DE96235C - - Google Patents
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Classifications
-
- F—MECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
- F27—FURNACES; KILNS; OVENS; RETORTS
- F27B—FURNACES, KILNS, OVENS OR RETORTS IN GENERAL; OPEN SINTERING OR LIKE APPARATUS
- F27B3/00—Hearth-type furnaces, e.g. of reverberatory type; Electric arc furnaces ; Tank furnaces
-
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- F27B3/04—Hearth-type furnaces, e.g. of reverberatory type; Electric arc furnaces ; Tank furnaces of multiple-hearth type; of multiple-chamber type; Combinations of hearth-type furnaces
Landscapes
- Engineering & Computer Science (AREA)
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- Manufacture And Refinement Of Metals (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 40: Hüttenwesen.
ERICH PETERS in BERLIN. Dreiherd-Flammofen.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 29. April 1897 ab.
Der vorliegende Flammofen bezweckt die unmittelbare Gewinnung von Blei aus Kornerzen — namentlich aus reinem oder mit Zinkblende
gemengten Bleiglanze — und seine Construction soll gestatten, dafs er ebenso
vortheilhaft auch zum Sintern bezw. Schlackenrösten der Schlichbleierze, als Vorarbeit für
den Schachtofenbetrieb, verwendet werden kann.
Der vorliegende Ofen enthält unter einem und demselben Gewölbe einen Röstraum B
und einen Schmelzraum C. Aufserdem ist über dem Röstraum ein Vorröstofen A angebracht,
welcher von der entbehrlichen Hitze vom Rost des Röstraumes B heifs gehalten
und je nach Bedarf verwendet wird.
Die Herdsohle des Röstraumes steigt gegen die Mitte des Ofens an, von wo ab die Herdsohle
des Schmelzraumes gegen die unter der letzten Arbeitsöffnung befindliche Bleiausflufsöffnung
von allen Seiten des Schmelzraumes abfällt. Die Abmessungen können beliebige sein. Der Vorröstofen kommt erst bei Vorarbeitung
stark blendehaltiger Beschickung in Betrieb.
Der.Betrieb des Flammofens ist folgender:
In der Zeit, in welcher der Schmelzraum C vorgewärmt wird, geschieht im Röstraum B
das Rösten der Erze, wonach das geröstete Erz . in den Schmelzraum hineingeschaufelt und
der Röstraum neu geladen wird. Die Ladung des Schmelzraumes mufs in der gleichen Zeit
ausgearbeitet sein, in welcher die Ladung des Röstraumes genügend geröstet ist.
Je nach der Gröfse des Ofens und der Beschaffenheit der Erze wählt man sechs- oder
achtstündigen Ladewechsel.
Entsprechend einem Ofen von 9 m Länge und einer Breite von 3,6 m ist die Verarbeitung
von drei Ladungen zu 3,25 t Bleierze in 24 Stunden möglich ,und gehört dazu eine
Belegschicht von 8 Arbeitern (4 Röstern und 4 Schmelzern). Röster und Schmelzer verfahren
eine 12 stündige Schicht und nehmen an einem und demselben Gedingesatz theil, da
der gute Erfolg beim Schmelzen vom guten Rösten abhängt.
Dieser Ofen ist ebenso auch ■ für das Sintern bezw. Schlackenrösten zu gebrauchen. Während
in den bisherigen Flammöfen die Schmelzflamme zum Rösten der Schliche dient, wirkt
hier eine besondere Rost- und Sinterflamme, wodurch es möglich wird, dafs man die Rösthitze
reguliren und so die Beschickung besser und schneller verarbeiten kann und dafs die
gerösteten Schliche im Zustande ihrer gröfsten Rösterhitzung zum Schmelzen kommen. Der
für die besondere Rösthitze erforderliche Kohlenverbrauch fällt, da kleine Kohlensorten und
Cynders verwendet werden können, nicht ins Gewicht. Wird der Vorröstofen mit betrieben,
so kommt seine Beschickung nach 8 stündigem Vorrösten in den Röstraum B und die Beschickung
dieses Ofens wiederum nach 8 Stunden in den Schmelzofen C. In 24 Stunden können
9 t Schliche gesintert werden. Das durch die Reaction sich ausscheidende Blei kann wie
beim Erzschmelzen gewonnen werden.
Die Vortheile dieses Ofens sind:
i. man nutzt die ganzen Herdflächen aus, was bei dem einfachen Flammofen bezüglich
des dem Fuchse zunächst liegenden Y4 der Herdfläche nicht der Fall ist;
2. die gerösteten Erze bezw. Schliche- werden
im ■ Zustande ihrer Höchströsterhitzung dem Schmelzprocesse übergeben, was bei Anwendung
besonderer Rostöfen ausgeschlossen ist;
3. die Erzeugung eines reineren Werkbleies auf Grund der durch das längere Rösten erfolgenden
wirksameren Reaction und
4.. dadurch ein Mehrausbringen von Werkblei, was auch dadurch erfolgt, dafs eine
gröfsere Menge Bleierze in gleicher Zeit verarbeitet werden kann.
| Es werden in 24 Stunden |
Im einfachen Ofen |
Im Doppel- Ofen |
| gewöhnlich verarbeitet | 6 t | 8 t |
| in diesem Ofen ..... | 9)75 t | 9)75 t |
| mithin mehr. . . . | 3)75 t | 1,751; |
5. die Zahlung eines niederen Arbeitslohnes;
6. die Ersparnifs an Kohle, weil die Verarbeitung von genügend gerösteten Bleierzen
mit einer schwächeren Flamme geschehen kann;
7. der Minderverbrauch an schmiedeisernem Gezähr;
8. die gröfsere Haltbarkeit des Mauerwerkes infolge der niedrigeren und ununterbrochenen
Schmelzhitze;
9. bedeutende Raumersparnifs durch die gedrungene Bauart des Ofens;
10. die Ersparnifs von Zuschlageisen beim Schachtofenbetrieb, weil weniger Rückstände
und diese mit einem geringen procentualen Schwefelgehalt zur Verarbeitung kommen.
Die Neuheit der vorliegenden Ofenconstruction liegt also darin, dafs unter einem gemeinschaftlichen
Gewölbe neben der Schmelzflamme eine besondere Rösthitze gleichzeitig wirkt.
Dadurch unterscheidet sich dieser Flammofen von den langherdigen und mehrherdigen
Flammofen, in denen die Schmelzflamme späterhin als Röstflamme benutzt wird. Aus
demselben Grunde unterscheidet er sich auch von den kurzen einherdigen, einfachen und
Doppelflammöfen, in denen nur ein Herd vorhanden ist, auf welchem zuerst geröstet und
später geschmolzen wird.
Der zweite Unterschied dieses Flammofens von den bisher gebräuchlichen ist der, dafs er
durch die Anordnung einer besonderen Rösthitze für die Räume A und B und einer besonderen
Schmelzflamme für den Raum C geeignet ist, Schlicherze zu verarbeiten, also zu trocknen, rationell zu rösten und zu sintern
bezw. zu schmelzen.
Diese beiden Processe, das Erzschmelzen und das Schlichsintern, in ein und demselben
Ofen rationell durchzuführen, sind die bisher gebräuchlichen Flammöfen nicht geeignet und
daher auch nirgends verwendet.
Der grofse Vortheil, welchen dieser Ofen durch die Anwendung bezw. Wirkung einer
besonderen Rösthitze hat, besteht darin, dafs durch die Möglichkeit der Regulirung der
Hitze das Rösten der Bleierze — insbesondere der reinen oder mit Zinkblende gemengten
; Bleiglanze — zweckerreichend erfolgen kann, so dafs bei dem dem Rösten folgenden
Schmelzen die Reaction in vollem Umfange eintreten mufs. Dieses Resultat wird in den
lang- und mehrherdigen Oefen nicht erreicht, weil in diesen das Unterhalten einer ausreichenden
Schmelzflamme der Hauptzweck, das-Rösten mittelst derselben der Nebenzweck ist.
Durch die lange Schmelzflamme aber wird das Rösten theils erschwert, weil sie reducirend
und daher nur wenig oxydirend wirkt, theils verhindert, weil sie die Oberfläche der Beschickung
zusammensintert bezw. schmilzt, wodurch das Eindringen des Sauerstoffs in die
Beschickung, also das Rösten, unmöglich gemacht wird. Dieser Theil der Beschickung
kommt also unvorbereitet zum Schmelzen.
Ebenso unvollständig vorbereitet kommt die Beschickung in den kurzen einherdigen, einfachen
und Doppelflammöfen zum Schmelzen — wenn man nicht ganz geringe Posten verarbeitet,
wobei der Kohlenverbrauch und die Arbeitslöhne bedeutend gröfser werden ■—-,
obgleich hier das Rösten besonders, und darauf erst das Schmelzen stattfindet. Der Grund
dazu ist die für den Röstprocefs nicht geeignete, gleichsam umgekehrte Herdconstruction, indem
der an die Feuerbrücke stofsende Theil des Herdes hoch ist und daher ein baldiges Zusammenbacken
der Ofenbeschickung, also ein Rösthindernifs, vor sich geht, während der der
Feuerbrücke entfernter und tiefer liegende Theil der Beschickung die zum Rösten nöthige
Hitze nicht erhält, wenn man durch eine schwächere Rösthitze das Zusammenbacken vermeiden
wollte. Ein zweiter Grund der unvollständigen Röstung ist die zu kurze Röstzeit.
Eine Verlängerung derselben würde die Schmelzzeit zu sehr verkürzen, um alles auszubringende
Blei in der vorgeschriebenen Zeit zu gewinnen. Die Kosten für das in ■ dem
vorliegenden Ofen zu verwendende Brennmaterial fallen, da es in kleinen Kohlensorten
und Cynders besteht, und gegenüber dem Werthe einer rationellen Arbeit, nicht ins Gewicht.
Daher ist der Betrieb des aus der Ballingscheri
Metallhüttenkunde, S. 63, Abs. 3, bekannten Etagenflammofens wegen des schwieriger
zu leitenden Processes und wegen der häufigen Reparaturen unrationell geworden. ' Wahrscheinlich
hat hier die Schmelzflamme die Beschickung des Röstofens, anstatt zu rösten, ge-
schmolzen, also Blei ausgeschieden, das durch den Boden des Röstherdes und durch das
Gewölbe des Schmelzofens in diesen hineingedrungen ist.
Daher ist auch die Leitung des Processes und die Reparaturen des in Amerika patentirten
.Flammofens (Nr. 220434) schwieriger, weil er nicht nur zwei-, sondern dreiherdig ist.
Ferner kann der aus der Stölzel'schen Metallurgie, S. 896, Abs. 2, bekannte langherdige
Flammofen kein rationell geröstetes Gut darstellen, weil in diesem die Schmelzflamme
gleichzeitig Röstflamme ist.
Die Hauptaufgabe bei der Verarbeitung der Bleiglanze im Flammofen, die zweckentsprechende
Röstung, wird also in den gegenwärtig betriebenen Flammöfen nicht gelöst, mit Ausnahme derjenigen, die nur mit niedrigen
Einsätzen, also theuer arbeiten.
Andererseits erhellt aus dem Gesagten, dafs diese Aufgabe durch den Betrieb des vorliegenden
Flammofens gelöst wird. Alle die durch das ungenügende Rösten der Bleierze entstehenden
Nachtheile, als:
a) das Nachrösten in der Schmelzzeit, also mit reducirender Flamme,
b) der -hohe Gehalt an Unreinigkeiten im
Werkblei und an Schwefel und Zinkblende in den Rückständen,
c) der Mehrverbrauch an Kohle, an feuer-, festem Ziegelmaterial, an schmiedeisernem
Gezähr, an Zuschlagseisen beim Schachtofenbetrieb und an Arbeitslöhnen
werden durch ein rationell durchgeführtes Rösten der Erzposten in dem vorliegenden
Ofen beseitigt. Durch Beseitigung dieser Nachtheile treten diejenigen Vortheile auf, welche
in Vorstehendem hervorgehoben sind.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Dreiherd-Flammofen, gekennzeichnet durch die. Anordnung des Rost- und Schmelzraumes ■mit je einer selbstständigen Feuerung unter einem gemeinsamen Gewölbe und sattelartiger Herdsohle, verbunden mit einem darüber angeordneten und mit Beschickungsöffnung versehenen Vorröst-Herde, welcher seine Beheizung von der Röstherdfeuerung erhält.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE96235C true DE96235C (de) |
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ID=367390
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT96235D Active DE96235C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE96235C (de) |
-
0
- DE DENDAT96235D patent/DE96235C/de active Active
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