DE970132C - Verfahren zur Umwandlung von Kieselsaeurehydrogel in Kieselsaeurehydrosol - Google Patents

Verfahren zur Umwandlung von Kieselsaeurehydrogel in Kieselsaeurehydrosol

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DE970132C
DE970132C DEM6814A DEM0006814A DE970132C DE 970132 C DE970132 C DE 970132C DE M6814 A DEM6814 A DE M6814A DE M0006814 A DEM0006814 A DE M0006814A DE 970132 C DE970132 C DE 970132C
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Henry S Trail
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    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01BNON-METALLIC ELEMENTS; COMPOUNDS THEREOF; METALLOIDS OR COMPOUNDS THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASS C01C
    • C01B33/00Silicon; Compounds thereof
    • C01B33/113Silicon oxides; Hydrates thereof
    • C01B33/12Silica; Hydrates thereof, e.g. lepidoic silicic acid
    • C01B33/14Colloidal silica, e.g. dispersions, gels, sols
    • C01B33/141Preparation of hydrosols or aqueous dispersions

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Description

  • Verfahren zur Umwandlung von Kieselsäurehydrogel in Kieselsäurehydrosol Die vorliegende Erfindung betrifft verbesserte Verfahren zur Herstellung von Kieselsäurehydrosolen aus Kieselsäurehydrogelen.
  • Es ist bekannt, Kieselsäuregel durch Erhitzen mit alkalischen Stoffen in Kieselsäurehydrosole umzuwandeln. Bei Verwendung von wässrigen alkalischen Lösungen tritt hierbei Verdünnung des Sols durch das Lösungswasser ein. Man hat deshalb auch schon das Alkali in Form von Ammoniakgas angewendet oder die Gele mit Alkalilösungen nur vorbehandelt. Bei allen diesen Verfahren tritt jedoch eine starke Bildung von Ablagerungen auf den Wärmeaustauschflächen und von Schlamm ein.
  • Dies wird erfindungsgemäß dadurch verringert, daß man zunächst ein Gemisch aus einem praktisch neutralen Kieselsäurehydrogel, das praktisch frei von Elektrolyten ist, und einem hitzebeständigen, alkalisch reagierenden Kieselsäurehydrosol, das mindestens o,oo5 h-Zol freies Alkali auf je i Mol der in dem Kieselsäurehydrosol enthaltenen Kieselsäure enthält, herstellt, wobei das Gemisch je nach dem Autoklavendurchmesser mindestens o,z5 Gewichtsteile bis mindestens i Gewichtsteil Hydrosol auf je i Gewichtsteil Hydrogel enthält; und daß anschließend dieses Gemisch in einem druckfesten Gefäß oder Behälter, z. B. in einem Autoklav, bei einer über ia5 ° C liegenden Temperatur erhitzt wird, wobei ein Sieden des Gemisches praktisch verhindert wird, bis das Kieselsäurehydrogel in Kieselsäurehydrosol umgewandelt ist: Hierbei ist nur ein i= bis 8stündiges Erhitzen erforderlich, wodurch die Bildung von Schlamm und Ablagerungen in dem Gefäß oder Behälter weitgehend verhindert wird.
  • Nachdem nahezu alles Kieselsäurehydrogel zu Kieselsäurehydrosol umgewandelt worden ist, wird die Erhitzung unterbrochen und der Inhalt des Autoklavs unter Verwendung des Überdruckes, den man innerhalb des Autoklavs für diesen Zweck erzeugt, ausgeblasen. Das sich ergebende Kieselsäurehydrosol wird dann in einem Kessel aufgefangen und vor dem Verpacken zentrifugiert, um kleine Mengen von nicht umgewandeltem Gel oder Schlamm zu entfernen, und kann dann gelagert und/oder verpackt werden. Das vorstehende Verfahren ist im besonderen für den Großbetrieb bestimmt. Es ermöglicht die Herstellung von Kieselsäurchydrosolen in großen Autoklaven und vermeidet dabei die Bildung von Ablagerungen auf den Autoklavenwänden erheblich. Auch wird der Schlammgehalt des Endproduktes wesentlich vermindert.
  • Die anzuwendenden Kieselsäurehydrosolmengen, die eine schnelle Wärmeübertragung von den Autoklavenwänden zu dem Gemisch von Kieselsäurehydrogel und Kieselsäurehydrosol bewirken, können in Abhängigkeit von der Größe und Form des Autoklavs oder anderer verwendeter Druckkessel. der Erwärmungszeit und der angewandten Temperatur und der Konzentration des Kieselsäurehydrogels und Kieselsäurehydrosols erheblich variiert werden. Es wurde festgestellt, daß Größe und Form des verwendeten Autoklavs von beträchtlicher Wirkung auf das Kieselsäurehydrosol-Kieselsäurehydrogel-Verhältnis sind, das in dem oben beschriebenen Verfahren verwandt wird. So ist es in einem Autoklav, der einen Durchmesser von 30,5 cm hat, möglich, das Verhältnis des Kieselsäurehydrosol5 zum Kieselsäurehydrogel niedrig zu halten, d. h. c. B. etwa o,25 bis 0,3 Teile Kieselsäurehydrosol für jeden Teil Kieselsäurehydrogel. Andererseits hat sich herausgestellt, daß etwa o,5 bis i Teil Kieselsäurehydrosol auf jeden Teil Hydrogel in einem Autoklav, der einen Durchmesser über 30,5 cm hat, ein befriedigendes Ergebnis ergibt. Es wird im Großbetrieb bevorzugt, wenigstens 0,3 Teile Kieselsäurehydrosol für jeden Teil Kieselsäürehydrogel zu verwenden, der in den Autoklav eingebracht wird. Größere Mengen Kieselsäurehydrosol können auf jeden Fall verwendet werden. Jedoch bieten außer der Verringerung der erforderten Erwärmungszeit solche Mengen keinen besonderen Vorteil und haben den Nachteil, die Wirksamkeit des Verfahrens zu vermindern.
  • Es ist erforderlich, daß das in dem Verfahren verwendete Kieselsäurehydrosol alkalisch reagiert, d. h. freies Alkali enthält. Die Menge des in dem Kieselsäurehydrosol vorhandenen freien Alkalis kann in einem bestimmten Umfang variiert werden in Abhängigkeit von der Erwärmungszeit, dem erwünschten pH in dem Endprodukt und der anfänglich in die Anlage eingebrachten Kieselsäurehydrogelmenge. Befriedigende Ergebnisse werden durch Verwendung eines alkalisch reagierenden Kieselsäurehydrosols erhalten, das wenigstens o,oo5 Mol freies Alkali für jedes Mol Kieselsäure in dem Kieselsäurehydrogel enthält. Wenn kleinere Mengen der alkalisch reagierenden Verbindung vorhanden sind, ergibt sich im allgemeinen eine unvollständige Umwandlung von Hydrogel zu Hydrosol. Es ist im allgemeinen erwünscht, hohe Konzentrationen des freien Alkalis in dem Kieselsäurehv drosol zu vermeiden, da hierdurch nicht nur die Haltbarkeit des Hydrosols herabgesetzt wird, sondern auch die Umwandlung des Kieselsäurehydrogels in Kieselsäurehydrosol behindert wird. Befriedigende Ergebnisse sind gemäß der Erfindung durch Verwendung eines Kieselsäurehydrosols erhalten worden, das o,oi Mol freies Alkali für jedes Mol Kieselsäure enthält, das in dem Kieselsäurehydrogel enthalten ist. Beim Arbeiten mit den oben angeführten Mengenanteilen an freiem Alkali ist es möglich, Kieselsäurehydrosole herzustellen, die ein pH zwischen etwa 8,5 und io,5 haben. Es wird jedoch bevorzugt, so viel freies Alkali in dein Kieselsäurehydrosol zu verwenden, daß es ausreicht, das Kieselsäurehydrogel- und Kieselsäurehydrosolgeinisch in ein Kieselsäurehydrosol umzuwandeln, das ein pti zwischen 9,5 und io,2 hat.
  • Als Beispiel für freies Alkali abgebende Verbindungen, die in dem Kieselsäurehv drosol verwendbar sind, können Alkalisilikate erwähnt. werden, wie Natriumsilikat, Kaliumsilikat u. dgl., Alkalihydroxyde, wie Natriumhydroxyd, Kaliumhydroxyd u. dgl., und quaternäre Ammoniumhydroxyde, wie Trimethylbenzylammoniumhydroxyd, Tetramethylammoniumhydroxyd u. dgl. Ammoniak, Ammoniumhydroxyd, Alkalicarbonate, wie Natrium-und Kaliumcarbonat, und andere Stoffe, die in wässrigen Lösungen ionisieren und Hydroxylionen bilden, sind ebenfalls zur Verwendung in der vorliegenden Erfindung tauglich. Es wird jedoch bevorzugt, Alkalisilikate und im besonderen Natrium -silikat zuzugeben, tim eine ausreichende Menge von freiem Alkali in das Verfahren einzuführen, da hierbei gleichzeitig Kieselsäure eingeführt wird und das Produkt nicht im gleichen Ausmaß verdünnt wird, als wenn andere freies Alkali abgebende Verbindungen verwendet werden.
  • Bei der Ausführung der vorliegenden Erfindung ist es allgemein erwünscht. das Gemisch von Kieselsäurehydrogel und Kieselsäurehydrosol auf Temperaturen zu erwärmen, die den Dampfdrücken von 4,22 bis 14,0 kg/cm2 entsprechen. Temperaturen, die den Dampfdrücken von 12,66 bis 14,0 kg/cm2 entsprechen, sind vorzuziehen, da die Umwandlungsgeschwindigkeit des Kieselsäurehydrogels zu Kieselsäurehydrosol bei solchen Temperaturen größer ist. Die Erwärmungsdauer kann in Abhängigkeit von der Größe und Form des verwendeten Autoklavs und der angewandten Temperatur beträchtlich variiert werden. Im allgemeinen wird eine nahezu vollständige Umwandlung des Kieselsäurehydrogels zu Kieselsäurehydrosol in i -bis 8 Stunden bewirkt, in Abhängigkeit von der Größe und Form des Autoklavs und von der Kieselsäurekonzentration des Hydrogels. Jedoch sind längere Erwärmungszeiten nicht notwendigerweise nachteilig und können in einigen Fällen sogar in Abhängigkeit von der Art des hergestellten Hydrosols und von der Größe und Form des verwendeten Autoklavs .erwünscht sein.
  • Ein Sieden des Kieselsäurehydrogel-Kieselsäurehydrosol-Gemisches sollte während der Dauer des Erhitzens verhindert werden, da sonst die Bildung von »Schlamm« begünstigt wird. »Schlamm« ist ein hierin verwendeter Ausdruck zur Bezeichnung einer nicht dispergierbaren, gelatineartigen Art von Ausfällung, die bei Herstellung von Kieselsäurehydrosol beim Auslassen des Inhalts des Autoklavs oder ähnlichen Druckkessels erhalten wird. Das Sieden des Gemisches wird gemäß vorliegender Erfindung im wesentlichen dadurch verhindert, daß ein geschlossener Autoklav, der mit Hydrogel und Hydrosol gefüllt ist, oder ein entsprechender Autoklav, der nur etwa io °/o freies Volumen hat, verwendet wird oder daß Frischdampf in den freien Raum im Autoklav über der Oberfläche des Gemisches von Kieselsäurehydrogel und Kieselsäurehydrosol gedrückt wird. Bei der Anwendung von Frischdampf sollte Dampf verwendet werden, der eine Temperatur hat, die mindestens gleich oder höher ist als die Temperatur des Kieselsäurehydrogel-Kieselsäurehydrosol-Gemisches. Hierdurch wird die Kondensation des Dampfes und die nachfolgende Verdünnung des Produktes vermieden.
  • Die in den Verfahren der vorliegenden Erfindung verwendeten Kieselsäurehydrogele können nach verschiedenen Verfahren hergestellt werden. Es ist jedoch wichtig, daß sie im wesentlichen neutral sind, d. h. im wesentlichen frei von Säure sind und wenig oder kein Salz oder Elektrolyten enthalten. Die Größe der Kieselsäurehydrogelteilchen kann in Abhängigkeit von der Größe und Form des verwendeten Autoklavs etwas variiert werden. Im allgemeinen sollten Stücke oder Klumpen von Kieselsäurehydrogel, die größer als etwa 2,5 cm2 sind, nicht verwendet werden wegen der dabei auftretenden Schwierigkeit, sie von Salzen und Säure freizuwaschen. Ferner erfordern große Klumpen zur vollständigen Umwandlung zu Kieselsäurehydrosol lange Erwärmungszeiten.
  • Ein brauchbares Verfahren zur Herstellung von Kieselsäurehydrogelen der Art, die zur Verwendung in der vorliegenden Erfindung geeignet und beschrieben ist, besteht darin, eine wässrige Lösung eines Alkalisilikates, wie Natrium- und/oder Kaliumsilikat, vorzugsweise Natriumsilikat, zu einer Mineralsäure, wie Schwefelsäure, Salzsäure u. dgl., unter kräftigem Rühren hinzuzufügen und mit der Hinzufügung aufzuhören, während das Produkt noch sauer reagiert. Vorteilhaft stellt man sauer reagierende Gemische her, die ein PH zwischen etwa a und q. haben. Dieses Gemisch setzt sich bald zu einem Gel ab. Das Gel läßt man mehrere Stunden sich absetzen, und es wird dann in Klumpen zerstoßen. Die Gelklumpen werden dann mit Wasser gewaschen, bis sie wesentlich frei von Salzen oder Elektrolyten und nahezu neutral sind. Das so hergestellte Kieselsäurehydrogel ist nun zur Verwendung in den Verfahren der vorliegenden Erfindung fertig. Bei Anwendung des obigen Verfahrens ist es möglich, Kieselsäurehydrogele herzustellen, die verschiedene Kieselsäurekonzentrationen enthalten. Kieselsäurehydrogele, die zwischen 9 und 14 °/o Kieselsäure enthalten, sind im allgemeinen zur Verwendung bei dem Verfahren in der vorliegenden Erfindung am besten geeignet.
  • Die hitzebeständigen alkalisch reagierenden Kieselsäurehydrosole, die zusammen mit dem Kieselsäurehydrogel in der vorliegenden Erfindung verwendet werden, können in verschiedener Weise hergestellt werden, z. B. in der Weise, daß erst ein Hydrogel durch Umsetzen einer Säure mit einem wasserlöslichen Silikat hergestellt wird, worauf das sich ergebende Gel mit Wasser gewaschen wird, um die während der Reaktion gebildeten Elektrolyten zu entfernen, daß dann das Gel mit einer schwachen wässrigen Lösung von Natriumhydroxyd bedeckt wird und daß, nachdem das Gel aus der Lösung entfernt worden ist, das Gel erhitzt wird, wobei die Verdampfung von Wasser vermieden wird, bis im wesentlichen alles Gel zu einem Sol umgewandelt ist. Ein solches Verfahren ist ausführlich in der USA.-Patentschrift a 375 738 beschrieben. Derartiges Kieselsäurehydrosol kann auf den erforderlichen Gehalt an freiem Alkali dadurch gebracht werden, daß geeignete Mengen einer oder mehrerer vorstehend beschriebener alkalisch reagierender Verbindungen zugesetzt werden. Kieselsäurehydrosole, die nach den hier beschriebenen Verfahren hergestellt sind, können ebenfalls verwendet werden.
  • Die zwei Arten von Kieselsäurehydrosolen, die unmittelbar vorstehend beschrieben sind, werden in den Verfahren der vorliegenden Erfindung bevorzugt verwendet, da sie weitgehend beständig sind und nicht merklich durch Hitze angegriffen werden. Es ist jedoch auch möglich, andere alkalisch reagierende Kieselsäurehydrosole zu verwenden, die hitzebeständig sind. So ist es möglich, Kieselsäurehydrosole zu verwenden, die dadurch hergestellt worden sind, daß erst verdünnte Wasserlösungen von NTatriumsilikat durch eine Packung einer Kationenaustauschmasse wie Zeolith geleitet wird und daß dann die sich ergebende kolloide Lösung konzentriert wird. Es können auch Kieselsäurehydrosole verwendet werden, die durch die Dialyse eines sauer reagierenden Gemisches von Natriumsilikat und Schwefelsäure hergestellt und dann alkalisiert und weiterdialysiert worden sind. Beide vorstehend beschriebenen Kieselsäureb ydrosole können durch eine vorangehende Wärmebehandlung hitzebeständig gemacht werden.
  • Es ist im allgemeinen möglich, die oben beschriebenen Kieselsäurehydrosole in verschiedenen Konzentrationen herzustellen, so daß sie zwischen etwa 3 und 2o °/o SiO2 enthalten. Solche Hydrosole können in dem hierin beschriebenen Verfahren unmittelbar verwendet werden, wenn ihre Menge dem Gehalt an freier basischer Verbindung angepaßt wird. Wenn es erwünscht ist, konzentrierte Kieselsäurehydrosole gemäß der vorliegenden Erfindung herzustellen, verwendet man vorteilhaft alkalisch reagierende Kieselsäurehydrosole, die mehr als to % Si02 enthalten.
  • In den folgenden Beispielen sind Teile und Prozente auf das Gewicht bezogen.
  • Beispiel I A. Herstellung von Kieselsäurehydrosol I 137 Teile H2S04 von 66° Be wurden mit 716 Teilen Wasser verdünnt und in ein Mischgefäß eingebracht. Dann wurde eine Silikatlösung durch Verdünnen von 944 Teilen einer Natriumsilikatlösung (Analyse 8,9 % Na20 und 29 % Si02) mit 754 Teilen Wasser hergestellt. Die Silikatlösung wurde dann zu der Schwefelsäurelösung unter Rühren hinzugefügt. Nachdem die Gesamtmenge zugegeben war, wurde das Rühren eingestellt, und das Gemisch setzte sich alsbald als Gel ab. Das Gel blieb 16 Stunden stehen, und die gebildete Flüssigkeit wurde dann von dem Gel abgezogen. Das abgesetzte Gel wurde zu Klumpen von 2,5 cm Durchmesser gestoßen, und die Gelklumpen wurden dann mit fließendem Wasser 16 Stunden lang gewaschen. Das gewaschene Gel wurde dann mit i5oo Teilen Wasser, das 1,8 Teile I\?aOH enthielt, überschichtet. Nach 6stündigem Stellen wurde die überschüssige Lösung abgezogen und das Gel in einen Autoklaven gebracht. Das Gel wurde 3 Stunden mit Dampf von 15 kg/cm2 absolutem Druck im Mantel des Autoklavs erhitzt. Der Inhalt des Autoklavs wurde dann ausgeblasen, und das sich ergebende Hydrosol zentrifugiert. Das Sol ergab bei der Analyse etwa 12,5'/o Si 02, 0,05'10 Nag S 04 und 0,075"/o NaÖ H. Es hatte ein pH von etwa 9,2. Dieses Sol wurde durch Verdampfen konzentriert, bis es etwa 150/0 Si02 enthielt.
  • B. Herstellung von Kieselsäurehydrogel 6265 Teile einer wäßrigen Lösung, die 19,2% Natriumsilikat (Analyse i Teil Na20 auf 3,1 Teile Si02) enthielt, wurden unter gründlichem Rühren zu 420o Teilen wäßriger Salzsäurelösung (die 139o Teile 31% H Cl enthielt) hinzugefügt. Der Zusatz von Natriumsilikat wurde unterbrochen, als das pH des sich ergebenden Gemisches etwa 4 war (Glaselektrode). Die Temperatur des Gemisches wurde beim Mischen und darauf auf etwa 22° C gehalten. Das Gemisch wurde dann zu einem Gel während eines Zeitraums von 6 Stunden abbinden gelassen, und das Gel wurde dann zu Klumpen von 1,3 bis 2,5 cm Durchmesser aufgebrochen oder zerstoßen. Die Gelklumpen wurden 14 Stunden lang mit Wasser von 21' C gewaschen. Hiernach war das Gel wesentlich frei von Natriumchlorid und anderen Elektrolyten. Es enthielt etwa i 1,6 % S'02.
  • C. Herstellung von Kieselsäurehydrosol II iioo Teile Kieselsäurehydrosol I (hergestellt wie vorstehend unter A), die etwa 0,075'/o NaOH enthielten, wurden durch Zusatz einer io%igen Natriumsilikatlösung auf ein pH von 10,5 (Glaselektrode) eingestellt. Die erhaltene Lösung enthielt etwa o,246% an freier basischer Verbindung, als NaOH berechnet. Die kolloide Lösung wurde in einen Dampfmantelautoklav eingebracht. Dann wurden 2188 Teile Kieselsäurehydrogel (hergestellt wie vorstehend unter B beschrieben) in den Autoklav eingebracht. Der Autoklav hatte ein Fassungsvermögen .von etwa 231 cfn2 und war mit der vorstehenden Beschickung im wesentlichen gefüllt. Der Autoklavenmantelwurde mit Dampf von 14,o kg/ cm2 Druck erhitzt, und in das Innere des Autoklavs, oberhalb der Füllung, wurde ebenfalls Dampf von 14,0 lcg/cm2 eingedrückt. Der Autoklav wurde 11/4 Stunden lang erhitzt, worauf die Füllung abgekühlt und aus dem Autoklav abgelassen wurde. Das erhaltene Produkt bestand nahezu völlig aus Kieselsäurehydrosol und enthielt nur etwa o,5 % des Volumens Schlamm. Der Autoklav war im wesentlichen frei von Krusten und Schlamm. Das Produkt hatte ein PH von etwa 9,5 (Glaselektrode) und enthielt o,o58fl/o freie basische Verbindung, als Na0 H berechnet.
  • Das vorstehend beschriebene Verfahren kann in dem gleichen Autoklav in einer großen Zahl von Beschickungen wiederholt werden, z. B. bis zu 5o Beschickungen, bevor ein Entkrusten des Autoklavs erforderlich ist, wohingegen bei der Herstellung von Kieselsäurehydrosol I (am Anfang dieses Beispiels) der Autoklav nur für fünf Gänge benutzt werden kann, bevor ein Entkrusten erforderlich ist.
  • Beispiel II Ein Dampfmantelautoklav (71 cm innerer Durchmesser und 335 cm Länge) wurde beinahe vollständig mitKieselsäurehydrogel (hergestellt wie unterB im Beispiel I) und Kieselsäurehydrogel II (das gemäß Beispiel I hergestellte Produkt), das mit fo% Natriumsilikatlösung auf pH io,5 eingestellt worden ist, gefüllt, wobei 2 Teile Gel auf jeden Teil Hydrosol verwendet wurden. Der Autoklavenmantel wurde mit Dampf von 14,0 kg/cm° Druck erhitzt und in das Innere des Autoklavs über der Füllung wurde Dampf mit 14,0 kg : cm2 gedrückt. Der Inhalt des Autoklavs wurde 8 Stunden lang erhitzt und dann aus dem Autoklav ausgeblasen. Das sich ergebende Kieselsäurehydrosol enthielt etwa 1% des Volumens an Schlamm, der schnell durch Zentrifugieren entfernt wurde. Das Hydrosol hatte ein PH von etwa 9,5. Der Autoklav war wesentlich frei von Schlamm und Ansätzen.
  • Ein Kieselsäurehydrosol, das in dem gleichen Autoklav gemäß dem Verfahren hergestellt war, das für Kieselsäurehydrosol I wie im Beispiel I beschrieben ist, enthielt etwa io% des Volumens an Schlamm, der schwierig von dem Hydrosol abzutrennen war. Ferner zeigte sich in dem Äutoklav eine erhebliche Kruste auf der Wärmeaustauschfläche.
  • Kieselsäurehydrosole, die gemäß den hierin beschriebenen Verfahren hergestellt worden sind, sind für eine Vielzahl von Verwendungen geeignet und bis zu 12 Monaten und länger haltbar. Man kann aus Verdampfungen und durch Destillation im Vakuum hohe Kieselsäurekonzentrationen erzielen, und sie können leicht mit Wasser ohne Ausfällung von Kieselsäure verdünnt werden. Durch sorgfältiges Zusetzen von Säure erhält man sauer reagierende Sole. Diesen Hydrosolen können organische Lösungsmittel zugesetzt werden und man erhält sauer oder alkalisch reagierende Organohydrosole.
  • Die erfindungsgemäß hergestellten Kieselsäurehydrosole können für Packpapier zur Verbesserung der Schlupffestigkeit von Textilfabrikaten und Ig eknüpften Waren und zur Verbesserung der Festigkeit von Baumwolle, Wolle und anderen Garnen durch Zusetzen der Sole zu den Fasern vor dem Spinnen verwendet werden. Solche Kieselsäurehydrosole sind für viele andere bekannte Zwecke brauchbar.

Claims (7)

  1. PATENTANSPRÜCI3M i. Verfahren zur Umwandlung von Kieselsäurehydrogel in Kieselsäurehydrosol, dadurch gekennzeichnet, daß zunächst ein Gemisch aus einem praktisch neutralen Kieselsäurehydrogel, das praktisch frei von Elektrolyten ist, und einem hitzebeständigen, alkalisch reagierenden Kieselsäurehydrosol, das mindestens o,oo5 Mol freies Alkali auf je i Mol der in dem Kieselsäurehydrosol enthaltenen Kieselsäure enthält, hergestellt wird, wobei das Gemisch je nach dem Autoklavendurchmesser mindestens o,25 Gewichtsteile bis mindestens i Gewichtsteil Hvdrosol auf je i Gewichtsteil Hydrogel enthält, und daß. anschließend dieses Gemisch in einem druckfesten Gefäß oder Behälter, z. B. in einem Autoklav, auf eine über 125° C liegende Temperatur erhitzt wird, wobei ein Sieden des Gemisches praktisch verhindert wird, bis das Kieselsäurehydrogel in Kieselsäurehvdrosol umgewandelt ist.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß in dem druckfesten Gefäß oder Behälter die Temperatur auf Werten gehalten wird, die Dampfdrücken zwischen etwa 4,22 bis 14 kg/cm? entsprechen.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Hydrosol zwischen etwa o,oo5 und o,oi Mol freies Alkali auf jedes Mol der Kieselsäure in dem Kieselsäurehydrogel enthält.
  4. 4.. Verfahren nach Anspruch i bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß ein Kieselsäurehydrosol verwendet wird, das infolge eines Zusatzes von Natriumsilikat alkalisch reagiert.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch i bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß ein Kieselsäurehydrosol verwendet wird, das infolge eines Zusatzes von Kaliumsilikat alkalisch reagiert.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch i bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß ein Kieselsäurehydrosol verwendet wird, das infolge eines Zusatzes von Natriumhydroxyd alkalisch reagiert.
  7. 7. Verfahren nach Anspruch i bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Sieden des Gemisches dadurch verhindert wird, daß Frischdampf von wenigstens 4,22 kg/cm2 in die geschlossene Anlage eingeführt wird. In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschriften N r. 432 418, 542 934; USA.-Patentschrift Nr. 2 375 738; G m e 1 i n -Kraut , Handbuch der anorganischen Chemie, Bd. III, Teil 1, 7. Auflage, 1932, S. 147; L i e b i g s Annalen der Chemie, Bd. 121, S. 38 Brauer - D' A n s , Fortschritte der anorganisch-chemischen Industrie, Bd. 3, 1930, S. 1015, ioi6.
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