DE95765C - - Google Patents

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DE95765C
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    • C—CHEMISTRY; METALLURGY
    • C08—ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08B—POLYSACCHARIDES; DERIVATIVES THEREOF
    • C08B30/00—Preparation of starch, degraded or non-chemically modified starch, amylose, or amylopectin
    • C08B30/04—Extraction or purification
    • C08B30/048—Extraction or purification from potatoes

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
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  • Materials Engineering (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Den Gegenstand der Erfindung bildet die Entfernung des der Kartoffelstärke eigenthümlichen Geruchs nach ätherischem OeI durch Chlor oder Chlorwasser in der Wärme.
Die nach den gegenwärtig in der Technik üblichen Verfahren hergestellte Kartoffelstärke, rohe oder auch schon gebleichte Handelsstärke, besitzt einen eigenthümlighen Geruch nach ätherischem OeI, welcher in durchdringender und belästigender Form beim Aufschliefsen der Stärke zu Traubenzucker in Erscheinung tritt und auch die Ursache des widerlichen Geschmacks und Geruchs der Dextrine bildet, welche aus solcher Handelsstärke hergestellt werden.
Das neue Verfahren beruht auf der Beobachtung, dafs die vollständige Beseitigung dieses schlechten Geruchs und Geschmacks der Kartoffelstärke durch Chlor unter Anwendung von Wärme erreicht wird.
Das neue Verfahren wird in der Weise ausgeführt, dafs man Kartoffelstärke in Milchform in geeigneten, mit Rührwerk versehenen Gefäfsen in der Wärme, bei 450C, mit Chlor oder Chlorwasser behandelt, wodurch eine sehr rasche und anhaltende Veränderung der Stärke schon nach kurzer Einwirkung dahin erfolgt, dafs herausgenommene Proben beim Kochen mit Schwefelsäure oder einer anderen Säure keinen ätherisch - widerlichen , dextrinartigen Geruch mehr zeigen.
Wird eine Ueberführung der Stärke in Zucker nicht beabsichtigt, so läfst man die Stärke im Rührbottich absetzen, wäscht sie mit Wasser aus, trocknet sie in der üblichen Weise und erhält dann eine Handelswaare, welche bei Weiterverarbeitung auf Derivate geruchlose Producte liefert. In dem Falle, wo die Stärke als geruchloses Ausgangsmaterial bei der Herstellung von Stärkezucker dienen soll, wird die derartig bis zur Geruchlosigkeit vorbehandelte Stärkemilch in der üblichen Form mit Säuren versetzt und auf Dünnsaft verkocht.
Bei der vorliegenden Erfindung handelt es sich nicht um eine beschleunigte Wirkung des Chlors im Sinne einer Bleichwirkung, sondern es sollen für das Chlor durch die Anwendung von höheren Temperaturen Bedingungen geschaffen werden, bei welchen es im Stande ist, abbauend oder substituirend auf das in der Kartoffelstärke enthaltene ätherische OeI einzuwirken, also Wirkungen äufsert, die ihm bei Anwendung der im Kartoffelstärkebetrieb ökonomisch zulässigen Mengen in der Kälte nicht zukommen. Die Bleichwirkung, welche man auch durch andere Mittel erreichen könnte, ist zunächst ganz nebensächlich. Die chemische Einwirkung des Chlors auf Kartoffelstärke bei erhöhten Temperaturen glauben die Patentinhaber in der Weise erklären zu müssen, dafs das Chlor in der erwärmten Stärkemilch die Stärkecellulose zum Theil aufschliefst, in das Stärkekorn eindringt und die ungesättigten Kohlenwasserstoffgruppen des darin enthaltenen ätherischen Oeles (nach Pay en 0,0! bis 0,0001 Ge-
wichtsprocente) entweder zu leicht flüchtigen Verbindungen ohne Geruch chlorirt oder zu Verbindungen umwandelt, welche in der Wärme in dem Wasser der angewendeten Stärkemilch löslich sind und durch Auswaschen beseitigt werden.

Claims (1)

  1. Pa tent-Anspruch:
    Verfahren der Behandlung von Kartoffelstärke zwecks Beseitigung ihres Geruchs und Geschmacks, darin bestehend, dafs man Chlor oder Chlorwasser in der Wärme, bei etwa 45° C, zur Einwirkung gelangen läfst.
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