DE971412C - Verwendung einer Kobalt-Chrom-Nickel-Legierung fuer Uhrenaufzugsfedern - Google Patents

Verwendung einer Kobalt-Chrom-Nickel-Legierung fuer Uhrenaufzugsfedern

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DE971412C
DE971412C DEP29430A DEP0029430A DE971412C DE 971412 C DE971412 C DE 971412C DE P29430 A DEP29430 A DE P29430A DE P0029430 A DEP0029430 A DE P0029430A DE 971412 C DE971412 C DE 971412C
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    • C22METALLURGY; FERROUS OR NON-FERROUS ALLOYS; TREATMENT OF ALLOYS OR NON-FERROUS METALS
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Description

  • Verwendung einer Kobalt-Chrom-Nickel-Legierung für Uhrenaufzugsfedern Die Erfindung bezieht sich auf die Verwendung einer Legierung auf Kobalt-Chrom-Nickel-Basis als Werkstoff für Uhrenaufzugsfedern. Diese drei Metalle stellen den größten Anteil in der Legierung dar; daneben enthält sie noch andere Metalle; so ist Beryllium ein wichtiger Bestandteil und daneben Molybdän. Kohlenstoff und Eisen sind weiterhin vorhanden. Mangan wird für wünschenswert gehalten, und es können auch noch Spuren bis zu kleinen Beträgen noch anderer MetaIle vorhanden sein.
  • Es ist gefunden worden, daß die vorliegende Legierung ungewöhnliche Eigenschaften hat, und ausgedehnte Versuche haben ihre Eignung für den Gebrauch bei Aufzugsfedern für chron ometrische Instrumente, wie z. B. für Taschenuhren, mit ihren hohen Anforderungen gezeigt.
  • Uhrfedern werden im allgemeinen aus reinem Kohlenstoffstahl mit Kohlenstoffgehalten von etwa i,oo bis 1,301/a hergestellt. In der Praxis ist es dabei notwendig, das Band von annähernd deir Breite und Stärke der Feder auf eine verhältnismäßig hohe Temperatur zu erhitzen und es dann, gewöhnlich in Öl, abzuschrecken, um die gewünschte Härte zu erzielen. Diese Erhitzung kann leicht die Oberflächenzusammensetzung des Stahles verändern und macht im allgemeinen die Oberfläche rauh und gibt ihr außerdem eine Oxydfärbung. Nach der Härtung muß das Band poliert werden, um ihm eine glatte Oberfläche zu geben. Das gehärtete Band ist zu spröde für den Gebrauch als Uhrfeder und muß nochmals erwärmt oder angelassen werden, um eine ausreichende Zähigkeit für die praktischen Verwendungen zu erzielen. Das ruft wieder eine Entfärbung hervor.
  • Außer den eben erwähnten Schwierigkeiten gibt es viele .andere, die mit der Wärmebehandlung von Stahluhrfedern verbunden sind. Der Härtungsprozeß isst sehr kritisch hinsichtlich der Höhe und der Zeitdauer der Härtungstemperatur. Wenn die Temperatur zu niedrig oder die Zeit zu kurz ist, wird die Feder weich und kann nicht gebraucht werden. Andererseits kann, wenn die Temperatur zu hoch oder die Zeit zu lang ist, der Stahl leicht ein grobes Korn entwickeln und zu spröde werden, um, selbst nach dem Anlassen, als Uhrfeder verwendet werden zu können.
  • Auch wenn diese Kohlenstoffstahl-Uhrfedern Wärmebehandlungen unterworfen wurden, fehlt es ihnen doch an bestimmten wünschenswerten Eigenschaften, wie an Korrosionsbeständigkeit und hoher Streckfestigkeit, und sie sind magnetisch. Es ist bekannt, daß viele, und wahrscheinlich die größte Anzahl von Brüchen in Uhrfedern von, der Korrosion des Stahles herrühren. Selbst dünne Rostflecken reduzieren den Querschnitt einer Uhrfeder merklich, und es ist in Fachkreisen bekannt, daß Korrosionsrisse als Urheber von Überbeanspruchungen auftreten und so zu frühzeitigem Ausfall durch Korrosion und Ermüdung führen.
  • Der Ausfall einer Uhrfeder durch Bruch ist unangenehm, aber in normalen Zeiten kann die Feder mit verhältnismäßig niedrigen Kosten ersetzt werden. Aber Stahluhrfedern besitzen einen weiteren, schwerwiegenderen Mangel hinsichtlich der Genauigkeit für den Zeitmesser. Dieser Mangel ist unter der Bezeichnung »Kriechen« bekannt und äußert sich dadurch, daß die Feder nach wiederholten Aufziehen und Ablaufen sich setzt, ihre Kraft verliert, die Uhr unter den festgelegten ursprünglichen Bedingungen zu treiben, und infolgedessen hält die Uhr die genaue Zeit nicht länger ein. Unter solchen Umständen ist es unmöglich, das Werk in der Fabrik genau zu adjustieren und zu normalisieren, und es kann schließlich unmöglich werden, die Uhr so einzuregulieren, daß sie die Zeit genau einhält. Diese Eigenart der Uhrfeder ist eine Folge des Werkstoffes, der zu niedrige Werte solcher Eigenschaften wie der Proportionalitätsgrenze und der Streckfestigkeit aufweist.
  • Dias Problem der Schaffung hochelastischer Eigenschaften-und gleichzeitig angemessener Bruchfestigkeit ist eines der schwierigsten und hat die Industrie viele Jahre beschäftigt. Es ist noch ernsthafter geworden, seitdem die Nachfrage nach kleineren Uhren gestiegen ist. Wenn eine Uhrfeder einem magnetischen Feld ausgesetzt wird, wird der Stahl magnetisiert, und die Uhr geht nicht mehr genau, oder sie läuft überhaupt nicht mehr.
  • Es gibt eine beschränkte Zahl von Speziallegierungen, die für Uhrfedern gebraucht worden sind. Eine solche Legierung ist auf Nickel-Eisen-Chrom-Basis aufgebaut und enthält kleinere Mengen von Molybdän, Mangan und Beryllium. Die typische Zusammensetzung ist: 6o'0/a Nickel, 15'0/9 Chrom, 15 % Eisen, 7 °/a Molybdän, 2 % Mangan und etwa o,6"/@ Beryllium. Eine solche Legierung hat auf Grund des Chromgehaltes eine verbesserte Korrosionsfestigkeit im Vergleich zum Kohlenstoffstahl; aber ein höherer Chromgehalt in einer Legierung, z. B 2o')/o, und mehr, ergibt eine noch bessere Korrosionsfestigkeit. Versuche mit einer Legierung dieser Art und mit handelsüblichen Uhrfedern aus einer solchen Legierung haben gezeigt, daß die elastischen Eigenschaften, wie de P-roportionalitätsgrenze und die Streckfestigkeit für Uhrfedern nicht genügend sind; tatsächlich wurde gefunden, daß die elastischen Eigenschaften denen von Stahluhrfedern der handelsüblichen Herstellung unterlegen sind. Ebenso haben Versuche gezeigt, daß der Berylliumgehalt kritisch ist und innerhalb enger Grenzen gehalten werden muß, da sich sonst Schwierigkeiten beim Schweißen und bei anderweitiger Behandlung der Legierung ergeben.
  • Man hat der Verwendung von gewissen rostsicheren Stählen Beachtung geschenkt, wie z. B. einer Legierung mit etwa 18% Chrom, 8°% Nickel in kaltbearbeitetem Zustand. Wenn eine solche Legierung auch beträchtliche Korrosionsfestigkeit besitzt, so hat sie doch niedrige mechanische Eigenschaften und nicht die für Uhrfedern erforderliche hohe Proportionalitätsgrenze und Streckfestigkeit. .Ihr Elastizitätsmodu.l in kaltbearbeitetem Zustand ist ebenfalls niedrig, und eine solche Stahllegierung kann nicht durch die Wärmebehandlungen hinreichend gehärtet werden, die bei giewöhnlichen Kohlen.stoffstahlfedern angewendet werden, sondern es ist notwendig, auf die Kaltbearbeitung zurückzugreifen, um eine hohe Festigkeit zu erzielen.
  • Es sind weiterhin Federstahllegierungen bekannt, die in den Normen der »Society of Automotive Engineers« mit SAE 615o, SAE 925o und SAE 926o bezeichnet sind. Diese Stahllegierungen sind zwar höchst brauchbar für gewisse größere Maschinenfedern, sie erfordern aber eine hohe Härtungstemperatu:r, welche eine Oberflächenoxydation zur Folge hat. Solche Stähle sind nicht als befriedigend für Uhrfedern befunden worden, die dünne Querschnitte, z. B. o,1 cm in der Dicke und noch dünner, haben. Für andere Verwendungszwecke, bei denen hinsichtlich der Korrosionsbeständigkeit, Elastizität und Zugfestigkeit ebenfalls hohe Anforderungen gestellt werden, wurden auch bereits Legierungen genannt, die als mögliche Bestandtleile die enthielten, wie die erfindungsgemäß zu verwendende Legierung. So wurden z. B. in der französischen Patentschrift 789 986 Chrom- und Kobaltlegnerungen beschrieben, die daneben noch etwas Wolfram, Molybdän und Kohlenstoff enthalten können. Rein beispielsweise ohne einen. besonderen Grund für ihre Zufügung sind dann, noch eine Reihe von unwesentlichen Metallen angegeben, unter denen sich auch Beryllium befindet. Diese Berylliumlegierungen werden als Befestigungsmittel von Zahnprothesen vorgeschlagen. Sie weisen nicht die Vorteile auf, die die erfindungsgemäßen Legierungen insbesondere wegen ihres genau definierten Beryllium- und Chromgehaltes zur Verwendung für Uhrenaufzugsfedern geeignet macht. Dies betrifft vor allem die Kriechfestigkeit der erfindungsgemäßen Legierungen. Das gleiche gilt auch gegenüber anderen bereits bekannten Chrom-Kobalt-Legierungen, die hauptsächlich infolge ihres höheren Berylliumgehaltes für Uhrenaufzugsfedern in Hinsicht auf die Biegefestigkeit nicht geeignet sind, obwohl sie einerseits zur Be. festigung für Zahnersatzmittel und andererseits für andere technische Federn brauchbar sein mögen. Es ist aber für den speziellen Verwendungszweck, nämlich für Uhrenaufzugsfedern, keine Legierung mit der für die Erfindung typischen Zusammensetzung beschrieben worden, die allein der Legierung die für den gewünschten Zweck die überragenden Eigenschaften verleiht.
  • Gegenstand der Erfindung ist demgegenüber die Verwendung einer verbesserten Legierung für Aufzugsfedern für chronometrische Instrumente, wie z. B. Taschenuhren, folgender Zusammensetzung: 2o bis 50% Kobalt, 15 bis 30% Chrom, 2o bis 3511/o Nickel und Eisen (Ni mindestens 51/o, Fe höchstens 25'%), o,oi bis o,og% Beryllium, bis 0,3% Kohlenstoff und 3 bis io% Molybdän.
  • Die erfindungsgemäß zu verwendende Legierung gemäß der Erfindung zeichnet sich gegenüber bekannten Legierungen durch hohe elastische Eigens.chaften, wie Proportionalitätsgrenze, Streckfestigkeit und Elastiz,itätsmodul, aus. Sie isst außerdem nichtmagnetisch, ist leicht zu Uhrenaufzugsfedern zu verarbeiten und besitzt hohe Ermüdungs- bzw. Kriechfestigkeit.
  • Die Legierung vereinigt also in sich in bestmöglicher Weise die wünschenswerten wichtigen Eigenschaften einer Uhrenaufzugsfeder.
  • Ein weiterer Vorteil der Legierung ist der, daß hohe elastische Eigenschaften, wie sie bei Uhrenaufzugsfedern gewünscht werden, zu erreichen sind, ohne daß Hochtemperaturbehandlungen wie bei Stahlfedern notwendig sind.
  • Zusätzlich zu den obenerwähnten Metallen enthält die Legierung vorzugsweise noch o,5 bis 2% Mangan. Die wünschenswerten charakteristischen Merkmale der Legierung sind durch ausgedehnte Versuche mit Uhren bestätigt worden.
  • Kobalt ist ein wichtiger Bestandteil der erfindungsgemäß zu verwendenden Legierung; es wirkt zur Erhöhung der Festigkeit der Legierung und zier Verbesserung ihrer Aushärtbarkeit. Es kann in dem Bereich von 2o bis 500/a angewendet werden, der vorzuziehende Anteil liegt bei 30 bis 400/0. Mit Beträgen über 50% neigt die Legierung dazu, zu spröde zu werden und sich schwer kaltwalzen zu lassen; mit 2o0/0 oder weniger Kobalt wird sie eine zu geringe Festigkeit für viele Anwendungen besitzen.
  • Chrom ist begründend für die Korrosionsfestigkeit. Es ist als wesentlich gefunden worden, wenigstens 15 % und vorzugsweise über 2o % Chrom zu verwenden, um eine angemessene Korrosionsfestigkeit zu erzielen. Andererseits stellen sieh Schwierigkeiten beim Schmelzen und sonstiger Behandlung der Legierung ein, wenn der Chromgehalt über 30% beträgt. Der vorzugsweise Anteil liegt bei 2o bis 260/0. Eine Steigerung des Chromgehalts über 30% hinaus verbessert die Korrosionsfestigkeit der Legierung nicht mehr merklich.
  • Nickel ist ein wesentlicher Bestandteil, vorzugsweise in einem Anteil von i .q bis 300/0; es wird in Anteilen von 5 bis über 300/a verwendet. Nickel und Eisen ergänzen in gewissem Umfang einander; die am meisten befriedigenden Erfolge werden mit Legierungen erzielt, welche mehr Nickel als Eisen enthalten. Es ist gefunden worden, daß die Summe der Gehalte an Nickel und Eisen 20, bis 35%, beträgt und vorzugsweise bei 25 bis 350/0 liegt. Der Betrag an Eisen liegt unter 25%. Legierungen.mit höherem Gehalt an Eisen, z. B. über 25 0/0, sind als unbefriedigend befunden worden, weil dabei dei Widerstand gegen Abblättern und die Eignung zum Kaltwalzen herabgesetzt werden.
  • Beryllium ist ein wesentlicher Bestandteil der Legierung und wird als zum größten Teil verantwortlich für die Verbesserung der Festigkeitseigenschaften gehalten, wenn die Legierung nach einem Abkühlungsvorgang, besonders aber nach einem Abschrecken und Kaltwalzen nachbehandelt wird. Es wurde gefunden, daß in einer Legierung dieserArt verhältnismäßig kleineBeträge von Beryllium ausreichend sind, um der Legierung wichtige Eigenschaften zu erteilen, und schon Werte von o,oi%, sind als ausreichend befunden worden, die Festigkeit der Legierung merklich zu erhöhen und besonders seine Empfänglichkeit für die Härtung und Festigung durch eine Nachbehandlung nach dem Abkühlen und dem Kaltwalzen zu steigern. Sehr befriedigende Erfolge wurden mit Berylliumgehalten von 0,o2 bis 0,o5 0/a erzielt. Jedoch ist es bei niedrigen Kohlenstoffgehalten vorteilhaft, mehr Beryllium, bis etwa o,o9%, zu verwenden. Es ist eines der charakteristischen Merkmale der Erfindung, daß der erforderliche Beryllium@gehalt in der Legierung niedriger ist, als er in anderen Legierungen, die für Uhrfedern gebraucht worden sind, für notwendig befunden wurde. In einer früher verwendeten Legierung z. B. lag der Beryl,liumgehalt in der Größenordnung von o,5 bis 0,6% und konnte sogar bei i,o% liegen. In der vorliegenden Legierung indessen ist ein Berylliumanteil von 0,o2 bis 0,o5 % im allgemeinen ausreichend, und es ist vorzuziehen, Gehalte unter o,o9% zu verwenden, weil keine Verbesserung in den endgültigen mechanischen Eigenschaften als Folge der Anwendung höherer Berylliumgehalte gefunden worden ist. Außerdem erhöht ein höherer Berylhumgehalt die Kosten der Legierung und erzeugt Probleme beim Heiß- und Kaltwalzen und in einer hinreichenden Auflösung des Überschusses des Beryl.liumanteiles bei dem Wärmebehand'lungsvorgang.
  • Kohlenstoff wird, als wichtig in der für Aufzugsfedern von Uhren zu verwendenden Legierung erachtet, aber er muß innerhalb bestimmter Grenzen gehalten werden, weil, wenn er zu hoch ist, die Legierung leicht zu spröde wird und dem gewöhnlichen Ausmaß der Querschnittsverminderung auf kaltem Wege nicht, ohne übermäßiges Zerbrechen zu zeigen, standhalten wird. Der gebräuchliche Gehalt an Kohlenstoff liegt bei 0,o5 bis 0,30%" aber vorzugsweise bei o,io bis o,200/&, und die besten Erfolge werden mit Legierungen mit 0,r3 bis o,i8°/o erzielt. Der Kohlenstoff bewirkt die Verfestigung der Legierung und unterstützt ihre Aushärtbarkeit.
  • Molybdän ist ein wichtiges Element der Legierung bei deren Verwendung für Aufzugsfedern für Uhren und wird vorzugsweise in Beträgen von 6 bis 7'/o verwendet. Wenn nur 3 % Molybdän verwendet werden, ist die Legierung etwas schwächer in der Festigkeit als bei Verwendung größeneir Mengen, und die Dehnbarkeit wird nicht wesentlich verbessert; bei Legierungen mit so niedirigem Molybdängehalt ist es ratsam, den Berylliumgehalt zu steigern. Der übliche Bereich für Molybdän liegt bei 3 bis 10o/0.
  • Mangan kann in Mengen bis zu 30/0- verwendet werden, vorzugsweise von i bis 2 0/0, und kann der erfindungsgemäß zu verwendenden Legierung zugesetzt werden, um deren Bildsamkeit beim Heiß-und Kaltwalzen zu verbessern.
  • Eine Speziallegierung mit 40% Kobalt, 20% Chrom, 15,5% Nickel, 15°/o Eisen, 0,03% Beryllium, 7'/o Molybdän, 2 % Mangan und etwa o,15 0/0 Kohlenstoff ist als besonders geeignet für die Erfordernisse von Uhrenaufzugsfedern gefunden worden und reagiert ausgezeichnet auf die mechanischen und Wärmebehandlungen.
  • Eis ist bekannt, daß es zur Herstellung der Uhrenaufzugsfedern nicht notwendig ist, die endgültige Feder durch Abschrecken zu härten, wie es der Fall bei Stahlfedern ist, sondern die Legierung wird nach der Abschreckhärtung kaltbearbeitet, um verhältnismäßig hohe Festigkeitswerte zu erzielen, und dann bei 26o bis 538° C angelassen, was weiter die Festigkeitswerte erhöht, besonders die Proportionalitätsgrenze und die Streckfestigkeit, z. B. kann ein Anlassen von 5 Stunden bei .4.82° C die Proportionalitätsgrenze um 50% erhöhen, wobei ein etwa gleiches Anwachsen der Streckfestigkeit erzielt wird. Dies sind die Eigenschaften, welche für eine Uhrenaufzugsfeder als wesentlich erachtet werden, welche über eine lange Zeitdauer standhalten soll, ohne daß sie sich absetzt oder ein »Kriechen« zeigt. Diese Eigenschaften einer Uhrfeder machen es möglich, die Uhr in der Fabrik einzuregulieren, so daß sie die Zeit genau einhält und dann in dem einregulierten Zustand für eine unbegrenzte Betriebsperiode bleibt.
  • Die Korrosionsfestigkeit der Legierung nach der Erfindung ist dadurch nachgewiesen worden, daß Uhrwerke mit Federn aus dieser Legierung in eine Trockenschale mit Wasser eingelegt wurden, so daß die Federn einer mit Feuchtigkeit gesättigten Atmosphäre ausgesetzt waren. Für Vergleichszwecke wurden Uhrwerke mit Stahlfedern der Art, wie sie allgemein in Uhren gebraucht werden, demselben Versuch unterworfen. Alle Stahlfedern fielen infolge von Korrosionsangriffen innerhalb 24 Stunden aus. Dagegen wurden Uhrfedern aus der Legierung gemäß der Erfindung 3 bis 6 Monate lang diesen Versuchen unterworfen; keine der Federn fiel aus, und es waren keine Anzeichen. von Korrosion vorhanden.
  • Die Kriechfestigkeit der Legierungen gemäß der Erfindung wurde in der Weise festgestellt, daß Federn in Uhren eingesetzt, darin über ausgedehnte Zeitperioden in Gang gehalten wurden, dann wurde die Feder entfernt und festgestellt, ob sie in ihre ursprüngliche freie Windungslage zurückging. Handelsübliche Stahlfedern wurden unter gleichen Bedingungen geprüft. Es ist eine Erfahrung in der Uhrenindustrie, daß bei solchen Versuchen Stahlfedern immer ein gewisses Kriechen zeigen, selbst wenn die Gangdauer nur wenige Tage beträgt. Tatsächlich müssen auch in Uhren mit Stahlfedern diese häufig ersetzt werden, bevor die Uhren die Fabrik verlassen, weil das Kriechen so stark ist, daß die Uhr nicht auf einen genauen Gang einreguliert werden kann. Im Gegensatz zu diesem Verhalten zeigen Uhrfedern aus der Legierung nach der Erfindung kein Kriechen, nachdem sie über Versuchsdauern von 3 bis 6 Monaten in Gang gewesen waren. So wird durch den Gebrauch einer Legierung mit hochelastischen Eigenschaften ein Kriechern. vermieden; wenn die Uhr einmal eingestellt war, hält sie fortgesetzt die Zeit genau ein.
  • So wird durch die in der erfindungsgemäß zu verwendenden Legierung erzielten Eigenschaften, nämlich hohe mechanische Eigenschaften und Korrosionsfestigkeit, eine überlegene Legierung für Uhrenaufzugsfedern erzeugt.

Claims (7)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Die Verwendung einer aus 2o bis 50% Co, 15 bis 30'/o Cr, 2o bis 35 °/o Ni -I- Fe (Ni mindestens 5%, Fe höchstens i5 %), o,oi bis o,ogo/o Be, bis 0,3% C und 3 bis ioo/o Mo bestehenden Legierung als Werkstoff für Uhrenaufzugsfedern.
  2. 2. Die Verwendung einer Legierung nach Anspruch i mit einem Gehalt von 15 bis 300/0 Nickel für den angegebenen Zweck.
  3. 3. Die Verwendung einer Legierung nach Anspruch i oder 2 mit einem größeren Gehalt an Nickel als an Eisen für den angegebenen Zweck.
  4. 4. Die Verwendung einer Legierung nach den Ansprüchen i bis 3 mit einem Gehalt von 2o bis 26'% Chrom für den angegebenen Zweck.
  5. 5. Die Verwendung einer Legierung nach den Ansprüchen i bis 4 mit einem Gehalt von 30 bis 4o0/& Kobalt für den angegebenen Zweck.
  6. 6. Die Verwendung einer Legierung nach den Ansprüchen i bis 5 mit einem Gehalt von 0,o2 bis 0,05"/& Beryllium für den angegebenen Zweck.
  7. 7. Die Verwendung einer Legierung nach den Ansprüchen i bis 6 mit einem Gehalt von 6 bis 70/& Molybdün für den angegebenen Zweck. B. Die Verwendung einer Legierung nach den Ansprüchen i bis 7 mit einem Gehalt von o,13 bis o, i 8 % Kohlenstoff für den angegebenen Zweck. 9. Die Verwendung einer Legierung nach den Ansprüchen i bis 8 mit einem Gehalt von bis zu 3%, vorzugsweise i bis 2%, Mangan. In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschriften Nr. 475 009, 488 963, 545 174. 657:244; französische Patentschrift Nr. 789986; schweizerische Patentschrift Nr. 169 115; USA.-Patentschriften Nr. 1942 150, 2 234 366, 2 245 366; Sachs, Praktische Metallkunde, III. Teil, 1935, S.55, 61, 62; Götze, Patentsammlung »Nickellegierungen«, i. Teil, 1943, S. 15, 16, 18, 61, 162; ZeitschriftfürMetallkunde, 25. Jahrgang, Heft io, 1933 S.246/247; Zeitschrift »Werkstattstechnik und Werksleiter«, 28. Jahrgang, 1934, S. 378 bis 381; Zeitschrift des Vereins deutscher Ingenieure, Bd.79 (1935) S.22; io-Jahresschrift »Heraens Vakuumschmelze 1923 bis 1933«, S.211 und 231; Firmenblatt der Heraeus Vakuumschmelze A. G. >Beryllium, vakuumgeschmolzene vergütbare Beryllium-Legierungen«, 1938, S. i und 4.
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