-
Einrichtung zur schnellen Steigerung der Drehzahl eines Gleichstrommotors
Die Erfindung bezieht sich auf Einrichtungen zur schnellen Steigerung bis zu einer
vorbestimmten Betriebsgeschwindigkeit eines Gleichstrommotors, dessen Geschwindigkeit
mittels wenigstens eines Feldregelwiderstandes einstellbar ist, wobei diese Vorrichtung
einen in Reihe mit dem Feldregelwiderstand liegenden Vorwiderstand besitzt.
-
Solche Einrichtungen sind bei feldgesteuerten Motoren bereits bekannt,
jedoch ist deren Wirksamkeit nicht die gleiche, wenn der Schieber des Regelwiderstandes
auf eine Lage eingestellt ist, welche einer hohen Geschwindigkeit der Motoren entspricht,
oder auf eine Lage, welche einer niederen Geschwindigkeit entspricht.
-
Die Einrichtung nach der Erfindung besitzt nicht diesen Nachteil und
ist nicht nur bei feldgesteuerten Gleichstrommotoren anwendbar, sondern darüber
hinaus bei ankerspannunggesteuerten Gleich-
Strommotoren, wie z.
B. bei denjenigen der Leonardaggregate, und gleichzeitig bei feld- und spannunggesteuerten
Motoren.
-
Erfindungsgemäß ist die Einrichtung dadurch gekennzeichnet, daß sie
einen weiteren Widerstand einschließt, welcher über eines seiner Enden mit einem
Ende des Regelwiderstandes ständig verbunden ist und wenigstens ein Paar gleichzeitig
betätigter sogenannter Überregelungskontakte aufweist, welche bei geschlossener
Stellung den Reihenvorwiders.tand überbrücken und den weiteren Widerstand parallel
mit dem Feldregelwiderstand schalten und - bei offener Stellung - den Reihenvorwiderstand
aus dem kurzgeschlossenen Zustand wieder herausbringen und den weiteren Widerstand
ausschalten, wobei eine der Stellungen der beiden Kontakte der schnellen Drehzahlsteigerung
und die andere der vorbestimmten Betriebsgeschwindigkeit entspricht.
-
Abb. i zeigt ein Diagramm der Feldzunahme des Generators eines Leonardaggregats
mit und ohne Benutzung eines Feldvorwiderstandes für die Überregulierung; Abb.2
zeigt ein ähnliches Diagramm, das sich jedoch auf die Feldverminderung in einem
Motor mit feldgesteuerter Geschwindigkeitsänderung bezieht; Abb.3 zeigt ein Diagramm
für den Wert der Geschwindigkeit h mit und ohne Überregelung, in Abhängigkeit von
dem Hub C eines angetriebenen Organs; Abb. q. zeigt ein Schaltbild des erfindungsgemäß
verbesserten Erregerkreises für einen Motor mit feldgesteuerter Geschwindigkeitsänderung;
Abb. 5 zeigt ein Schaltbild der Steuerstromkreise für die Schaltung der in Fig.
q. dargestellten überregelungskontakte.
-
Die Abb. 2 und 3 sind Diagramme, die das Verfahren, wie erwähnt, für
ein rasches Auftourenkommen bei Gleichstrommotoren mit feldgesteuerter Geschwindigkeitsänderung
betreffen, während die Abb. i in einem Diagramm die Anwendung eines ähnlichen Verfahrens
bei Gleichstrommotoren mit durch die- Spannung gesteuerter Geschwindigkeitsänderung
(Leonardaggregat) veranschaulicht.
-
Um das bekannte Verfahren zum schnellen Auftourenbringen eines Motors
mit feldgesteuerter Geschwindigkeitsänderung in Erinnerung zu bringen, wird zunächst
auf diese Diagramme Bezug genommen.
-
Bei den Gleichstrommotoren mit durch das Feld oder die Spannung gesteuerter
Geschwindigkeitsänderung werden die Geschwindigkeitsänderungen durch die Stromschwankung
in einem Feldkreis mit starker Selbstinduktion erzielt erstens im Erregerkreis eines
Motors in dem ersten Falle, zweitens im. Erregerkreis eines Stromerzeugers in dem
zweiten Falle.
-
Die Schwankungen der Stromstärke in derartigen Stromkreisen sind keine
augenblicklichen, sie sind vielmehr von der Zeit abhängig. Das Diagramm der Abb.
i veranschaulicht in einem dünnen Strich die Stromstärke i in Abhängigkeit
von der Zeit t. während der Zunahme der Stromstärke von il auf i1 in teils stark
ausgezogener und teils punktierter Linie die Zunahme der Stromstärke von il auf
i2 ('2>'i) im Erregerkreis des Stromerzeugers eines Leo-nardaggregats. Das Diagramm
der Abb. 2 zeigt in einer dünnere Linie den Verlauf der Stromstärke beim Absinken
der Stromstärke von il' auf il und teils in stark ausgezogener, teils in punktierter
Linie die Senkung der Stromstärke von il' auf i2 ('2'<'1) im Erregerkreise eines
Motors mit feldgesteuerter Geschwindigkeitsänderung.
-
Aus Abb. i (Motoren mit durch die Ankerspannung gesteuerter Geschwindigkeitsänderung)
ist zu ersehen, daß bei Einhaltung der Linie il-i. der Wert i1 nach Verlauf einer
Zeit ti erzielt wird, die kürzer ist als die für die normale Stromzunahme von il
auf i1 ermittelte Zeit t1.
-
Zur raschen Erzielung einer Änderung .der Stromstärke von il auf il'
kann also eine höhere Kennlinie il-i2 benutzt und alsdann wieder aufgegeben werden,
wenn die Größe ii erreicht ist, wie im Diagramm der Abb. i die stark ausgezogene
Linie veranschaulicht.
-
Umgekehrt kann nach dem Diagramm der Abb. 2 (Motoren mit feldgesteuerter
Geschwindigkeitsänderung) zwecks rascher Erzielung einer Änderung der Stromstärke
von ii auf il eine niedrigere Kennlinie ii -i2 benutzt und alsdann wieder aufgegeben
werden, wenn die Größe il erreicht ist; wie zu beobachten ist, wird die Größe il
auf der Kennlinie ü-'2 in einer Zeit t2 erzielt, die kürzer ist als die für die
normale Stromsenkung von il' auf il ermittelte Zeit t2.
-
Der Übergang von il' auf il (Abb. 2) kann die Feldverminderung darstellen,
die zur Erreichung der gesuchten Geschwindigkeit Ih bei einem Motor mit feldgesteuerter
Geschwindigkeitsänderung notwendig ist. Ebenso kann der Übergang von il auf il'
(Abb. i) die Feldvergrößerung des Gleichstromerzeugers eines Leonardaggregats darstellen,
die zur Erzielung der gesuchten Geschwindigkeit hl bei einem durch dieses Aggregat
gespeisten Motor notwendig ist. Die Stromstärken i2 und i2' (Abb. i und 2) würden
in beiden hier erwogenen Fällen einer Geschwindigkeit V2 entsprechen, die größer
als hl ist.
-
Die Benutzung der oben angegebenen Kennlinien der Stromstärke (stark
ausgezogene Linien in den Abb. i und 2) zwecks rascherer Erzielung der zum Auftourenkommen
eines Motors erforderlichen Änderungen der Stromstärke führt auf diese Weise dazu,
dieses Auftourenkommen auf die Kennlinie einer Geschwindigkeit V2 zu bewirken, die
höher liegt als die gewünschte Geschwindigkeit T, selbst.
-
Dies geht atis dem Diagramm der Abb. 3 hervor, das die Geschwindigkeit
V des Motors oder eines von diesem angetriebenen Organs in Abhängigkeit vom Hub
C dieses Organs darstellt. Zwecks Erzielung einer Geschwindigkeit T, erhält der
Hub Cl einen normalen Verlauf, entsprechend der dünn ausgezogenen Normalkennlinie.
Zwecks Erzielung einer Geschwindigkeit V2, die größer als V, ist, verläuft der Hub
C2 normal, entsprechend der teils
stark ausgezogenen, teils punktierten
Kennlinie. Es ist zu bemerken, daß gemäß dieser Kennlinie V2 die Geschwindigkeit
h1 auf einem Hub Cl erreicht wird, der kleiner ist als Cl.
-
In der beschriebenen Anlage zur Erzielung eines raschen Auftourenkommens
sowohl bei Motoren mit durch die Ankerspannung gesteuerter Geschwindigkeitsänderung
als auch bei Motoren mit feldgesteuerter Geschwindigkeitsänderung wird bei beabsichtigter
Erzielung einer Geschwindigkeit h, ein nach einer beschleunigten, auf dem Diagramm
der Abb. 3 stark ausgezogenen Kennlinie dargestelltes Auftourenkommen entsprechend
der Kennlinie einer höheren Geschwindigkeit h2 bewirkt, bis die gewünschte Geschwindigkeit
V1 erreicht ist, worauf diese Geschwindigkeit i'1 beibehalten bleibt.
-
Nachstehend sei nun die Einrichtung nach der Erfindung beschrieben,
die für die Durchführung des soeben angegebenen Verfahrens zur schnellen Drehzahlsteigerung
benutzt werden kann.
-
Zunächst wird derjenige Teil dieser Ausrüstung beschrieben, der zum
Auftourenkommen auf die Kennlinie einer höheren Geschwindigkeit V2 benutzt wird,
alsdann derjenige Teil, der zum Beschränken des Auftourenkommens auf die gewünschte
Geschwindigkeit V1 dient. a) Vorrichtung zum Auftourenkommen entsprechend der Kennlinie
einer höheren Geschwindigkeit V2 In ihrem allgemeinen Verhalten ist diese Vorrichtung
dieselbe, gleichviel ob die' Geschwindigkeitsänderung durch das Feld des Motors--
oder durch die dem Anker zugeführte Spannung (d. h. im letzteren Falle durch Feldänderung
eines Gleichstromerzeugers) erfolgt.
-
Das Schaltbild des Erregerkreises (des Motors oder des Generators)
in seiner erfindungsgemäßen Abänderung ist in Abb. q. dargestellt. Dieser Erregerkreis
enthält die Erregerwicklung 12, einen festen Widerstand :2 und einen mittels eines
Schiebers .4 einstellbaren Erregerwiderstand 3. Ein Kontakt i, gestattet, wenn er
geschlossen ist, einen festen Widerstand 5 dem Erregerwiderstand 3 parallel zu schalten;
ein zweiter, zugleich mit dem Kontakt i" schließbarer Kontakt @b gestattet, den
festen Widerstand 2 wenigstens teilweise kurzzuschließen.
-
Diese Überregelungskontakte i" und Ib sind von einem Überregelungsschütz
i abhängig, das an den nachstehend in Abb. 5 beschriebenen Steuerkreisen liegt.
-
Normalerweise sind die Überregelungskontakte geöffnet, wenn es sich
um den Erregerkreis eines Generators handelt, dagegen geschlossen, wenn es sich
um den Erregerkreis eines Motors handelt.
-
Die Ermittlung der Ohmwerte der festen Widerstände :2 und 5 und des
Feldregelwiderstand,es 3 erfolgt unter Berücksichtigung der soeben angegebenen Normalstellung
der ÜberregelungskGntakte i" und ib.
-
Während des Auftourenkommens und bis zur Erreichung der gewünschten
Geschwindigkeit h, werden die Überregglungskontakte in der entgegengesetzten Stellung
des Normalbetriebes aufrechterhalten, d. h., während des Auftourenkommens werden
die Überregelungskontakte, wenn es sich um den Erregerkreis eines Generators handelt,
geschlossen und,, wenn es sich um den Erregerkreis eines Motors handelt, geöffnet
gehalten.
-
Handelt es sich also um einen Motor, so muß zwecks Auftourenkommens
auf einer über die gewünschte Geschwindigkeit h1 hinausgehenden Geschwindigkeitskennlinie
h2 dieses Auftourenkommen unter einer Feldverminderungskennlinie ii - i2
anstatt der normalen Kennlinie ii'-ii erfolgen, wo-
bei i2 kleiner
als il ist. In diesem Falle muß also während des Auftourenkommens der Widerstand
des Erregerkreises größer sein als der Widerstand desselben Stromkreises bei Normalbetrieb,
und die Überregelungskontakte in und I6 werden offen gelassen, so daß alsdann der
Gesamtwiderstand des Erregungskreises der Stromstärke i2' entspricht.
-
Bei Normalbetrieb (Kontakte i" und Ib geschlossen) wird der Gesamtwiderstand
des Erregerkreises der Stromstärke il entsprechen.
-
Handelt es sich umgekehrt um einen Generator, so muß zwecks Erreichung
des Auftöurenkommens auf einer über die gewünschte Geschwindigkeit V1 hinausgehenden
Geschwindigkeitskennlinie V2 dieses Auftourenkommen entsprechend einer Feldzunahmekennlinie
'l -'2 anstatt der normalen Kennlinie il -i1' erfolgen, wobei i2 größer als i1'
ist.
-
In diesem Falle muß während des Auftourenkommens der Widerstand des
Erregerkreises kleiner sein als der Widerstand desselben Erregerkreises bei Normalbetrieb,
und die Überregelungskontakte i" und ib werden geschlossen gehalten, so daß alsdann
der Gesamtwiderstand des Erregerkreises der Stromstärke i2 (bei aufgebautem Strom)
entspricht.
-
Bei Normalbetrieb (Kontakte i, und ib geöffnet) wird der Gesamtwiderstand
des Erregerkreises der Stromstärke i1' entsprechen.
-
Die Einrichtung, die zur Erzielung der Überregelung gewählt worden
ist, gleichviel ob es sich um die Erregung eines Motors oder eines Generators handelt,
beruht auf folgenden Erwägungen: Der Ohmwert des festen Widerstandes 2 ist kleiner
oder höchstens ebenso groß als der der Erregerwicklung i2. Dagegen ist der Ohmwert
des Erregerregelwiderstande,s 3 im allgemeinen viel größer als der der Wicklung
12, zumal wenn die gewünschten Geschwindigkeitsänderungen bedeutend sind, denn der
Wert des Widerstandes 2 ist gegenüber dem des Regelwiderstandes 3 sehr klein.
-
Wird durch den Schieber 4. der gesamte Regelwiderstand 3 überbrückt,
so hat der Überregelungskontakt i" praktisch keinerlei Einwirkung auf den Stromkreis,
denn dieser Schieber schließt gleichzeitig den Widerstand 5 kurz; der Überregelungskontakt
ib wirkt allein, und der Ohmwert des durch diesen Kontakt kurzgeschlossenen Abschnittes
wird je nach der Größe der gewünschten Überregelung bei Benutzung des Maximalfeldes
bestimmt. Es kann sich hierbei beispielsweise um io,
15 oder 2o%
der dem Erregerfeld entsprechenden Stromstärke handeln.
-
Wird dagegen durch den Schieber q. die Gesamtheit oder ein bedeutender
Teil des Erregerregelwiderstandes 3 im Betrieb belassen, so ist die Wirkung des
Überregelungskontaktes ib nur gering, während mit Rücksicht auf die Wertverhältnisse
zwischen dem Widerstand 2 und dem Regelwiderstand 3 die Wirkung des Überregelungskontaktes
r, vorherrschend wird.
-
Der Ohmwert des Widerstandes 5 wird je nach der Größe der gewünschten
Überregelung bei Benutzung des herabgesetzten Feldes bestimmt.
-
Diese Größe erreicht beispielsweise io, 15 oder 20% der diesem Feld
entsprechenden Stromstärke oder jeden anderen Wert, der übrigens von dem bei Benutzung
des Maximalfeldes gewählten unabhängig ist. Durch die geeignete Benutzung der Widerstände
2 und 5 kann auch eine Überregelung erzielt werden, die von einem Ende der Einstellung
des Regelwiderstandes 3 zum anderen praktisch gleichbleibend ist.
-
Es ist zu bemerken, daß die Anwesenheit der Widerstände 2 und 5 durch
die Anpassung ihrer Ohmwerte auf sehr einfache und praktische Weise gestattet, die
Kennlinien des Erregerkreises, dessen rechnungsmäßig vorbestimmte Werte abgestimmt
werden müssen, von einem Ende der Regelungsskala zur anderen, zu berichtigen. b)
Einrichtung zur Beschränkung des Auftourenkommens auf die gewünschte Geschwindigkeit
V1 Das die Kontakte i" und lb aufweisende Überregelungsschütz i wird durch den Kontakt
6" eines mit zwei gegeneinanderwirkenden Wicklungen. 6 und 6' (Abb. 5) ausgestatteten
Differentialrelais gesteuert.
-
Die Wicklung 6' liegt im Stromkreis eines Tourendynamos 7. Die Amperewindungen
dieser ersten Wicklung sind jeweils der wirklichen Geschwindigkeit des zu regelnden
Motors verhältnisgleich.
-
Die der ersten Wicklung 6' entgegengesetzte Wicklung 6 wird durch
einen Stromkreis mit gleichbleibender Spannung (Netz 13 oder Erregermaschine
des Leonardaggregats) und veränderlichem Widerstand gespeist, dessen Stromstärke
der gewünschten Geschwindigkeit Vl verhältnisgleich ist.
-
Diese der gewünschten Geschwindigkeit verhältnisgleiche Stromstärke
wird durch die Verwendung eines Hilfsregelwiderstandes 8,erzielt, der mit dem Feldregelwiderstand
3 des Motors (oder des Generators) derart mechanisch zusammenhängt, daß die Amperewindungen
der zweiten Wicklung 6 der vom Motor zu erreichenden Geschwindigkeit V1 verhältnisgleich
sind.
-
Praktisch können der Feldregelwiderstand 3 und der Hilfsregelwiderstand
8 im allgemeinen einten elektrisch gemeinsamen Schieber oder Gleitkontakt haben,
was die Verwirklichung dieses doppelten Regelwiderstandes vereinfacht.
-
In der Abb. 5 bezeichnet i i einen Spannungsmesser, der eine Teilung
nach Drehzahlen 'oder Metern in der Minute aufweist und am Stromkreis des vom Motor
angetriebenen Tourendynamos 7 parallel liegt.
-
Die Arbeitsweise der soeben beschriebenen Vorrichtung ist folgende:
Sobald der Stromkreis geschlossen ist, setzen die Amperewindungen der Wicklung 6
das Differentialrelais 6-6' in Tätigkeit.
-
Beim Ansprechen verschiebt das Differentialrelais seinen Schließ-
bzw. Öffnungskontakt 6a, wodurch die Erregung des Überregelungsschützes i einsetzt
bzw. aufhört, je nachdem die Überregelung für die Schließung oder die Öffnung @der.Kontakte
i" und ib erfolgt, d. h. je nachdem ob es sich um den Erregerkreis eines Generators
eines Leornardaggregats oder eines Motors mit feldgesteuerter Geschwindigkeitsänderung
handelt.
-
Mit zunehmendem Auf tourenkommen des Motors steigt die Zahl der Amperewindungen
der Wicklung 6' (Geschwindigkeitsmeßkreis) ; wie bereits dargelegt, sind die Amperewindungen
jeweils der wirklichen Geschwindigkeit des Motors verhältnisgleich.
-
Erreicht die Motorgeschwindigkeit den gewünschten, vom Erregerregelwiderstand
.geregelten Wert hl, so sind die Amperewindungen der beiden Wicklungen 6 und 6'
einander gleich. Da sie gegeneinandergeschaltet sind, ist ihre Resultierende gleich
Null, und das zuvor von der Wicklung 6 in Tätigkeit gesetzte Differentialrelais
wird unter der Wirkung einer Rückführfeder ausgeschaltet.
-
Der Kontakt 6" könnte begreiflicherweise ohne Unterschied die Schließung
oder die Öffnung des Erregerkreises bewirken, welches auch die gewählte Beschaffenheit
dieses Kreises sein mag. Alsdann würde es schon genügen, daß die Überregelungskontakte
i" und ib selbst die Öffnung oder die Schließung bewirken, je nach der Stellung,
.die für diese Kontakte i" und ib während der Überregelung erzielt werden soll.
-
Auf dem Schema der Abb. 5 ist auch eine Sicherheitsvorrichtung dargestellt,
die der Überregelungsvorrichtung zugeordnet werden kann und diese Überregelung beseitigen
soll, falls der Geschwindigkeitsmeßkreis unterbrochen werden sollte. In diesem Falle
würde die Überregelung ohne diese Sicherheitsvorrichtung mißbräuchlich in Tätigkeit
bleiben, und die Geschwindigkeit könnte bis auf den Wert V2 ansteigen., der der
Kennlinie der Überregelung (Diagramm der Abb. 3) entspricht.
-
Das Schema der Abb. 5 zeigt beispielsweise die Anwendung der Sicherheitseinrichtung
in dem Falle, in welchem der Kontakt 6" des Differentialrelais ein Schließkontakt
ist. Diese Einrichtung umfaß,t ein Relais, dessen am Geschwindigkeitsmeßkreis liegende
Wicklung 9 mit der Wicklung 6' des Differentialrelais in Reihe geschaltet ist. Der
Kontakt 9" dieses Relais 9 ist in Reihe mit dem Kontakt 6, des Differentialrelais
geschaltet.
-
Der Kontakt 9" ist durch den. am Einschalter liegenden, bei der Öffnung
mit Verzögerung ansprechenden Öffnungskontakt bzw. Zeitmeßkontakt io überbrückt.
Das
Relais 9 ist derart durchgebildet, daß selbst bei der Mindestbetriebsgeschwindigkeit
des Motors die Schließung seines Kontaktes 9" vor der Öffnung des Verzögerungskontaktes
io erfolgt und die Speisung des Überreglelungsschützes i gewährleistet, sobald die
Schließung des Kontaktes 6" des Differentialrelais erfolgt.
-
Im Falle der Unterbrechung oder eines schlechten Kontaktes im Gesch.windigkeitsmeßkreis
könnte das durch die Wicklung 6 in Tätigkeit versetzte Differentialrelais nicht
mehr abgestellt werden, da die Wicklung 6' in der vorliegenden Voraussetzung nicht
gespeist ist. Da auch das Relais 9 nicht mit Strom versorgt ist, weil es ebenfalls
an denn unterbrochen gedachten Geschwindigkeitsmeßkreis liegt, bleibt der Kontakt
% weiterhin offen, und bei Öffnung des Verzögerungskontaktes io hört die Erregung
des Schützes. i auf, was zur Folge hat, daß die Überregelung beseitigt wird. Das
Auftourenkomm:en oder Einlaufen wird alsdann entsprechend der normalen Kennlinie
o-hi anstatt nach der höheren Kennlinie o-h2 (Diagramm. der Abb. 3) verlaufen. Mit
anderen Worten, im Falle einer Störung in der erfindungsgemäßen Ausrüstung für das
rasche Auftourenkommen wird die Arbeitsweise einfach wieder normal, wie sie zuvor
war.
-
Wäre der Kontakt 6" ein Öffnungskontakt, so käme eine ähnliche Vorrichtung
in Frage, jedoch mit dem Unterschied, daß der Kontakt 9u als Öffnungskontakt ausgebildet
und mit dem Korntakt 6" parallel geschlossen ist, wobei beide Kontakte ihrerseits
wieder mit einem als Schließkontakt ausgebildeten., bei der Schließung nacheilenden
Verzögerungskontakt io in Reihe liegen.
-
Aus obigem geht hervor, daß die Ausrüstung gemäß der Erfindung sowohl
bei Gleichstrommotoren mit durch die Spannung gesteuerter Geschwindigkeitsänd.erüng
(Leonardaggregat) als auch bei Gleichstrommotoren mit feldgesteuerter Geschwindigkeitsänderung
ein sehr ra"schesAuftourenkommen gestattet. Diese Ausrüstung kann selbstverständlich
auch bei Gleichstrommotoren zur Anwendung gelangen, deren Geschwindigkeitsänderung
zugleich durch das Feld und die Spannung gesteuert wird. Ferner gehört zu der Ausrüstung
eine Sicherheitseinrichttung, die im Falle einer Störung in der Ausrüstung für das
rasche Auftourenkom:men bis zu einer bestimmten Geschwindigkeit den Motor hindert,
seine Geschwindigkeit über den festgesetzten Betriebswert hinaus zu steigern.
-
Die beschriebene Ausrüstung eignet sich ganz besonders, jedoch nicht
ausschließlich, für de Antriebsmotoren von Werkzeugmaschinen, z. B. Hobelmaschinen,
in welchem Falle sie eine nennenswerte Zeitersparnis im wirksamen Teil des Maschinenhubes
und eine größere Arbeitsgeschwindigkeit namentlich bei Maschinen mit geringem Hub
gestatten. Bei den bisherigen Maschinen verfügte man nämlich wegen des geringen
Hubes und des verhältnismäßig langsamen Auftourenkommens nicht über die Zeit, vor
Ende des Hubes den Tisch der Hobelmaschine od. dgl. auf eine hohe und stabilisierte
Betriebsgeschwindigkeit zu bringen, was die Leistungssteigerung derartiger Maschinen
verhindert. Die vorliegende Erfindung gestattet die Beseitigung dieses Nachteils.
-
Selbstverständlich beschränkt sich die Erfindung nicht auf den Antrieb
derartiger Werkzeugmaschinen, sondern eignet sich auch für alle anderen Apparate
oder Maschinen, insbesondere für hin und her gehende Maschinen und Apparate, wie
Walzwerke, Fördermaschinen, Aufzüge, Druckereimaschinen, Papierbearbeitungsmaschinen,
Textilmaschinen usw.
-
Ferner können Äniderunigen in den Einzelheiten der Ausführung der
beschriebenen und dargestellten Ausrüstung vorgenommen werden, um namentlich die
jeweils in Aussicht genommene Anwendung zu berücksichtigen, ohne daß dadurch der
Gesamtwert der Erfindung irgendwelche Beeinträchtigung erleidet.
-
Endlich könnten die allgemeinen Merkmale der vorliegenden Erfindung
mit allen oder gewissen Merkmalen bekannter Einrichtungen kombiniert werden.