Einstellen der den Werkzeugen angepassten Arbeitswerte - Google Patents
Werkzeugmaschine, insbesondere zur spangebenden Bearbeitung, mit auswechselbaren Werkzeugen und mit Einrichtungen zum Einstellen der den Werkzeugen angepassten ArbeitswerteInfo
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Description
Bei der spangebenden Bearbeitung- auf Werkzeugmaschinen
ist es erforderlich, die Arbeitsbedingungen, wie z. B. Schnittgeschwindigkeit, Vorschub, Zustellung u. dgl., dem angewendeten
Werkzeug, dem zu bearbeitenden Werkstoff und dem Arbeitsgang, Schruppen, Schlichten, Vorbohren,
Fertigbohren usw., anzupassen, um die Bearbeitung jeweils so> gut und sd wirtschaftlich
wie möglich auszuführen. Voraussetzung für die Erfüllung dieser Forderungen ist das Vorhandensein
geeigneter, insbesondere gestufter und stufenlos einstellbarer Getriebe an der zu benutzenden
Werkzeugmaschine. Im einfachsten Fall werden diese Getriebe von Arbeitsgang zu Arbeitsgang
^ auf die gewünschten Drehzahlen durch Schalten von Hand mittels Hebel, Handrad, Druckknopf
od. dgl. eingestellt.
Einen großen Fortschritt brachte bereits die sogenannte Vorwählschaltung, deren Vorteil darin
besteht, diaß die Vorbereitung der jeweils folgenden
Schaltung in die vor dieser Schaltung ablaufende Hauptzeit fällt und somit Nebenzeit eingespart
wird. Die nächste Entwicklungsstufe ist durch die sogenannte Programmschaltung gekennzeichnet,
bei welcher für eine ganze Folge von Arbeitsverrichtungen die Arbeitsbedingungen den nacheinander
zum Eingriff kommenden Werkzeugen zugeordnet werden. Voraussetzung ist hierbei nun
aber, daß die Zuordnung bestimmter Drehzahlen zu bestimmten Werkzeugen für die Dauer der aus-
zuführenden Arbeit erhalten bleibt. Die Werkzeuge können also nicht beliebig gewechselt^ werden, es
sei denn, daß gleichzeitig auch das Schaltprogramm entsprechend geändert wird. In Wirklichkeit besteht
bei der bisher üblichen Programmschaltung kein unmittelbarer Zusammenhang zwischen den
• eingestellten Drehzahlen und dem Werkzeug selbst, sondern nur mit der Stellung des Werkzeugträgers,
z.B. des Revolverkopfes. In vielen Fällen ist es
ίο nun aber erwünscht, daß die Drehzahlgrößen, unmittelbar
vom eingespannten Werkzeug abhängig gemacht werden, beispielsweise für die vielfältigen
Arbeiten, auf Bohrmaschinen. Hier sind häufig an ein und derselben Bohrung mehrere Arbeitsgänge
nacheinander auszuführen, während deren Werkzeug- und Werkstückhalter eingemittelt bleiben,
das Werkzeug aber gewechselt werden muß, wie z. B. beim Übergang vom Aufbohren zum Anflächen,
Senken, Reiben, Gewindeschneiden o. ä.
Neuzeitliche Bohrmaschinen arbeiten hierbei mit Vorwählschaltung. Das Vorwählen schließt aber
Irrtümer des Arbeiters nicht aus. Es gibt auch Bohrmaschinen mit Revolverkopf (Sternrevolver),
bei denen ist jedoch die Zahl der Werkzeuge baulieh begrenzt. Auch in bezug auf die Bauart der
Bohrmaschinen selbst sind hierbei Grenzen vorhanden.
• Die Erfindung besteht ihrem Wesen nach darin, daß bei einer Werkzeugmaschine mit auswechselbaren
Werkzeugen und mit Einrichtungen zum Einstellen der den Werkzeugen angepaßten Arbeitswerte
(Schnittgeschwindigkeit, Vorschub, Zustellung u. dgl.) die Schaltung des Getriebes auf
bestimmte, dem Werkzeug und den Arbeitsbedingungen angepaßte Drehzahlen in Abhängigkeit von
dem jeweiligen Werkzeug zwangläufig erfolgt, indem, die vorzuwählenden oder einzustellenden Drehzahlen
dem Werkzeug oder einem mit ihm verbundenen Zwischenglied in einer Art aufgeprägt werden,
daß bei dessen Einsatz in die Werkzeugaufnahme der Maschine das Getriebe über korrespondierende
Schaltmittel entsprechend eingestellt wird. Das Aufprägen der Drehzahlen auf das Werkzeug
bzw. auf das mit ihm verbundene Zwischenglied kann beispielsweise in der Art durchgeführt werden,
daß' dieses mit Markierungen, Nocken, Anschlägen od. dgl. ausgerüstet wird,' die außerhalb
der Maschine auf die gewünschten Drehzahlen eingestellt werden und über geeignete Übertragungsmittel,
wie z.B. Abtasteinrichtungen mechanischer, elektrischer, hydraulischer, optischer oder kombinierter
Art, auf · das Getriebe einwirken. Durch eine derartige Schaltungsart wird ein Irrtum des
Arbeiters in der Schaltung der Drehzahl ausgeschlossen.
Die Einstellung der Werkzeuge kann durch zuverlässige Kräfte in der Arbeitsvorbereitung, z. B. in der Werkzeugausgabe, vorgenommen werden. Sogenannte Gruppenwerkzeuge
werden natürlich nicht jedesmal neu eingestellt, sondern bleiben für die Dauer des Bestehens einer
bestimmten Arbeitsverrichtung eingestellt. Der Arbeiter hat also beim Werkzeugwechsel keinerlei
Überlegung anzustellen und auch keine Schaltmittel zu handhaben, außer zum Stillsetzen und Wiederanlaufenlassen
der Arbeitsspindel. Die zu schalten- 6g den Drehzahlen werden dem Werkzeug veränderbar
-aufgeprägt. Sie werden entsprechend der jeweiligen Einstellung völlig zwangläufig eingehalten, und
zwar auch unabhängig von der Reihenfolge, in der diese Werkzeuge zum Einsatz kommen. Natürlich
müssen die Maschinen, insbesondere deren. Getriebe, entsprechend gestaltet sein. Für notwendige Ab^-
weichungen von den an dem Werkzeug eingestellten Drehzahlen, die aus irgendeinem betrieblichen
Grund auftreten können., muß die Maschine aber auch eine werkzeugunabhängige Schaltung ermöglichen.
Die Anwendung des Verfahrens der werkzeugabhängigen Getriebeschaltung ist also* begrenzt
auf die zugehörigen Maschinen. Bei Maschinen mit gleichartigen Einrichtungen ist ein Austausch der
Werkzeuge untereinander natürlich möglich. Ebenso können die Werkzeuge auch an jeder anderen
Maschine benutzt werden, nur ist die automatische Drehzahlvorwählung bzw. -einstellung
dabei ausgeschlossen.
Die Mittel und "Wege zur Verwirklichung des Erfindungsgedankens können sehr vielgestaltig
sein. Zur näheren Erläuterung mögen die in den Abbildungen dargestellten Ausführungsbeispiele in
der Anwendung der Erfindung bei einer Bohrmaschine dienen. Es zeigt
Abb. ι ein Schema des Getriebes in Verbindung mit einem Werkzeug,
Abb. 2 und 3 die Ausführung eines Schnellwechselfutters in einem Längsschnitt und einem
Querschnitt,
Abb. 4 eine weitere Form einer Abtasteinrichtung.
In den Abb. 1 bis 3 ist mit 1 die Bohreinrichtung, mit 3 das Hauptgetriebe zum Antrieb der
Bohrspindel 2 und mit 4 das Vorschubgetriebe bezeichnet.
Das Werkzeug 5 wird mittels einer Einsatzhülse 6 in das Schnellwechselfutter eingesetzt.
Die Einsatzhülse 6 trägt einen auswechselbaren Markierungsring 8 für die Bohrspindeldrehzahl
und einen weiteren Markierungsring 9 für die Vor-Schubgeschwindigkeit. Die Markierungsringe 8
und 9 werden von Taststiften 10 abgetastet. Die Taststifte 10 betätigen Kontakte 11, welche die
Schaltwiderstände 12 schalten. Diese Schaltwiderstände liegen in Stromkreisen, die über die Schleifringe
13 und 14 bzw. 13 und 15 laufen. Sie sind
so gestuft, daß jede Kombination eine bestimmte Stromstärke ergibt. Jeder dieser Stromstärken ist
eine mit dem Markierungsring 8 oder 9 eingestellte Bohrspindeldrehzahl bzw. Vorschubgeschwindigkeit
zugeordnet. Die Schleifringe 13, 14, 15 werden
in der höchsten Stellung der" Bohrspindel 2 durch einen am Bohrschlitten 1 befestigten Arm 16
abgetastet. Dadurch wird der Stromimpuls, der von dem Endschalter Vj ausgeht, über die Bürsten
des Armes 16 durch die Schleifringe 13, 14, 15 und
damit durch die jeweils eingeschalteten Schaltwiderstände 12 geleitet. Je nach Größe der durch
die eingeschalteten Schaltwiderstände bestimmten Stromstärke sprechen die Schaltrelais 18 bzw. 19
an. Das Schaltrelais 18 schaltet die Magnetkupp-
hingen 2O des Hauptgetriebes entsprechend dem Wert der im Drehzahlwahlkreis eingeschalteten
Schaltwiderstände. Das Schaltrelais 19 schaltet die Magnetkupplungen 21 des Vorschubgetriebes
entsprechend dem Wert der im Vorschübwahlkreis eingeschalteten Schaltwiderstände.
Das Arbeiten an einer mit einer derartigen Schalteinrichtung ausgerüsteten Maschine wickelt
sich folgendermaßen ab: Die Einsatzhülsen6 werden mit den Markierungsringen 8 und 9 versehen,
die der für das Werkzeug gewünschten Drehzahl und Vorschubgeschwindigkeit entsprechen. Beim
Werkzeugwechsel fährt die Bohrspindel 2 wie üblich selbsttätig in die höchste Stellung und betätigt
damit den Endschalter 17. Ist das neue Werkzeug 5 mit seiner Einsatzhülse 6 in das
Schnellwechselfutter 7 eingebracht, so· läuft der Schaltvorgang selbsttätig und momentan ab. Damit
wird die vorbestimmte Drehzahl ebenso wie die vorbestimmte Vorschubgeschwindigkeit bereits
mit dem Einführen des Werkzeuges geschaltet, so daß die Zustellung des Werkzeuges zum Arbeitsgang
beginnen kann.
Ein weiteres Ausführungsbeispiel für- die Abtasteinrichtung,
beispielsweise zur Verwendung bei Bohrspindeln, ist in der Abb. 4 dargestellt.
Im Werkzeugkegel 22 ist der Mitnehmerlappen 23 vorgesehen. In die hier vorgesehenen Bohrungen
wird je eine Stellschraube 24 auf eine bestimmte
Tiefe eingeschraubt und gegen Verdrehen gesichert. Die Lage der Stellschrauben entspricht den Einstellwerten,
die markiert werden sollen. Die Einstellung der Stellschrauben geschieht in einer Vorrichtung,
wobei das Werkzeug in einem Kegel aufgenommen wird, da die Kegelfläche ja auch in der
Werkzeugmaschine als Bezugsfläche dient. Die versenkte Anordnung der Markierungselemente hat
den Vorteil, daß mit dem gleichen Werkzeug auch auf üblichen Maschinen gearbeitet werden kann
und weiterhin die Werkzeuge mit dem üblichen Austreiber gelöst werden können. Zum Schalten
werden die Taststifte 25 und 26 durch Absenken der Muffe 27 mittels Federdruck gegen die Stellschrauben
24 gedrückt. Die Stellung der Stellschrauben bestimmt die Stellung der Muffen 28
und 29, die ihre Lage an die Schlitten 30 übertragen. Die Schlitten haben einen Schleifkontakt
31, der an der Schleifbahn 32 die elektrische Schaltung der Maschine vornimmt.
Die Taststifte sind normalerweise gelüftet, um den Austreiber nicht zu behindern. Sie werden nur
zum Schalten abgesenkt. Der Taststift 25 ist zweimal vorhanden, damit das Werkzeug in den beiden
durch den Mitnehmerlappen bestimmten Lagen eingeführt werden kann.
Der Lagerbock 33, der die Betätigung der Hülse und die Kontaktbahnen 32 trägt, ist an der
Hülse der Bohrspindel befestigt und führt die Vorschubbewegung mit aus, ohne sich zu drehen.
In der Bohrspindel 34 ist eine Führung 35 für die Taststifte 25 und 26 eingesetzt. Mit Hilfe der
Druckfedern 36, die zwischen der Stirnfläche der Hülse 27 und einem Anschlag 37 der Taststifte 25,
liegen, werden diese an die Stellschrauben 24 angedrückt. 6g
An Stelle der von. den Taststiften betätigten elektrischen Schalteinrichtung können auch hydraulische
Steuermittel verwendet werden, mit welchen die ■ Taststifte in geeigneter Weise verbunden
werden.
Claims (4)
1. Werkzeugmaschine, insbesondere zur spangebenden Bearbeitung, mit auswechselbaren
Werkzeugen und mit Einrichtungen zum Einstellen der den Werkzeugen angepaßten Arbeitswerte
(Schnittgeschwindigkeit, Vorschub, Zustellung u. dgl.), dadurch gekennzeichnet, daß
die Werkzeuge bzw. die mit ihnen verbundenen Zwischenstücke mit Mitteln, z. B. Anschlägen,
versehen sind, die beim Einsetzen der Werkzeuge in die Maschine über in den Werkzeugaufnahmen
der Maschine angeordnete Schaltorgane die ihnen zugehörigen Arbeitswerte einstellen.
2. Werkzeugmaschine nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß das Werkzeug bzw. das Zwischenglied mit festen oder einstellbaren
Schaltnocken od. dgl. ausgerüstet ist, welche auf die dem Werkzeug zugeordneten Drehzahlen
abgestimmt sind und über Abtasteinrichtungen und Schaltmittel die Einstellung des
Getriebes auf diese Drehzahlen bewirken.
3. Werkzeugmaschine nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Werkzeugkegel
Stellschrauben mit entsprechenden Höhen in Bohrungen versenkt sind, auf denen Taststangen
unter Federdruck aufruhen, welche mit Schaltmitteln zur Einstellung der Drehzahlgrößen
verbunden sind.
4. Werkzeugmaschine nach Anspruch 1 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Taststangen
auf hydraulische Steuermittel zur Schaltung des Getriebes einwirken.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
© 509 637 1.56
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DER11653A DE938577C (de) | 1953-05-12 | 1953-05-13 | Werkzeugmaschine, insbesondere zur spangebenden Bearbeitung, mit auswechselbaren Werkzeugen und mit Einrichtungen zum Einstellen der den Werkzeugen angepassten Arbeitswerte |
Applications Claiming Priority (3)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE324769X | 1953-05-12 | ||
| DER11653A DE938577C (de) | 1953-05-12 | 1953-05-13 | Werkzeugmaschine, insbesondere zur spangebenden Bearbeitung, mit auswechselbaren Werkzeugen und mit Einrichtungen zum Einstellen der den Werkzeugen angepassten Arbeitswerte |
| DE130454X | 1954-04-13 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE938577C true DE938577C (de) | 1956-02-02 |
Family
ID=27180623
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DER11653A Expired DE938577C (de) | 1953-05-12 | 1953-05-13 | Werkzeugmaschine, insbesondere zur spangebenden Bearbeitung, mit auswechselbaren Werkzeugen und mit Einrichtungen zum Einstellen der den Werkzeugen angepassten Arbeitswerte |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE938577C (de) |
Cited By (7)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1194678B (de) * | 1961-07-21 | 1965-06-10 | Karl Hueller G M B H | Magazinspindelbohrmaschine |
| DE1196472B (de) * | 1956-04-14 | 1965-07-08 | Chausson Usines Sa | Selbsttaetige Maschine zum Bohren von Lochreihen in Werkstuecke |
| DE1260924B (de) * | 1958-06-27 | 1968-02-08 | Kearney & Trecker Corp | Werkzeug mit kennzeichnenden Markierungen |
| DE1301217B (de) * | 1962-10-01 | 1969-08-14 | Kearney & Trecker Corp | Werkzeug mit kodifizierten Markierungen |
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| DE2844348C2 (de) * | 1978-10-11 | 1985-10-03 | Kaltenbach & Voigt Gmbh & Co, 7950 Biberach | Zahnärztlicher Behandlungsplatz |
-
1953
- 1953-05-13 DE DER11653A patent/DE938577C/de not_active Expired
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