DE96445C - - Google Patents

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DE96445C
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    • AHUMAN NECESSITIES
    • A42HEADWEAR
    • A42BHATS; HEAD COVERINGS
    • A42B1/00Hats; Caps; Hoods
    • A42B1/02Hats; Stiff caps

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  • Sewing Machines And Sewing (AREA)
  • Braiding, Manufacturing Of Bobbin-Net Or Lace, And Manufacturing Of Nets By Knotting (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 41 (^Hutherstellung. JJ
Fatentirt im Deutschen Reiche vom 15. April 1897 ab.
Durch das vorliegende Verfahren ist die Herstellung von aufserordentlich widerstandsfähigen Cylinderhüten ermöglicht, bei denen die Fläche des Deckels nachgiebig ist, anstatt wie bei den gebräuchlichen Cylinderhüten steif zu sein, und bei denen aufserdem der Deckelrand bezw. die obere Kante des Cylinders elastisch ist. Durch diese Einrichtung des Hutes ist derselbe im Stande, Stöfse gegen den Deckel und den Rand desselben ohne Schaden auszuhalten, ohne dafs dabei seine Form leidet.
Das neue Verfahren besteht im Wesentlichen darin, Cylinderhüte aus Seide bezw. solche mit cylindrischer oder annähernd cylindrischer Seitenwandung aus Filz derart herzustellen, dafs man das Hutgestell an seinem oberen offenen Rand (Deckelseite) mit einem federnden Ring aus Stahldraht, Fischbein oder . dergl. versieht, wodurch das Hutgerippe nachgiebig gebildet ist, welches dann mit dem fertiggestellten Filz- oder Plüschhut überzogen und nur an den Seiten geleimt wird.
In den beiliegenden Zeichnungen sind die verschiedenen Vorgänge der Herstellung dargestellt.
Fig. ι zeigt einen Längsschnitt durch das Hutgerippe, ehe es von dem Filz- oder Plüschüberzug bedeckt ist,
Fig. 2 eine Einzeldarstellung des biegsamen Obertheiles,
Fig. 3 ebenfalls einen Theil des Gerippes.
Fig. 4 veranschaulicht die Vorbereitungsweise des Seiden- oder Filzüberzuges.
Fig. 5 und 6 stellen die Art und Weise der Zusammenfügung des federnden Deckelringes in zwei Ausführungen dar.
Das Herstellungsverfahren nimmt folgenden Verlauf:
Auf dem anliegenden Futter a (Fig. 2) liegt eine Lage (oder mehrere) von Nesseltuch i>, welches mit Hülfe von Gummilack gesteift ist. Diese Lage ist etwas höher als das Futter, derart, dafs sie dasselbe am oberen Rande um eine gewisse Länge überragt. Sobald diese Lage b beinahe trocken ist, wird ein federnder Reifen c innen am oberen Rande angebracht. Dieser Reifen kann von rechteckigem, quadratischem, elliptischem oder rundem Querschnitt sein und legt sich auf den oberen Rand des Futters auf. In dieser Lage wird er dadurch gesichert, dafs der überstehende Rand der Nesseltuchlage nach innen umgelegt und mit schraubenförmig umgenähtem Faden befestigt wird (Fig. 3).
Der so eingenähte Ring bildet mit der damit in Verbindung stehenden Tuchlage den Obertheil des Hutgerippes. Um den Deckel für dieses Gerippe herzustellen, zieht man über den Reifen einen nachgiebigen Stoff d, dessen Ketten- und Schufsfäden in Richtung der Achsen der elliptischen Bodenfläche verlaufen und dessen Ränder seitlich um eine gewisse Länge senkrecht umgelegt und an der Seitenwand b nach Mafsgabe festgeleimt werden, wie Fig. 3 deutlich zeigt.
Es wird alsdann der Ueberzug aus Seide, Filz, Plüsch oder dergl. präparirt (Fig. 4). Bei dieser Herstellung wird zunächst der Ueberzug aus Plüsch oder Filz zu einer cylindrischen Form zusammengerollt und dann an ein Deckelstück von gleichem Stoff angenäht. Die so erhaltene Kappe wird auf eine Holzform ge-
zogen und der Deckel in der bekannten Weise fertig bearbeitet. Man bearbeitet noch nicht den cylindrischen Theil. Wenn es sich um einen Filzüberzug handelt, so wird an den unteren Rand ein Rand g genäht (in Fig. 4 strichpunktirt angedeutet). Bei Verwendung von Plüschüberzug dagegen wird der Hutrand besonders hergestellt und die Kappe besteht nur aus dem cylindrischen Theil/ und dem Deckel.
Wenn die Arbeit auf der Form beendigt ist, wird die Plüsch- oder Filzkappe auf den Hut gezogen, so dafs der Deckel der Kappe den Deckel d des Gestelles bedeckt. Man leimt den cylindrischen Theil der Kappe auf dem Gestell fest, indem man mit dem oberen Theil beginnt. Dagegen wird das Deckelstück nicht geleimt, damit dieser Deckel nachgiebig bezw. elastisch bleibt. Die weitere Behandlung des Hutes wird in bekannter Weise vorgenommen.
Welcher Art auch der verwendete Ueberzug sei, stets ist es wichtig, den Deckel derart zu überspannen, dafs die Ketten- und Schufsfäden mit den Achsen der elliptischen Bodenfläche parallel verlaufen, um eine gleichmäfsige Spannung dieses nachgiebigen Deckels zu erzielen.
Anstatt den Deckel auf seiner ganzen Fläche nachgiebig zu lassen, kann er auch in der Mitte gesteift und geleimt sein, ohne im Geringsten , das elastische Spiel des Obertheiles zu beeinträchtigen; denn die Formveränderungen, welche von seitlichen Stöfsen herrühren, machen sich nicht bis in die Mitte des Bodens bemerkbar.
Die zur Anwendung kommenden Reifen sind am besten halbfiach zu wählen und es können die Enden so zusammengefügt werden, wie es die Fig. 5 und 6 zeigen.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Ein Verfahren zur Herstellung von Cylinderhüten, durch welches eine gröfsere Widerstandsfähigkeit gegen Stöfse dadurch erreicht werden soll, dafs in dem obersten Theil des Gerippes ein federnder Reifen (c) befestigt und über diesen der sogen, falsche Deckel (d) aus nachgiebigem Stoff gespannt, auf das so gebildete Gestell dann eine Filz- oder Plüschkappe mit fertig gearbeitetem Deckel so aufgezogen wird, dafs nur der cylindrische Theil mit dem Gerippe verleimt wird, der Deckel aber frei auf dem Deckel des Gestelles liegt.
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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