DE97171C - - Google Patents

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DE97171C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C13SUGAR INDUSTRY
    • C13BPRODUCTION OF SUCROSE; APPARATUS SPECIALLY ADAPTED THEREFOR
    • C13B35/00Extraction of sucrose from molasses
    • C13B35/02Extraction of sucrose from molasses by chemical means
    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B01PHYSICAL OR CHEMICAL PROCESSES OR APPARATUS IN GENERAL
    • B01DSEPARATION
    • B01D37/00Processes of filtration

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Biochemistry (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Filtering Materials (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Bei weiteren Versuchen mit dem im Haupt-Patent beschriebenen Kreisverfahren der Entzuckerung von unreinen Zuckerlösungen mittelst Bleioxyds oder Bleioxydhydrats, bei welchem die zuckerhaltigen Flüssigkeiten durch Lagen oder Schichten von Bleioxyd oder Bleioxydhydrat hindurch filtrirt werden, habe ich gefunden, dafs es nicht erforderlich ist, die fraglichen Zuckerlösungen in concentrirtem Zustande oder warm mit dem Bleioxyd in Berührung zu bringen, sondern dafs es bei Anwendung des nachfolgend beschriebenen neuen Verfahrens auch genügt, wenn sie in verdünnter Lösung oder kalt mit den Bleiprä'paraten in Wechselwirkung gebracht werden. Hierdurch aber wird ein wesentlicher Vortheil erreicht. Denn wenn man dünne Zuckerlösungen, zuckerhaltige Abläufe oder Waschwässer durch blofses Filtriren direct ihres Zuckers berauben kann , ohne dafs man sie erst einzudampfen braucht, so erspart man die Kosten für das Erwärmen und Eindampfen, welche unter Umständen so grofs sein können, dafs es sich gar nicht mehr lohnt, dünne Lösungen auf Zucker zu verarbeiten.
Ich habe nun gefunden, dafs es für den gedachten Zweck sehr vortheilhaft ist, wenn man das wirksame Bleipräparat vor seiner Anwendung als Filtersubstanz in einen voluminösen Zustand bringt, weil dann einerseits die Lösungen besser hindurchfiltriren und andererseits weit mehr Berührungspunkte zwischen dem Zucker und dem Bleioxyd entstehen.
Die Auflockerung der schweren Bleiverbindung kann dadurch bewirkt werden, dafs man sie vor ihrer Verwendung mit einer entsprechenden Menge indifferenter Substanz, wie z. B. Pflanzen- oder thierischen Fasern (Cellulose, Holzwolle, Holzfaser, Baumwolle u. dergl.), mischt und ihr wegen der dadurch bewirkten Vertheiiung eine voluminös - schwammförmige Beschaffenheit und grofse Oberfläche ertheilt. Man kann natürlich auch jede beliebige andere unlösliche Substanz, auch Stoffe mineralischer Natur, wie z. B. kohlensaure Magnesia, gebrannte Magnesia, kohlensauren Kalk u. s. w., als Vertheilungsmittel verwenden, wenn dieselben sich nur indifferent gegen Zuckerlösung verhalten. Will man feste und poröse, ihre Form bewahrende Stücke als Filtermaterial verwenden, was manche Vortheile bietet, so kann deren Herstellung zweckmäfsig aus porösen Stücken von Calciumplumbat (D. R. P. Nr. 52459) erfolgen, welche man nach D. R. P. Nr. 55604 in ein schwammförmiges starres Gemisch von Calciumcarbonat und Bleioxyd verwandelt.
Das in der einen oder anderen Weise vorbereitete Material wird nun als Filtersubstanz benutzt, indem man es auf Filterflächen (Filtertücher) oder in geeignete Colonnenapparate bringt.
Die Anwendung möglichst aschenarmer
Fasern als Auflockerungsmittel hat vor der Verwendung mineralischer Stoffe den grofsen Vorzug, dafs sie ohne Hindurchschleppen eines Ballastes durch die Fabrikation möglich ist, da die Fasern bei der Regenerirung des Bleioxyds aus dem Saturationsschlamm einfach verbrennen.
Ich habe gefunden, dafs ein Zusatz von etwa ίο pCt. des Gewichtes des Bleioxyds an Cellulosefasern eine reichlich voluminöse Mischung ergiebt, welche ihren Zweck vollkommen erfüllt.
Bei der weiteren Vervollkommnung des Verfahrens, das Bleioxyd oder Bleioxydhydrat in eine schwammförmige' Masse zu verwandeln, habe ich gefunden, dafs es gar nicht einmal nothwendig ist, dem Bleioxyd indifferente fremde Körper hinzuzusetzen, um es schwammförmig porös zu machen, sondern dafs man denselben Effect auch durch eine Mischung von fertigem krystallisirten Bleisaccharat mit Bleioxyd erreicht. Bekanntlich ist das krystallisirte Bleisaccharat selbst schon eine sehr voluminöse Substanz und als solche ungemein befähigt, in breiförmigem Zustande Bleioxyd in Suspension zu erhalten.
Das Bleisaccharat wirkt vermöge des Umstandes, dafs es aus Krystallnädelchen besteht, ganz ähnlich wie die Fasern der Cellulose, und vermag deshalb das schwere Bleioxyd am Niedersinken zu verhindern. Zum Theil tritt auch eine lockere chemische Verbindung zwischen dem fertigen Dibleisaccharat und Bleioxyd ein, aber der gröfsere Theil des Bleioxyds wird nur rein mechanisch festgehalten.
Das Verfahren wird in folgender Weise ausgeführt.
Man bereitet eine innige Mischung oder Verreibung von Bleioxyd oder Bleioxydhydrat mit dem aus einer früheren Operation herrührenden krystallisirten Bleisaccharat, gleichgültig, ob dasselbe bereits ausgewaschen ist oder noch Mutterlauge enthält.
Die erhaltene breiförmige Mischung wird dann alsbald in geeigneter Weise als Filtermaterial benutzt, indem man sie z. B. als Belag für Filterplatten oder als Füllung für Filterthürme oder Filtercolonnen verwendet und alsdann die zuckerhaltigen Lösungen hindurchfiltrirt.
Das in der Filtersubstanz enthaltene Bleioxyd schlägt einen äquivalenten Betrag von Zucker in Form von Bleisaccharat nieder; die hindurchgehenden Säfte verlieren ihren Zucker bis auf geringe Spuren.
Der gröfsere Theil des hinreichend in Saccharat umgewandelten Filtermaterials wird dann ausgewaschen und gelangt so zur Saturation, während ein anderer Theil zur Herstellung von neuem Bleioxydschwamm bezw. zur Auflockerung von neuen Mengen Bleioxyd dient.

Claims (1)

  1. Patent- Anspruch :
    Das durch das Patent Nr. 94127 geschützte Verfahren der Abscheidung von Zucker in Form von Bleisaccharat durch Filtriren seiner Lösungen durch Schichten von Bleioxyd oder Bleioxydhydrat in der Ausführung, dafs man diese Bleipräparate vor Anwendung als Filtersubstanz schwammförmig voluminös macht entweder durch Zumischung indifferenter fremder Körper, wie z. B. Pflanzenfasern, Magnesia, kohlensaurem Kalk, oder durch Vermischen mit Bleisaccharat selbst oder unter Anwendung von beiderlei Mitteln, wobei die so erhaltene Filtersubstanz in feuchtem Zustande entweder eine breiförmige oder eine starre Beschaffenheit besitzen und mit Hohlräumen oder Lücken durchsetzt sein kann.
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