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Wiegevorrichtung zum Messen des Gewichts eines durch eine Leitung
in einem bestimmten Zeitintervall hindurchfließenden Gutes
Die Erfindung bezieht
sich auf eine Wiegevorrichtung zum Messen des Gewichts eines durch eine Leitung
in einem bestimmten Zeitintervall hindurchttießenden Gutes.
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Die Vorrichtung nach der Erfindung soll dazu dienen, eine Anzeige
des momentanen Gewichts für eine bestimmte Zeit des fließenden Gutes zu erzielell.
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Erreicht ist dies erfindungsgemäß dadurch, daß bei an sich bekannter
Anordnung eines Wiege gefäßes in einer Nebenleitung zu einer Hauptleitung eine das
dauernd strömende Gut in die Hauptleitung oder Nebenleitung lenkende Einrichtung
(SchwenkkLappe) vorgesehen. ist und so gesteuert wird, daß sie nach ihrer das Gut
zur Waage leitenden Umstellung durch ein Zeitwerk nach einer bestimmten Zeit die
das Wiegegefäß enthaltende Nebenleitung wieder sperrt und die Hauptleitung freigibt,
und das Lastgefäß mit einer Vorrichtung zur Anzeige des in dem Zeitintervall in
es geleiteten und mittels Federn ausgeglichenen Lastgewichts versehen ist.
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Es sind Wiegevorrichtungen bekannt, bei denen jedoch der gesamte
Materialstrom über selbsttätige, auf ein bestimmtes Gewicht eingestellte Waagen
geleitet wird und lediglich über einen
längeren Zeitraum aus der
Anzahl der Waagschalenentleerungen das Gesamtgewicht des durch geflossenen Materials
ermittelt werden kann. Im Gegensatz dazu wird beim Erfindungsgegenstand das Gut
nur periodisch während einer ganz be stimmten Zeit über die Waage geleitet, dort
gewogen und das Gewicht auch angezeigt, so daß, wie schon erwähnt, aus dem angezeigten
Wert die Momentandutrchflußmenge für eine bestimmte Zeit jederzeit periodisch abgelesen
werden kann.
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Es gibt auch Waagen anderer bekannter Art, bei denen zwar auch das
Material periodisch über eine Waage geleitet wird. Indessen ist die Zuleitung nicht
von einer bestimmten Zeit abhängig, sondern sie dauert so lange, bis ein bestimmtes
Gewicht erreicht ist.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt.
Es zeigt Fig. I eine Ansicht einer Wiegeeinrichtung gemäß der Erfindung, Fig. 2
eine Ansicht auf die Teile, die durch die Steuerhandhabe betätigt werden, und den
Wiege- und Materialableitmechanismus, Fig. 3 eine Ansicht der Wiege- und Entleerungseinrichtung
im rechten Winkel zu Fig. 2, Fig. 4 Teile der V;entilspindel, die von den in Fig.
2 dargestellten Teilen betätigt werden, weiterhin die Zeitsteuereinrichtungen zur
Einstellung der Zeitperiode, während welcher die Schwenkplatte den Materialfluß
in den Seitenweg ablenkt, und den Wiegemechanismus, wobei die Teile in der Stellung
wiedergegeben sind, in der das Material durch die Nebenleitung zur Waage geleitet
wird, Fig. 5 eine Ansicht wie Fig. 4, jedoch sind die Teile in den Stellungen wiedergegeben,
die sie einnehmen, wenn die Schwenkklappe sich in der Stellung befindet, in der
das Material durch die Hauptleitung fließt, Fig. 6 eine Ansicht auf die Betätigungseinricbr
tung, die die Schwenkklappe steuert, im rechten Winkel zu Fig. 2.
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In Fig. I weist die Leitung a, durch die Material abwärts fließt,
eine Nebenleitung b auf, in der eine Wiegevorrichtung vorgesehen ist. Eine Schwenkklappe
c ist vorgesehen, die üblicherweise in einer Lage liegt, in der das Material daran
gehindert wird, in die Nebenleitung b zu gelangen, die jedoch in die strichpunktiert
wiedergegebene Lage gemäß Fig. I bewegt werden kann, in der die Gesamtmenge des
Materials, die durch die Leitung abwärts geht, veranlaßt wird, über die Nebenleitung
b in den Wiegebehälter zu fließen.
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Die Klappe c leitet das Material in die Nebenleitung in einem vorbestimmten
Zeitintervall und gelangt dann selbsttätig in die Normalstellung zurück, in der
die Nebenleitung b abgeschlossen ist.
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Da die Anordnung den gesamten Materialfluß ablenkt, der während einer
kurzen Zeitperiode in der Leitung abwärts fließt, so kann das Gewicht für eine bestimmte
Zeit genau berechnet werden. Nach dem Wiegen kann das seitlich abgeleitete Material
in die Hauptleitung an einer tieferen Stelle, wie in Fig. 1 wiedergegeben, eingeführt
oder auch anders, falls erforderlich, weitergeleitet werden.
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Die Nebenleitung b enthält im dargestellten Beispiel einen Waagebehälter
d (Fig. 2 und 3), der von Federn e an entgegengesetzten Seiten getragen und zwecks
Bewegung in senkrechter Richtung durch Anschläge am Waagekörper geführt wird, die
mit Stangen g des Gehäuses der Nebenleitung b in Eingriff stehen. Der Boden des
Wiegebehälters ist drehbar bei i an der Rückwand des Behalters gelagert und kann
gegen den Druck der Federn k durch Drehen einer Handhabe j geöffnet werden, um den
Inhalt des Behälters zu entleeren.
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Die Federn k schließen den Boden, wenn die Entleerung durchgeführt
und die Handhabe j freigegeben ist.
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Ein Stift m am Behälter d greift in den geschlitzten Teil eines mit
Teilkreisverzahnung versehenen Hebels n. Dieser dreht ein Ritzel o, das einen Zeiger
p trägt. Letzterer bewegt sich über eine Skalenscheibe q außerhalb des fiGehäuses
der Nebenleitung, so daß das Maß des Senkens des Wiegebehälters unter dem Materialgewicht
durch den Zeiger p angezeigt wird. Ein anderer Zeiger r kann von Hand voreingestellt
werden, um das Sollgewicht jeder Wägung anzuzeigen, wodurch man eine augenblickliche
Kontrolle über das Fließverhältnis, wie es durch tatsächliche Wägungen gegeben ist,
erhält.
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Die Schwenkplatte c ist mit einer Weller verbunden (Fig. 4, 5 und
6). An dieser ist eine Nockenpiatte t angeordnet, die eine Aussparung aufweist und
die eine Schulter bildet. Letztere kann in einer bestimmten Stellung der Nockenplatte
t mit einer Klinker in Eingriff kommen, die bei x drehbar gelagert ist und unter
dem Einfluß einer Feder y steht (Fig. 4). Greift die Klinke hinter die Schulter
v, so kann sie durch einen Hebel 10 freigegeben werden, wenn dieser Hebel von seiner
in Fig. 4 wiedergegebenen Stellung in die Stellung gemäß Fig. 5 durch einen Kragen
II an der Stange I2 gedreht wird. Das durch den Zug der Feder 13 mögliche Bewegungsverhältnis
wird durch einen üblichen Hemm-Mechanismus, wie er für Uhren üblich ist, gesteuert.
Dieser ist bei 14 angedeutet. Befindet sich die Platte t in der in Fig. 5 dargestellten
Stellung, so wird sie durch einen federbelasteten Fänger 15 gehalten. Dieser hat
einen Anschlag I6, der auf einer Seite heraus ragt und mit einem Teil I7, wie nachfolgend
be schrieben, zusammenwirkt, um die Nockenplatte freizulassen und! der Schwenkklappe
c zu. gestatten, in die in Fig. 4 wiedergegebene Stellung unter der Zugwirkung einer
Feder zu gehen, die mit einem Ende am Stifts8 der Nockenplatte befestigt ist.
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Die Handhabe 19 (Fig. 2) wird betätigt, um die Schwenkklappe c aus
der in Fig. 2 und 5 gezeigten Lage, in weicher die Nebenleitung b abgesperrt ist,
in. die Stellung gemäß Fig. 4 zu bewegen, wenn das durch die Leitung hierabkommende
Material seitlich in die Nebenleitung b abgelenkt werden soll.
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Jedoch bewegt die Handhabe die Klappe c nicht direkt. Die Handhabe
I9 ist an einer kurzen Welle
20 (Fig. 6) vorgesehen, an der ein
Arm 21 vorhanden ist. Letzterer ist durch eine Feder 22 mit dem Stift I8 an der
Nockenplatte t verbunden (Fig. 2, 4 und 5). Diese Feder 22 will die Klappe c in
eine Stellung quer zur Leitung bewegen, so daß das Material in die Nebenleitung
b abgelenkt wird. Aber die Klappe c kann durch diese Feder 22 nicht verschwenkt
werden, wenn nicht der Fänger 15 die Nockenpiatte t freigibt. Am Arm 2I ist auch
das eine Ende einer Feder 23 angel schlossen, deren anderes Ende an den festen Teil
24 angeschlossen ist, so daß die Feder23 den Arm 2I in die in Fig. 2 gezeigte Stellung
zieht. Wenn der Arm 21 in Uhrzeigerrichtung bewegt wird, so nimmt er den Stift 18
und die Nockenpiatte t mit und weiterhin. somit die Schwenkklappe c, die die Nebenleitung
b abschließt. Ein Stift 25, der an der einen Seite des Armes 21 hervorragt, greift
in einen Schlitz 26 in einer Stange 27, die an ihrem oberen Ende vermittels Stift
und Schlitz 28 mit der Stange 12 verbunden ist. Letztere bekommt, wie schon angegeben,
ihre Aufwärtsbe ung unter dem Zug der Feder 13, die durch eine Uhrwerksbemmung,
wie bei 14 angedeutet, reguliert wird. Wenn der Arm 2I sich in der Stellung gemäß
Fig. 2 befindet und durch die Klappe c die Nebenleitung b abschließt, befindet sich
die Stange 27 in der vollständig angehobenen Stellung, und die Feder 13 ist entspannt.
Bewegt die Handhabe 19 den Arm 2I im Gegenuhrzeigersinne, wodurch die Klappe c in
eine Stellung be wegt wird, in der die Verbindung zu der Neben leitung b geöffnet
und die Durchgangsverbindung zu dem unteren Teil der Leitung a geschlossen ist,
dann wird die Stange 27 abwärts bewegt. Hierdurch wird die Stange 12 abwärts bewegt
und die Feder I3 awsgedehnt. Erreicht der Arm 2I seine Endstellung in der Gegenuhrzeigerrichtung,
dann schlägt der einstellbare Stift 30 am Arm 2I gegen den Anschlag 29 am unteren
Ende der Stange 27.
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Hierdurch wird der Stift 25 veranlaßt, aus dem seitlich sich erstreckenden
Kopfteil des Schlitzes 26 in den geraden Teil sich zu bewegen, so daß die Stange
12 sich frei abwärts unter dem Zug der Feder 13 und unter der Kontrolle der Hemmeinrichtung
14 bewegen kann, die mit der Stange 12 vermittels Zahnstange und Ritzel verbunden
sein kann. Der Teil I7, der am Arm 21 einstellbar vorgesehen ist, wird dadurch nun
in die in Fig. 4 geF zeigte Stellung bewegt, so daß zur gleichen Zeit, wenn der
Stift 30 an den Anschlag 29 an der Stange 27 anschlägt, der Teil I7 mit dem Stift
16 am Fänger 15 in Eingriff kommt und den Fänger von der Nocken,plattle t freigibt,
so daß die Feder 22, die mit dem Stift 18 an der Nockenplatte t verbunden ist, letztere
in die in Fig. 4 gezeigte Stellung bewegt, in der die Nockenplatte durch die Fangplattew
blockiert ist. Die Schwenkplatte c auf der Spindel s befindet sich nun gänzlich
quer zur Leitung, wie in Fig. 4 dargestellt ist. Die Stange 12 fängt nun an, sich
aufwärts unter dem Zug der Feder I3 entsprechend zu bewegen, wobei sie durch den
Hemm-Mechanismus I4 geregelt wird. Wenn dabei der Kragen 11 der Stange 12 an dem
Hebel 10 angreift, wird die Fangplatte w von der Nockenplatte t gelöst, und die
Feder 23 kann den Arm 21 in die in Fig. 4 gezeigte Lage zurückdrehen, der mittels
des Stiftes I8 die Nockenpiatte t und somit die Klappe c mitnimmt, so daß letztere
wieder in die in Fig. 2 wiedergegebene Stellung gelangt. Eine Betätigung der Handhabe
I9 im abwärts gerichteten Gegenuhrzeigersinne dreht den Arm 2I, zieht die Stange
12 abwärts und spannt die Feder I3, löst den Fänger I5 und verursacht des weiteren
die Feder 22, die Nockenplatte t zu bewegen, um die Klappe c von der Öffnung der
Nebenleitung b abzuziehen und die Durchgangsverbindung zu schließen. Bewegt sich
die Stange 12 aufwärts in einem vorbestimmten Ausmaß, so wird der Fänger zu von
der Nockenplatte t gelöst, und die Feder 23, die an dem Arm 21 angreift, veranlaßt
letzteren, durch ihren An griff an dem Stift 18 der Nockeuplatte diese in die in
Fig. 5 dargestellte Stellung zu drehen, in der die Klappe c die Nebenleitung b schließt.
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Aus Vorstehendem wird verständlich, daß die Handhabe I9 lediglich
bestimmt, wann die Klappec betätigt wird, so daß die durch den sie Betätigenden
aufgewandte Zeit, um die Handhabe 19 zu bewegen, keinen Einfluß auf die Zeit ausübt,
innerhalb der Material durch die Nebenleitung fließt.
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Letzteres wird automatisch bestimmt, nachdem die Klappe c betätigt
wurde, und zwar durch die Hemmvorn.chtung 14 und die Federn 13.
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Die gesamte Wiegeeinrichtung kann eine Einheit bilden, die in einer
Leitung untergebracht sein kann, die jeden Winkel von der Senkrechten bis zu 600
von der Senkrechten aufweisen kann.
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Dabei ist der als Federwaage ausgebiildete Wäge mechanismus senkrecht
anbringbar. Der Teil der Einrichtung, der die Waage enthält, ist bei 40 an dem Hauptteil
drehbar gelagert, um eine relative Anpassung der Teile zu gestatten; die die Waage
bei allen Winkeln der Nebenleitung senkrecht halten. Ein Teil 41 der Nebenleitung
b ist in einer gekrümmten kreisförmigen Form ausgeführt, der in die die Waage enthaltenden
Teile der Heinrich, tung teleskopartig eingreift, um die Anpassung des letzteren
Teiles zu dem übrigen Teil zu statten, wobei die ganze Einrichtung vollständig geschlossen
bleibt. Befindet sich die Klappe c in ihrer in Fig. 2 wiedergegebenen Stellung,
so bildet sie gewissermalent einen Teil der Hauptleitung a.
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Wenn Wägungen in regelmäßigen Zeitintefvallen vorgenommen werden
sollen, kann die Handhabe 19 mittels eines Nockens oder eines anderen mechanischen
Teiles in regelmäßigen Intervallen betätigt werden.