-
Verfahren zum Raffinieren von fetten Ulen Die für die Ernährung oder
für technische Zwecke bestimmten fetten Öle werden aus verschiedenen Rohstoffen
gewonnen, entweder aus Früchten oder Samen, ölha.Itiger Pflanzen (sogenannte vegetabilische
Öle"), aus den fetthaltigen Körperteilen von; Land- oder Seetieren (sogenannte animalische
Öle) oder auf synthetischem Wege. Alle diese Öle enthalten schon von. ihrer Gewinnung
her mehr oder weniger große Mengen anVerunreinigungen, die das Öl fürvieleVerwendungszwecke
ungeeignetrnachen und deshalb im Zuge einer besonderen »Veredelung «
abgetrennt
werden müssen. Die Prozeßstufen, die da,sRohö,1 von derErzeugung bis zumFertigprodukt
bzw. bis zum Rohstoff für die Industrie der Kunstspeisefette durchlaufen muß, werden
vielfach als »Raffination« bezeichnet. Eine Stufe dieses Raffinationsprozesses ist
die Abtrennung der freien Fettsäuren. Sie kann auf zwei verschiedene Weisen vorgenommen
werden, erstens durch Abdestillieren im Vakuum oder zweitens durch AusfäHen mit
Alkalien und anschließende Zentrifugierung bzw. Absetzung der Neutralisa,tionsrückstände
in Behältern.
-
Beide Verfahren haben ihre spezifischen Eigenarten und deshalb in
ihrer Anwendung bestimmte Grenzen.
-
Die Destillation ermöglicht die Abtrennung der fast reinen Fettsäuren
ohne wesentliche Substanzverluste hinsichtlich des behandelten Neutralöles Sie erfordert
andererseits jedoch komplizierte Anlagen -und hohen Energieb#edarf. Auch bleiben
Verunreinigungen, die bei der Alkalientsäuerung, zusammen
mit den
Fettsäuren ausgefällt und abgetrennt werden, im Öl zurück, so daß man in
den meisten Fällen noch eine Nachbehandlung anschließen muß. Deshalb wendet man
diese Methode in der Hauptsache nur bei der Verarbeitung derjenigen Ölsorten an,
die große Mengen an freier Fettsäure enthalten, z. B. bei stark sauren Fischölen,
afrikanischen Pal-mölen oder bei Palmkernfetten mit hohem Fettsäuregehalt.
-
Die Alkalientsäuerung ist in ihrer Durchführung einfacher und billiger,
denn sie bedingt relativ einfache Anlagen. In den meisten Fällen arbeitet man mit
Natriumhydroxyd, teilweise auch mit Natriumkarbonat, Die Verarbeitungskosten sind
daher niedrig. Außerdem erzielt man den Vorteil, daß auch noch weitere unerwünschte
Verunreinigungen, wie z. B. Oxyfettsäuren, Schleim- und Eiweißstoffe, farb- und
geruchbildende Substanzen usw. mit dern entstehenden »Soapstoel-,« abgetrennt werden.
Die der Entsäuerung folgenden Prozesse der Farbaufhellung (Bledchung) und der Abscheidung
der Geschmack- und Geruchstoffe (Desodorisierung) werden dadurch erleichtert. Dafür
muß man den Nachteil eines Substanzverlustes in Kauf nehmen, da mit den erwähnten
Verunreinigungen auch Teile des Netitralöles mit in den Soapstock eingeschlossen
werden. Dieser Neutralölverlust schwankt etwa zwischen 15 und i 5o 11/o der
Fettsäuremenge, j e nach der verarbeiteten Ölsorte und ihrem Gehalt an nicht
fettigen Beimengungen. Aus diesen Gründen wendet man die Alkalientsäuerung in der
Hauptsache nur bei der Verarbeitung von Ölen mit relativ niedrigem Fettsäuregehalt,
maximal etwa bis 5 >'/0, an. Bei der Verarbeitung von Ölen mit höherem Fettsäuregehalt
wird diese Entsäuerungsart im Vergleich zum destillativen Verfahren zu unwirtschaftlich.
Auf Grund der relativen Einfachheit und, der geringeren Kosten wird aber eine Erweiterung
des Anwendungsbereiches der Alkalientsäuerung im allgemeinen angestrebt.
-
Im Rahmen dieser Alkalientsäuerung sind schon Zentrifugen für die
Abtrennung der Neutralisationsprodukte eingesetzt worden. Die bisher bekannten,
mit Hilfe von Zentrifugen ausführharen Prozesse haben aber verschiedene Nachteile:
Die Entsäuerung wird in einer oder zwei Stufen ausgeführt. Nach der Abschleuderung
bleiben noch Restbestandteile der Neutralisationsprodukte im Öl
zurück, die
in einer oder z-wei weiteren anschließenden Stufen durch Wasserwäsche entfernt werden.
Die nach dem Zentrifugieren in diesen Wasserwaschstufen noch zurückbleibenden Wasserreste
werden dann in einer weiteren anschließenden Trocknungsstufe entfernt.
-
Die Anlagen sind aus diesen Gründen nicht einfa.,cli, bedingen hohen,
apparativen Aufwand und mithin hohe Investierungskosten. Auch ergeben sich durch
die Wasserwäsche wieder weil das Waschwasser nie absolut ölfrei abgetrennt werden
kann.
-
Insbesondere lassen sich mit den bisher bekanntge-wordenen Anlagen
solche Öle, die nur sehr geringe Mengen an'freien Fettsäuren, beispielsweise weniger
als i% enthalten, nicht mehr Wirtschaftlich verarbeiten. Das liegt daran, daß die
üblicherweise zur Abtrennung der Neutralisationsrückstände eingesetzten sogenannt-en
>#Soapstockzentrifugen« für die Abtrennung dieser geringen Mengen an Fettsäuren
ungeeignet sind.
-
Die Ursachen für dieses Versagen der erwähnten Schleudern sind darin
zu suchen, daß man bei diesen kleinen Mengen so geringe Strömungsgeschwindigkeiten
erhält, daß die Ausflußöffnungen für die schwerere Komponente, hier also, für die
Neutralisationsrückstände, sich verstopfen. Die kontinuierliche Austragung des festen
Soapstockes erfordert nämlich eine bestimmt,- Durchflußgeschwindigkeit auch im Innern
der Trommel. Ist diese Mindestgeschwindigkeit nicht gegeben, so kann es an einzelnen
Stellen in der Trommel zu Ablagerungen kommen, durch die die Abflußwege für die
schwerere Komponente nach und nach völlig verstopft werden. Das vermindert natürlilch
nach Anfüllung d-er äußeren peeripheren Zone der Trommel die Reinigungswirkung der
Zentrifuge. Das Öl be;-innt dann trüb abzufließen. Nur durch Öffnen und vollständiges
Reinigen der Trommel läßt sieh in einem solchen Falle die Trennleistung wiederherstellen.
Man kann natürlich die Durchflußgeschwindigkeit der schwereren Bestandteile dadurch
erhöhen, daß man dem zu separierenden Öl
in der zweiten Stufe Wasser zusetzt.
Wie bereits oben gesagt, macht aber eine solche Wasserbehandlung eine Nachbehandlung
mittels Zentrifugen erforderlich, um wenigstens den größten Teil des ini
Öl verbliebenen Wassers wieder zu entfernen.
-
Durch die Erfindung wird ein Verfahren angegeben, das es ermöglicht,
Reste an freien Fettsäureii und/oder -Neutralisationsrückständen in einer einzigen
Stufe mit technisch befriedigendem Erfolg auszuscheiden. Dieser Vorteil wird dadurch
erreicht, daß in der zweiten Stufe an Stelle einer Soapstockzentrifugge eine sogenannte
»Schlammzentrifuge« mit periodischer Entleerung des Schlammraumes mittels eines
dazu geeigneten Steuerungsmechanismus verwendet wird. Dadurch sind die Schwierigkeiten,
die beim Arbeiten mit dererstgenannten Zentrifugenartentstehen, grundsätzlich behoben.
Bei Verwendung einer Schlammtrommel brauchen nämlich die Feststoffe nicht ini langsamen
Strom durch Kanäle zu wandern, soildern sie werden radial nach außen geschleudert
und sammeln sich im Schlammraum, aus dem sie von Zeit zu Zeit entfernt werden.
-
Durch die Erfindung wird weiterhin ein Verfahren angegeben, das es
gestattet, die bei den bekannten mit Alkalientsäuerung arbeitenden Prozessen nötige
Wasserwäsche zu vermeiden. Die dazu nötigen Wasserwaschstufen werden also vermieden.
Die ganze Anlage wird einfacher und übersichtlicher. Die Investierungs- und Betriebskosten
des Verfahrens verringern sich beträchtlich.
-
Schließlich erreicht das erfindungsgemäße Verfahren noch eine ansehnliche
Ausbeutesteigerung durch die wesentlich geringeren iNentralölverli-iste. Diese Verringerung
der Verluste wird dadurch
möglich, daß einerseits die Wasserwäsche
verrnieden und der damit verbundene Verlust im Waschwasser ausgeschaltet wird und
daß andererseits in der zur iNachentsäuerung eingesetzten Schlammzentrifuge mir
die Seife ausgeschleudert wird. Nennenswerte Neutralölverluste können nicht entstehen,
weil der Öfinhalt der Trommel vor der Entleerung des Schlammraum-es durch eine schwerert
Hilfsflüssigkeit nach innen abgedrängt wird.
-
Schlammzentrifugen, deren an der Peripherie der Trommel angeordnete
Schlammaustrittsöffnungen mit Hilfe eines hydraulisch gesteuerten Kolbenschiebers
geöffnet und geschlossen werden können, sind bekannt. Die Hauptaufgabe beim Betrieb
einer solchen Schlainmzentrifuge besteht darin, den Zufluß der zu reinigend-en Flüssigkeit
spätestens in demjen:igen Augenblick zu unterbrechen und den Schlammraum zu entleeren,
wenn sich dieser Schlammraum. voll angefüllt hat. Erfolgt die Schlammaustragung
nicht spätestens in diesem Zeitpunkt, so setzen sich die ausgeschle-Liderten Teilchen
zwischen den Tellern fest, und der ganze Teller-einsatz verstopft sich allmählich
von außen nach innen. Dadurch wird natürlich die Reinigungswirkung der Zentrifuge
stark beeinträchtigt, Es ist bekani-it. Schlammzentrifugen entweder in konstanten
Zeitabständen oder nach Beobachtung der ablaufenden gereinigten Flüssigkeit an einem
Schauglas zu entleeren. Für beide Betriebsweisen können vollautomatisch arbeitende
Geräte eingesetzt werden, die dann entweder mit einem von einer Zeituhr gesteuert-en
Schaltgerät oder mit in die Abflußleitung eingebauten Foto-zellen arbeiten.
-
Bei der Abscheidun g von Soapstock ist die Auslösung der Steuerung
nach einsetzender Trübung nicht angebracht. Es ist leicht einzusehen, daß die Verschlammung
der Teller bereits bis zu einem gewissen Grade fortgeschritten ist, bevor am Schauglas
die Trübung der austretenden Flüssigkeit erkennbar wird und durch eine an diesem
Schauglas angeordnete Fotozelle die Steuereinrichtung ausgelöst werden kann. Diese
beginnende Verschlammung der Teller muß aber unbedingt vermieden werden, da insbesondere
]),ei weichen, pastenförmigen Stoffen, wie z. B. Seife, eine vollständige Abschleuderung
dieses Belages unter dein Einfluß der Zentrifugalbeschleunigung während des Ausschlammungsvorganges
nicht mehr möglich ist. Würde dieser Rückstand. aber nach dem Entschlammungsvorgang
zwischen den Tellern haften bleiben, so wäre der Kläreffekt der Zentrifug-- stark
beeinträchtigt.
-
Das erfindungsgemäße Verfahren benutzt deshalb zur Steuerung des Entschlammungsvorganges
ein Zeitsteuergerät, das in voreinstellbaren Zeitabständen den Steuerungsvorgang
auslöst und ihn nach einem ebenfalls vorwählbaren zeitlichen Programm zum Ablauf
bringt. Die Betriebszeit zwischen zwei Entschlammungen hängt von nur drei Faktoren
ab: von dem Fassungsvermögen des Schlammraumes der Trommel, vom eingestellten zeitlichen
Durchsatz und vorn Feststoffgehalt der zu reinigenden Flüssigkeit. Die Schlammraumgr#öße
ist für jede Trommel bekannt. Auch. der Prozentgehalt an abzutrennenden Feststoffen
ist in der Regel bekannt. Bei der Speiseölentsäuerung z.B. kennt man die im
Öl enthaltenen Fettsäuremengen. Der durch die Neutralisation bedingte Anfall
an Fettsäureseifen kann dann unter Berücksichtigung des Verbrauches an Alkalien
leicht bestimmt werden. Auch der Restgehalt des Öles an Neutralisationsrückständen
kann einfach, z. B. durch Titrieren bestimmt werden. Ein in wenigen Minuten ausführbarer
Schleuderversuch mit einer Becherschleuder gibt ebenfalls genauen Aufschluß über
den Gehalt des Öles an abzutrennenden Fettsäureseifen.
-
Es hat sich als zweckmäßig erwiesen, die Betriebszeiten der Schlammzentrifuge
in Abhängigkeit vom gewählten Durchsatz und vom Verunreinigungsgehalt der zu klärenden
Flüssigkeit in einer Tabelle festzulegen. Die Einstellung der Steuerungsanlage kann
dann in einfacher Weise an Hand der Tabellenwerte erfolgen.
-
Es war schon gesagt worden, daß die Entleerung des Schlaminraumes
der Trommel in demjenigen Augenblick zu erfolgen hat, in dein der Schlammraum voll
bis an den Außendurchmesser des Tellereinsatzes angefüllt ist. In diesem Augenblick
befindet sich aber zwischen den Tellern noch Flüssigkeit, die durch den Entschlammungsvorgang
nicht verlorengehen darf. Die Restflüssigkeit wird durch eine Hilfsflüssigkeit von
höherem spezifischem Gewicht als dem der zu reinigenden Flüssigkeit, je-
doch
von niedrigerem spezifischem Gewicht als dem der auszuscheidenden Verunreinigungen
aus de-. Trommel entfernt. Im Falle des Einsatz-es der Schlammzentrifuge bei der
Entsäuerung von Speiseölen kann als Verdrängungsflüssigkeit Wasser verwendet werden.
-
Diese Hilfsflüssigkeit muß der Trommel in genau abgemessenen Mengen
7tige.führt werden, damit nur der Rest der zu reinigenden Flüssigkeit, nicht aber
auch noch Teile der Hilfsflüssigkeit selbst in die Abflußleitung der Zentrifuge
gelangen. Hierzu kann z. B. ein Behälter mit einem einstellbaren Inhalt benutzt
werden, so daß die Trommel mit wählbaren Mengen an Hilfsflüssigkeit beschickt wird.
-
Als Schlammzentrifuge wird zweckmäßig eine Schleuder verwendet, bei
der auch während der Schlammaustragung die Schließflüssigkeit nicht aus der Schließkammer
verdrängt wird. Diese Schleuder hat gegenüber den bisher bekannten Ausführungen
den Vorteil, daß nur zum Zwecke der Schlammaustragung die Einführung der Steuerflüssigkeit
erforderlich ist. Es werden also nur sehr geringe Mengen an Steuerflüssigkeit benötigt;
bei Entschlainmungsperioden von 2o Minuten (also etwa drei Entschlammungen
je Stunde) I>eispi,els"veis,e stündlich nur 8 1. Außerdem braucht
zur Betätigung des Entschlammungsmechanismus in der Trommel nur ein Absperrorgan
für kurze Zeit geöffnet werden. Durch den Einsatz einer solchen Schleuder kommt
man daher mit maximal fünf Absperrorganen ans.
Das erfindungsgemäße
Verfahren soll im folgenden an Hand der Schemazeic#1mungen erläutert werden.
-
Fig. i zeigt ein -\,'.erfahren, mit Hilfe dessen ein entsäuertes bzw.
verentsäuertes fettes Ül, das noch geringe Mengen an Neutralisationsrückständen
und Restfettsäuren enthält, in ein-er Stufe von den genannten Verunreiniggungen
befreit werden kann.
-
Das 01 befindet sich im Behälter i. In diesem Behälter kann
durch Zugabe von geeigneten Alkalimengen die etwa gewünschte Nachentsäuerung durch
Ausfällen der freien Fettsäuren mit Alkalien ausgeführt werden. Das 01 läuft
dann durch die Leitung -> der Schlammzentrifuge 3 zu. Bei 4 befindet sich
ein Zapfhahn zur Entnahme von Proben, an Hand deren die im Öl enthaltenen
Miengen an Neutralisationsrückständen, etwa durch einen Schleuderversuch mit einer
Becherschleuder oder durch Titrieren, festgestellt werden können. Das gereinigte
Öl verläßt die Trommel der Schlammzentrifuge durch die Leitung
5. Über die Leitung 6
wird der Schlammtrommel die Steuerflüssigkeit
zugeführt, mit deren Hilfe der Entschlammungsvor-- ga ng ausgelöst werden kann.
Die Schlammtrommel sei so ausgeführt, daß die Steuerflüssigkeit nur während
der Dauer der Ausschlammung in die Trommel eingeleitet zu werden braucht, dann sind
die Absperrorgane 7 in der Zuflußleitung und 8 in der Abflußleitung
der Schleuder während der Betriebszeit geöffnet. Das Absperrorgan 9 in der
Zuleitung der Stenerflüssigkeit ist während des Betriebes geschlossen. Zur Ausschlammung
werden die Absperrorgane 7 und 8 geschlossen. Dadurch wird der Durchfluß
der Schleuderflüssigkeit unterbrochen. Sodann öffnet das Absperroirgan
9 in der Zuleitung 6 der Steuerflüssigkeit, der Kolbenschieber verschiebt
sich nach unten und gibt die Schlammaustrittsöffnungen io frei. Der Schlamm-. raum
der Trommel entleert sich durch diese Austrittsöffnungen. Der Eintritt der Steuerflüssigkeit
6
wird durch Schließen des Absperrorgans 9 wieder geschlossen, der
Kolben#schieber kehrt in seine Betriebsstellung zurück und verschließt die Schlammaustrittsöffnungen
io. Nach öffnen der Absperrorgane 7 und 8 ist die Trommel dann erneut
betriebsbereit.
-
Fig. 2 zeigt eine abgewandelte Anordnung, mit Hilfe. deren die vor
der Entschlammung noch in der Trommel verbleibende Restflüssigkeit durch eine spezifisch
sch%verere Hilfsflüssigkeit verdrängt werden kann. Man erreicht dadurch, daß die
vor der Entschlammung noch zwischen den Tellern zurückbleibende Flüssigkeitsmenge
durch den Entschlammungsvorgang nicht verlorengeht. Mit den Ziffern i bis io sind
in Fig. ?- die gleichen Teile der Anlage bezeichnet wie in Fig. i. Die zur
Verdrängung der Restflüssigkeit dienende Hilfsflüssigkeit wird im Hochbehälter ii
gespeichert. Der Hochbehälter ist mit einem einstellbaren Überlauf 12 versehen und
kann wahlweise gemäß der Voreinstellun.g mit verschieden großen Mengen an Hilfsflüssigkeit
gefällt werden. Zum Füllen dient die Leitung 13. Die Ablaufseite- des Behälters
steht über die Leitung 14 mit der Zulauf leitung 2, der Schleud#erflüssigkeit zwischen
Behälter i und SchlammtrOmmel 3 in Verbindung. Zur Regelung der Durchflußmenge
ist in diese Leitung 14 noch eine einstellbare Drosselstelle 15 eingebaut. Man kann
dafür ohne weiteres einen einfachen Durchgang-shahn verwenden, der entsprechend
der gewünschten Durchflußmenge gedrosselt wird.
-
Zur Durchführung des Entschlammungsvorganges wird zunächst das Absperrorgan
7 in der Zulauf leitung 2 der Schleuderflüssigkeit geschlossen. Dann wartet
man. einige Sekunden bis sich der Flüssigkeitsinhalt zwischen den Tellern der Schlammtrommel
einwandfrei geklärt hat. Sodann wird das Absperrorgan 16 in der Zuleitung 14 der
Hilfsflüssigkeit geöffnet. Die Hilfsflüssigkeit läuft nun in der mit Hilfe des Drosselorgans
15 eingestellten Durchflußgeschwindigkeit in die Trommel 3 und drängt den.
Restinhalt der Schleuderflüssigkeit über die Leitung 5 aus der Trommel heraus.
Im Anschluß daran kann die Entschlammung vorgenommen werden. Das Absperrorgan 16
in der Zuleitung der Hilfsflüssigkeit 14 wird geschlossen und das Absperrorgan
9 in der Zuleitung 6 der SteueTflüssigkeit geöffnet. Die Entschlammung
erfolgt in gleicher Weise wie in Verbindung mit Fig. i geschildert. Gleichzeitig
kann über die Leitung 13 der Hochbehälter bereits wieder mit der Hilfsflüssigkeit
gefüllt werden. Dazu wird das Ab-
sperrorgan 17 geöffnet. Der Behälter läuft
bis zur einge.isstellten, überlaufhöhe voll. Tritt die Hilfsflüssigkeit durch den
Überlauf i?- aus, so kann das Absperrorgan 17 wieder geschlossen werden. Inzwischen
ist auch die Entschlammung beendet. Nach Schließen des Absperrorgans 9 kann
daher die Trommel gemäß der in Verbindung mit Fig. i beschriebenen Weise wieder
in Betrieb genommen ,verden.
-
Für die Durchführung des Steuervorganges können vorteilhaft Elektromagnetventile
benutzt werden, die von einem Zeitschaltgerät aus nach einem voreinstellbaren Steuerprogramm.
betätigt werden. Fig. 3 zeigt schematisch ein solches Steuerprogramm für
die in Fig. i gezeigte Anordnung. Auf der Abszissenachse iS sind die Steuerzeiten
aufgetragen. Die Linien ig, 2o und 21 bezeichnen dabei die Betätigung der Absperrorgane
7 in der Zulaufleitung' 8 in der Abflußleitung und 9 in der
Zuleitung der Steuerflüssigkeit (Fig. i). Die stark ausgezogenen Linien bedeuten,
daß das Absperrorgan geschlossen ist, die dünn ausgezogenen Linien deuten auf geöffnete
Absperrorgane hin. Während der Periode:22- ist die Zentrifuge in Betrieb; Zulauf
-und Abfluß sind geöffnet, und die Zufuhr der Steuerflüssigkeit ist unterbrochen.
Bei:23 beginnt der Entschlammungsvorgang. Die Absperrorgane 7 und
8 in der Zulauf- und Abflußleitung der Zentrifuge 3 (Fig. i) werden
nacheinander geschlossen. Kurz darauf öffnet das Absperrorgan 9
in der Zuleitung
der Steuerflüssigkeit (Fig. i) und löst den Entschlammungsvorgang aus. Während der
Periode 2,4 findet die Ausschlammung statt. Kurz darauf ist die Trommel wieder geschlossen
und
kann bei 25 erneut in Betrieb genommen wer.-den. Die Periode #,>6 kennzeichnet
die Betriebszeit nach erfolgter Ausschlammung.
-
In Fig. 4 ist schematisch und beispielsweise das Steuerprogramin der
in Fig.:2 gezeigten Ano#rdnung dargestellt. Auf der Abszissienachse- 18 sind die
Steuerzeiten aufgetragen. Die Linien ig, :2o und 21 bezeichnen wieder die Betätigung
der Absperro#rgane 7 in der Zulaufleitung, 8 in der Abflußleitung
und 9 in der Zuleitung der Steuerflüssigkeit (Fig. 2). Auf den Linien
27 und 28 ist die Betätigung der Absperrorgane 16 in der Zuleitung
kn 14 der Hilfsflüssigkeit und 17 in der Leitung 13 zum Füllen des Hochbehälters
aufgetragen (Fig. 2). Kurz nach dem Schließen des Absperrorgans 7
in der Zulaufleitung
wird zunächst der Zulauf 16 der Hilfsflüssigkeit geöffnet. In der Zeit 29 verdrängt
diese Hilfsflüssigkeit die Restfüllung der Schleuderflüssigkeit aus der Trommel.
Nach erfolgter Verdrängung schIießt das Absperro,rgan 8 in der Abflußleitung,
dann kann im Zeitraum 24 die Entschlammung erfolgen. Gleichzeitig wird im Zeitraum
3o der Hochbehälter für die Hilfsflüssigkeit durch Öffnen des Absperrorgans
17 wieder auf -
gefüllt. Nach Beendigung des Entschlammungsvorganges
ist bei 25 der Betriebszustand wieder erreicht; Zu- und Ablauf zur bzw. von
der Trommel werdengeöffnet, und w#ihrendderPerio,de26 wird die Trominel wieder für
den normalen Betrieb benutzt.
-
Die in Fig. 2 gezeigte Anordnung gewährt zwei weitere Vorteile, die
ebenfalls bei der Speiseölve-rarbeitung von Bedeutung sind, Durch geeignete Be -tätigung
der Absperrorgane 16 und 17 für die Hilfsflüssigkeit kann die Trommel während des
Entschlammuligsvorganges gespült werden. Ferner kann man durch passende Betätigung
des Absperrorgans in der Abflußleitung erreichen, daß auch während des Entschlammungsvorganges
keine Fehler auftreten, insofern Bestandteile der abzuscheidenden Verunreinigungen
oder der Hilfsflüssigkeit in die Abflußleitung gelangen. Diese Möglichkeiten sollen
an Hand der Steuerprogramine in Fig. 5
und 6 gezeigt werden, In Fig.
5 ist ein Steuerprogramm dargestellt, das sich von dem in Fig. 4 gezeigten
nur insofern unterscheidet, als sieh die Öffnungsdauer des Ab-
sperrorgans
16 in der Zuleitung der Hilfsflüssigkeit 14 (Fig. 2) mit der Offnungsdauer des Absperro#rgans
17 in der Leitung 13 zum Füllen des H#ochbehälters teilweise überdeckt. Die
Öffnungsdau,er dieses letztgenannten Absperro#rgans 17 wird dadurch unterteilt in
eine Periode »Spülung« 31, während deren die Hilfsflüssigkeit die geöffnete Schlammtrommel
durchfließt, und »Füllen« 30,
während deren der Hochbehälter bis zur eingestellten
Überlaufhöhe wieder aufgefüllt wird. Man hat nur darauf zu achten, daß die Periode
»Spülen« erst beginnt, wenn die. Trommel geöffnet, d. h. der Entschlammungsvorgang
bereits eingeleitet ist und das Absperrorgan 8 in der Abflußleitung geschlossen
ist.
-
Es kann im praktischen Betrieb vorkommen, daß sich trotz gleichbleibendem
Durchsatz und gleichlangen Betriebszeiten der Zentrifuge zwischen zwei Entleerungen
des Schlammraumes dieser nicht immer mit genau der gleichen Menge an ausgeschleuderten
Verunreinigungen füllt. Man würde also, streng genommen, in geringen Grenzen abweichende
Mengen an Hilfsflüs#sigkeit zur Verdrängung der Restfüllung vor der Entschlammung
benötigen. Die geringen Abweichungen sind aber nicht bekannt. Außerdem kann man
aus betriebswirtschaftlichen Gründen die Einstellung des überlaufes am Hochbehälter
nicht dauernd ändern.
-
Es hat sich gezeigt, daß die geringen Abweichungen durch vorgenannte
Ursachen trotz gleichbleibender Einstellung des ganzen Steuervorganges und der Hilfsflüssigkeitsmengen
dadurch umgangen werden können, daß die Trommel nach ausgeführter Entschlammung
nicht über die Zulaufleitung2, sondern über die Abflußleitung 5 der Zentrifuge
gefüllt wird. Das entsprechende Steuerprogramm zeigt Fig. 6.
-
Das Steuerdiagramm Fig. 6 unterscheidet sich von dem in Fig.
4 dargestellten nur insofern, als das Ab#sperrorgan 8 in der Abflußleitung
früher als das Absperrorgan 7 in der Zulaufleitung (Fig. i) geöffnet wird.
Die Trommel füllt sich daher bei einer solchen Durchführung der Programmsteuerung
während der Periode 32 über die Abflußleitung. Wenn die Abflußleitung wenigstens
auf einem Teilstück als Steigleitung mit freiem Flüssigkeitsaustritt in einem nachgeschalteten
Behälter od. dgl. ausgeführt wird, so kann man durch geeignete Dimensionierung der
Leitungsquers,chnitte leicht erreichen, daß eine bestimmte als Sicherheit dienende
Menge, etwa o,5 bis 1,5 1, vor der erneuten Beschickung der Trommel in diese
zurückfließen. Dadurch wird mit Sicherheit vermieden, daß aus den oben angeführten
Gründen durch den Entschlammungsvorgang unerwünschte Bestandteile in die Abflußwege
der gereinigten Flüssigkeit gelangen.
-
Es ist selbstverständlich, daß das in Fig. 6 dargestellte Steuerprogramm
auch in Verbindung mit dem durch Fig. 5 veranschaulichten, d. h. also
mit Spülung der Trommel während der Ausschlanimung, ausgeführt werden kann, Es hat
sich gezeigt, daß die vorstehend beschriebene erfindungsgemäße Einrichtung mit Vorteil
im Rahmen. eines kontinuierlich ausgeführten Verfahrens, d. h. also bei der
Behandlung von fetten Ölen zum Zwecke der Raffinierung im fließenden Strom, angewendet
werden, kann. Der apparative Aufwand wird, gegenüber den bisher bekannten Anlagen
um ein, wesentliches Maß verringert.
-
Die, in Verbindung mit der vorbeschriebenen. Erfindung benutzte Steuerung
einer Schlammzentrifuge kann ferner in allen denjenigen Fällen mit Erfolg eingesetzt
werden, in denen geringe Mengen in einer Flüssigkeit suspendierter schwerer Verunreinigungen
kontinuierlich ausgeschieden werden sollen und in denen gleichzeitig Flüssigkeitsverluste
so weitgehend wie möglich vermieden werden müssen.