DE968221C - Pneumatische Kippeinrichtung fuer die Ladebruecke eines Lastfahrzeuges - Google Patents
Pneumatische Kippeinrichtung fuer die Ladebruecke eines LastfahrzeugesInfo
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Description
- Pneumatische Kippeinrichtung für die Ladebrücke eines Lastfahrzeuges Die Erfindung betrifft eine pneumatische Kippeinrichtung für die Ladebrücke eines Lastfahrzeuges, insbesondere eines Anhängers für motorisch betriebene Straßenfahrzeuge mit Druckluftbremse.
- Derartige Einrichtungen bestehen im allgemeinen aus wenigstens einem Arbeitszylinder und mehreren Kippluft-Vorratsbehältern, die vom Bremslufterzeuger des Fahrzeuges über den Bremsluft-Vorratsbehälter gespeist werden, wobei ein auf den Bremsdruck eingestelltes Überdruckventil zwischen Bremsluft- und Kippluftbehälter geschaltet ist.
- Da man bei Verwendung von Luft mit gegenüber hydraulischen Anlagen verhältnismäßig geringen Drücken - der Druck ist meist schon durch die Leistungsfähigkeit der Bremsluftanlage begrenzt - arbeiten muß, sind große Luftmengen und damit große Speicherräume notwendig. Aus baulichen Gründen kann aber nicht ein einziger großer Luftvorratsbehälter verwendet werden, es ist vielmehr eine Aufteilung auf mehrere Behälter notwendig, die alle zu gleicher Zeit auf den Kippzylinder arbeiten müssen. Es ist dabei nicht gleichgültig, wie bei einer Kippeinrichtung das Zusammenschalten der Kippluft-Vorratsbehälter unter sich und mit den Arbeitszylindern sowie mit der Bremsanlage erfolgt. Bei einer Kippeinrichtung müssen, um vertretbare Kippzeiten zu erhalten, gegebenenfalls auch um ein sehr plötzliches Kippen zwecks Lockerung des Ladegutes zu ermöglichen, nicht nur sehr große Luftmengen zur Verfügung stehen, sondern es muß auch die Möglichkeit gegeben sein, diese sehr schnell den Arbeitszylindern zuführen zu können. Die Verbindungsleitungen müssen daher möglichst großen Querschnitt haben. Abgesehen davon, daß hierbei obere Grenzen aus baulichen Gründen gezogen sind, und vor allem die Strömungsquerschnitte in dem Absperrorgan die Höhe der Strömungswiderstände bestimmen, genügt diese bekannte Maßnahme nicht. Wenn man nämlich, wie es bei Kippfahrzeugen und auch bei Druckluftbremsanlagen üblich ist, die Luftbehälter hintereinanderschaltet, so tritt eine nicht unerhebliche Verzögerung in der Luftabgabe zum Absperrorgan und zu den Arbeitszylindern ein, weil auch bei luftförmigen Druckmitteln das Nachströmen aus den weiter zurückliegenden Behältern eine gewisse Zeit erfordert und andererseits dadurch, daß die Luft durch die hintereinanderliegenden Querschnittsänderungen auf ihrem verhältnismäßig langen Wege zum Arbeitszylinder auch Strömungswirbel bildet, die die Strömungsgeschwindigkeit noch stärker als enge und lange Leitungswege herabsetzen.
- Die Erfindung vermeidet diese Nachteile und besteht im wesentlichen darin, daß die Kippluft-Vorratsbehälter und der Bremsluft-Vorratsbehälter mittels eigener, voneinander unabhängiger Leitungen an einen gemeinsamen, dem gegenseitigen Druckausgleich dienenden Sammelraum angeschlossen sind, der mit einem zweiten Sammelraum in Verbindung steht, der dem bzw. den Arbeitszylindern vorgeschaltet ist, und daß die beiden Sammelräume mit einem an sich bekannten Regelventil, bestehend aus zwei durch einen gemeinsamen Hebel zu betätigenden Ventilen verbunden sind, von denen das eine zur Regelung des Durchflusses zwischen den beiden Sammelräumen, das andere zur Verbindung des dem Arbeitszylinder bzw. den Arbeitszylindern zugeordneten Sammelraumes mit der Atmosphäre bestimmt ist.
- Durch die erfindungsgemäße parallele Schaltung aller Zu- und Ableitungen an gemeinsame Sammelräume sind die Strömungswiderstände unter Berücksichtigung der durch den Gesamtaufbau des Fahrzeuges gezogenen Grenzen auf ein Mindestmaß reduziert.
- Die Sammelräume und das Regelorgan können dabei vorteilhaft in einem gemeinsamen Gehäuse zu einer baulichen Einheit zusammengefaßt sein. Dabei können in diesem Gehäuse zwei hintereinanderliegende Sammelräume gebildet sein, wobei das den Durchfluß zwischen den Sammelräumen regelnde Ventil des Regelorgans eine in der Trennwand angeordnete Durchgangsöffnung verschließt. Für die Ansprüche 2 bis 4 wird dabei Schutz nur im Zusammenhang mit dem Hauptanspruch begehrt.
- Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung werden in der Beschreibung der ein Ausführungsbeispiel darstellenden Zeichnung näher erläutert.
- Fig. I zeigt die erfindungsgemäß ausgebildete Kippanlage eines Anhängerfahrzeuges in schematischer Darstellung; Fig. 2 ist ein Längsschnitt durch das die beiden Sammelräume und das verbindende Regelorgan aufnehmende Gehäuse.
- Von dem Motorfahrzeug wird die Bremsanlage und die Kippeinrichtung des Anhängerfahrzeuges über den Kupplungsschlauch I und das Steuerventil mit Bremskraftregler 2 mit Druckluft versorgt. Die Bremsanlage besteht aus den Bremszylindern 4, welche über die Leitungen 5 und 6 angeschlossen sind. Zur Bremsanlage gehört fernerhin der über die Leitung 7 angeschlossene Druckluft-Vorratsbehälter B.
- Die Kippanlage besteht aus einem Arbeitszylinder g, zwei Luftbehältern Io und II, einem Regelorgan 12 und den erforderlichen Zu- und Ableitungen. Der Arbeitszylinder g ist durch die Leitung 14 und die beiden Behälter Io und II sind durch die Zuleitungen 15 und 16 parallel auf einen Verteiler 13 geschaltet. In den Verteiler 13 mündet ebenfalls die Speiseleitung 17, so daß auch diese parallel zur den Behältern Io und II und dem Arbeitszylinder g liegt. Die Speiseleitung versorgt die Kippeinrichtung aus der Bremsanlage mit Luft, und zwar über ein Überdruckventil 18 aus dem Druckluftbehälter 8 der Bremsanlage.
- Das Steuerorgan 12, welches in Fig. 2 im Schnitt dargestellt ist, besitzt einen Sammelraum I9, an welchen die beiden Behälter Io und II über die Leitungen 15 und 16 sowie die Speiseleitung 17 angeschlossen sind. Die Leitungen sind an die verschiedenen auf dem Umfang verteilten Anschlußstutzen 2o angeschlossen. Unter dem Sammelraum I9 ist eine weitere Kammer, als Sammelraum 21 bezeichnet, vorgesehen. An diesem Sammelraum ist die Leitung 14 zum Kippzylinder g angeschlossen. Im Falle mehrere Kippzylinder vorhanden sind, sind die entsprechenden Zuleitungen 14, jede für sich, von den Kippzylindern bis zum Sammelraum durchgeführt. Die Wandung 22 zwischen den beiden Sammelräumen besitzt einen Durchgang 25, der durch das durch die Feder 23 belastete Ventil 24 gesteuert wird. Der Sammelraum 21 hat eine Durchtrittsöffnung 26, die als Entlüftung ins Freie führt und durch das durch die Feder 27 belastete Ventil 28 gesteuert wird. Die Steuerung erfolgt durch einen Bedienungshebel 29, der um einen Bolzen 30 schwenkbar gelagert ist und Exzenterflächen 3I und eine Anschlagnase 34 aufweist, die mit den Ventilspindeln 32 bzw. 33 der beiden Ventile 28 bzw. 24 zusammenarbeiten. Die Ventile können auch übereinandermontiert sein.
- Die Fig. 2 zeigt das Steuerorgan in Ruhestellung, wobei durch die Exzenterfläche 3 i das Ventil 28 gelüftet ist, während das Ventil 24 unter dem Druck der Feder 23 und zusätzlich unter dein Druck der Luft aus den Behältern io und i i sowie aus der Speiseleitung 17 geschlossen ist. Durch das in Entlüftungsstellung stehende Ventil 28 sind die Leitungen 14 des oder der Arbeitszylinder auf Entlüftung geschaltet, so daß während der Fahrt ein ungewolltes Kippen nicht eintreten kann, selbst dann nicht, wenn aus irgendeinem unvorhergesehenen Grunde das Ventil 24 undicht geworden sein sollte. Beim Schwenken des Bedienungshebels 29 um go° nach oben schließt sich das Entlüftungsventi128, und das Durchgangsventil 2,4 gibt den Durchgang 25 vom Sammelraum i9 zum Sammelraum 21 frei. Die gleichzeitig aus den Behältern Io, II und der Speiseleitung 17 in den Sammelraum I9 einströmende Luft tritt über den Durchgang 25 und die Leitungen 14 in den oder die Kippzylinder 9. Zwischen den beiden beschriebenen Endstellungen des Bedienungshebels 29 ist ein Zwischenbereich vorhanden, in welchem das Entlüftungsventil bereits geschlossen, das Durchgangsventil aber noch nicht geöffnet ist. Hierdurch ist die Möglichkeit gegeben, innerhalb dieses Bereiches das Kippen weiter fortzusetzen bzw. zurückzukippen.
Claims (3)
- PATENTANSPRÜCHE: I. Pneumatische Kippeinrichtung für die Ladebrücke eines Lastfahrzeuges, insbesondere eines Anhängers für motorisch betriebene Straßenfahrzeuge mit Druckluftbremse, bestehend aus wenigstens einem Arbeitszylinder und mehreren Kippluft-Vorratsbehältern, die vom Bremslufterzeuger des Fahrzeuges über den Bremsluft-Vorratsbehälter gespeist werden, wobei ein auf den Bremsdruck eingestelltes Überdruckventil zwischen Bremsluft- und Kippluftbehälter geschaltet ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Kippluft-Vorratsbehälter (Io, II) und der Bremsluft-Vorratsbehälter (8) mittels eigener, voneinander unabhängiger Leitungen (15, 16, 17) an einen gemeinsamen, dem gegenseitigen Druckausgleich dienenden Sammelraum (I9) angeschlossen sind, der mit einem zweiten Sammelraum (21) in Verbindung steht, der dem bzw. den Arbeitszylindern (9) vorgeschaltet ist, und daß die beiden Sammelräume mit einem an sich bekannten Regelventil, bestehend aus zwei durch einen gemeinsamen Hebel (29) zu betätigenden Ventilen (24, 33 bzw. 28, 32), verbunden sind, von denen das eine (24, 33) zur Regelung des Durchflusses zwischen den beiden Sammelräumen (I9, 21), das andere (28, 32) zur Verbindung des dem bzw. den Arbeitszylindern (9) zugeodneten Sammelraumes (21) mit der Atmosphäre bestimmt ist.
- 2. Kippeinrichtung nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, daß die Sammelräume (I9, 21) und das Regelorgan. zu einer baulichen Einheit in einem gemeinsamen Gehäuse (13) zusammengefaßt sind.
- 3. Kippeinrichtung nach den Ansprüchen I und 2, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Gehäuse (13) durch eine Trennwand (22) zwei hintereinanderliegende Sammelräume (I9, 21) gebildet sind und daß das den Durchfluß regelnde Ventil (24, 33) eine in der Trennwand angeordnete Durchgangsöffnung (25) verschließt. Kippeinrichtung nach den Ansprüchen I bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Betätigungshebel (29) unmittelbar am Gehäuse (13) gelagert ist und mittels nockenartiger Ansätze (31, 34) auf die freien Enden der mit zueinander parallelen Schäften (32, 33) angeordneten Ventile einwirkt. 5. Kippeinrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Schaft (32) des Ventils (28) zur Entlüftung mit dem auf ihn einwirkenden Ansatz (31) des Betätigungshebels (29) ein die Öffnungsstellung des Ventils selbsttätig verriegelndes Gesperre bildet. 6. Pneumatische Kippeinrichtung nach den Ansprüchen i bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Ventile (24, 25 bzw. 26, 28) übereinander angeordnet sind. In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschriften Nr. 887 479, 143 948 deutsches Gebrauchsmuster Nr. I 5oi 126; »Automobiltechn. Handbuch« v. B u s s i e n , 16. Auflage.
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| DE968221C true DE968221C (de) | 1958-01-30 |
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| DEK15819A Expired DE968221C (de) | 1950-11-10 | 1950-11-10 | Pneumatische Kippeinrichtung fuer die Ladebruecke eines Lastfahrzeuges |
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| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE968221C (de) |
Citations (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE143948C (de) * | ||||
| DE887479C (de) * | 1944-09-12 | 1953-08-24 | Hans Zoeller | Steuerorgan fuer pneumatische Muelltonnenkipper mit einem Hub- und einem Kippzylinder |
| DE1501126A1 (de) * | 1965-08-27 | 1969-10-23 | Siemens Elektrogeraete Gmbh | Kuehlschrank mit je einem Verdampfer fuer Tiefkuehlfach und Normalkuehlfach |
-
1950
- 1950-11-10 DE DEK15819A patent/DE968221C/de not_active Expired
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE143948C (de) * | ||||
| DE887479C (de) * | 1944-09-12 | 1953-08-24 | Hans Zoeller | Steuerorgan fuer pneumatische Muelltonnenkipper mit einem Hub- und einem Kippzylinder |
| DE1501126A1 (de) * | 1965-08-27 | 1969-10-23 | Siemens Elektrogeraete Gmbh | Kuehlschrank mit je einem Verdampfer fuer Tiefkuehlfach und Normalkuehlfach |
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