DE9420573U1 - Schlauchaufrollvorrichtung - Google Patents
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Description
Schlauchaufrollvorrichtung
Die Erfindung betrifft eine Schlauchaufrollvorrichtung für
einen Kran-/Bohrgerätewagen.
Im Hoch- und Tiefbau werden Kran-/Bohrgerätewagen eingesetzt,
die über einen meist beweglichen Mast verfügen. Dieser steht mit einem Oberwagen mit Führerhaus in Verbindung,
welcher wiederum auf einem Unterwagen angeordnet ist. Der Mast selbst kann z.B. über eine hydraulische Einrichtung
und/oder eine Zugseileinrichtung schwenkbar sein und weist an seinem oberen Ende eine Umlenkeinrichtung auf, über die
z.B. ein Zugseil und ein Hydraulikschlauch gelenkt werden. Das Zugseil trägt dann ein Bearbeitungswerkzeug, z.B. einen
Schlitzwandgreifer, v/elcher über den Hydraulikschlauch betätigt wird.
Beim Einsatz eines Schlitzwandgreifers oder eines ähnlichen Bodenbearbeitungsgeräts muß dieses oft sehr tief in einen
durch den Schlitzwandgreifer ausgehobenen Schlitzgraben oder dergl. herabgelassen werden. Dies geschieht über das
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Zugseil, welches wiederum mit einer Seilwinde auf dem Oberwagen oder ähnlichen Einrichtungen verbunden ist.
Nachteil einer derartigen Anordnung ist, daß der Hydraulikschlauch
z.B. von Hand zugeführt werden muß und ebenso während des Herausziehens des Schlitzwandgreifers wiederum
von Hand herausgezogen werden muß.
Aus der DE 4021925 Al ist eine Kabelaufwickelvorrichtung
bekannt, die für elektrische Kabel geeignet ist. Sie weist eine Kabeltrommel auf, die beständig von einer Spiralfeder
belastet wird und somit ein Aufwickeln des elektrischen Kabels bewirkt. Eine derartige Anordnung ist jedoch für Hydraulikschläuche
ungeeignet, da diese sehr viel schwerer und größer als elektrische Kabel sind und die bekannte Anordnung
für derartige Kräfte nicht ausgelegt ist.
Aus der DE 2815024 ist eine Spann- und Arbeitsstreckenausgleichsanordnung
für Hydraulikschläuche von Gabelstaplern bekannt. Diese ist jedoch für eine automatische Zu- und
Abführung eines Hydraulikschlauchs bei einem Kran-/Bohrgerätewagen ungeeignet.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine automatische
Einrichtung zum Zu- und Abführen eines Hydraulikschlauches für ein von einem derartigen Kran-/ Bohrgerätewagen
geführtes Bearbeitungswerkzeug anzugeben.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß eine Schlauchaufrollvorrichtung
für einen Kran-/Bohrgerätewagen über Befestigungsmittel an einem Mast des Kran-/Bohrgerätewagens befestigt
ist und einen auf einer um eine Achse drehbar gelagerten aufwickelbaren Schlauch, sowie eine Wickelrolle aufweist,
die mit der Schlauchtrommel drehbar gekoppelt ist und ein Zugseil trägt, welches beim Abwickeln des Schlauches
aufgewickelt wird und dabei eine Federeinrichtung vorspannt.
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- 3 Weiterbildungen sind Kennzeichen der Unteransprüche.
Der Grundgedanke der Erfindung ist also darin zu sehen, daß ein Hydraulik- oder auch Pneumatikschlauch beim Abwickeln
von seiner Schlauchtrommel gleichzeitig ein Seil auf einer zweiten z.B. parallel zur Schlauchtrommel angeordneten Wikkelrolle
aufwickelt und dieses Seil dadurch eine Federeinrichtung vorspannt. Die somit vorgespannte Federeinrichtung
zieht dann beim Herausziehen des Bearbeitungswerkzeugs wiederum gleichzeitig automatisch den zuvor herausgezogenen
Hydraulikschlauch auf, indem sie sich entspannt.
Vorteil der Erfindung ist, daß die Federeinrichtung z.B. aus einer einfachen Schraubenfederanordnung bestehen kann.
Diese wiederum kann aus mehreren gestapelten Federn bestehen, die mit unterschiedlichen Federsteifigkeiten versehen
sind, um z.B. einen nichtlinearen Verlauf der Zugkraftkennlinie zu erreichen.
Die Federeinrichtung kann zudem anstelle der Schraubenfeder auch vorteilhafterweise mit hydraulischen oder pneumatischen
Federn versehen sein.
Um eine Zugbelastung auf den Schlauch bei ausgefahrenem Bearbeitungsgerät,
z.B. einem Schlitzwandgreifer, zu vermeiden, kann zusätzlich vorteilhafterweise eine Rastsperre mit
einer der Wickelrollen und/oder der Schlauchtrommel gekoppelt sein, welche deaktiviert werden muß, um ein automatisches
Aufwickeln des Hydraulikschlauches zu bewirken.
In einer weiteren Ausgestaltung kann die Erfindung vorteilhafterweise
mit einer Bremse versehen sein, die bei Überschreiten einer vorbestimmten Drehgeschwindigkeit der Wikkelrolle
und/oder Schlauchtrommel auf diese einwirkt und z.B. bei einem Bruch des Hydraulikschlauches ein zu
schnelles Aufwickeln des Schlauches und damit eine Gefahrensituation verhindert.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand von zwei Figuren näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1: eine teilweise Schnittansicht einer erfindungsgemäßen Schlauchaufrollvorrichtung, und
Fig. 2: einen Kran-/Bohrgerätewagen mit der erfindungsgemäßen Schlauchaufrollvorrichtung.
Gemäß Figur 1 ist die Schlauchaufrollvorrichtung z.B. auf
einer Auslegertraverse 1 über Befestigungseinrichtungen 2 und 7 befestigt. Die Schlauchaufrollvorrichtung ist in zwei
Teile geteilt, einen starren und einen um eine Achse A drehbar gelagerten Teil. Die Befestigungseinrichtung 2
weist zu diesem Zweck ein Lager auf, in dem eine sich seitlich von der Schlauchtrommel 11 für den Hydraulikschlauch
12 in Achsrichtung erstreckende Welle 13 drehbar gelagert wird. In der dargestellten Ausführungsform befindet sich
die den Hydraulikschlauch 12 tragende Schlauchtrommel 11 linksseitig von der Befestigungseinrichtung 2 und rechtsseitig
ist eine Wickelrolle 5 mit der Welle 13 gekoppelt. Diese dient zur Aufnahme eines Zugseils 6, z.B. eines
Stahlseils. Rechtsseitig von der Wickelrolle 5 schließt sich z.B. ein Hydraulikanschlußventil 3 an, welches mit einer
in der Welle 13 geführten Hydraulikverbindungsleitung über eine Dichtung (nicht dargestellt) in Verbindung steht.
Die Hydraulikverbindungsleitung 4 dient zum Anschluß des auf der Schlauchtrommel 11 aufgerollten Schlauches 12 in
Verbindung mit dem Anschlußventil 3 an ein auf dem Oberwagen des Kran-/Bohrgerätewagens befindliches Hydrauliksystem.
An der zweiten Halterung 7 ist ein senkrecht zur Achse A angeordneter Zylinder 8 starr befestigt. Dieser Zylinder 8
weist in seinem Inneren ein Federsystem 10 auf, welches gegen den Boden des Zylinder 8 vorgespannt werden kann. Zu
diesem Zweck befindet sich am oberen Ende des Federsystems 10 eine Befestigungsvorrichtung 9 zur Befestigung des
Stahlseils 6.
In Figur 2 ist ein gemäß Figur 1 aufgebautes System auf einem Kran-/Bohrgerätwagen 16 installiert dargestellt. Der
Kran-/Bohrgerätwagen 16 weist einen Unter- und Oberwagen mit einem Führerhaus auf. Auf dem Oberwagen ist ein beweglicher
Ausleger 17 sowie ein zugehöriges bekanntes Auslegerabstützungsystem 18 angeordnet. Am oberen Ende des Auslegers
17 befindet sich eine obere Umlenkung für das das Bearbeitungsgerät tragende Tragseil 19 und den Hydraulikschlauch
12. Am Ende des Tragseils 19 ist z.B. ein Schlitzwandgreifer 15 befestigt, der mit dem Hydraulikschlauch 12 in Verbindung
steht und durch das ihn speisende Hydrauliksystem betätigt wird.
Beim Ablassen des geschlossenen Schlitzwandgreifers 15 in den Schlitzgraben bzw. Boden wird das Tragseil 19 von einer
im Oberwagen des Kran-/Bohrgerätwagens 16 befindlichen Wikkelrolle
und Antriebsmotor (beide nicht dargestellt) abgerollt. Dadurch bewegt sich der Schlitzwandgreifer 15 in
Richtung Boden oder Schlitzgraben. Durch den auch auf den Hydraulikschlauch 12 ausgeübten Zug wird dieser von der
Schlauchtrommel 11 abgewickelt. Dadurch wird das Stahlseil 6 auf der mit der Schlauchtrommel 11 gekoppelten Wickelrolle
aufgewickelt und dadurch ein Zug auf die Feder 10 im Inneren des Zylinders ausgeübt und diese wird gespannt.
Zum Aufziehen des Schlitzwandgreifers 15 wird das Tragseil 19 wieder durch den Antriebsmotor auf die zugehörige (nicht
dargestellte) Wickelrolle aufgerollt und dadurch der Schlitzwandgreifer 15 aus dem Schlitzgraben herausbewegt.
Die Feder 10 übt nun durch die zuvor gespeicherte Federkraft eine Zugkraft auf das Stahlseil 6 aus und wickelt
dieses zuvor das auf die Schlauchtrommel 5 aufgewickelte Stahlseil 6 von dieser ab. Dadurch wird ebenfalls die mit
dieser Wikkelrolle 5 gekoppelte Schlauchtrommel 11 in deren Aufwikkelrichtung gedreht und der zuvor abgelassene Hydraulikschlauch
12 automatisch aufgewickelt.
Die gesamte Vorrichtung kann zudem mit einer Rastsperre (nicht dargestellt) versehen sein, die nur ein Abwickeln
des Hydraulikschlauchs erlaubt und erst bei einer mechanischen Entrastung das automatische Aufwickeln des Hydraulikschlauchs
freigibt. Dadurch kann eine Zugentlastung des Hydraulikschlauchs während der eigentlichen Grabarbeiten
gewährleistet werden. Die Entriegelung kann dabei jedesmal automatisch, z.B. pneumatisch oder elektrisch erfolgen, wenn
der Schlitzwandgreifer aus dem Schlitzgraben gezogen wird. Im einfachsten Fall kann diese Rastsperre aus einem mit der
Wickelrolle 5 bzw. der Schlauchtrommel 11 gekoppelten Zahnrad und einer in diese eingreifenden Raste bestehen.
Des weiteren kann aus Sicherheitsgründen noch eine Bremseinrichtung
(ebenfalls nicht dargestellt) vorgesehen werden, die z.B. über eine Fliehkraftsteuerung aktiviert werden
kann. Diese verhindert, daß im Falle eines Abreißens des Hydraulikschlauches ein unkontrolliertes Aufrollen des
restlichen Schlauches erfolgt und dabei eine Gefahrensituation
entsteht. Selbstverständlich kann als Bremse die oben erwähnte Rasteinrichtung mitverwendet werden.
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Anstelle eines Hydraulikschlauchs kann selbstverständlich auch ein Pneumatikschlauch verwendet werden.
Die Länge der Zylinder 8 kann z.B. je nach Anwendung und Länge des Auslegers 17 bis zu 6 m betragen. Als Hydraulikschlauch
eignet sich ein Schlauch mit einem Volumen von ungefähr 2 l/m und mehr, wobei das Schlauchgewicht leer ca.
3,5 kg/m beträgt. Bei einem Schlauchdurchmesser von beispielsweise 50 cm beträgt bei 8 Wicklungen die gespeicherte
Schlauchlänge ungefähr 3 6m.
Die Feder 10 kann aus mehreren einzelnen Federn bestehen, die aufeinander gestapelt sind und jeweils gleiche oder
auch unterschiedliche Federsteifigkeiten besitzen.
Wenn am Ausleger 17 sowohl linksseitig als auch rechtsseitig jeweils eine Schlauchtrommel 11 angeordnet sind, z.B.
für einen Zuführschlauch und einen Abführschlauch, ist es
besonders vorteilhaft, daß beide Schlauchtrommeln 11 mit einer gemeinsamen Schlauchaufrollvorrichtung verbunden
sind. Es ist also auch hier eine einzige Wickelrolle mit zugehörigem Federspeicher ausreichend.
Claims (13)
1. Schlauchaufrollvorrichtung für einen Kran-/Bohrgerätewagen
(13), die über Befestigungsmittel (1, 2, 7) an einem Ausleger (17) des Kran-/Bohrgerätewagens (13) befestigt ist
und einen auf einer um eine Achse (A) drehbar gelagerten Schlauchtrommel (11) aufwickelbaren Schlauch (12), sowie
eine Wickelrolle (5) aufweist, die mit der Schlauchtrommel (11) drehbar gekoppelt ist und ein Zugseil (6) trägt, welches
beim Abwickeln des Schlauches (12) aufgewikkelt wird und dabei eine Federeinrichtung (8, 10) vorspannt.
2. Schlauchaufrollvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß durch die Achse (A) wenigstens der Wickelrolle (5) und/ oder Schlauchtrommel (11) eine hydraulische Zuleitung (3,
4) für den hydraulischen Schlauch geführt ist.
3. Schlauchaufrollvorrichtung nach einem der vorhergehenden
Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Federeinrichtung einen senkrecht zur Achse (A) der
Wickelrolle (5) und/oder der Schlauchtrommel (11) angeordneten Zylinder (8) aufweist, welcher im Inneren ein in
Längsrichtung spannbares Federmittel (10) aufweist, dessen eines Ende (9) mit dem Zugseil (6) verankert ist und dessen
anderes Ende gegen die Verankerungsmitteln (7) gelagert ist.
4. Schlauchaufrollvorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
daß der Federspeicher wenigstens eine Schraubenfeder enthält.
5. Schlauchaufrollvorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
daß der Federspeicher miteinander gekoppelte Schraubenfedern mit unterschiedlichen Federsteifigkeiten enthält.
6. Schlauchaufrollvorrichtung nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet, daß der Federspeicher parallel gekoppelte Schraubenfedern
enthält.
7. Schlauchaufrollvorrichtung nach einem der vorhergehenden
Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Schraubfedern pneumatische oder hydraulische
Schraubenfedern sind.
8. Schlauchaufrollvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß der Federspeicher am Mast des Kran-/Bohrgerätewagens
befestigt ist.
9. Schlauchaufrollvorrichtung nach einem der vorhergehenden
Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Wickelrolle (5) und/oder die Schlauchtrommel (11)
mit einer Bremseinrichtung versehen sind, die die Drehbewegung bei Überschreiten einer vorbestimmten Drehgeschwindigkeit
der Wickelrolle (5) bzw,, der Schlauchtrommel (11) abbremst.
10. Schlauchaufrollvorrichtung nach einem der
vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Wickelrolle (5) und/oder die Schlauchtrommel (11)
mit einer Rastsperre zur Zugentlastung bei abgewickeltem Schlauch (12) versehen sind..
11. Schlauchaufrollvorrichtung nach einem der
vorhergehenden Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
daß der Schlauch ein Hydraulikschlauch ist.
12. Schlauchaufrollvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß der Schlauch ein Pneumatikschlauch ist.
13. Schlauchaufrollvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Schlauchtrommeln (11) vorhanden sind, und daß
diese Schlauchtrommeln (11) mit einer einzigen Wickelrolle (5) und zugehörigem Federspeicher in Wirkverbindung stehen.
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